Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Zombie Night (2003)
PostPosted: 20. Nov 2013, 19:10 
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Zombie Night
(Zombie Night)
mit Danny Ticknovich, Sandra Segovic, Dwayne Moniz, Steve Curtis, Andrea Ramolo, Deanna Wales, Johnny Cole, David Franklyn-Ratchford, Amber Lynn Francis, Lisa Franks, Jackie Brady, Lanny, Tara, Bessie Gian
Regie: David J. Francis
Drehbuch: Amber Lynn Francis / David J. Francis
Kamera: Keine Information
Musik: Kevin Eamon / Rich Hamelin / Dan Turcotte / Jeff Vidov
Keine Jugendfreigabe
Kanada / 2003

Eine Familie kommt von ihrem Urlaub zurück. Doch es ist nichts mehr so wie es war. Biologische Waffen scheinen jegliche noch lebende Kreatur zerstört und in einen Zombie verwandelt zu haben. Die Familie verbündet sich mit anderen Überlebenden und versucht, einen Ausweg aus dem Chaos zu finden. Als die Nacht hereinbricht, haben die Überlebenden mehr Angst vor sich selbst als vor dem Horror, der sie umgibt. Alles was sie tun können ist zu beten, dass es bald Tag wird...


In seinem Herstellungsland Kanada soll diese Low Budget Produktion angeblich einen gewissen Kultstatus haben, es wird teilweise sogar vom besten kanadischen Zombiefilm gesprochen, allein der Glaube daran fällt nach der Sichtung dieses Werkes doch ziemlich schwer. Denn automatisch stellt man sich als Zuschauer doch die Frage, ob die Ansprüche der kanadischen Fans so niedrig angesiedelt sind, das man diesen filmischen Bodensatz so hochjubelt. Nun bin ich ja eigentlich ein Fan solcher Independent-Filme, doch was einem hier präsentiert wird, ist an langeweile und purem Dilletantismus schwerlich zu überbieten. Auf die Rahmenhandlung dieses grottenschlechten Filmes braucht man gar nicht weiter eingehen, handelt es sich doch um ein typisches 08/15 Szenario, das man schon in so vielen anderen Zombiefilmen gesehen hat, der einzige Unterschied besteht lediglich darin, das die Umsetzung hier als vollkommen misslungen angesehen werden muss. Dabei weiss man gar nicht so genau, mit welchem der etlichen Defizite man eigentlich beginnen soll, doch kann man wohl getrost die fehlende bedrohliche Atmosphäre als größtes Manko ansehen, entsteht doch zu keiner Zeit die für einen solchen Film notwendige apokalyptische Grundstimmung, die noch nicht einmal ansatzweise zu erkennen ist.

So ist es dann auch so gut wie unmöglich, das sich so etwas wie ein konstanter Spannungsbogen aufbauen kann, denn viel zu belanglos und dröge plätschert das langweilige Geschehen so vor sich hin und bietet dabei keinerlei Höhepunkte, die für ein kurzweiliges Filmvergnügen sorgen könnten. Vielmehr wird der Betrachter mit absolut sinnbefreiten Dialogen und einer Darsteller-Riege konfrontiert, die wirklich jeder Beschreibung spottet. Das dargebotene Schauspiel kann man schon fast als Frechheit ansehen, denn selten hat man so hölzern agierende Schauspieler gesehen, deren Mimik und Ausdruck absolut gekünstelt und aufgesetzt erscheint. Nicht selten entsteht dabei der Eindruck, das die guten Leute ihre Texte von einem Zettel ablesen müssen und zudem noch unter einer Art Gesichtslähmung leiden, da der Ausdruck von Gefühlen ihnen anscheinend nicht bekannt ist. So ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich, das alle Akteure in jeder noch so gefährlichen Lage immer den gleichen stoischen Gesichtsausdruck besitzen, der nie auch nur die geringste Emotion preisgibt. Die sogenannten Darsteller erwecken so noch nicht einmal den Eindruck einer einigermaßen talentierten Laienspielgruppe, vielmehr scheinen einige Arbeitslose in eine ABM gesteckt worden zu sein, die von Tuten und Blasen nicht die geringste Ahnung haben, so das selbst die Bezeichnung "talentfreie Zonen" noch zu sehr geschönigt wäre und die gezeigten Leistungen nicht annähernd richtig beschreiben würde.

Dadurch kommt es dann auch dazu, das hier keinerlei Authenzität oder Glaubwürdigkeit der Ereignisse aufkommen kann, das ganze Szenario wirkt so furchtbar aufgesetzt und gekünstelt, das man als Zuschauer schon fast Gefallen an dem gezeigten Dilletantismus haben kann, der explizit zur Schau gestellt wird. Dieser bezieht sich fast schon selbstverständlich auch auf die Verhaltensweisen der Protagonisten, die in den meisten Fällen nicht unlogischer sein könnten. Dabei gibt es Phasen, in denen man sich die Haare raufen will, so skurril und hanebüchen erscheinen einige Handlungen die hier vollzogen werden. Das Traurige an der Sache ist lediglich, das man noch nicht einmal darüber lachen kann, denn die gesamte Geschichte hinterlässt vielmehr einen richtig peinlichen Eindruck. Regisseur David J. Francis sollte vielleicht einmal Überlegungen anstellen, das er den absolut falschen Beruf ergriffen hat, denn Regie zu führen, scheint nicht seine Stärke zu sein. Eigentlich so ziemlich jede deutsche Amateur-Produktion ist immer noch besser als dieser grausam schlechte Film, der die Bezeichnung Zombiefilm im Prinzip gar nicht verdient hat. Denn selbst bei einer solchen Produktion sollte etwas geboten werden, da man auch mit wenig Geld viel bewirken kann was man schon oft genug in ähnlichen Werken gesehen hat.

Wem purer Dilletantismus Freude bereitet, der könnte sogar Gefallen an diesem Film finden, der ansonsten aber den absoluten Bodensatz des Genres darstellt. Es passt überhaupt nichts zusammen und es gibt keinerlei Dinge, die man positiv hervorheben könnte. Letztendlich wird man gut 90 Minuten lang mit einer äusserst langatmigen und nichtssagenden Geschichte gequält, die zudem noch trotz eines großen Uncut-Schriftzuges auch noch gekürzt ist. Das ist aber gar nicht weiter schlimm, denn selbst einige härtere Szenen mehr können diesen Müll nicht besser machen, dessen positivstes Merkmal der Abspann ist, denn dieser erlöst den Zuschauer von seiner Pein.


Fazit:


Selbst hartgesottene Fans dürften bei diesem grausam schlechten Machwerk die größten Probleme haben, sich diesen Rotz bis zum bitteren Ende anzuschauen, denn wird doch außer jeder Menge Peinlichkeiten und jeder Menge Langeweile überhaupt nichts geboten, an dem man sich erfreuen konnte. Wie dieser Film in Kanada zu einem gewissen Kultstatus gelangen konnte, wird wohl immer eines der ungelösten Rätsel der Menschheit bleiben und interessiert ehrlich gesagt wohl auch keine Sau.


1,5/10

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