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 Betreff des Beitrags: The Guest (2014)
BeitragVerfasst: 21. Mai 2015, 17:34 
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The Guest
(The Guest)
mit Dan Stevens, Maika Monroe, Brendan Meyer, Sheila Kelley, Leland Orser, Lance Reddick, Tabatha Shaun, Chase Williamson, Joel David Moore, Steve Brown, Brenden Wedner, Alex Knight, Ethan Embry, Nancy Jeris
Regie: Adam Wingard
Drehbuch: Simon Barrett
Kamera: Robby Baumgartner
Musik: Steve Moore
keine Jugendfreigabe
USA / 2014

Die Familie Peterson trauert noch um ihren jüngst im Krieg gefallenen Sohn und Bruder, als auf einmal ein Unbekannter namens David vor der Tür steht: ein Soldat, der vorgibt, mit ihm gut befreundet gewesen zu sein. Von den tröstenden Worten des smarten Ex-Kameraden gerührt, bieten die Petersons ihm für ein paar Tage eine Unterkunft in ihrem Haus an. Hilfsbereit und freundlich, scheint er der perfekte Gast zu sein. Nach einer Reihe von mysteriösen Unfällen im Umfeld der Familie, wird Tochter Anna jedoch misstrauisch. Heimlich lässt sie seine Identität überprüfen. Mit einem schockierenden Ergebnis ...


Adam Wingard legte schon mit seinem Film "You're Next" einen sehr überzeugenden Film ab und hat zudem auch in Werken wie "V/H/S - Eine mörderische Sammlung", "S-V/H/S" oder auch "ABCs of Death" jeweils eine Episode beigesteuert. Desweiteren hat der gute Mann auch noch diverse andere Titel in seiner Filmografie stehen, die man aber aufgrund ihres Bekanntheitsgrades durchaus vernachlässigen kann. Mit dem nun vorliegenden Thriller "The Guest" bekommt es der Zuschauer nun mit der neuesten Arbeit des Regisseurs zu tun und kann sich dabei ohne Weiteres auf ein überraschendes, intensives und extrem unterhaltsames Filmerlebnis einstellen. Die Geschichte an sich hört sich im ersten Moment eher vorhersehbar und bekannt an und zunächst deutet auch relativ wenig darauf hin, das die dargestellte Szenerie größere Überraschungsmomente beinhalten würde. An dieser Stelle kann man jedoch sehr schnell einem Trugschluss erliegen, denn Wingard hat den Plot sehr wohl mit geschickt eingefügten Wendungen bestückt, die insbesondere in der zweiten Filnhälfte immer stärker in den Vordergrund drängen. Bis dahin bekommt man erst einmal eine handelsübliche Geschichte präsentiert, die sich aber dennoch äußerst wohlwollend von ähnlich gelagerten Genre Vertretern abhebt. In erster Linie ist dies den hervorragend agierenden Darstellern zu verdanken die allesamt einen sehr guten Job abliefern. Herausragend ist dabei jedoch die Vorstellung von Dan Stevens (Downtown Abbey, Ruhet in Frieden), der in der Rolle des Psychopathen David das absolute Glanzstück dieser Produktion darstellt.

Dabei deutet zu Beginn noch nichts darauf hin, das es der Zuschauer hier mit einem eiskalten Menschen zu tun bekommt, denn rein optisch gesehen und von seinem charmanten Auftreten her erscheint der junge Mann vielmehr wie der perfekte Schwiegersohn. Dieser Umstand ändert sich dann jedoch auch verhältnismäßig schnell und der gute David lässt phasenweise eine Seite an sich erkennen, die man ihm in der dargestellten Form auf keinen Fall zugetraut hätte. Lediglich die junge Anna (Maika Monroe) ahnt das irgend etwas mit David nicht stimmen kann, wohingegen der Rest der Familie mehr oder minder dem Charme des jungen Mannes verfällt. In der Folge bezieht das Szenario dann auch eine ganze Menge Kraft aus der Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren und wird dabei durch das grandiose Schauspiel von Stevens und Monroe noch zusätzlich mit einer faszinierenden Note versehen, die einen ganz unweigerlich in Beschlag nimmt. Nun gibt es ja wahrlich genügend Filme in denen ein Psychopath im Fokus des Geschehens steht, doch nur wenigen ist es dabei gelungen eine solch charismatische Überzeugungskraft an den Tag zu legen wie es bei Stevens der Fall ist. Kein Wunder also das sich an dieser Stelle auch kein wirkliches Feindbild aufbauen will, denn trotz seiner immer brutaler erscheinenden Handlungen erscheint die Hauptfigur durchgehend irgendwie sympathisch. Das liegt sicherlich zusätzlich in dem Aspekt begründet, das im letzten Drittel auch die Gründe für sein Verhalten ein wenig beleuchtet werden, wobei Wingard an dieser Stelle auf ausführliche Erklärungen verzichtet, aber dennoch genügend Informationen liefert damit man das Ganze auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann.

"The Guest" überzeugt in erster Linie durch seinen dramaturgisch erstklassig aufgebauten Spannungsbogen und setzt dabei trotz einer größtenteils ruhigeren Erzählweise eine Menge Intensität frei. Dabei wird das Szenario durch eine durchgehend äußerst atmosphärische Grundstimmung unterstützt und auch der enthaltene Härtegrad kann sich jederzeit sehen lassen. Bei diesem Punkt ist man dann auch ganz besonders sorgsam vorgegangen, indem man keinesfalls ein mit Action überladenes Filmchen produziert hat, sonder die Gewaltspirale Stück für Stück nach oben schraubt, was letztendlich ein rundes und mehr als nur stimmiges Gesamtbild entstehen lässt. Im Gegensatz zu etlichen ähnlich gelagerten Vertretern muss man an dieser Stelle noch einmal auf die Performance der Hauptfigur zu sprechen kommen, denn die Figur von David wird mit einer solchen Brillanz in Szene gesetzt, das man streckenweise regelrecht in Verzückung geraten kann. Stevens agier ungemein facettenreich und transportiert dabei vor allem die sprunghaften Stimmungswechsel so überzeugend zum Betrachter, das man es kaum für möglich halten will. Ist er in der einen Sekunde noch der liebenswerte Charmeur, so tritt schon im nächsten Moment der Psychopath aus im heraus, der durch seine perfekt in Szene gesetzte Eiseskälte das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Trotz aller dabei auftretenden Härte schwingt bei den manchmal recht derben Passagen immer ein gewisser Sympathie Faktor mit, wodurch der tiefe Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele noch wuchtiger und vehementer auf einen einprasselt. Vielleicht mag es nicht jeder so sehen, doch mit "The Guest" liegt ein extrem intensiver und auch überraschender Thriller vor, den man wohl schon jetzt als einen der besten Filme dieses Jahres bezeichnen kann. Eine faszinierende Geschichte, sehr gut agierende Darsteller, überraschende Plot Twists und ein gesundes Maß an Härte lassen kaum eine andere Möglichkeit, als das man im Endeffekt zu einem fast schon überragenden Gesamteindruck gelangen sollte. Natürlich liegt das im Auge des jeweiligen Betrachters, doch diese Produktion bietet weitaus mehr als den ansonsten üblichen Einheitsbrei den man ständig vorgesetzt bekommt. Freunde des Genres sollten hier unbedingt zugreifen, denn viel besser kann man eine solche Geschichte kaum umsetzen, die mit ihrer Schlusseinstellung sogar die Hoffnung des Zuschauers nährt, das in Zukunft eventuell sogar noch mehr von "The Guest" zu sehen sein wird.


Fazit:


Schon im Vorfeld sollte man darauf achten, das man mit so wenig Vorkenntnissen wie möglich an diesen Film heran geht, denn dann trifft einen die Geschichte mit der Wucht eines Keulenschlages. Wingard hat hier ein in allen Belangen überzeugendes Gesamtpaket geschnürt, das man sicherlich nicht zum letzten Mal in den heimischen Player eingelegt hat.


9/10


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