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 Betreff des Beitrags: Virus Outbreak (2014)
BeitragVerfasst: 28. Mär 2014, 11:36 
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Virus Outbreak
(The Cure)
mit Gabriel Abreu, Gino Acevedo, David Allen, Antonia Prebble, John Bach, Daniel Lissing, Nathalie Boltt, John Chalmers, Luke Hawker, Allan Henry, Tony Hopkins, John Landreth, Stephen Lovatt, Gregor McLennan
Regie: David Gould
Drehbuch: David Gould
Kamera: David Paul
Musik: Daniel Sadowski
FSK 16
Neuseeland / USA / 2014

Beth ist eine engagierte junge Wissenschaftlerin und machte eine erschütternde Entdeckung: Die Pharmafirma, für die sie seit längerem arbeitet, hat tatsächlich ein Heilmittel gegen Krebs entdeckt - hält die Veröffentlichung aber zurück, um weiter ihr Geschäft mit Medikamenten für Chemotherapie machen zu können. Beth ist zutiefst erschüttert und entscheidet, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen: Sie will die Formel öffentlich machen, ahnt aber nicht, dass ihr Arbeitgeber ihr auf die Schliche gekommen ist: Die Jagd ist eröffnet.


Sehr oft sind es die eher unspektakulären Filme die beim Zuschauer den größten Eindruck hinterlassen und vorliegender "Virus Outbreak" ist auf jeden Fall in diese Kategorie einzuordnen. Dabei sollte man jedoch keinen Blockbuster in der Form wie "Outbreak - Lautlose Killer" erwarten, denn Regie-Neuling David Gould hat bei seinem ersten Spielfilm vielmehr auf eine extrem realistische Geschichte gesetzt, die man auch jederzeit durchaus auf das reale Leben ummünzen kann. Mit eher geringen Mitteln erzählt der gute Mann dabei eine Story, die einen von der ersten bis zur letzten Minute mit einem Höchstmaß an Spannung versorgt, aber insbesondere eine Thematik anspricht, die einmal mehr die Grenzen zwischen menschlichen Idealen und der reinen Profitgier in den Vordergrund rückt und dadurch ein erschreckend glaubwürdiges Szenario offenbart, das einem streckenweise eine echte Gänsehaut beschert. Im Focus des Ganzen steht dabei die junge Beth die ihren eigenen Vater an den Krebs verloren hat und aufgrund dessen ihr Leben der Forschung nach einem Heilmittel für diese furchtbare Krankheit gewidmet hat. die hervorragend agierende Antonia Prebble vermittelt einem dabei in der Rolle der jungen Frau nahezu ein Paradebeispiel eines Menschen voller Ideale und bringt diesen Aspekt zudem unglaublich authentisch rüber. Als böser Gegenpart steht dagegen der Chef einer Pharmafirma der aus reiner Profitgier ein längst gefundenes Heilmittel vor der Menschheit verbirgt, um weiterhin etliche Milliarden mit anderen Arzneimitteln zu verdienen, die aber letztendlich keine wirkliche Heilung garantieren.

Dieser Aspekt wird von Gould wirklich absolut sehenswert herausgearbeitet und die Erzählung der Ereignisse entfaltet ein Höchstmaß an Intensität, die der Zuschauer fast körperlich spüren kann. Es entfaltet sich eine ungeheuer beklemmende Grundstimmung die eigentlich weniger durch das Geschehen an sich, als vielmehr durch die Grund-Thematik des Filmes erzeugt wird. Damit wir uns an dieser Stelle nicht falsch verstehen, "Virus Outbreak" ist ein durchgehend spannender-und atmosphärischer Thriller, der seine absolute Stärke jedoch vielmehr in den sozialkritischen Aspekten seiner Erzählung findet, als das er durch übertriebene Action-Passagen ins Auge fallen würde. Gerade bei diesem Punkt muss man dem Regisseur ein riesiges Kompliment machen, denn die Ereignisse beinhalten durchaus actionreiche Momente, doch die ganze Chose wirkt zu keinem Zeitpunkt überladen, so das eben dieser unglaublich realistische Eindruck entstehen kann, den das Werk beim Betrachter hinterlässt. Ein weiteres Highlight sind sicherlich die eher unbekannten, dafür aber äußerst überzeugenden Darsteller, die ohne jegliche Theatralik agieren und so ihren Anteil am insgesamt hervorragenden Gesamteindruck tragen.

Gerade für die Hauptfigur Beth empfindet man dabei schon nach kurzer Zeit sehr viel Sympathie und ist geradezu beeindruckt von der idealistischen Einstellung der jungen Frau, die sich auch von den größten finanziellen Verlockungen nicht von ihrem Weg abbringen lässt. Dieser Punkt wird auch immer wieder durch etliche Dialog-Passagen unterlegt, in denen sich die Wissenschaftlerin mit ihrem Lebenspartner auseinandersetzen muss, der eher dem Ruf des Geldes folgen möchte und dabei einst gehegte Ideale vollkommen zur Seite schiebt. Manch einem mag die Geschichte eventuell sogar etwas zu dialoglastig erscheinen, doch Gould hat hier genau die richtige Mischung aus verbalen Diskussionen und einem erstklassigen Thriller gefunden, was letztendlich auch ganz bestimmt dafür verantwortlich ist, das man hier mit einem jederzeit überzeugendem Seh-Erlebnis konfrontiert wird, das keinerlei Wünsche offen lässt. Natürlich bleibt es dabei nicht ganz aus, das in der Person von Beth auch ein klein wenig an Helden-Pathos mitschwingt, doch erscheint einem ein solcher Aspekt in unzähligen anderen Filmen zumeist etwas störend-und übertrieben, so wurde hier genau das richtige Maß gefunden, um diese Seite extrem glaubwürdig zu gestalten. Der Spagat zwischen Menschlichkeit, Idealen und Profitgier ohne jegliche Skrupell ist absolut perfekt und so kann man dem Regisseur an dieser Stelle nur ein absolut erstklassiges Gesamtzeugnis ausstellen.

Letztendlich beinhaltet "Virus Outbreak" vielleicht nicht so viel Action wie sich manch ein Zuschauer gewünscht hätte, dafür glänzt das Werk durch eine nicht zu vermutende Ausgewogenheit und hinterlässt einen gänzlich stimmigen Gesamteindruck. Wie immer liegt das selbstverständlich im Auge des jeweiligen Betrachters, doch wer mehr Wert auf eine nachvollziehbare-und glaubwürdige Inszenierung legt anstatt mit übertriebener Action konfrontiert zu werden, kommt an diesem Werk keinesfalls vorbei. Denn hier werden sämtliche Facetten der menschlichen Emotionen beleuchtet, wobei die Unterschiede kaum besser in Szene gesetzt werden können. Gut gegen Böse, Menschlichkeit gegen reinen Profit, so lautet die Kernaussage dieses kleinen, aber sehr feinen Thrillers, der auch noch lange nach seiner Sichtung nachhaltig im Gedächtnis hängen bleibt und durchaus nachdenklich stimmt.


Fazit:


Ohne größere Erwartungen bin ich an diesen Film heran gegangen und wurde mit einer absolut faszinierenden Geschichte überrascht in der eventuell weitaus mehr Wahrheit steckt, als man eigentlich glauben möchte. Tolle Darsteller und eine Menge sozialkritische Aspekte sorgen für ein durchgehend spannendes Szenario, für das man ohne jegliche Bedenken eine dicke Empfehlung aussprechen kann.


8,5/10


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