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 Betreff des Beitrags: Texas Killing Fields - Schreiendes Land (2011)
BeitragVerfasst: 11. Mär 2013, 20:19 
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Texas Killing Fields - Schreiendes Land
(Texas Killing Fields)
mit Sam Worthington, Jeffrey Dean Morgan, Chloe Grace Moretz, Corie Berkemeyer, Trenton Perez, Maureen Brennan, Tony Bentley, Becky Fly, Sheryl Lee, James Hebert, Stephen Graham, Jessica Chastein, John Neisler
Regie: Ami Canaan Mann
Drehbuch: Don Ferrarone
Kamera: Stuart Dryburgh
Musik: Dickon Hinchliffe
FSK 16
USA / 2011

Ein Klima des puren Bösen liegt über den fauligen Sümpfen rund um Texas City. Immer wieder werden dort die Körper von Mordopfern gefunden. Wieviele als Teil der Nahrungskette für immer und ohne Spuren verschwinden, weiß niemand. Die Einheimischen nennen dieses Gebiet "the killing fields". Als erneut eine Frauenleiche auftaucht, beginnt Detective Heigh aus Texas City immer intensiver außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches zu ermitteln. Zunächst sehr zum Ärger seines Partners, der sich lieber auf einen ungelösten Mordfall in der Stadt konzentrieren will, anstatt dem Phantom eines Serienkillers hinterher zu jagen. Doch dann klingelt das Telefon und die Detektive müssen die Todesschreie einer jungen Frau live mitanhören. Eine Grußbotschaft des Killers an die Polizei ...


Mit vorliegendem Film präsentiert sich dem Zuschauer einmal ein Serienkiller-Thriller der etwas anderen Art, denn die Herangehensweise an den thematischen Hintergrund hebt sich doch eindeutig von anderen Genre-Vertretern ab. Es scheint fast so, das Regie-Talent auch vererbbar ist, denn Michael Mann's Tochter Ami Canaan Mann stellt hier ihr Gespür für ein außergewöhnliches Szenario unter Beweis, das den Zuschauer ganz unweigerlich von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann zieht. Mit einer herausragenden Atmosphäre ausgestattet offenbart sich dem Betrachter eine Geschichte, in der 2 parallel zueinander verlaufende Erzählstränge im Focus stehen, denn einerseits geht es um einen Einzel-Mord an einem jungen Mädchen und auf der anderen Seite gibt es da noch die Serien-Morde an jungen Frauen in den sogenannten "Killing Fields", einem Sumpfgebiet außerhalb von Texas City. In beiden Fällen wird das Hauptaugenmerk nicht wie üblich auf die jeweiligen Täter gelegt, deren Identität man mit ein wenig Konzentration sogar einigermaßen frühzeitig erahnen kann. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die beiden Ermittler Mike (Sam Worthington) und Brian (Jeffrey Dean Morgan), die sich hauptsächlich durch sehr unterschiedliche Charakterzüge voneinander abheben. Mike ist knallhart und bringt dies auch oft genug zum Ausdruck, wohingegen Brian eher der einfühlsame und verständnisvolle Typ ist. Durch diesen charakterlichen Unterschied kommt es auch immer wieder zu Spannungen unter den beiden Männern, die sich auch in freigesetzten Aggressionen gegenüber den zahlreichen Verdächtigen äußert.

Insbesondere bei diesem Aspekt beinhaltet der Film meiner Meinung nach eine seiner größten Stärken, wird dem Zuschauer doch ein Bild von den Ermittlern offenbart das man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Es menschelt nämlich ganz gewaltig und man bekommt nicht das handelsübliche Bild eines Detectives präsentiert, der sich immer an die Buchstaben des Gesetzes hält. Manch einem mag die Darstellung der Cops eventuell etwas überzogen erscheinen, doch ganz ehrlich gesagt erscheint mir gerade die menschliche Komponente äußerst realistisch in Szene gesetzt. So kann man dann auch die körperlichen Übergriffe durchaus nachvollziehen, bringen sie doch lediglich den immensen Druck zum Vorschein, der auch auf der Seele der Ermittler lastet. Kinder-Prostitution und häusliche Gewalt sind nun einmal Dinge, die auch den härtesten Polizisten in Raserei bringen können und das wurde hier absolut erstklassig ins Bild gesetzt. Doch nicht nur wegen dieser Dinge handelt es sich bei "Texas Killing Fields" um ein Werk, das dem Betrachter merklich unter die Haut geht, es ist vor allem die bedrückende Grundstimmung des Geschehens, die einen tief berührt. Schmierig, siffig, düster-und streckenweise extrem morbide gestalten sich die Ereignisse und ziehen einen immer tiefer in eine Art sogartigen Strudel aus Gewalt und Tristesse. Letztere ergibt sich vor allem durch die Lebensumstände der diversen Opfer, die auch den Hauch einer brillanten Millieu-Studie einfließen lassen, was das gewonnene Gesamtbild noch einmal zusätzlich aufwertet.

Wenn man einigen Kritiken im Netz vertrauen darf, dann gibt es nicht gerade wenige Leute, die vorliegende Geschichte als zu sperrig bezeichnen, was eventuell in der Erzählweise begründet liegt. Diese gestaltet sich trotz der teil immensen Intensität ziemlich ruhig, erzielt jedoch gerade dadurch erst ihre volle Wirkung, die einem als Zuschauer größtenteils wirklich zu schaffen macht. Mit zunehmender Laufzeit verstärkt sich in einem selbst entstehende Wut fast ins Unermessliche und nicht selten ertappt man sich bei dem Gedanken, das man selbst die Täter überführen möchte um dann mit ihnen persönlich abzurechnen. So kann man dann auch die Aggressionen der Ermittler viel besser nachvollziehen, die zwar nicht immer gesetzestreu handeln, dafür aber ganz einfach wie normale Menschen reagieren. Auf diesen Punkt hat Ami Canaan Mann ganz besonderen Wert gelegt, die Gewichtung des Aspektes zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Story und verleiht ihr dadurch etwas wirklich Außergewöhnliches. So ist es auch nicht wirklich verwunderlich, das insbesondere die Charakter-Beleuchtung der beiden Hauptfiguren äußerst intensiv ausfällt, wohingegen die anderen Figuren eine eher oberflächliche Beleuchtung erfahren. Diese fällt aber immer noch sehr gut aus, so das man im Prinzip zu fast allen Personen einen guten Bezug herstellen kann.

Für mich persönlich stellt "Texas Killing Fields" ein wirklich herausragendes Film-Erlebnis dar, das einmal wohlwollend von den ansonsten üblichen Serienkiller-Thrillern abweicht und so aus der breiten masse hervorsticht. Starke Darsteller, eine tolle Geschichte und eine absolut herausragende Atmosphäre drücken dem Werk einen unverwechselbaren Stempel auf, so das hier auch ein nachhaltiger Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers haften bleibt. Die morbide Faszination der Ereignisse zieht einen unwillkürlich in ihren Bann, dem man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Die Geschehnisse versetzen einen dabei in ein wahres Wechselbad der Gefühle und erst das versöhnliche Ende entlässt einen dann mit einem wirklich versöhnlichen Gefühl aus einer Story, die man nicht so schnell vergessen wird. Manch einem mag der gewählte Schluss eventuell etwas zu kitschig erscheinen, doch gerade nach diesem nervenzerfetzenden Szenario kann man auch als Betrachter das Happy End akzeptieren und freut sich sogar regelrecht über eine Schluss-Sequenz a la Hollywood.


Fazit:


Was andere Leute in diesem Film als negative Aspekte ansehen, sind für mich die großen Stärken einer Story die extrem unter die Haut geht. Getragen von 2 großartigen Hauptdarstellern und einer einzigartigen Grundstimmung offenbart sich ein Szenario, das einem mehr als nur eine gepflegte Gänsehaut beschert. Erstklassig ausgewählte Schauplätze sorgen für das richtige Maß an Bedrohlichkeit, die in jeder einzelnen Einstellung vorhanden ist und so für ein herausragendes Sehvergnügen sorgt, das einmal mehr aus dem Hause Ascot Elite kommt. Auch wenn der Film die Meinungen vielleicht etwas spalten wird, sollte jeder Thriller-Freund eine Sichtung wagen und ich wage zu behaupten, das ich nicht der einzige bin, den diese Geschichte richtiggehend begeistern wird.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1:2,35 (16:9)
Laufzeit: 101 Minuten
Extras: Trailershow


8/10

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