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 Betreff des Beitrags: Victim - Traue keinem Fremden (2011)
BeitragVerfasst: 15. Jun 2013, 14:51 
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Victim - Traue keinem Fremden
(The Victim)
mit Michael Biehn, Jennifer Blanc, Ryan Honey, Danielle Harris, Denny Kirkwood, Tanya Newbould, Dana Daurey, Alyssa Lobit, Samuel N. Benavides, Nidah Barber, Nicole Bilderback, Phoebe Price
Regie: Michael Biehn
Drehbuch: Michael Biehn / Reed Lackey
Kamera: Eric Curtis
Musik: Jeehun Hwang
keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Sheriff Harrison und Officer Cooger vergnügen sich mit Annie und Mary, zwei straffällig gewordenen Girls im Wald. Dafür müssen die beiden nicht wegen Prostitution ins Gefängnis. Beim Akt mit Mary verliert Harrison plötzlich die Kontrolle und tötet das junge Mädchen. Aus Angst, ihr würde das Gleiche zustoßen, flüchtet Annie ohne nachzudenken in die dunklen Tiefen des Waldes. Sie trifft auf Kyle, einen Einsiedler, der sie aufnimmt und beschützt. Doch als dann plötzlich der irre Sheriff mit seinem Kollegen vor der Tür steht, droht die Sache zu eskalieren...


Bei "Victim - Traue keinem Fremden" handelt es sich um die nunmehr zweite Regie-Arbeit von B-Movie Ikone Michael Biehn (Terminator) und nachdem sein Erstling "Shadowguard" ja nun ein waschechter Rohrkrepierer war, bekommt man es in vorliegendem Fall zumindest mit einem kleinen und fiesen Thriller zu tun. Sehenswert gestaltet sich "Victim" auf jeden Fall, auch wenn es sich lediglich um eine eher dünne Rahmenhandlung handelt, die nicht sonderlich viel Substanz erkennen lässt und deren Inhalt auch nicht sonderlich neu-oder innovativ erscheint. Legt man jedoch das Budget von gerade einmal geschätzten 800.000 $ zu Grunde und bedenkt, das Biehn das Werk fast im Alleingang innerhalb von nur 11 Tagen abgedreht hat, dann kann sich das Endergebnis doch durchaus sehen lassen. Natürlich mischt der alte Recke auch selbst aktiv mit in einem Szenario, das auf jeden Fall in atmosphärischer Hinsicht jederzeit zu überzeugen weiß, wohingegen sich die Dramaturgie der Ereignisse lediglich mäßig spannend gestaltet.

Das liegt hauptsächlich darin begründet, das die Ereignisse doch recht vorhersehbar daher kommen und auch die in einem Neben-Erzählstrang angeschnittene Thematik der verschwundenen Frauen keinen wirklichen Twist in die Story einbauen kann, der für sonderliche Überraschungsmomente sorgen würde. Zu deutlich zeichnet sich doch relativ frühzeitig eine klare Tendenz ab, in die das Geschehen tendiert und so ist dann auch das gewählte Ende nicht wirklich dazu angetan, den Zuschauer mit einem echten Aha-Effekt zurückzulassen. Manch einer mag an dieser Stelle sogar von einem offenen Ende sprechen das diverse Fragen nicht beantwortet, doch zu eindeutig suggeriert einem der letzte Dialog des Filmes, was es mit den verschwundenen Frauen auf sich hat. Apropos Dialoge, das Szenario bietet bei diesem Punkt nicht gerade hochwertige Kost, denn manch verbaler Schlagabtausch erscheint einem doch recht billig und manchmal sogar ein wenig dümmlich, jedoch handelt es sich hier meiner Meinung nach auch um den einzigen Punkt, den man wirklich negativ kritisieren kann. Ansonsten bekommt man nämlich zumindest solide Genre-Kost geboten, in der auch die Darsteller eine relativ gute Figur abgeben.

Michael Biehn agiert im Prinzip wie immer sehr routiniert und bietet einem auch rein optisch immer noch einen gut durchtrainierten Körperbau, was man insbesondere in einer kurzen Bettszene mit der hübschen Annie ( Ehefrau Jennifer Blanc-Biehn) begutachten kann. Schauspielerisch am besten weiß jedoch eben seine Ehefrau zu gefallen, die durchgehend einen authentischen-und sehr glaubwürdigen Eindruck hinterlässt. Die beiden straffälligen Cops sind leider viel zu selten im Bild zu sehen und treten erst in den letzten Minuten der mit gut 75 Minuten Netto-Laufzeit äußerst kurzen Geschichte so richtig in Erscheinung. Während Ryan Honey in der Rolle des sadistisch veranlagten Sheriffs sogar teils bösartige Züge erkennen lässt, fällt Denny Kirkwood als Officer Cooger doch eher durch recht abstruse und nicht ganz nachvollziehbare Handlungsweisen auf, die sich vor allem auf den Umgang mit Annie beziehen. So stellt sich das Schauspiel also insgesamt gesehen als ziemlich durchwachsen dar, reicht jedoch für die vorliegende Geschichte vollkommen aus und unterstreicht zudem so manches Klischee, ohne das man hier leider nicht ausgekommen ist.

Man sieht also, das "Victim - Traue keinem Fremden" mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu den Meisterwerken zu zählen ist, aber immerhin einen Genre-Vertreter darstellt, den man sich ohne Weiteres gut anschauen kann. Die Alterseinstufung halte ich jedoch für etwas zu hoch gegriffen, denn manch einer erwartet durch das rote FSK 18 Siegel sicherlich etliche blutige-und harte Passagen, die das Szenario aber bis auf eine kleine Passagen am Ende definitiv nicht zu bieten hat. Letztendlich handelt es sich also um einen netten, teils fiesen Thriller, der auf jeden Fall gute Unterhaltung für zwischendurch anbietet, so fern man die eigenen Erwartungen nicht in schwindelerregenden Höhen ansiedelt. Im Gegensatz zu Biehn's Erstling "Shadowguard" hat sich der bekannte B-Movie Darsteller jedenfalls um Lichtjahre verbessert, denn "Victim" bietet zumindest kurzweilige Thriller-Kost, mit der man auf keinen Fall seine Zeit verschwendet.


Fazit:


In nur 11 Tagen abgedreht ist "Victim - Traue keinem Fremden" ein wirklich sehenswertes Ergebnis, das zwar keinerlei spektakuläre Dinge beinhaltet, aber 75 Minuten solide Unterhaltung bietet. Teils gelungenes Schauspiel und eine insbesondere in atmosphärischer Hinsicht überzeugende Geschichte sollten auf jeden Fall dafür ausreichen, das man seine Zeit nicht sinnlos vergeudet.


6/10

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