Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Platoon Leader (1988)
BeitragVerfasst: 21. Jan 2013, 02:37 
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Platoon Leader
(Platoon Leader)
mit Michael Dudikoff, Robert F. Lyons, Michael DeLorenzo, Jesse Dabson, Rick Fitts, Tony Pierce, Daniel Demorest, Brian Libby, Michael Rider, William Smith, Al Karaki, Evan J. Klisser, Evan Barker
Regie: Aaron Norris
Drehbuch: Andrew Deutsch / Rick Marx
Kamera: Arthur Wooster
Musik: George S. Clinton
FSK 16
USA / 1988

Frisch von der Militärakademie West Point wird Lt. Jeff Knight an einen Außenposten in Vietnam versetzt. Dort soll er das Kommando übernehmen, aber die Soldaten begegnen dem Neuling ablehnend und respektlos. Schon der erste Einsatz endet lebensgefährlich, Jeff wird schwer verletzt. Als er zurückkehrt, ist er einer von ihnen geworden. Der Krieg hat die ungleiche Truppe zusammen geschweißt und jetzt müssen sie wirklich gemeinsam kämpfen und einander auf Leben und Tod vertrauen, um das nahe gelegene Dorf vor der Zerstörung zu schützen.


Auch mit seiner zweiten Regiearbeit hat Aaron Norris einen absolut gelungenen Film geschaffen, der einmal mehr den Vietnam-Krieg thematisiert. Dabei handelt es sich zwar nicht um einen spektakulären Blockbuster, dafür aber um einen B-Movie, der eigentlich alles beinhaltet, was diese Filme so absolut sehenswert macht. in der Hauptrolle ist Michael Dudikoff zu sehen, der den Lt Jeff Knight darstellt und frisch von der Militärakademie zu einem wahren Himmelfahrtskommando versetzt wird. Mit einer gerade einmal 18 Mann starken Gruppe soll er ein kleines vietnamesisches Dorf gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Vietkongs beschützen, was sich schon nach einer relativ kurzen Zeitspanne als äußerst schwieriges Unterfangen herausstellen soll. Gerade zu Beginn der Geschichte wird hier vor allem der Unterschied zwischen Theorie und Praxis in den Vordergrund gestellt, stehen doch die auf der Akademie erlernten Dinge in keinem Vergleich zum echten Kriegsgeschehen. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich , das Knight mit seinen Methoden am Anfang bei seinen kampferprobten Männern auf wenig Gegenliebe stößt und eher belächelt als respektiert wird.

Der Aspekt der Gegensätze zieht sich dann auch wie ein roter Leitfaden durch die gesamte Story und die Ansichten des Vorgesetzten ändern sich mit der Zeit fast zwangsläufig. In immer wieder stattfindenden Kampfhandlungen muss er leidvoll erfahren, das sein erworbenes theoretisches Wissen in etlichen Situationen vollkommen weltfremd erscheint und ein Krieg seine ganz eigenen Gesetze hat. Norris hat diesen Punkt meiner Meinung nach wirklich ganz ausgezeichnet in Szene gesetzt und sich nicht ausschließlich auf die Action-Passagen gesetzt, wie man es eventuell vermuten könnte. Doch auch diese können sich jederzeit sehen lassen, sind sie doch sehr gut ins Bild gesetzt worden und vermitteln auch gleichzeitig einen größtenteils glaubwürdigen Eindruck beim Zuschauer, der sich die Härte-und Brutalität des Krieges gut vorstellen kann. Das Kriege ganz generell nicht gerade sinnvoll sind muss man nicht weiter erwähnen, doch das gerade auch der Vietnam-Krieg immer wieder als sinnlosester aller kriege bezeichnet wird, kommt hier einmal mehr äußerst gut zum Ausdruck. Sei es durch visuelle-oder auch verbale Andeutungen, man fragt sich eigentlich ständig, wem das ganze Szenario nun eigentlich dienen soll.

Auch wenn manch einer das eventuell nicht nachvollziehen kann, dieser eher kleine B-Movie aus der berühmten Cannon-Schmiede hat meines Erachtens weitaus mehr Tiefgang zu bieten, als man ihm im ersten Moment zutraut. Es handelt sich nicht um einen der ansonsten handelsüblichen Vertreter, die den Focus lediglich auf ein manchmal überzogenes Action-Spektakel legen, hier wird durch etliche Kleinigkeiten viel mehr offenbart, als man eigentlich erwarten kann. Zudem ist "Platoon Leader" auch mit einer erstklassigen Grundstimmung ausgetattet, die dem Geschehen eine sehr authentische Note verleihen, der Hauptschauplatz des dichten und schier undurchdringlichen Dschungels tut dabei sein Übriges, um einen insgesamt überdurchschnittlich guten Gesamteindruck zu hinterlassen. Man verspürt das richtige Nam-Feeling und fiebert mit der kleinen Gruppe von US-Soldaten mit, wenn sie sich immer wieder gegen den überlegenen Gegner stellen. Natürlich bleibt es auch in diesem Film nicht aus das ein wenig Patriotismus mitschwingt, zudem ist es ja auch schon fast als selbstverständlich anzusehen, das die Nord-Vietnamesen als wahre Bestien und die Amerikaner als die Guten hingestellt werden. An diese Dinge hat man sich gewöhnt, so das dieser Punkt keine wirkliche Überraschung sein dürfte.

Insgesamt gesehen handelt es sich bei "Platoon Leader" um einen Film, den man ziemlich schnell unterschätzen kann. Die Geschichte beinhaltet viel mehr Qualität als man im ersten Moment annimmt und artet zu keiner Zeit in ein überladenes Action-Szenario aus. Das macht diese Produktion in meinen Augen sehr sympathisch und verleiht ihr durchaus eine Menge Klasse. Aaron Norris hat im Prinzip alles richtig gemacht und liefert hier den Beweis dafür, das er auch Filme mit einem gewissen Tiefgang auf die Beine stellen kann.


Fazit:


Die gelungene Mischung aus Action und nachdenklich stimmenden Passagen macht "Platoon Leader" zu einem überzeugenden Gesamtpaket, das man sich immer wieder gut anschauen kann. Überzeugende Darsteller, eine gute Story und sehenswerte Kampfhandlungen lassen keinerlei Wünsche offen, so das man ohne Bedenken eine Empfehlung für diesen B-Movie aussprechen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,33:1 (4:3)
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Trailershow


7,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Platoon Leader
BeitragVerfasst: 28. Jan 2013, 18:40 
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Vampir-Adel

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Master of Horror hat geschrieben:
Natürlich bleibt es auch in diesem Film nicht aus das ein wenig Patriotismus mitschwingt, zudem ist es ja auch schon fast als selbstverständlich anzusehen, das die Nord-Vietnamesen als wahre Bestien und die Amerikaner als die Guten hingestellt werden. An diese Dinge hat man sich gewöhnt, so das dieser Punkt keine wirkliche Überraschung sein dürfte.


Also ich für meinen Teil, werde mich nie an solch derartige filmische Interpretationen gewöhnen! :roll:
Das ist auch mal wieder so ein Film, der natürlich die US Soldaten als " Helden " feiert!
Schon der Filmtitel, der die Bezeichnung PLATOON enthält, läßt schon den Schluß zu, das dieser Streifen hier auf den drei Jahre zuvor entstandenen Film PLATOON ( USA 1986 ) abzielt, der von Oliver Stone inszeniert wurde!

Der Offizier JEFF KNIGHT hat gemäß der damaligen US Strategie den Auftrag, die Zivielbevölkerung zu Freunden Amerikas zu machen und ein Dorf vor den Übergriffen des Vietcong zu schützen! Als diese Vietcong natürlich eine wehrlose Frau töten, wird der weitere Kriegverlauf selbstverständlich " legitim ", denn die Täter werden sofort mit Handgranaten eingedeckt! Später sind die Vietnamesen besser vorbereitet und schlagen zurück und es gibt auf seiten der Amerikaner Tote! Das Dorf wird plattgemacht!

Zwar sind solche Bilder toter Zivilisten ausdrucksstark, wie es unzählige reale Dokumentaraufnahmen vom Vietnamkrieg belegen, aber hier werden die Täter MAL WIEDER sozusagen ausgetauscht, denn man sollte nie vergessen; die feindlichen Invasoren sind die Amerikaner, die in Vietnam nun mal nichts zu suchen hatten und die Vietnamesen sind die, die sich im Verteidigungskampf befunden haben. Zwar haben die kämpfenden Vietnamesen, also die Freiheitskämpfer im Süden des Landes ( Vietcong ) und die Nordvietnamesen auch keine Rücksicht auf die Zivielbevölkerung genommen, da die Amerikaner sehr geschickt darin waren Einheimische für " ihre Sache " einzulullen, aber die US Soldaten hatten noch viel weniger Rücksicht auf die Bewohner des Landes genommen!

Dem Zuschauer werden auch hier wieder diverse Identifikationsfiguren geboten, mit denen man mitfühlt!
Der Offizier Jeff, der erstmal ein Neuling ist und als unerfahren gelten tut, sich aber später mit Tapferkeit bewährt und der großen Kameradschaft mit den übrigen Soldaten nichts mehr im Wege steht! Und wenn einer stirbt, kennt man das ja zur genüge, wenn irgendein US Soldat den Tod eines Kameraden beweint, der Sterbende natürlich seinem Tod noch vorher einen Sinn gibt, indem er er ein Kind rettete! Also ne, da graust es mir, bei solchen Inszenierungskram und da kommt mir der Tee von vorgestern hoch! Die US Soldaten werden hier mit all ihren Gefühlen und Emotionen dargestellt, wie üblich und die Vietnamesen als bösartige kalte Killer, die hier schemenhaft in Erscheinung treten! Wo beim Zuschauer, aufgrund dessen die Sympathien liegen dürfte klar sein!

Das einzig positive an dem Film ist, das man ihm kaum anmerkt, das er in Afrika gedreht worden ist und man ihm abnimmt im Dschungel Vitenams zu sein! Naja, eine Dreherlaubnis direkt in Vietnam hätte man den Filmemachern eh verweigert! :D

Wieder mal so ein total verklärender, verlogener Vietnam Kriegfilm, der die ach so guten US-Soldaten mit Heiligenschein darstellt und alle anderen sind eben nur die bösen Vietnamesen! Angeblich gibt sich der Film kritisch, aber davon sehe / sah ich nichts, denn eventuelle Fragen nach dem Sinn des Ganzen kommen erst gar nicht auf. Vielmehr propagiert er den Vietnamfeldzug und feiert zusätzlich diesen Krieg als reines Männerabenteuer, wo man sich ja, mal wieder irgendetwas beweisen muß!

Solche Filme sind für mich der allerletzte Müll, gelinde ausgedrückt!
GrafKarnstein
vamp11


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