Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Mad Max (1979)
BeitragVerfasst: 16. Dez 2012, 19:06 
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Mad Max
(Mad Max)
mit Mel Gibson, Joanne Samuel, Hugh Keays-Byrne, Steve Bisley, Tim Burns, Roger Ward, Lisa Aldenhoven, David Bracks, Bertrand Cadart, David Cameron, Robina Chaffey, Stephen Clark
Regie: George Miller
Drehbuch: James McCausland / George Miller
Kamera: David Eggby
Musik: Brian May
FSK 18
Australien / 1979

Die Welt in nicht allzu ferner Zukunft: Sadistische Motorradbanden ziehen mordend durch das Land. Max gehört zu den Streifenpolizisten, die ständig in Kämpfen mit diesen Horden verweickelt werden. Als eines Tages seine Familie ermordet wird, sieht Max rot…


Filme mit Endzeit - Storys gibt es sicherlich zur Genüge, aber mir fällt keiner ein, der auch nur annähernd an die Klasse von Mad Max heranreicht. Mit diesem Film wurde Mel Gibson über Nacht berühmt. Sicher ahnte damals keiner, welchen Ruhm und vor allem welchen Gewinn der Film einheimsen würde. In der Produktion kostete "Mad Max" 400.000$, spielte aber weltweit 100.000.000 & ein und stand damit sogar im Guiness Buch der Rekorde, bevor er von "The Blair Witch Project" abgelöst und auf Platz 2 geschoben wurde. Der seit etlichen Jahren vorhandene Kultstatus des Filmes ist auf jeden Fall berechtigt, ist hier doch mit minimalsten Mitteln ein Werk entstanden, das höchstwahrscheinlich auch noch folgende Generationen begeistern wird.

Der Film hat sicherlich keine besonders tiefgründige Story, was aber gar nicht weiter ins Gewicht fällt. Er besticht in erster Linie durch die wirklich geniale Endzeit - Atmosphäre, die wirklich ihresgleichen sucht. Die Action ist sehr gut und alles ist toll aufeinander abgestimmt. Die aufgemotzten Autos, die teilweise schrägen Charaktäre und auch die Klamotten die getragen werden, ergeben im Ganzen diese absolut herausragende Grundstimmung. Dabei bin ich persönlich der Meinung, das in diesem ersten Teil weniger eine echte Endzeitstimmung breitmacht, als vielmehr eine futuristische Note, die dem Ganzen einen unverwechselbaren Eindruck verleiht, der einem selbst einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Der hier noch blutjunge Mel Gibson verkörpert den desillusionierten Polizisten auf eine fast schon prägende Art und Weise, wobei die nach der Ermordung seiner Familie stattfindende Veränderung seines Charakters wohl als größte Stärke des Filmes anzusehen ist.

Aus dem harten, aber immer sehr gesetzestreuen Cops wird eine gnadenlose Kampfmaschine, die nichts anderes mehr im Sinn hat als die Rache an den Mördern seiner Verwandten. Die dabei entstehende Jagd wurde sehr action-und temporeich in Szene gesetzt und ist zudem in Sachen Kompromisslosigkeit immer noch maßgebend. Spannend und rasant nimmt das Geschehen immer mehr an Tempo zu und lässt einen als Zuschauer selbst nach mehrmaliger Sichtung immer wieder schweissgebadet zurück. "Mad Max" ist ganz einfach einer dieser zeitlosen Filme, die man sich immer wieder interessiert anschauen kann, ohne das sie dabei auch nur das Geringste von ihrem Reiz verlieren. Dieses Atribut können nicht wirklich viele Werke für sich in Anspruch nehmen, was die Ausnahmestellung dieser australischen Produktion nur noch mehr hervorhebt. Zugleich hat man es in vorliegendem Fall mit einem absoluten Paradebeispiel zu tun, wird doch sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das nicht immer eine Menge Geld erforderlich ist, um Filme zu bewerkstelligen die ganze Generationen nachhaltig prägen und auch überdauern.

Selbst Regisseur George Miller hätte den phänomenalen Erfolg seines Filmes wohl noch nicht einmal in seinen kühnsten Träumen erwartet, der letztendlich auch noch dafür verantwortlich war, das der geniale Erstling 2 Sequels nach sich ziehen sollte und so im Nachhinein der Start einer unglaublich beliebten Trilogie gilt. Insgesamt gesehen ist "Mad Max" ein echtes Juwel unter den zahlreichen Endzeit-Filmen und gleichzeitig der Startschuss für Gibson's Welt-Karriere als Schauspieler, doch eigentlich handelt es sich schlicht und ergreifend nur um einen richtig gelungenen Film, der die absolut perfekte Mischung aus Action-und Endzeit Szenario verkörpert. Man muss diese Geschichte einfach kennen um mitreden zu können, außerdem sollte man die von den Ereignissen ausgehende Faszination zumindest einmal selbst erleben, die einen danach nie wieder loslassen will und so zwangsläufig zu einem der unzähligen fans macht, die diesen Film lieben und verehren.


Fazit:


Man kann nicht über ein apokalyptisches Endzeit Szenario sprechen, ohne an diese Produktion zu denken, handelt es sich doch ganz eindeutig um den Inbegriff des Sub-Genres. Mit extrem bescheidenen Mitteln wurde hier ein echter Klassiker kreiert, dem man die mittlerweile über 30 Jahre seit seinem Erscheinen überhaupt nicht anmerkt. Selbst heutzutage noch unerreicht, ist "Mad Max" das absolute Non plus Ultra seiner Art und wird dies auch ganz bestimmt noch sehr lange bleiben.


10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Mad Max (1979)
BeitragVerfasst: 19. Nov 2013, 10:06 
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Archivmeister
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Auch jetzt zum allerersten Mal gesichtet. Aber der Film war halt nur okay, und dafür gibt es mehrere Gründe:

Die erste Hälfte des Films ist einfach lahm. Auch wenn hier wenig Budget vorhanden war, so sollte doch zumindest irgendeine Interessante Handlung dargestellt werden, und genau das passiert nicht. Da flüchtet ein Schwerverbrecher namens Nightrider vor der Polizei und kommt dabei um. Im Anschluss will eine Biker-Gang diesen rächen. Mehr ist es anfangs eigentlich nicht. Was daran jetzt auch Science-Fiction-Endzeit-Film sein soll, erschließt sich mir nicht, denn es wird nirgendwo erwähnt, was da passiert sein soll. Weder spielt es nach einer atomaren Katastrophe noch sonst irgendwie geht die Welt zu Grunde. Und die verbotene Zone gibt es zwar, aber auch da wird leider nicht erwähnt, was dort so verboten ist.

Ein Endzeit-Szenario hätte doch im Normalfall wesentlich mehr zu bieten, denn was ist denn nun hier Endzeit? Anderes Beispiel: Wer das Computerspiel "Burntime" kennt, der weiß, was ein Endzeitszenario ist.

Die zweite Hälfte des Film ist durchaus gelungen. Gerade auch deshalb, weil endlich mal ein wenig Unterhaltung und Spannung in diesen Film einkehrt. Leider endet der Film dermaßen abrupt, dass man sich nur fragen kann, was man sich dabei gedacht hat. Sowas mag ich prinzipiell nicht, wenn ein Film kein Ende hat. Er war nun einfach fertig.

Deshalb bin ich doch ein wenig enttäuscht, da viele diesen Film immer als den Endzeitfilm schlechthin bezeichnen. Gibt deshalb man gerade so etwas mehr als die Hälfte der Punkte: 06/10

_________________
Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Mad Max (1979)
BeitragVerfasst: 19. Nov 2013, 20:00 
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Vampir-Adel

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Lieber Blaine,

Auf den ersten Blick bezüglich des Films magst Du nicht unrecht haben.
Aber wenn man sich mal die ganzen Zustände und Vorkommnisse, die man immer wieder in den Nachrichten und
Durchsagen zu hören bekommt näher betrachtet, dann hat man ganz schnell den gesellschaftlichen Verfall vor Augen.

1. Regisseur George Miller legte sich in Sachen Zeit nicht fest, denn ganz am Anfang bekommt man zu lesen:
IN EINIGEN JAHREN,
was also irgendwann in der Zukunft sich in etwa abspielen könnte.

2. Öl , Benzin scheint es immer weniger zu geben, denn irgendwelche Strassen-Nomaden, darunter auch die
Motorrad-Bande stehlen den Treibstoff für ihre fahrbaren Karosserien. Dies wird z.B. in einer Szene deutlich, wo die
Bande einen Tanklastwagen während der Fahrt bestiehlt und somit Benzin abzapft!

3. Irgendwie scheinen alle in solchen Zeiten durch zudrehen, bzw. der Umgang der Menschen untereinander.
z.B. die Unfallszenerie. Da untersucht die Polizei einen Strassen-Autounfall, ein Verletzter mit blutigen Kopf bittet
um Hilfe, aber niemand kümmert sich um ihn. Wird einfach nicht beachtet. Oder zwei Szenerien, wo man eine Großstadt
sieht, über der ziemlicher Smog zu herrschen scheint und man ganz schnell den Eindruck hat, das man dort lieber nicht
sein will. Oder z.B. ein krasser ironischer Humor, den der Freund von Max, nämlich Jim Goose so an den Tag legt.
Da gibt er doch einem Pärchen eine *Gefängnis-Entlassungsfreikarte* :D

4. Juristisch ist auch nicht mehr alles zum besten bestellt. z.B. die Szene, in der man diesen Johnny freilassen muß, weil
der ja angeblich nix getan hat. Goose spielt verrückt und will den nicht einfach so gehen lassen. Es artet dramatisch aus.
Nachdem der nun Freigelassene weg ist gibt es eine regelrechte Kriegserklärung auf beiden Seiten und Pfiff, der Polizeileiter
meint noch zu seinen Polizisten: "Ok, solange uns die Anwälte nicht am Arsch haben, könnt ihr tun was ihr wollt!"

Das ALLES sagt schon viel aus, in welchen Zuständen sich die ganze Gesellschaft befindet und sollten ein paar Beispiele
für Dich sein. Ein Menschenleben gilt hier im Grunde nicht mehr viel bis gar nicht.
MAD MAX 2, mag sicherlich im Anfangsprolog noch mehr erklären und wenn Du den gesehen hast, wird sich Dir der erste
Film vielleicht mehr erschließen.

MAD MAX 1 ist auch ein Film der sogenannten, aber auch wichtigen Details. Vielleicht solltest Du ihn Dir irgendwann nochmal
ansehen!

MAD MAX ist auch nach wievor einer meiner haushohen Lieblingsfilme. :Up:

10/10, was auch sonst
;) :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Mad Max (1979)
BeitragVerfasst: 2. Dez 2017, 20:19 
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Beiträge: 41
Geschlecht: männlich
"Mad Max" als den besten Endzeitfilm zu bezeichnen, mag verfehlt sein und würde dem Werk nicht wirklich gerecht.
Aber er ist einer der gelungensten, auch innovativsten Action-Streifen der vergangenen Jahrzehnte, der zeigt, wie brüchig letztlich doch eine Gesellschaft ist.
Hier wird der Grundstein für die bekannten Fortsetzungen gelegt.
Nicht perfekt, dennoch:

9/10


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