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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Cannibal Man (1971)
BeitragVerfasst: 17. Dez 2012, 01:40 
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www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Semana del Assesino, La
Herstellungsland:    Spanien
Erscheinungsjahr:    1971
Regie:    Eloy de la Iglesia

Darsteller:   
Vicente Parra
Emma Cohen
Eusebio Poncela
Vicky Lagos
Lola Herrera
Charly Bravo
Manuel Clavo
Antonio Corencia
Antonio Fernandez
José Franco
Rafael Hernández
Emilio Hortela

Handlung:

Marcos arbeitet in einer Konservenfabrik, der ein Schlachthof direkt angegliedert ist, wo er sieht, wie Töten zum Beruf wird. Als Marcos und dessen Freundin eines Abends mit einem Taxi unterwegs sind, wirft der Fahrer die beiden aus dem Auto, woraufhin es zu einem Handgemenge kommt und Marcos den Fahrer erschlägt. Als die Freundin ihre Absicht kundtut, den Vorfall der Polizei zu melden, muß sie ebenfalls ihr Leben lassen. Marcos' Blutrausch fordert nun ein Opfer ums andere. Die Leichen der Ermordeten entsorgt er stückweise in der Konservenfabrik...

Quelle: Ofdb

Fazit:

Der Film wird aufgrund seines Titels oft zu Unrecht in das Horror-Genre gedrängt. Kein Wunder das der Film deswegen meist negative Kritiken bekommt. Die Leute erwarten einen Horrorkracher, bekommen aber eine eher ruhige Geschichte erzählt über einen Mann der unabsichtlich zum Mörder und aufgrund dessen später zum Serienmörder wird.

Der Film wird in ruhigen, tristen Bildern erzählt. Auch der Score ist sehr ruhig und zurückhaltend und wird recht sparsam eingesetzt. Der Hauptdarsteller, der mir völlig unbekannt ist, liefert einen hervorragenden Job ab. Er spielt den verzweifelten Mann der keinen Ausweg findet, sehr überzeugend. Auch die einzig größere Nebenrolle, ein junger Mann, der leicht homosexuell wirkt und sich mit dem Hauptdarsteller anfreundet, wird ebenfalls von einem, mir völlig unbekannten Darsteller, hervorragend gespielt.

Die Morde sind für das Jahr 1971 zwar recht blutig ausgefallen, werden aber heutige Splatterfans nicht zufrieden stellen können. Das müssen sie auch nicht, da der Film von der Charakterstudie des "Helden" und der sehr fesselnden Story lebt.

9/10 Pkt

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Wer im Glashaus sitzt, sollte ich sich im Dunkeln ausziehen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Cannibal Man (1971)
BeitragVerfasst: 22. Jun 2015, 20:22 
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Wie jetzte, keine weiteren Meinungen? Ich bin erschüttert...

Marcos ist ein einfacher Arbeiter in einer Fleischfabrik, wo Rinder geschlachtet werden. Er hat eine Verabredung mit seiner Freundin, doch als der Taxifahrer die beiden auffordert, nicht auf seinem Rücksitz rum zu machen, da gerät die Lage außer Kontrolle und Marcos erschlägt den Fahrer mit einem Stein. Aber er geht nicht zur Polizei, sondern zieht sich in sein kleines, einfaches freistehendes Haus zurück. Dort verbringt er die Nacht mit seiner Freundin, doch er gerät in Rage und erwürgt diese. Von da an versucht er seine bisherigen Morde zu vertuschen und so kommt ein Opfer nach dem anderen hinzu. Und da er in einer Fabrik für die Fleischverarbeitung arbeitet, hat er keine Probleme die Leichen loszuwerden. Wenn da nur nicht dieser Geruch und das beglaste Dach wäre, denn von seinem Hochhaus aus hat Nestor, der Sohn reicher Eltern, einen hervorragenden Blick in das Innere des Bungalows...

Wertung:


Die Story hier ist sehr einfach aber durchaus ansprechend gehalten, wobei hier nicht mit Brutalität gegeizt wird, und obwohl dieser Film so reduziert ist, wirkt er weder trashig noch langweilig. Einen Horrorfilm hat man hier im eigentlichen Sinn aber nicht, denn Spannung mag nicht so richtig aufkommen. Das ist aber nicht weiter wichtig, denn man wird durch die Handlung an sich an den Flimmerkasten gefesselt. Die Blu Ray der Subkulturveröffentlichung in der Grindhouse Collection Vol. 2 ist dabei von hervorragender Bildqualität, die man von einem Film aus den 70ern nicht unbedingt erwarten kann. Ob sie besser ist, als die XT-Veröffentlichung kann ich dabei nicht sagen. Lohnend ist die Anschaffung aber auf jeden Fall, beinhaltet die Blu Ray nicht nur die restaurierte Fassung sondern auch die deutsche Kinofassung. Allesamt also eine gelungene Veröffentlichung. Lediglich das Booklet hätte besser ausfallen können, da es nur Bilder enthält. Für den Film gibt es aber 08/10 Punkte.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Cannibal Man (1971)
BeitragVerfasst: 30. Jun 2015, 16:35 
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Ist ewig her das ich den Film gesehen habe, aber zur damaligen Zeit empfand ich den als äußerst langweilig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Cannibal Man (1971)
BeitragVerfasst: 14. Feb 2017, 18:11 
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Cannibal Man
(La Semana del asesino)
mit Vicente Parra, Emma Cohen, Eusebio Poncela, Charly Bravo, Fernando Sánchez Polack, Goyo Lebrero, Vicky Lagos, Ismael Merlo, Rafael Hernández, José Franco, Valentín Tornos, Antonio Orengo, Antonio Corencia
Regie: Eloy de la Iglesia
Drehbuch: Eloy de la Iglesia / Antonio Fos
Kamera: Raúl Artigot
Musik: Fernando García Morcillo
ungeprüft
Spanien / 1983

Der junge Marcos ist Arbeiter in einer Konservenfabrik, die unmittelbar mit einem Schlachthof verbunden ist. Dort erlebt Marcos Tag für Tag die blutige Atmosphäre des Tötens. Er watet durch ein Meer aus Blut, schlachtet, teilt und entweidet animalische Kreaturen und entwickelt eine tägliche Routine im Auslöschen existierenden Lebens. Eines Tages wird er gemeinsam mit seiner Freundin nach einem abendlichen Trip aus dem Taxi geworfen und nach einem heftigen Streit ermordet er den Taxifahrer. Seine Freundin kann den Tod des Mannes nicht verschweigen und möchte sich der Polizei anvertrauen, doch damit unterzeichnet auch sie ihr Todesurteil. Vollkommen aus der Bahn geworfen, entwickelt sich Marcos vom einfachen Arbeiter zu einer mordenden Bestie in Menschengestalt und immer mehr Menschen fallen seinem Handwerk des Schlachters zum Opfer. Doch Marcos muss einen Weg finden, die Leichen zu beseitigen und die Lösung ist einfach, aber schockierend!


Mit "Cannibal Man" liegt nahezu ein Paradebeispiel dafür vor, wie irreführend mancher Filmtitel doch sein kann. Mit Kannibalismus hat dieses Werk nämlich überhaupt nichts zu tun, doch so manch einer wird an dieser Stelle ganz sicher mit völlig falschen Erwartungen an diese spanische Produktion aus dem Jahr 1973 heran gehen. Gleichzeitig wird die Geschichte von Eloy de la Iglesia oftmals dem Horror-Genre zugeordnet, wobei es sich doch vielmehr um ein waschechtes Drama handelt, dem lediglich dezente Elemente des Horrorfilms beigemengt wurden. Dadurch ergibt sich eine äußerst krude Kombination, die teilweise auch noch mit einem Hauch von Sozialkritik ausgestattet wurde und im späteren Verlauf homoerotische Züge erkennen lässt. Diese Zusammenstellung mag sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen und auch die Erzähl-Struktur des Filmes trifft nicht bei allen auf Gegenliebe, was sicherlich auch die unzähligen und völlig unterschiedlichen Bewertungen erklärt. Freunde einer temporeichen Erzählung und massenweise Action sind hier vollkommen fehl am Platz, denn Iglesia setzt vielmehr auf ruhige und stille Töne, die lediglich von mehreren Morden jäh unterbrochen werden.

Dadurch mag bei vielen der Eindruck von Langeweile aufkommen, aber ehrlich gesagt fällt es so viel leichter, sich auf die zentrale Hauptfigur Marcos zu konzentrieren, dessen aus dem Ruder laufendes Leben im Fokus der Ereignisse steht. Gespielt von Vincente Parra präsentiert sich dabei ein Charakter der nur schwerlich einzuordnen ist, denn auf den ersten Blick scheint der gute Marcos ein eher gutmütiger Mensch zu sein, der jedoch durch eine eher unglückliche Tat eine Wandlung vollzieht, die man schwerlich in Worte fassen kann. Ausschlaggebend dafür ist der Tod eines Taxifahrers, der nach einem Streit mit der Hauptfigur sein Leben verliert. Dabei handelt es sich hierbei noch nicht einmal um einen Mord, sondern maximal um Totschlag im Affekt, aber dieser unglückselige Vorfall löst förmlich eine Lawine der Gewalt aus, die man noch nicht einmal wirklich erklären kann. Gerade der Aspekt, das Iglesia die Motive für die folgenden Morde eher schwammig hält, verleihen diesem Film extreme Kraft und ein Höchstmaß an Intensität. Das ist nicht unbedingt auf die Tötungen an sich zu beziehen, denn obwohl einige von ihnen für die damalige Zeit recht blutig ausfallen, hält sich der visuelle Härtegrad in einem äußerst überschaubaren Rahmen. Es ist vielmehr die Situation an sich in der sich Marcos befindet, denn mit jeder einzelnen Tötung gerät sein Leben immer mehr aus den Fugen und bringt ihn in eine schier aussichtslose Situation.

Ganz besonders faszinierend ist dabei das Verhalten des Mannes nach den jeweiligen Morden, denn wenn man ihn beispielsweise am Morgen zur Arbeit gehen sieht, erweckt dies nicht unbedingt das Gefühl, das seine Taten ihm irgendwie nahe gehen. Marcos wirkt seltsam ungerührt und scheint sich der Tragweite seines Handelns überhaupt nicht klar zu sein gleichzeitig ist meiner Meinung nach auch stellenweise ein Hauch von Apathie zu verspüren. Im Zusammenspiel mit einer gewissen Emotionslosigkeit ergibt sich so eine darstellerische Performance von Parra, die auf den ersten Blick sicherlich gewöhnungsbedürftig erscheinen mag, bei genauerer Betrachtung jedoch absolut passend ist. Hier handelt es sich selbstverständlich um meine rein subjektive Betrachtungsweise, denn manch anderer wird das Schauspiel des Hauptdarstellers eventuell ganz anders bewerten. Wie dem aber auch sei, die Interpretation der Geschehnisse und die Motive dafür bleiben einem jeden selbst überlassen, aber ich habe Marcos als einen Mann empfunden, der die Ereignisse um ihn herum gar nicht so richtig einzuordnen weiß. So betrachtet man dann auch die aufblühende homoerotische Freundschaft zu einem jungen Mann ganz anders und dieses für manch einen eher unpassende Element des Filmes rundet die Chose sehr stimmig ab.

"Cannibal Man" zählt definitiv zu den Filmen, die seit jeher die Meinungen spalten, von stinklangweilig bis hin zu genial ist dabei fast alles vertreten. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte, aber auf jeden Fall handelt es sich um einen Beitrag, den man sehr wohl gesehen haben sollte. Dabei ist es insbesondere die sehenswerte Mischung verschiedener Genres die diese Geschichte so interessant macht, denn die Sprünge zwischen Drama, Horror Elementen, Sozialkritik und einer intensiven Figurenzeichnung des Haupt-Protagonisten sind absolut faszinierend. Zugegebenermaßen hat mir dieser Beitrag bei meiner damaligen Erstsichtung auch nicht sonderlich gefallen, wobei ich meine Erwartungen allerdings durch den Filmtitel in eine völlig falsche Richtung gelenkt hatte. Mit dem Abstand von etlichen Jahren sieht man die Geschichte nun aber aus einem anderen Blickwinkel und ist so dazu in der Lage, die sehr wohl vorhandene Qualität dieses Werkes so richtig zu schätzen.


Fazit:


Wenn man sich auf "Cannibal Man" einlassen kann und mit der richtigen Erwartungshaltung an die Story heran geht, dann wird man mit einem richtig guten Film konfrontiert, der ebenso wie guter Wein erst nach mehreren Jahren seine volle Qualität erkennen lässt.


8/10


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 Betreff des Beitrags: Re: Cannibal Man (1971)
BeitragVerfasst: 15. Feb 2017, 18:56 
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Hast ja deine Meinung zu "damals" revidiert.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Cannibal Man (1971)
BeitragVerfasst: 15. Feb 2017, 21:37 
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Blaine, der Mono hat geschrieben:
Hast ja deine Meinung zu "damals" revidiert.



Ganz genau, mittlerweile gefällt mir der Film richtig gut.


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