Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Musik-Mediabooks
BeitragVerfasst: 24. Aug 2013, 18:38 
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Nicht nur in der filmischen Welt werden Mediabooks zu Hauf produziert - mal mit größerem, mal mit geringerem Erfolg oder der Frage danach, ob es für diesen oder jenen Film wirklich ein Mediabook braucht. In den allermeisten Fällen handelt es sich bei den Veröffentlichungen um einen Buchteil mit jeweils Blu Ray und DVD, was für manch einen der Umkehrschluss zulässt, dass Mediabooks zwangsläufig 2 verschiedene Diskformate enthalten. Dem ist nicht so, denn eigentlich kommt es auf einen Medienteil und ein Buchteil an.

Aus diesem Grund gibt es auch im Audiobereich Mediabooks, was bei entsprechender Veröffentlichung auch Sinn macht, denn es sind meistens die Texte selbst, die in einem Booklet zu finden sind, und da ist es nur konsequent, wenn sich die Labels auch der Mediabook-Form bedienen, auch wenn es nur eine geringe Anzahl in den muskalischen Bereich geschafft hat.

Hier kann, wenn jeweils vorhanden, ein entsprechendes Mediabook vorgestellt werden. Die Form dafür überlasse ich aber demjenigen, der die entsprechende Veröffentlichung schreibt.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Arch Enemy - Khaos Legions
BeitragVerfasst: 24. Aug 2013, 19:21 
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Titel: Khaos Legions
Interpret: Arch Enemy
Besetzung: Angela Gossow (v), Michael Amott (g), Christopher Amott (g), Sharlee D'Angelo (b), Daniel Erlandsson (d)
Genre: Melodic Death Metal
Discs: 2 CDs
Trackanzahl: 14
Bonus: 4 Tracks
Seiten: 36
Label: Century Media
Erscheinungsjahr: 2011


Soundbeispiel:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Wertung CD-Teil:
An Stoff für die Arch Enemy Jünger ist hier mit 14 Tracks ausreichend viel Material vorhanden. Mit 1:30 ist das Intro der CD recht kurz gehalten und endet mit "They are the Khaos Legions". Es fügt sich aber nahtlos in den ersten Track ein, der in gewohnter Arch Enemy Marnier los prescht. Der Gesang ist für diejenigen, die noch nie mit Arch Enemy zu tun hatten, schwer zu verstehen. Allein schon, dass eine Frau ihrer Stimme sowas antun kann, mag da erstaunen. Anderen gefällt sowas. Wichtig an den Stücken sind hier die Melodielinien, die bereits beim ersten Track deutlich im Gedächtnis bleiben. Bloodstained Cross beginnt mit einem Double Bass Gewitter um erst kurz vor dem Mittelteil nur noch ein Bruchteil der Geschwindigkeit aufzuwarten. Der Refrain ist dann fast schon lieblich zu nennen, denn auf einmal ist tatsächlich eine Melodie da, die sich auch noch einprägen kann. Mit dem 4. Track erinneren sie spielerisch in Ansätzen sogar Machine Head mit dem eher trashig angehauchten Sound, den sie darbieten. Insgesamt gibt es hier aber auch ein paar Überraschungen, denn es finden sich insgesamt 3 Instrumentalstücke, die schon fast balladig angehaucht sind, wo ganz klar die Melodielinien der beiden Gitarristen im Vordergrund stehen. Cult of Chaos als Track X sei nochmals erwähnt, weil gerade hier die Zwiegespaltenheit der musikalischen Variabilität zum Ausdruck gebracht wird: Erst gibt es knallhartes Geknüppel, so dass manch einer bestimmt behaupten würde, dass das schon fast keine Musik mehr sei, und dann wird es auf einmal weich und sanft und melodiös, ohne dabei wirklich an Härte einzubüßen, und das ist schlicht und einfach gut.

Wertung Extra:
Als Extra gibt es eine zweite CD genannt "Covered in Khaos". Auf dieser sind 4 Cover-Songs enthalten. Kennt man das Original nicht, so könnte man glauben, dass die Songs ebenfalls von Arch Enemy sind, denn auch wenn "Kiss" dahinter steht, ist nicht mehr wirklich viel Kiss übrig geblieben. Das machen diese 4 Coversongs fast zu eigenen Songs, und genau deshalb passen sie auch auf eine Bonus-CD.

Wertung Buchteil:
Das Besondere an dieser Veröffentlichung ist aber die Tatsache, dass es wahrscheinlich eins der ersten Musikmediabooks ist. Dadurch ist die Veröffentlichung an sich ein Hingucker, denn in der Breite ist es genauso groß wie ein normales Film-Mediabook hoch ist. Ebenso überrascht seine Dicke, da es fast breiter als die Normvariante ist. Es gibt 34 Seiten im Innenteil, die extrem stabil zu sein scheinen. Labberiges Papier, welches verknicken könnte, sucht man hier vergebens. Die Klebung ist vierteilig absolut Sauber zwischen beide Trays für die CD-Halterung eingelassen (ähnlich wie bei SAW 1). Es sind sämtliche Texte sowie jeweils ein stilisiertes Bild jedes Bandmitglieds entahlten. Gesamtoptisch entsteht mit Cover und Innenteil ein fast apokalyptisches Endzeitszenario, sehr düster und passend zur enthaltenen Musik.

Gesamteindruck:
Eine der besten Veröffentlichungen von Century Media überhaupt - sowohl optisch als auch auditiv ein absolutes Highlight. Besser kann man eine Veröffentlichung kaum machen, und obwohl diese preislich ein klein wenig über einer normalen CD liegt, ist jeder Cent absolut lohnenswert, da in diesem Format 2011 bisher noch kein anderes Album erschienen ist. Die Gesamtwertung ergibt bei mir 10/10 Punkten. Von diesem Mediabook könnten sich was Verarbeitung und Qualität angeht auch so manche Filmlabels etwas abschneiden.

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 Betreff des Beitrags: Moonspell - Alpha Noir
BeitragVerfasst: 24. Aug 2013, 20:19 
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Titel: Alpha Noir
Interpret: Moonspell
Besetzung: Fernando Ribeiro (v), Ricardo Amorim (g), Pedro Paixão (g, k), Aires Pereira (b), Miguel Gaspar (d)
Genre: Dark Metal
Discs: 2 CDs
Trackanzahl: 9
Bonus: 8 Tracks
Seiten: 20
Label: Napalm Record
Erscheinungsjahr: 2012


Soundbeispiel:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Wertung CD-Teil:
Das ganz reguläre Album, welches hier vorliegt, ist Alpha Noir. Und es beginnt hier mit einem episch anmutenden Intro, bis das erste Stück los schmettert. Dabei hätte das Intro auch als eigentständiger Track für sich alleine stehen können. Darauf folgen die gewohnt dunklen aber auch härteren Klänge mit der Stimme von Fernando. Nicht übermäßig schnell aber in einem Einklang marschieren die Stücke dahin. Das zewite Stück mit Lickanthrope ist gleichzeitig auch die oben anhörbare Single-Veröffentlichung. Insgesamt gehen Moonspell hier aber etwas ruhiger zu Werke als es noch zu Night Eternal-Zeiten der Fall gewesen ist. Es wird mehr mit Sololinien gearbeitet und mit Sine Missione ist sogar ein reines Instrumental enthalten. Man darf deshalb hier keine Brachialgewalt erwarten, wie manch einer es vielleicht gerne hätte. Songtechnisch ist das insgesamt solide aber es fehlt der Ausreißer nach oben.

Wertung Extra:
Die Bonus-CD ist Omega White und ein komplettes Album. Gleich der Titeltrack hierbei ist fast schon poppig gehalten und hat weniger mit Dark Metal zu tun, als Alpha Noir. Daher wirkt das Album fast so wie zu SIN/Pecado-Zeiten, wo wirklich fast ein Pop-Rock-Album produziert worden wäre. Auch hier gibt es mit Fireseason einen Song mit richtigem Gesang, ohne Geschrei und eigentlich radiotauglich. Auch New Tears Eve ist ein Pop-Song und so etwas würde man auf einer normalen Moonspell-Platte nicht erwarten. Man denkt zwar, dass es wieder dunkler und metalliger wird, aber man irrt, denn es bleibt im allgemeinen Rocksumpf. Das letzte Stück kann mit seinen progressiven 7 min. 30 s. allerdings überraschen. Vom Titel her passt dieses Album und es ist absolut nicht schlecht, aber man würde es eher von einer Band wie Tiamat und nicht von Moonspell erwarten.

Wertung Buchteil:
Kommen wir nun zur Veröffentlichung an sich. Denn das ist hier schon mal was anderes. Das Mediabook lässt sich von beiden Seiten her aufklappen. Beginnt man mit dem ersten Cover, so erscheint das Album Alpha Noir, links im Tray die CD und anschließend die Texte sowie die Abwandlungen der Bilder des Frontcovers. Dreht man das Mediabook um und blättert auch wieder links herum auf, so erhält man hinter dem eigentlich dunkleren Cover Omega White, auch hier mit entsprechenden Texten sowie Abwandlungen des Titelcovers. Hinter dem durchsichtigen Tray finden sich Greetings und Credits, leider beide in einer Richtung bedruckt. Es wäre etwas besser gewesen, wenn sich dort entsprechend der Ansicht des Covers verhalten worden wäre.

Gesamteindruck:
Komplett gibt es hier einen sehr guten wenn auch nicht phänomenalen Eindruck. Ein Album von zwei Seiten mit jeweils zwei Teilen zu machen ist gut und auch, dass das klanglich hellere Album mit dem helleren Titel dunkler optisch dargestellt ist (und entsprechend umgekehrt) ist sehr gut umgesetzt. Nachteilig wirken sich hier zum einen die nicht gedrehte Schrift aus, denn das trübt marginal den Gesamteindruck. Außerdem wäre es noch perfekter gewesen, wenn jeweils auf dem Cover der entsprechende Albumname auch auftauchen würde. Diese sind jedoch nur auf der ersten Textseite sowie auf dem Schuber für außen herum zu finden. Klanglich ist Alpha Noir Moonspell wie man sie kennt und Omega White so wie sie auch sein können. Das ist löblich, dass sie das auch zeigen, aber wenn man Moonspell hören möchte, erwartet man auch Moonspell. Klar kann sich eine Band weiter entwickeln und nichts liegt ferner als nur so zu klingen, wie zu Beginn der Karriere. Allerdings darf man dabei immer nicht vergessen, wofür eine Band auch steht, und das ist bei Moonspell mit Sicherheit nicht alternative Rockmusik. Als Wertung bleiben aufgrund des Gesamtkunstwerks aber dennoch 08/10 Punkten stehen, denn es kommt schließlich auf das Gesamtpaket an und nicht auf die einzelnen Alben.

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 Betreff des Beitrags: Machine Head – Bloodstone & Diamonds
BeitragVerfasst: 9. Nov 2014, 19:02 
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Titel: Bloodstone & Diamonds
Interpret: Machine Head
Besetzung: Robert Flynn (v, g), Phil Demmel (g), Jared MacEachern (b), Dave McClain (d)
Genre: Trash
Discs: 1 CD
Trackanzahl: 12
Bonus: keine
Seiten: 50
Label: Nuclear Blast
Erscheinungsjahr: 2014


Soundbeispiel:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Wertung CD-Teil:
Ein Machine Head Album wie es kennt, was teilweise mit Brachialgewalt, wie es zuletzt nicht der Fall gewesen war, los prescht. Es beginnt allerdings so ganz ungewohnt mit fast dezenten Streichern im ersten Track, bis es dann wie bekannt ordentlich zur Sache geht. Die Musik ist dabei von Gitarren dominiert, wie man es auch von Machine Head erwarten kann. Unterbrochen wird es jeweils vom Pre-Chorus, der auch wieder von Streichern unterlegt ist. Das ist neu im Vergleich zu anderen Alben. "Killers & Kings" geht hingegen gleich vom Start weg zur Sache und erinnert vom Shouting der Backrounds fast an die ein oder andere Hardcoreband. "Ghosts will haunt my bones" wirkt fast elektronisch mit der Melodie im Hintergrund. Erst nach ein paar Sekunden findet sich wieder der gewohnte Machine Head Teil, der abermals von der Melodie in der Strophe abgelöst wird. Dem Fan der ersten Stunde wird ein solcher Track nicht gefallen, da er durchaus differenzierter ist, als Songs vom Stile wie "Old". Auch der Gesang ist durchaus anders, teilweise hoch, teilweise gebrüllt aber das macht diesen Track so interessant und so neu.

"Knight of long Knives" ist auch im Vergleich zu früheren Tracks einfach anders. Allein das Schlagzeug dominierte Anfangsriff kennt man so nicht. "Sail into the Black" ist mein Lieblingstrack aus diesem Album, denn es ist düster, und bringt eine ganz andere Stimmung als die anderen Songs mit sich. Auch das wird einem Burn-My-Eyes-Fan nicht gefallen. Es erinnert in Anteilen allerdings an "The Burning Red". Große Stärke hier ist das Klavier, was man hier mit in den Song integriert hat. Mit gut 9:00 ist es außerdem der längste Track des Albums. Erst spät kommt der Machine Head Stil wieder durch. Abgerundet wird das Stück durch ein fast klassisch anmutendes Solo. Etwas ganz ungewöhnliches ist außerdem "Imaginal Cells", bei welchem ein Text zu eienr Melodie erzählt wird. Wirklichen Lead-Gesang gibt es hier nicht. Trotzdem gefällt mir dieses Lied.

Ab hier kürze ich das jetzt ab, denn sonst ufert der Beitrag aus. Musikalisch ist aus meiner Sicht hinter "The Blackening" das zweitbeste Machine Head Album überhaupt. Das hat aber nunmal nichts mehr mit "Burn My Eyes" zu tun, und wer tatsächlich glaubt, dass eine Band nach Jahren der musikalischen Entwicklung und diversen Umbesetzungen irgendwann noch mal so klingt, wie es zu Beginn der Karriere der Fall war, dem muss man einfach sagen, dass sich jede Band weiterentwickelt und die wenigsten Musiker einen Stillstand in ihrer Band haben wollen. Aus meiner Sicht ist es ein fast perfektes Album. Punkt.

Wertung Extra:
Extras gibt es hier nicht. Keine Bonus-Tracks, keine zusätzliche DVD oder CD.

Wertung Buchteil:
Der Buchteil besteht aus 50 (!) Seiten, welche absolut fest mit dem Rücken verklebt sind. Da wackelt nichts und es besteht auch nicht die Gefahr, dass was raus fällt. Alle Seiten sind fast wie im Stil von Hexenschriften gehalten. Auch farblich ist es eher an ein altes Buch erinnernt. 10 Doppelseiten gehen dabei für den Liedtext drauf. Daneben bekommt jeder Musiker eine Extra-Doppelseite mit Bild und kurzen Informationen bzw. Greetings. Außerdem gibt es ein paar Seiten zu den Beteiligten bei diesem Album.

Gesamteindruck:
Wie ich schon sagte, ist dies für mich das zweitbeste Machine Head Album. Von seiner Aufmachung her ist es ein Digibook mit 50 Seiten, bei welchem sich jedes Film-Mediabook eine große Scheibe in Sachen Verarbeitung und Aufmachung abschneiden kann. Die Größe entspricht einer DVD in ihrer Höhe, kommt also einem Kino-Kontrovers-Mediabook gleich, wenn auch dieses Buch hier eine wesentlich größere Seitenanzahl zu bieten hat. Natürlich ist hier hauptsächlich der Liedtext enthalten, denn so soll es ja auch sein. Die CD ist in eine Art Tasche zu stecken. Diese habe ich beim Umfang nicht mitgezählt. Eine Bonusdisc wäre schön gewesen, ist aber nicht immer notwendig. Für einen momentanen Verkaufspreis von 12,99 € wird man aber mehr als bedient, und man kann nur hoffen, dass es mehrere Labels genauso machen, denn besser und interessanter kann ein neues Album momentan aus jeglichem Belang her nicht präsentiert werden. Insgesamt ist das Album für alle Freunde der neueren Trash-Musik zu empfehlen. Für alle die ein neues "Burn My Eyes" erwarten, können diese Veröffentlichung wie wahrscheinlich auch die zukünftigen dieser Band getrost liegen lassen und sich anderen musikalischen Ergüssen hingeben. So, fertig.

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 Betreff des Beitrags: Moonsepll – Extinct
BeitragVerfasst: 27. Jul 2015, 21:48 
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Titel: Extinct
Interpret: Moonspell
Besetzung: Fernando Ribeiro (v), Ricardo Amorim (g), Pedro Paixão (g, k), Aires Pereira (b), Miguel Gaspar (d)
Genre: Dark Metal
Discs: 1 CD 1 DVD
Trackanzahl: 14
Bonus: 4 Tracks + DVD
Seiten: 15
Label: Nuclear Blast
Erscheinungsjahr: 2014


Soundbeispiel:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Wertung CD-Teil:
Dies ist der neue Streich aus dem Hause Moonspell, den Vorzeige-Dark-Metallern aus Portugal. Und tatsächlich fühlt man sich gleich beim Hören zu Hause. Gerade der Titeltrack lässt einiges auf die gewohnte neue Härte der Band hoffen, wie sie eigentlich seit "Night Eternal" wieder vorhanden war und auf "Alpha Noir" seine Fortsetzung fand. Dabei gibt es hier aber nicht nur "Gekloppe" sondern gerade in Refrains wird teilweise echt gesungen, so dass man sich fast an "SIN/Pecado"-Zeiten erinnert fühlt. Ebenfalls zu dieser Zeit passt, dass gerade wieder die Keybordsounds in den Vordergrund treten, was gleich zu Beginn des Albums mit "Breathe (Until we are no more)" deutlich wird. Dabei hat man dann die Hoffnung, dass das richtig los kracht. Leider fällt der Song gerade in der Strophe wieder in seichtere Gefilde, was den Text zwar verständlich macht, der Band aber ihrer Härte beraubt. Im Refrain wird es wieder heftiger, obwohl hier wieder die Keybordsounds deutlicher in den Vordergrund treten.

"Medusalem" ist dagegen fast schon ein astreiner Rocksong, der mit orientalischen Klängen für Moonspell sehr exotisch beginnt. Durch das Keybord gewinnt der Song fast wie bei den "Symphonikern" wie Nightwish oder ähnlichen an Atmosphäre und ist durchaus anders, als man es bisher von Moonspell gewohnt war. Auch der Gesang ist in Ansätzen sehr sanft gehalten. "Dominia" beginnt ebenfalls atmosphärisch und ist eigentlich eine Ballade. Wunderbare Melodielinien fügen sich in das Songkonstrukt ein, ohne, dass der Song "schnulzig" klingen würde, wie es bei "Magdalene" der Fall war. "The Future is Dark" setzt da noch einen drauf, denn dieser Song ist noch ruhiger und arbeitet noch mehr mit Raumklang. Verzerrte Gitarren sind hier nur ganz reduziert im Einsatz, weshalb auch dieser Song vergleichsweise ruhig daherkommt, ohne weniger nach Moonspell zu klingen.

"The Last of Us" arbeitet auch mit einer sehr markanten Melodielinie, die sich gleich im Ohr fest setzt. Dabei ist dieser Song nicht überhart, sondern er versucht ebenfalls durch eingängige Melodien zu überzeugen und das schafft er eindeutig. "Malignia" beginnt ebenfalls wieder Keybord-lastig und damit eher seichter, als man das zuletzt gewohnt war. Selbst Streicher sind hier im Hintergrund vorhanden. Damit schaffen Moonspell aber dennoch eine düstere teilweise auch leicht keltische Atmosphäre. Auch "A Dying Breed" hat solche Anflüge. Das verschwindet im Verlauf des Songs zusehends, da die Streicher in den Hintergrund rücken. Die Gitarren klingen aber gerade was die Strophe angeht mir ein wenig zu dünn.

Der Reihe nach könnte ich jetzt jeden Song durchgehen, aber jeder sollte sich selbst einen Höreindruck verschaffen. Einzig "La Baphomette" möchte ich noch erwähnen, da es hauptsächlich aus Elementen der klassischen Musik mit Klavier, Streichern und sogar Bläsern zu bestehen scheint. Sogar eine Art Chor ist durch den Backroundgesang vorhanden. Dies ist aus meiner Sicht der ungewöhnlichste Song des gesamten Albums und rundet dies zu einem Gesamtkunstwerk ab. Moonspellfans von Beginn an werden diesen Longplayer ohne Bonussongs wahrscheinlich eher nicht mögen, denn es klingt nunmal nicht mehr nach "Wolfsheart" oder "Irreligious". Dennoch ist es eindeutig Moonspell wenn auch im Vergleich recht "weichgespühlt".

Wertung Extras:
Als Extra hier ist eine DVD mit der Dokumentation "Road To Extinction Documentary" vorhanden. Hier wird in 84 Minuten der grobe Aufnahmeprozess für das Album gezeigt. Außerdem kommen die Musiker selbst zu Wort. Zum Abschluss gibt es auch noch ein paar Bilder der Bühnenshow. Für mich als Musiker durchaus interessant, kann der normale Hörer wahrscheinlich auf dieses Extra verzichten.

Weiter finden sich 4 weitere Bonus-Tracks. Den Start hierbei macht das 7 Minuten starke "Until we are no less". Und dieser Track ist sehr schön dunkel und vergleichsweise heftig im Unterschied zum restlichen Album ausgefallen. Und mit seiner Länge ist er natürlich kein einfach aufzunehmendes Stück. Er kommt aber im Gesamtbild auch nicht an heftigere Songs von den Portugiesen heran. Manko ist außerdem, dass sich der Text hier nur auf wenige Zeilen beschränkt. Das hätte man bei 7 Minuten auch anders lösen können. "Doomina" ist eine Abwandlung des normalen "Somina" auf dem Album. Gefällt mir aber nicht so gut, da es hier eigentlich in 5 1/2 Minuten folklorisch zugeht. Das ist auch kein schlechter Song in dieser Variante, aber ich möchte weniger seichte Songs haben, und dieser ist hier sehr weich. Das kann man hören, aber man erwartet einfach, dass es mal richtig knallt. "The Last of Them" entspricht dem "The Last of Us" in der regulären Version. Lediglich die Geschwindigkeit des Songs ist etwas herabgesetzt. Der Unterschied beträgt zwischen 10-20 Beats und es ist einfach Geschmackssache welche Version einem besser gefällt. Die Songs sind textlich identisch. Auch "The Past is Darker" ist eine Abwandlung von einem Song, der bereits auf dem Album ist. Hier ist der Song etwas ruhiger gehalten. Er wirkt außerdem durch die alleine stehende Base Drum und den einsetzenden Schlag elektronischer als das "The Future is Dark" in der regulären Version, die mir hier um einiges besser gefällt.

Wertung Buchteil:
Man spricht ja hier mal wieder von einem Mediabook, wie man es aus der DVD-/Blu Ray-Welt zu Hauf kennt. Allerdings ist das Format nicht wie bei "Bloodstone & Diamounds" von Machine Head oder "Khaos Legions" von Arch Enemy in DVD-Größe sondern es entspricht wie bereits dem Vorgänger "Alpha Noir" einer CD-Größe. Auf eine Hülle hat man allerdings dieses Mal verzichtet. Inhaltlich ist es identisch, denn es gibt den Text zu den Liedern. Das Booklet ist dabei auf der Rückseite eingeklebt, so dass man hier auf 15 Seiten kommt.
Hinter den Trays findet man das Motiv der einzelnen Disc. Leider ergibt das aufgeklappt kein Gesamtbild sondern jedes steht für sich.

Gesamteindruck:
Der Preisunterschied zwischen normaler Version und limitiertem Mediabook beträgt gerade mal 2 €. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass sich ein Kauf durchaus lohnt, wenn man Moonspell-Fan ist. Und auch hier gilt: Nein, dass ist natürlich kein neues "Irreligious" und auch kein neues "Wolfsheart". Auch kein neues "The Antidote" oder "Memorials". Es klingt ein wenig wie "Alpha Noir" aber dann doch wieder anders. Aber ich will auch kein neues altes Album, denn das hab ich schon. Und ein Album zweimal kaufen wäre Unsinn. Deshalb ist es gut, wenn Bands sich weiter entwickeln und das tun Moonspell auch nach 22 Jahren noch. Und das ist aller Ehren wert. Durchaus Dark Metal aber wiederum anders, hier nunmal eingängiger und etwas weniger sperrisch schaffen die Portugiesen es hier absolut zu überzeugen. Mir wäre ein wenig mehr "Härte" zwar lieber, dennoch halte ich dieses Werk für ein grandioses Album, was zwar nicht zu 100% meinen Erwartungen entspricht, ich dennoch guten Gewissens aber weiter empfehlen kann. 09/10!

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 Betreff des Beitrags: Leaves' Eyes – Meredead
BeitragVerfasst: 10. Aug 2015, 21:16 
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Titel: Meredead
Interpret: Leaves' Eyes
Besetzung: Liv Kristine (v), Alexander Krull (v), Pete Streit (g), Torsten Bauer (g, b), Joris Nijenhuis (d)
Genre: Symphonic Metal
Discs: 1 CD 1 DVD
Trackanzahl: 13
Bonus: 1 Track + DVD
Seiten: 20
Label: Napalm Records
Erscheinungsjahr: 2011


Soundbeispiel:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Wertung CD-Teil:
Die Musik hier entspricht der momentanen Vorstellung von "Symphonic Metal". Lost geht es mit "Spirits' Masquerade" mit einem Chorgesang, der dann in Dudelsackklänge mündet, die wiederum von heftigen Rhythmen abgelöst werden. Dominierend hierbei ist zum einen der Marschrhythmus der Instrumente sowie auch der weiche Soprangesang von Liv Kristine, der sich über das gesamte Album oberhalb der musikalischen Untermalung findet und sich so wunderbar von den Instrumenten abhebt. "Etain" ist ein eher ungewöhnliches Stück, denn es ist in norwegisch eingesungen, was dem Stück etwas Besonderes verleiht. Man versteht natürlich kein einziges Wort, aber durch die Musik wird trotzdem eine Botschaft transportiert. Auch hier sind mittelalterliche Klänge mit enthalten. Im folgenden "Velvet Heart" könnte man fast glauben, dass man sich in einem Popsong befindet, denn das Göckenspiel am Anfang suggeriert seichte Kost. Das ist dieses Stück bestimmt nicht, aber von der Wiedererknnung der Melodie kommt es einem Popsong schon gleich. Mit "Krakevisa" ist auch ein norwegisches Traditional enthalten, welches sich ebenfalls in die mittelalterlichen Klänge einfügt. Das bekannteste Stück hier ist sicherlich die Coverversion von Mike Oldfields "To France", was fast jedem der spätestens ab den 90ern Musik gehört hat, ein Begriff sein sollte. Insgesamt besser gelungen als die Version von "Blind Guardian", aber nicht ganz so meins.

Der Titelsong beginnt mit einem exzellenten Gesang in der Heimatsprache der Sängerin. Insgesamt ist dieses Stück sehr dunkel gehalten ohne dabei in die Gothic oder Dark-Metal-Schiene abzudriften. Der gesamte Höreindruck richtet sich hier klar auf mittelalterliche Klänge mit "altertümlichen" Instrumenten aus, der immer und immer wieder von der Sängerin dominiert wird, ohne dabei in Eintönigkeit oder Langeweile zu verfallen. Gerade was stimmlich mit den Chorgesängen geleistet wurde, verleiht dem Album hier ein exzellentes Ambiente, wovon sich man andere Band was abschneiden könnte. Krull selbst singt recht wenig, und das ist aus meiner Sicht auch gut so, denn dadurch würde er die Atmosphäre, welche sich beim Hören einstellt, zerstören, und das würde der Musik von Leaves' Eyes nicht gut tun.

Wertung Extras:
Die Extras beschränken sich auf einen Bonus Track in Form von "Sorhleod", der mit 5:03 min. nun nicht gerade üppig ausgefallen ist, aber dennoch zu gefallen weiß. Im Booklet gibt es dazu auch einen Text abgedruckt, was wiederum sehr gut ist. Auch dieser Text ist in norwegisch verfasst worden, was beim Hören immer ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Sein Härtegrad bewegt sich eher im Mittelfeld. Durch seine Melodien ist er aber eher zu den geringfügig ruhigeren Tracks zu zählen.

Wertung Buchteil:
Mit 20 Seiten ist der Buchteil jetzt nicht ausufernd sondern genau richtig dimensioniert, denn man findet hier die Texte des gesamten Albums inklusive Bonustrack. Das äußere Design findet übrigens im Inneren seine Fortsetzung.

Gesamteindruck:
Aufgrund der Schwemme an Bands, bei denen eine Frau am Mikrofon ist, wo eher symphonisch-härtere Klänge dominieren, bin ich von dieser Musikrichtung eigentlich abgekommen. Wo Nightwish anfangs mal einen guten Ansatz hatten, der sich spätestens mit dem Rausschmiss von Tarja Turunen erledigt hatte, und wo Within Temptation, Xandria, Epica und wie sie alle heißen im Einheitsbrei untergehen, setzen sich Leaves' Eyes genauso wie Lacuna Coil ab. Nur wenn man streng genommen das Genre verlässt, wird man fündig was prägnante Bands mit Frauen am Mikrofon betrifft.
Mit "Meredead" haben Leaves' Eyes alles richtig gemacht, ohne dabei an Härte oder Musikalität zu verlieren. Man muss dabei dieses Album nicht im Mediabook bewundern, aber gerade das Cover kommt dadurch deutlich besser hervor, als das im normalen Case der Fall wäre. Für mich eines der optisch und inhaltlich gelungendsten Alben im Bereich Symphonic Metal und längst vorbei an der ehemaligen Genregröße Nightwish. Für die Höchstpunktzahl fehlt mir irgendwie noch das Quentchen "musikalische Besonderheit". Deshalb gibt es "nur" 09/10.

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