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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Topas (1969)
BeitragVerfasst: 13. Jun 2013, 20:09 
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Topas
(Topaz)
mit Frederick Stafford, Dany Robin, John Vernon, Karin Dor, Michel Piccoli, Philippe Noiret, Claude Jade, Michel Subor, Roscoe Lee Browne, Per-Axel Arosenius, John Forsythe, Edmon Ryan, Sonja Kolthoff, Tina Hedström, John Van Dreelen
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch: Leon Uris / Samuel A. Taylor
Kamera: Jack Hildyard
Musik: Maurice Jarre
FSK 12
USA / 1969

Michael Nordstorm hat die heikle Aufgabe, einen Oberst des KGB, der 1962 als Überläufer in die Vereinigten Staaten eingeflogen wird, dem amerikanischen Geheimdienst zu übermitteln. Zu seinem großen Entsetzen muß er feststellen, daß die Russen einen geheimen Ring hochkarätiger Agenten auf Kuba installiert haben. Dieser geheime Ring, der mit Decknamen TOPAS operiert, hat bereits begonnen, brisante Informationen der NATO an die russische Führungsriege des KGB über eine Basis in Paris nach Moskau weiterzuleiten. Einzig Nordstrom und seine französischen Mittelsmänner haben nun die Macht, TOPAS zu infiltrieren und zu entlarven.


Warum dieser fantastische Agenten-Thriller in vielen Kritiken oft unterbewertet wird, ist für mich persönlich nicht so ganz nachvollziehbar, denn "Topas" ist in meinen Augen einer der besten Filme dieser Art, die je gedreht wurden. Ich möchte sogar noch ein Stück weitergehen und dieses Werk als unterschätztes Meisterwerk betiteln. Nun gibt es nicht wenige Leute, die sich daran stören, das Hitchcock dem Film angeblich nicht seinen eigenen Stempel aufdrücken konnte, wie es eigentlich bei seinen Werken der Fall ist. Vielleicht mag das sogar stimmen, aber rein objektiv gesehen bekommt es der Zuschauer hier mit einem sehr ernsten und hochklassigen Spionage-Thriller zu tun, der von Beginn an eine sehr spannende und vor allem realistisch wirkende Geschichte erzählt, die den damaligen kalten Krieg authentisch und glaubwürdig erscheinen lässt. Um diese Glaubwürdigkeit aufkommen zu lassen, wurde hier auch auf jegliche Art von Humor verzichtet, was ich als durchaus angebracht ansehe, denn Humor wäre bei der vorliegenden Thematik sicherlich fehl am Platz gewesen und hätte das sehr gute Gesamtbild lediglich zerstört.

Ich glaube, das es Hitchcock sehr gut gelungen ist, dem Zuschauer die damalige politische Lage näherzubringen, auch die frostige Stimmung zwischen den politischen Gegnern wird gut zum Ausdruck gebracht. Vor allem den erstklassigen darstellern ist es größtenteils zu verdanken, das die ganze Geschichte einen so authentischen Eindruck auf den Betrachter hinterlässt, alle dargebotenen Leistungen sind absolut überzeugend, wirken aber auch aufgrund der vorhandenen Thematik auf irgendeine Art und Weise ziemlich unterkühlt und phasenweise leicht emotionslos. das ist jetzt aber absolut positiv gemeint, denn so habe ich mir jedenfalls die Agenten und Spione im "Kalten Krieg" vorgestellt, nämlich abgeklärt und routiniert, wobei echte Emotionen nicht unbedingt zur Schau getragen werden sollten.

Und genau diese eigene Vorstellung wurde hier zu 100% erfüllt, was den Film für mich noch einmal zusätzlich aufwertet. Alle Schauspieler, unter denen sich auch mehrere sehr bekannte Gesichter wie zum Beispiel John Forsythe, Michel Piccoli oder auch John Vernon bieten durch die Bank mehr als nur überzeugendes Schauspiel ab, das dem Ganzen einen noch realistischeren Anstrich verleiht. Und auch aus deutscher Sicht wird man mit einem vor allem optischen leckerbissen konfrontiert, denn auch die damalige deutsche "Scream-Queen" Karin Dor spielt einen nicht gerade unwichtigen Part in diesem politischen Katz-und Maus Spiel. Dabei gibt sie nicht nur eine Kostprobe ihres schauspielerischen Könnens, sondern zeigt sich auch optisch von ihrer absoluten Schokoladenseite, denn diese Frau war eine wirkliche Schönheit.

"Topas" zeigt auf eine starke und sehr eindrucksvolle Art und Weise einen tiefen Einblick in eine Zeit, in der die politische Spionage wohl auf ihrem Höhepunkt war. Vetrauen und Loyalität waren hier wohl recht selten anzutreffen, vielmehr musste man selbst in den eigenen Reihen extrem auf der Hut sein und durfte eigentlich keinem vertrauen. Gerade diese Seite des "Kalten Krieges" wurde hier besonders gut herausgearbeitet und sorgt so von der ersten bis zur letzten Minute für atemlose Spannung und ein äusserst spannendes Film-Vergnügen, das sich kein Freund von intelligenten Spionagefilmen entgehen lassen sollte.


Fazit:


"Topas" ist ein faszinierendes und sehr spannendes Beispiel dafür, wie fesselnd Agenten-Thriller sein können, wenn sie über eine intelligente Geschichte verfügen, die authentisch und realitätsnah umgesetzt wurde. Ausgezeichnete Darsteller, die durch ihre Leistungen die vorhandene Thematik besonders überzeugend zum Ausdruck bringen, tun so ihr Übriges dazu, dem Zuschauer einen packenden und fesselnden Film zu servieren, der keinerlei Langeweile beinhaltet und so bestens und kurzweilig zu unterhalten weß.


9/10

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