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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Dornröschen (2004)
BeitragVerfasst: 17. Mär 2014, 09:33 
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Produktionsland: Deutschland
Produktion: Stadtlohner Filmteam
Erscheinungsjahr: 2004
Regie: Jochen Taubert
Drehbuch: Volker Trachternach
Kamera: Andre Graffe, Jochen Taubert
Schnitt: Jochen Taubert
Spezialeffekte: Nicole Klein, Volker Trachternach
Budget: 1000 - 3000 € (geschätzt)
Musik: Unbekannt
Länge: 82:12
Freigabe: Ungeprüft
Darsteller: Jochen Taubert, Frank Reglinski, Jürgen Drews, Ramona Drews, Sonja Seemüller, Erwin Feldkamp, Stefan Assing, Christoph Krappe, Elischeba Wilde

Inhalt:
Die junge Brigitte, träumt seit ihrer Kindheit davon, den Prinzen Dornröschen, von dem ihre Mutter ihr so oft vorgelesen hat, zu finden und ihn wach zu küssen, um mit ihm für immer glücklich zu werden. Die gleichnamige Agentur hilft ihr als erwachsene Frau dabei und zusammen mit ihrem Freund finden die beiden Dornröschen bald in einer alten Kirche liegend. Nachdem sie ihn wach küsst, muss sie feststellen, dass der Prinz in Wirklichkeit ein Vampir ist und Dornröschen gar nicht sein Name, sondern der, der letzten Prinzessin ist, mit der zusammen war. Sein wirklicher Name ist Dark Sun und sein Ziel ist es, eine Armee von Vampiren zu erschaffen, doch der Vampir Alucard will als einziger Vampirfürst herrschen und so beginnt bald ein Kampf zwischen den beiden.


Review:

Wer kennt sie nicht, die Märchen aus der Kindheit. Was gab es da nicht alles. Rotkäppchen, Hänsel & Gretel oder auch Dornröschen. Jochen Taubert, einer der vielleicht umstrittensten Amateurfilmer, machte sich 2004 daran, seine ganz eigene Version des Märchens Dornröschen zu verfilmen, doch kann das, was dabei heraus gekommen ist überzeugen?

Die junge Brigitte, träumt seit ihrer Kindheit davon, den Prinzen Dornröschen, von dem ihre Mutter ihr so oft vorgelesen hat, zu finden und ihn wach zu küssen, um mit ihm für immer glücklich zu werden. Die gleichnamige Agentur hilft ihr als erwachsene Frau dabei und zusammen mit ihrem Freund finden die beiden Dornröschen bald in einer alten Kirche liegend. Nachdem sie ihn wach küsst, muss sie feststellen, dass der Prinz in Wirklichkeit ein Vampir ist und Dornröschen gar nicht sein Name, sondern der, der letzten Prinzessin ist, mit der zusammen war. Sein wirklicher Name ist Dark Sun und sein Ziel ist es, eine Armee von Vampiren zu erschaffen, doch der Vampir Alucard will als einziger Vampirfürst herrschen und so beginnt bald ein Kampf zwischen den beiden.

Die Geschichte hört sich zunächst gar nicht einmal so schlecht an und es hätte auch wirklich toll werden können, aber was einen hier erwartet ist leider alles andere als das. Die Story wird zunächst sehr schnell vorangetrieben und nach wenigen Minuten finden die beiden Dark Sun, nachdem dieser dann aber erweckt ist, dümpelt das Ganze irgendwie nur so vor sich hin. Spannung, Fehlanzeige. Der rote Faden reißt nach wenigen Minuten ab und wird nie wieder gefunden. Man fragt sich immer wieder worauf der Film denn nun hinaus will. Nach einer viel zu langen Partyszene, die darüber hinaus eher mit nackten Tatsachen überzeugen kann, als mit Unterhaltung, kommt es zum Showdown, der dann immerhin wieder ein wenig punkten kann.

Doch gut wir haben es mit einem Amateurfilm zu tun und da kann man schon mal ein oder besser gesagt gleich beide Augen zu drücken, wenn denn der Rest stimmt, doch auch hier gibt es leider nicht allzu viel gutes zu entdecken. Die Musik ist hier noch das Beste von allem, denn der rockige Sound passt hervorragend und wurde sehr gut ausgewählt. Das sind dann auch die wahren Lichtblicke zwischen all dem anderen, was man hier sonst vor findet. Die Schauspieler agieren, wie zu erwarten war, auf niedrigstem Niveau und besonders Brigitte und ihr Kumpel aus der Agentur dürften für viele dermaßen schlecht spielen, dass sie bereits nach wenigen Minuten das Handtuch werfen müssen. Die Charaktere an sich sind immerhin sehr einfallsreich. Eine Nonne die einen Baseball Schläger dabei hat, hat man sicherlich noch nicht allzu oft gesehen. Die Witze die hier vorkommen bringen einen eher zum heulen, weil sie so dermaßen platt sind, dass man eigentlich eher den Kopf schütteln will. Ein einziger Witz hat mich dann doch positiv überrascht und da es ohnehin wenige Leute geben dürfte, die den Film schauen wollen, werde ich diesen hier kurz erläutern. Die Nonne klingelt an einer Haustür und fragt, ob es eine Spende für das Kinderheim gäbe und die Frau gibt ihr direkt ihre zwei Kinder mit. Schwarzer Humor wie er sein darf.

Aber was dann dem ganzen noch den Todesstoß versetzt, sind die lächerlichen Effekte. Ein Amateurfilm ist doch meistens dafür da, mit blutigen Argumenten nur so um sich zu werfen, aber hier erwartet einen eher ein wahres Trauerspiel. Von Splatter ist hier weit und breit nichts zu finden und spätestens wenn Taubert die Cenobiten aus dem Schrank holt, dann wird der begeisterte Horrorfan und Gorehound wohl einfach nur noch schreien, da diese dermaßen lächerlich präsentiert werden, dass einem das Herz blutet. So etwas geht absolut nicht und schon gar nicht auf so lächerliche Art und Weise.

Fazit: Dornröschen ist plump, langatmig, bietet keinerlei Schauwerte und kann auf minimalste Weise unterhalten. Dieser Film unterhält wohl nur alle, die auf platte Sexwitze und nackte Tatsachen stehen und die mit dem Humor von Taubert etwas anfangen können. Alle anderen, die Amateurfilme lieben, dürften mit den Werken von Rohnstock, El Gore und Co. deutlich besser beraten sein. Besonders auf Grund der an sich interessanten Story wirklich schade.

Zur Veröffentlichung: Das neue Indielabel MTM hat dem Film eine neue Veröffentlichung als erstes Release spendiert. Obwohl der Film unterirdisch ist, kann die Veröffentlichung überzeugen. Das Bild ist für einen solch billig produzierten Film sehr gut, der Ton ist auch immer sehr gut verständlich. Neben einem Trailer gibt es noch ein 5 minütiges Making-Of. Das ganze ist in einer kleinen Hartbox, welche auf 66 Stück limitiert ist, zu erwerben. Eine Amaray wird demnächst folgen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dornröschen (2004)
BeitragVerfasst: 13. Nov 2014, 19:48 
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Zwar schon ein wenig älter...

Zur Abwechslung verfasse ich die Einleitung mal, bevor ich mir den Film angesehen habe. Ich glaube, das kann man bei einem Taubert-Film schon einmal machen.

Ich denke es gibt kaum einen anderen Filmemacher aus Deutschland, der den gemeinen Internetmob mehr polarisiert wie Jochen Taubert. Einige werden sagen, ihn Filmemacher zu nennen, wäre schon eine Beleidigung für jeden „richtigen“ Regisseur. Sieht man sich bei der ofdb seine Filmografie findet man dort 18 Filme (Kurzfilme mal ausgenommen). Schon beachtlich für einen doch so untalentierten Regisseur. Beachtlich ist dann auch, das er es für fast jeden seiner Filme einen Vertrieb gefunden hat und in seinen Werken auch bekannte Gesichter aus Funk und Fernsehen. Irgendwas muss doch gut sein an seinen Filmen. Glaubt man den unzähligen Reviews, die sich auf das gesamte Internet verteilen, eher nicht. Ich persönlich, habe nur versucht das Piratenmassaker zu sehen und der war, sagen wir es mal vorsichtig, scheiße. Einer der ganz, ganz, ganz wenigen Filme, den ich bei bestem Willen, nicht zu Ende schauen konnte. Aber nun gebe ich erst einmal dem Dornröschen eine Chance....

Tja, was soll ich sagen, ich habe es geschafft. Mein erster Taubert-Film den ich komplett gesehen habe und zwar, stellt euch nun einen Tusch vor, inklusive den Endcredits. Ich muss aber gestehen, das ich zwischendurch eine Stunde Mittagsschlaf halten musst um die Akkus wieder aufzuladen. Dies liegt aber nicht daran das der Film so schlecht ist wie ihn viele machen. Es ist einfach so, das Her Taubert sein Handwerk nicht versteht. Es wird zu keinem Zeitpunkt geschafft, irgendwie ein Spannungsbogen aufzubauen und auch die Musik ist so gewählt das sie dem ganzen nicht gerade dienlich ist. Kameraarbeit und Schnitt sind auch eher unterer Durchschnit. Teilweise kommt es einen so vor, als ob zwischendurch mit einer qualitativ schlechteren Kamera gedreht wurde. Auch gibt es am Ende eine Szene die klingt als ob sie (schlecht) nachsynchronisiert wurde. Die Schauspieler, ich wage es gar nicht zu sagen, haben mir recht gut gefallen. Das liegt aber nicht daran, weil sie gut geschauspielert hätten, sondern weil sie sichtlich Spaß am drehen hatten.

Jetzt habe ich doch glatt vergessen, etwas über den Inhalt des Filmes zu schreiben. Wer hier einen Märchenfilm erwartet, der in bester Jochen Taubert Tradition kredenzt wird, wird enttäuscht sein. Es handelt sich hier um einen Vampirfilm der in bester Jochen Taubert Tradition serviert wird. Ob das wirklich besser ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Wenn Man genau hinschaut und dabei nicht einschläft, könnte man vielleicht erkennen, das ihm hier eine Parodie auf das Vampirgenre vorschwebte. Aber nun nochmal zum Inhalt: Dark Sun (AKA Dornröschen) wird von der durchbürstbedürftige (das Wort habe ich gerade erfunden und lasse es mir vielleicht schützen) Angie nach 500 Jahren wieder zum Leben erweckt. Da blonde Dummchen durchbürsten nicht die wahre Begabung eines Vampirs ist, strebt man nun die Weltherrschaft an, so das man zur Vampirproduktion übergeht um eine Armee zu basteln. Ob dies klappt müsst ihr euch selber ansehen.

Aber gibt es nur negatives zum Film zu berichten? Nein. Neben den spaßhabenden Darstellern gibt es ab und zu noch den ein oder anderen guten Gag zu sehen. Die Rolle des Kumpels von Angie, der ihr hilf Dornröschen zu finden, gefällt mir sehr gut. Außerdem gibt es ein paar Gags, die mein absolut niederes Humorzentrum treffen. Da wäre unter anderem die Nonne, die Spenden für ein Kinderheim sammelt und einfach 2 Kinder mitbekommt. Und dann wäre ja noch der Klassiker, der Tritt in die Eier, wer Hot Shots 2 gesehen hat, weiß welches Resultat hier geliefert wird.

Gutzuheißen, sind auch die etlichen Anspielungen auf andere Filme, die hier eingebaut wurden, so kann man Referenzen zu Masters of the Universe, Highlander, Hellraiser oder Nightmare on Elm Street entdecken.

Alles in allen haben wir wieder mal kein guten Film von Jochen Taubert. So schlecht wie er aber von vielen gemacht wird ist er aber auch nicht. Die Darsteller hatten alle ihren Spaß und ein paar Schmunzler kann man sich auch abringen, was will man denn mehr.

Die DVD wurde vom noch jungen Label MTM neu aufgelegt. Die Scheibe kommt in einer kleinen Hartbox, die auf 66 Exemplare limitiert ist. Das Cover in Lederoptik gefällt mir sehr gut. Das Bild ist recht gut und der Ton ist dem Alter entsprechend annehmbar. Die erste Szene ist ziemlich verrauscht aber das legt sich dann. Von der technischen Seite, der Veröffentlichung, gibt es meinerseits nicht viel zu bemängeln...

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 Betreff des Beitrags: Re: Dornröschen (2004)
BeitragVerfasst: 10. Feb 2016, 14:28 
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Beiträge: 11
Geschlecht: männlich
Zum hier vorgestellten Film wurde alles gesagt und dem ist nichts hinzuzufügen.
Doch stelle ich hier einmal die gewagte These auf, dass Herr Taubert liefert, was von ihm erwartet wird.
Nach jahrelangen Fingerübungen dürfte jeder, der einen Film inszeniert, ein handwerklich passables Ergebnis auf die Beine stellen können.
Doch wäre dies dann noch ein Taubert-Film ?
Taubert bleibt Taubert - you get what you want.
Eine Maxime, die sich bewährt hat.

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