Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Mann beisst Hund (1992)
PostPosted: 10. Dec 2012, 21:35 
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Originialtitel: C'est arrivé près de chez vous
Produktionsland: Belgien
Erscheinungsjahr: 1992
Länge: 92 Minuten
FSK: 18

Jahre vor Oliver Stone hat eine belgische Low-Budget-Produktion gezeigt, wie die Faszination an dem Wesen von Mördern entsteht und wie leicht es für Beobachter sein kann, diesem zu verfallen. Dabei werden nahezu alle Register gezogen, um dem Zuschauer das Gezeigte so lustig, verstörend und absurd wie möglich zu vermitteln, ohne dabei die Realität zu sehr zu überhöhen.

Inhalt:
Ein junges Filmteam begleitet den Killer Benoit bei seinen täglichen Aktivitäten. Während sie dabei zum Großteil dessen Umfeld und Charakter einfangen, wird natürlich auch bei seinen Morden immer dokumentiert. Dabei werden die zunächst Unbeteilgten bald zu Komplizen, als sie immer mehr in die Morde hineingezogen werden. Irgendwann legen sie dabei selbst Hand an.


Skandalfilm wäre übertrieben, weil "Mann beißt Hund" leider nie die Aufmerksamkeit bekommen hat, die er verdient hätte. Das liegt ganz einfach an der experimentellen Umsetzung dieser bitterbösen Satire. Mit einfachsten Mitteln gefilmt, kommt der Film in extrem grobkörnigen, dafür umso passenderen, Schwarz/Weiß-Aufnahmen daher. Diese unterstreichen die rauhe Atmosphäre der Mockumentary grandios.
Ein weiteres Problem für die breite Masse dürfte der Killer Benoit sein (Benoît Poelvoordes beste Rolle!), der zwar weder vor Rentnern, noch Kindern halt macht, dafür umso sympathischer und intelligenter wirkt bzw. wirken möchte, wenn er über Kunst, Kultur und die Architektur von Sozialwohnungen philosophiert. Kein hirnloses, einschüchternes Monster, sondern ein elegant gekleideter Mann, mit fast hagerer Figur. Eben ein Mann, der in jeder Nachbarschaft anzutreffen ist. (Daher wohl der Originaltitel)

Ein Film der Kontraste. Sympathie trifft auf Grauen, Humor auf Schock und Authentizität auf eine teilweise verfremdete Realität. Genau das macht den Film zu einem unbequemen, aber unheimlich interessanten Stück Zelluloid. Eine Szene kann man fast als Sieg von Film über Video interpretieren, wenn man dies möchte. Möglichkeit ist genug gegeben.

Wer mal sehen will, was Oliver Stone zu "Natural Born Killers" getrieben haben könnte, dem sei dieses Werk ans Herz gelegt. Aber Vorsicht, dass Euch das Lachen nicht im Halse stecken bleibt! Wenn Benoit seine köstlichen Beobachtungen äußert, kann dies nur all zu leicht vorkommen.

9/10

Mr. Blonde für OFDb.de

Zu bekommen ist der Streifen auf DVD ziemlich schwer, außer ein paar Bootlegs ist da noch nichts zu holen. Ich hatte ihn mehrfach auf Arte und dritten Sendern gesehen und irgendwann eine eigene DVD erstellt.

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 Post subject: Re: Mann beisst Hund
PostPosted: 22. Jun 2013, 19:57 
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Konnte mir bei diesem Titel irgendwie nicht so recht vorstellen, was mich erwarten würde ...
Fazit: herausgekommen ist ein recht 'böser' Film - keinesfalls mit 'schlecht' zu verwechseln - teils anstrengend, da
doch sehr dialoglastig, dafür intelligent, grandios gefilmt und mit einer Prise Ironie & Humor inszeniert.
Wer schon immermal wissen wollte, wo die Renter ihr Bargeld verstecken oder was rote Ziegel und Sozialbau miteinander
zu tun haben, sollte einen Blick riskieren; interessant wie ein Serienkiller zum Sympahtieträger werden kann.

7/10

P.S. zur Sichtung diente eine LimEd HB, sehr gute Ton- & Bildqualität

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 Post subject: Re: Mann beisst Hund
PostPosted: 1. Jul 2013, 19:49 
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Das ist einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Der Hauptdarsteller ist einfach der Wahnsinn. Ein extremer Film, der extrem anfängt und extrem endet. Außerdem ist er psychologisch verdammt gut. Das ist fast schon eine Studie was das betrifft. 10/10 Einfach der Wahnsinn. Hab den sicher schon 10 mal gesehen und habe jedes mal was neues entdeckt darin. Klare Empfehlung


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