Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Bay of Blood (1971)
PostPosted: 6. Jan 2013, 20:00 
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Bay of Blood
(Reazione a catena)
mit Claudine Augner, Luigi Pistilli, Claudio Camaso, Anna Maria Rosati, Chris Avram, Leopoldo Trieste, Laura Betti, Brigitte Skay, Isa Miranda, Paola Montenero, Guido Boccaccini, Roberto Bonanni, Giovanni Nuvoletti
Regie: Mario Bava
Drehbuch: Franco Barberi / Mario Bava
Kamera: Mario Bava
Musik: Stelvio Cipriani
Ungeprüft
Italien / 1971

In einer idyllisch gelegenen Bucht geschehen scheinbar willkürliche, zusammenhangslose Morde, die außergewöhnlich blutig und grausam erscheinen. Nach und nach stellt sich heraus, daß durchaus ein Zusammenhang besteht und es den Beteiligten um Geld, Eifersucht und Rache geht. Ein Blutrausch greift um sich, dem immer mehr Menschen zum Opfer fallen. Scheinbar will nun jeder alle anderen umbringen. Als am Schluß zwei übrigbleiben, geschieht etwas unerwartetes...

In den sogenannten Fachkreisen und auch bei den meisten Fans gilt ja eigentlich John Carpenter's "Halloween" als der Ur-Vater des Slasherfilms. In gewisser Art und Weise ist das auch sicherlich richtig, doch sollte man nicht vergessen, das es schon vorher einige wenige Filme gab, die für diese Filmgattung wegbereitend waren. Auch Mario Bava's "Bay of Blood" zählt ganz sicher zu diesen Filmen und kann ohne Übertreibung als einer der richtungsweisenden Filme dieses Sub-Genres angesehen werden. Storytechnisch verhält es sich wie bei fast allen Slashern, die Geschichte stellt im Prinzip nicht mehr als eine recht gelungene Rahmenhandlung dar, man sollte also keine tiefsinnige Story erwarten. Dafür bekommt es der Betrachter mit einem sehr gelungenen Spannungsbogen zu tun und insbesondere die sich hier entfaltende Atmosphäre kann sich sehen lassen.

Wie man es eigentlich bei fast allen Werken von Mario Bava gewohnt ist, bevorzugt der Meister-Regisseur auch in vorliegendem Film das äusserst kräftige Spiel mit den Farben, wofür ja gerade die italienischen Spannungsfilme der 70er-und 80er Jahre bekannt sind. Die hier auftretende Farbenpracht ist meiner Meinung nach für einen Slasher schon ziemlich ungewöhnlich, lässt aber das stattfindende Geschehen dafür umso intensiver wirken und übt phasenweise eine fast schon erschlagende Wirkung auf den Zuschauer aus. Gerade den teils malerischen Kulissen kommen die kräftigen Farben sehr entgegen, denn wirkt doch insbesondere die traumhaft schöne Bucht, die dem Film auch den Namen gab, noch idyllischer und einladender, als sie es von Haus aus schon ist. Teilweise ertappt man sich selbst bei dem Gedanken, wie es sein müsste, an diesen herrlichen Schauplätzen seinen Urlaub zu verbringen.

Und genau dort liegt die eigentliche Stärke des Films, denn wird man einerseits mit diesen einladenden Schauplätzen konfrontiert, die einen richtig ins schwärmen geraten lassen, so entpuppt sich diese wohlige und beruhigende Atmosphäre als äusserst trügerisch, wird sie doch mit einemmal durch die teils harten und blutigen Morde jäh zerstört, so das man mit einer ungeheuren Wucht aus seinen Tagträumen herausgerissen wird und nahezu brutal in der Wirklichkeit landet. Für damalige Verhältnisse war der vorhandene Härtegrad anscheinend zu hoch, denn wie sonst ist es zu erklären, das "Bay of Blood" aufgrund seiner Gewaltverherrlichung gemäß § 131 STGB beschlagnahmt wurde. Aus heutiger Sicht mag man darüber eher schmunzeln, vor allem wenn man sieht, was die Horrorfilme der heutigen Zeit zu bieten haben.

Das absolut herausragende dieses Werkes ist aber ganz sicher das gewählte Ende der Geschichte, das meiner Meinung nach nicht boshafter und makaberer hätte ausfallen können. Die Idee Bava's ist in meinen Augen schlichtweg genial und beschert einem so eines der wohl besten Filmenden der Filmgeschichte. Insgesamt gesehen kann man sich bestimmt darüber streiten, ob dieser Slasher zu den ganz großen Fiulmen seiner Art zu zählen ist, was auch eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Aber das es sich um einen Slasher-Klassiker handelt, der ganz maßgeblich für die Entwicklung des Sub-Genres war, das steht wohl ausser Frage. Für mich selbst bleibt "Halloween" unantastbar, aber aufgrund seiner Bedeutung und die Weiterentwicklung des Slashers ist Bava's Werk nicht minder wichtig, denn schließlich haben sich ja gerade Filme wie "Halloween" oder "Freitag der 13." an ihm orientiert.


Fazit:


"Bay of Blood" ist bestimmt nicht der beste Slasher aller Zeiten, was sowieso immer im Auge des Betrachters liegt, aber dieser Film war wegweisend für die ganzen Slasher, die uns Fans soviel Freude bereitet haben. Es ist gut vorstellbar, das es so manchen Film gar nicht gäbe, wäre da nicht ein gewisser mario Bava gewesen, der mit diesem Werk den Weg für eines der beliebtesten Sub-Genres bereitet hat, den etliche Regisseure nach ihm nur zu gern eingeschlagen haben. Kein echter Fan kann an diesem Klassiker vorbeikommen, für den man jederzeit eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen kann.



8/10

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 Post subject: Re: Bay of Blood
PostPosted: 19. Jan 2013, 16:03 
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Vampir-Adel

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Also für mich ist MARIO BAVA der Urvater des Giallos { BLUTIGE SEIDE ],

aber auch des Slashermovies [ BAY OF BLOOD / IM BLUTRAUSCH DES SATANS ]

Freitag der 13. hat sich besonders an ihm orientiert, wenn man mal allein schon die Schauplätze vergleicht; See mit anliegender Behausung usw. junge Leute, die gemordet werden, wobei Freitag der 13. hier auch u.a. eine Tötungsszene im Grunde genommen 1 : 1 übernahm, was das Liebespärchen im Bett anbelangt, die beide von einem Speer durchbohrt werden!
Das hatte schon BAVA gekonnt!
Für seine Entstehungszeit ist BAY OF BLOOD ziemlich krass in seinen Tötungsszenerien! Hier ruht sich Bava nach den jeweiligen Morden noch aus, denn die Kamera verharrt länger auf ihren Opfern, fährt langsam zurück inkl. ruhiger Musik, um dann geht es in den nächsten Akt! Das ist bei -Freitag der 13.- umgekehrt, denn dort wird schnell abgeblendet. Anscheinend hatte man es eilig :roll: Das sind für mich persönlich die kleinen , aber feinen Inszenierungsunterschiede! Auch die Musik von STELVIO CIPRIANI ist sehr passend und gelungen, ein Komponist, der irgendwie anscheinend bis heute unterschätzt wird! Zum Glück erschien mal eine 2er CD beim Label -DIGITMOVIES-, wo drei Scores von CIPRIANI zu Mario Bava Filmen enthalten sind, u.a. natürlich diesen hier!

Mir gefällt IM BLUTRAUSCH DES SATANS und dürfte der brutalste Film von BAVA sein! Schade, das der im deutschsprachigen Raum nie in den Kinos lief, hatte seine Erstaufführung auf Video beim Label -Mondial / Mike Hunter- !
Das ende dieses Films hier, kann man getrost als absurd bezeichnen, aber das ist mal wieder so inszeniert, das es schon passt, denn hier sind alle irgendwie krank und besessen! ;)

MARIO BAVA hat in seinen genialen Filmen immer mehr wert auf das Visuelle und diverse Effekte gelegt, als unbedingt auf eine Geschichte ansich, die zwar soweit vorhanden ist, aber für ihn zählte das andere mehr und das merkt man seinen Filmen auch an, auch denen wo er z.B. nur als Kameramann und für die Visuellen Effekte zuständig war, wie z.B.
DER VAMPIR VON NOTRE-DAME, der für seine Zeit in dieser Hinsicht wirklich tolle atmosphärische Szenerien, Bilder und Effekte aufzuweisen hat!

MARIO BAVA war eindeutig einer von denen, die das Kino liebten und so gestaltete er auch seine Filme!

Wird Zeit, das BAY OF BLOOD endlich mal im richtigen Format erscheint und das wäre 2:35 Bildformat!
Die bisherigen DVD Veröffentlichungen hatten immer nur 1:85 und das ist bei einem Bava-Film nicht gut!
8 / 10
GrafKarnstein
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 Post subject: Re: Bay of Blood
PostPosted: 19. Jan 2013, 16:15 
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Nicht nur für dich ist Bava der Urvater des Gialli, das kann man getrost verallgemeinern. Beim Slasher sieht es dann aber schon ein wenig anders aus, denn die Wurzeln des Sub-Genres liegen bei genauerer Betrachtung schon in Hitchcock's Meisterwerk "Psycho" verborgen.

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 Post subject: Re: Bay of Blood
PostPosted: 19. Jan 2013, 18:39 
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Unheimlich guter Italo-Streifen der frühen 70er. Ich finde, dass der Film ziemliche schön Aufnahmen hat und brilliant untermalt ist mit dem fantastischen Score von Stelvio Cipriani. "Im Blutrausch des Satans" hat schon die ein oder andere Szene bzw. Kameraeinstellung, die später für die Slasher-Filme typisch sein wird. Für mich lebt der Film eher von seinen tollen Bildern und starken Sequenzen (man denke z. B. an die Sequenz mit der Leiche im Wasser und der anschliessenden Flucht vor dem Killer). Die Mordszenen sind für die Zeit recht brutal und kann mit Filmen wie "Der Schwanz des Skorpions" (1971) mithalten. Daher insgesamt für mich durchaus ein weiteres tolles Werk von Bava.

9/10


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 Post subject: Re: Bay of Blood
PostPosted: 19. Jan 2013, 18:42 
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Den direkten Vergleich mit "Der Schwanz des Skorpions" hinkt allerdings ein wenig, da "Bay of Blood" ja doch ganz eindeutig zu den Slashern gehört.

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 Post subject: Re: Bay of Blood
PostPosted: 19. Jan 2013, 18:58 
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Master of Horror wrote:
Den direkten Vergleich mit "Der Schwanz des Skorpions" hinkt allerdings ein wenig, da "Bay of Blood" ja doch ganz eindeutig zu den Slashern gehört.

Stimmt. Die Filme sind schon unterschiedlich. Ich meinte eigentlich auch nur die Gewaltdarstellung. In der Hinsicht sind beide Filme für 1971 schon harte Vertreter aus Italien.


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 Post subject: Re: Bay of Blood
PostPosted: 7. Apr 2013, 13:16 
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Völlig untypischer Bava-Film. Von Mario ist man eher übersinnliches in surrealen Farben gewöhnt. Hier zieht er die Gewaltschraube doch erheblich an, die Farben sind zwar kräftig, aber ohne den typischen Mario-Flair (keine roten, blauen, grüne Licht- und Schattenspiele) und auch die Story ist eher flach gehalten. Anstatt eines klassischen Gruslers gibt es hier einen "stinknormalen" Erbschaftskrimi. Hier wird im Bava-untypischen Stil gemetzelt, gepoppt und nacktes Fleisch serviert. Mir persönlich sind seine alten Werke lieber, trotzdem ist Bay of Blood ein gelungener Film und das Ende macht dann nochmal so richtig Spass.

8/10 Pkt

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Wer im Glashaus sitzt, sollte ich sich im Dunkeln ausziehen!


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