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 Betreff des Beitrags: Paraphilia (2014)
BeitragVerfasst: 12. Aug 2014, 19:35 
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Originaltitel : Paraphilia
Produktionsland: Deutschland
Produktion: Grindhouse Family Filmworks, Black Lava Entertainment
Erscheinungsjahr: 2014
Regie: El Gore, Tom Heidenberg
Darsteller: Philip P., deine Mutter
Laufzeit : 14:03 Minuten
Freigabe : ungeprüft
Label : Black Lava Entertainment


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Story :

"Nekrophile sind ,wie die meisten Paraphilen, vorwiegend Männlich, erlangen Lust durch das begrapschen von Leichen,
Geschlechtsverkehr mit Leichen und durch verschiedene sexuelle Aktivitäten die Leichen einbeziehen"


Ein namenloser, junger Mann schleift in einer verlassenen Waldgegend eine Leiche
hinter sich her.
Der geschulterte Spaten lässt schon vermuten wo zu dieses Werkzeug dienen wird und was er mit der Leiche vor hat.

Er beginnt ein Loch zu graben, welches die letzte Ruhestätte für den Toten inmitten des Niemandsland werden soll.
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Mann durch diesen Akt versuchen ein Gewaltverbrechen zu vertuschen, welches er zu Verschulden hat.

Abrupt lässt er vom Graben ab, geht auf den leblosen Körper zu, fängt an ihr verwestes Gesicht zärtlich zu streicheln und entfernt behutsam etwas vom Plastiksack um den Kopf der Leiche.
Nachdem er den Kopf vorsichtig von Kunstoff und Klebeband befreit hat, beginnt der Namenlose genüsslich mit seinem Finger die Augenhöhle des Leichnams zu penetrieren.

Das dies erst der Anfang eines unmenschlichen Aktes ist, der die Ekelgrenze der meisten Zuschauer weit überschreiten wird, dürfte sich beim Filmtitel PARAPHILIA und der damit eingehenden Thematik schon erübrigen.



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Bewertung :

Schon bei seinem Debütfilm NECROPHILE PASSION von 2013 widmete sich der mysteriöse Underground Filmer Tom Heidenberg, der nebenbei noch Anhäger der "Church of Weed &Satan" zu sein scheint, dem kontroversem Thema der Nekrophilie.
Ein Jahr später wird in dem hier besprochenem Kurzfilm PARAPHILIA dieses Tabuthema erneut aufgegriffen.
Doch diesmal ist Tom nicht alleine und hat sich mit einem adäquaten Mitstreiter, nämlich El Gore von Grindhouse Family Filmworks (GHOULS NIGHT OUT, ISOLATION), zusammengetan.

Wer mit dem Debüt von Heidenberg und den Filmen von El Gore vertraut ist, kann sich also schon denken das es nicht zu Weit hergeholt ist, wenn ich behaupte das sich hier das neue Enfant terrible der deutschen Indieszenen gefunden hat.
Manch einer mag nun denken das PARAPHILIA so etwas wie eine Kurzfilm Remake Variante von NECROPHILE PASSION ist, doch dem ist nicht so.

PARAPHILIA ist eher der Nekrolog von NECROPHILE PASSION mit einem anderem Darsteller und auch sonst ist ein nicht ganz unerheblicher Unterschied zu vermerken.
Auch wenn NECROPHILE PASSION einige kontroverse, ekelerregende, blutige Szenen zu bieten hatte, spielte sich viel auf der
psychologischen Ebene ab und vieles blieb der Vorstellung des Betrachters überlassen.
PARAPHILIA geht hier einen Schritt weiter; in ausgewälzten, abstoßenden, blutigen Detailaufnahmen wird dem Zuschauer der Paraphile und die gleichnamige Neigung gezeigt.
Dabei wird aber nie der künstlerische Aspekt aus den Augen verloren, auch wenn der Fan jenseits der harten Filmkost dies vehement Verneinen wird.

Audiovisuell präsentiert sich hier ein Kurzfilm ,der in sich volkommen Rund ist, was der Symbiose der trostlosen, kalten Bilder im Einklang mit der subtilen Pianomusik zu verdanken ist.
Auch einen gewissen Arthauscharakter kann man PARAPHILIA nicht absprechen, was auch wiederum der Visualität zu verdanken ist und auch der Tatsache das es im kompletten Film kein einziges, gesprochenes Wort zu hören gibt.
Die gesamte Laufzeit über wirkt PARAPHILIA wie ein desolater, surrealer, abstoßender Fiebertraum.
Doch Tom Heidenberg hat ein Auge für das wesentlich und verliert selbst bei solch einem kontorversem, morbiden Thema nie die Ästhetik aus seinem Fokus.

Getragen wird dieses "Ein Mann plus Leiche" Kammerspiel von der überzeugende Darstellung von Philip P., der auch kein unbekanntes Gesicht ist.
Philip ist nämlich ein fester Bestandteil der Grindhouse Crew und hat auch schon in der GHOULS NIGHT OUT TRILOGIE vor der Kamera gestanden und auch in ISOLATION schon eine mehr als überzeugende Darstellung des degenerierten Killers abgeliefert.

Kamertechnisch gibt es hier nicht zu bemängeln und es wurden ruhige Töne angeschlagen; PARAPHILIA ist einfach so Intensiv das es keiner schnellen Schnitte oder großer Dynamik bedarf um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Man merkt das Tom und El Gore hier an einem Strang ziehen und es macht schon fast den Anschein als wären die beiden eineiige Zwillinge die am Hirn zusammengewachsen sind und sich die Ideen und Gedanken teilen.
Dies zeigt sich auch an der Tatsache, das sie hier als "Zwei-Mann-Armee" fast alles selbst in die begabten Hände nahmen.
Auf ihr gemeinsames Konto gehen hier der Schnitt, die Regie, das Script, die Kamera und die Special FX.
Die Spezialeffekte haben es auch wahrlich in sich und machen keine Gefangenen.
Die Leiche sieht nämlich täuschend Echt aus und so könnten auf dem Horrorsektor ungeschulte, böse Zungen glatt behaupten man hätte sich hier einer echten Leiche bedient.

In der kurzen Laufzeit von grade mal 14 Minuten schaffen die beiden Initiatoren von PARAPHILIA es einen Grad der Intensität zu erschaffen, an denen es den meisten Spielfilmen fehlt.
Fans von Horrorfilmen die sich vor einer kontroversen Thematik nicht scheuen, werden hier voll auf ihre Kosten kommen.
PARAPHILIA ist ein ekelerregender, morbider Genrebeitrag, der die Paraphilie in realistischen Bildern von seiner poetischen Seite zeigt!

9 von 10 Spaten

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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