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 Betreff des Beitrags: Tod im Spiegel (1991)
BeitragVerfasst: 19. Aug 2013, 19:15 
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Tod im Spiegel
(Shattered)
mit Tom Berenger, Bob Hoskins, Greta Scacchi, Joanne Whalley, Corbin Bernsen, Debi A. Monahan, Bert Rosario, Jedda Jones, Scott Getlin, Kellye Nakahara, Donna Hardy, Frank Cavestani
Regie: Wolfgang Petersen
Drehbuch: Richard Neely / Wolfgang Petersen
Kamera: László Kovács
Musik: Alan Silvestri
FSK 16
USA / 1991

Seit seinem schweren Autounfall, den er nur dank der Kunst der Ärzte ohne schwerste Entstellung überlebte, ist der wohlhabende David Merrick ein Mann ohne Gedächtnis. Seine Frau Judith versucht, ihn mit liebevoller Hingabe wieder an sein Leben vor dem Unfall zu erinnern - vergebens. Eher hat Merrick den Eindruck, man verschweige ihm entscheidende Tatsachen. Mit Hilfe des Privatdetektivs Gus Klein will David die Rätsel lösen, die sich mit seinem früheren Leben verbinden.


Mit einer seiner ersten Hollywood-Produktionen hat der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen (Das Boot) auch gleichzeitig einen seiner besten Filme abgeliefert. "Tod im Spiegel" erinnert dabei durch seine phasenweise herrlich düstere Inszenierung an den berühmten Film noir und erzählt ganz nebenbei eine grandios ineinander verschachtelte Geschichte, die dem Zuschauer erst kurz vor dem Ende eine genaue Übersicht über die teils mysteriösen Geschehnisse offenbart. Für eine Menge Spannung ist an dieser Stelle also garantiert gesorgt und auch wenn man bei voller Aufmerksamkeit eventuell schon etwas früher erkennen kann worauf das Ganze letztendlich hinausläuft, so kann man sich doch zu keiner Zeit gänzlich sicher sein, das die eigenen Vermutungen am Ende auch ins Schwarze treffen. So bekommt dann der Zuschauer auch immer nur kleinere Puzzle-Teilchen serviert, die einen auf die richtige Spur führen sollen, aber gleichzeitig legt Petersen auch immer wieder diverse falsche Spuren, um einen eventuell wieder in die Irre zu führen.

Das gelingt eigentlich auch recht gut und so tappt man doch fast die gesamte Laufzeit eher im Dunkeln über die Zusammenhänge, die auch Haupt-Charakter David Merrick (Tom Berenger) lange Zeit nicht erkennen kann. Im Prinzip ahnt er nur, das mit seinem Leben irgendetwas nicht stimmt und das es sich seltsam fremd anfühlt. Auch seine Erinnerungen kommen lediglich bruchstückhaft zurück, wollen jedoch lange kein rundes Gesamtbild ergeben. Greta Scacchi in der Rolle der anscheinend liebenden Ehefrau ist auch keine große Hilfe, um das Leben des schwerreichen Mannes wieder ins Lot zu bringen und nimmt im Laufe der Zeit noch eine ganz andere Rolle in dem phasenweise perfiden Katz-und Mausspiel ein. Etliche gelungene Wendungen und ein hervorragender Plot-Twist zum Ende hin machen dieses Werk zu einem echten Hingucker, der mit streckenweise herausragenden Bildern aufwarten kann. Wenn man überhaupt etwas kritisieren möchte, dann hätte man das Ende ein wenig einfallsreicher-und spektakulärer gestalten können. Der finale Schlusspunkt erscheint nämlich im Gegensatz zum Rest des Filmes eher mau und wirkt schon ein wenig unwürdig für einen Thriller mit der hier vorhandenen Klasse.

Ansonsten bietet sich allerdings kein Raum für Kritik, der dramaturgische Spannungsaufbau ist nämlich von der feinsten Sorte und auch in atmosphärischer Hinsicht kann "Tod im Spiegel" durchgehend überzeugen. Dabei herrscht im Prinzip von der ersten Minute an eine extrem dichte Grundstimmung vor, die Petersen mit zunehmender Laufzeit aber immer weiter zu steigern weiß und dem Betrachter dabei so manchen echten Gänsehaut-Moment beschert. In etlichen Passagen bekommt man dann auch ein wirklich herrliches Thriller-Erlebnis geboten, wozu auch der Aspekt eine ganze Menge beiträgt, das die wiederkehrenden Erinnerungsfetzen von Merrick in Form eines zerbrochenen Spiegels dargestellt werden, der sich mit der Zeit wieder zusammenfügt. So wird das Einfügen der kleinen Bruchstücke äußerst plastisch dargestellt und man kann sich ein sehr gutes Bild darüber machen. wie sehr die Hauptfigur unter ihren Erinnerungslücken leidet und daran fast innerlich zerbricht.

Eine weitere große Stärke dieses Werkes ist sicherlich das Mitwirken von Bob Hoskins, der in der tragenden Nebenrolle des Privat-Detektives eine absolut glänzende Performance an den Tag legt und durch ungemeine Spielfreude ins Auge fällt. Zusammen mit Berenger gelingt es ihm letztendlich auch, das ineinander verschachtelte Rätsel zu knacken und somit die unglaubliche Wahrheit ans Licht zu bringen, die einem bei der Erstsichtung des Filmes fast schon die Sprache verschlagen kann. Doch auch wenn man die Lösung kennt, erscheint "Tod im Spiegel auch nach mehrmaliger Sichtung immer wieder sehenswert. Bis auf den am Ende vorhandenen Plot-Twist büßt der Film nämlich nichts von seiner vorhandenen Klasse ein und bietet sich immer wieder dazu an, einen extrem spannenden Film-Abend vor dem heimischen TV zu verbringen.


Fazit:


Petersen hat mit "Tod im Spiegel" einen echten Hochspannungs-Thriller auf den Weg gebracht, der sich auch in der heutigen Zeit immer wieder gut anschauen lässt. Zwar fehlt dem Zuschauer nach der ersten Sichtung der finale Überraschungs-Effekt, doch hat das Werk weitaus mehr zu bieten. Niveauvolle Hollywood-Kost von einem deutschen Regisseur brillant in Szene gesetzt, allein das sind ausreichend Gründe, um sich diesen tollen Thriller einmal anzuschauen.


8,5/10

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