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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Iron Sky (2012)
PostPosted: 14. Dec 2012, 01:14 
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Iron Sky
(Iron Sky)
mit Julia Dietze, Christopher Kirby, Götz Otto, Udo Kier, Peta Sergeant, Stephanie Paul, Tilo Prückner, Michael Cullen, Ben Siemer, Tom Hoßbach, Milo Kaukomaa, Vivian Schneider, Fang Yu
Regie: Timo Vuorensola
Drehbuch: Johanna Sinisalo / Jarmo Puskola
Kamera: Mika Orasmaa
Musik: Laibach
FSK 12
Australien / Deutschland / Finnland / 2012

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs schaffen es die Nazis mit Hilfe von riesigen Ufos, sogenannten Reichsflugscheiben, die dunkle Seite des Mondes zu besiedeln. Als sie im Jahr 2018 zufällig von einer amerikanischen Mondmission entdeckt werden, sehen sie ihre Zeit gekommen, um wieder nach der Weltherrschaft zu greifen. Von nun an lastet das Schicksal der Menschheit auf den Schultern von Renate Richter (Julia Dietze), einer von der Nazi-Ideologie überzeugten Lehrerin. Auf der Erde angekommen wird ihr jedoch schnell bewusst, dass sie ihr Leben lang einer Lüge aufgesessen ist. Nur wie soll es ihr gelingen, ihren machtbesessenen Verlobten Klaus Adler (Götz Otto) und dessen Götterdämmerung aufzuhalten?


Wenn man sich einmal im Netz umschaut muss man feststellen, das "Iron Sky" doch die unterschiedlichsten Kritiken nach sich zieht. Für die einen ist der Film nicht witzig genug, für andere stellt er ein absolutes Highlight dar. Die Wahrheit liegt wohl wie immer irgendwo dazwischen und esliegt am ganz eigenen Geschmack des jeweiligen Betrachters, wie er diese skurrile Parodie einordnet. Die Geschichte offenbart einen Humor, der auf den ersten Blick vielleicht nicht immer für die großen Lacher sorgt, doch bei genauerer Betrachtung präsentiert sich eine Kombination aus Ernsthaftigkeit-und Komik, die mir persönlich äußerst gut gefallen hat. Trotz der skurrilen Rahmenhandlung hat Regisseur Timo Vuorensola das Geschehen durchaus ernsthaft in Szene gesetzt, das Ganze jedoch mit teilweise herausragender Situationskomik versehen, die dem Zuschauer phasenweise die Tränen in die Augen jagt. Stellvertretend dafür steht allein schon die Einführung in die Geschichte, in der ein amerikanischer Astronaut auf der dunklen Seite des Mondes den dort angesiedelten Nazis in die Hände fällt. Der gute Mann ist selbstverständlich ein Schwarzer und so werden gleich zu Beginn Tür und Tor für herrlich bissigen Wortwitz geöffnet.

Das zieht sich dann auch durchgehend durch das gesamte Szenario, immer wieder wird man mit den unglaublichsten Situationen konfrontiert, die jede Menge groteske Situationen und herrlich schräge Dialoge offenbaren. Der Humor ist dabei größtenteils recht trocken geraten, was nun sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird, wer jedoch seine Freude an unverhohlenem Sarkasmus hat, sollte hier jederzeit auf seine Kosten kommen. Doch "Iron Sky" ist nicht nur herrlich schräg-und witzig, die grotesken Ereignisse beinhalten auch eine ganze Menge an guten Action-Passagen, die sich insbesondere in der zweiten Filmhälfte zu erkennen geben, in der die geplante Invasion der Erde ernste Konturen annimmt. Die damit verbundene Luftschlacht erinnert dabei schon an diverse SCI/FI Filme und wurde sehr unterhaltsam in Szene gesetzt. Ein weiterer Höhepunkt sind meiner Meinung nach die etlichen politischen Spitzen, die sich insbesondere auf die Darstellung der amerikanischen Präsidentin beziehen. So wird ihr Wahlkampf bewusst überzogen als große Show dargestellt und bietet so manche Passage, bei der man wunderbar ablachen kann.

Es wäre mühsam jetzt alle Höhepunkte aufzuzählen, zudem würde man zuviel über den Inhalt verraten und vielen Leuten die Vorfreude auf das abgedrehte Spektakel nehmen. Man muss das wilde Treiben wirklich selbst gesehen haben, um sich einen Überblick über die Klasse dieses Werkes zu machen, das eine ganz wunderbare Persiflage darstellt. Einzig und allein einen Aspekt kann man dem Szenario eventuell vorwerfen, entpuppt es sich an einigen Stellen in der Beziehung eventuell ein wenig unentschlossen, ob es eine total trashige Richtung einschlägt, oder aber seinen ernsthaften Anstrich beibehält. Hierbei handelt es sich aber lediglich um eine kleine Kritik auf hohem Niveau, denn insgesamt gesehen ist "Iron Sky" ein erstklassiger Film, der jede Menge Kurzweil bereitet. Auch in darstellerischer Hinsicht gibt es keinerlei Grund zur Beanstandung, vor allem die deutschen Darsteller der bösen Nazis wissen jederzeit zu überzeugen und offenbaren dabei ein feines Gespür dafür, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, was dem Ganzen einen äußerst symphatischen Anstrich verleiht.

Und so kann man letztendlich von einem wirklich gelungenem Film sprechen, den Timo Vuorensola mit seiner zweiten Regie-Arbeit auf die Beine gestellt hat. Bissiger Humor und teils brillante Situationskomik treten dabei verstärkt in den Vordergrund, feinster Sarkasmus und etliche Klischees runden die ganze Sache absolut perfekt ab und sorgen für ein Filmerlebnis der besseren Art, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Auch wenn viele Leute das anders sehen mögen, offenbart sich in vorliegender Geschichte ganz erstklassiger Humor, der jedoch an vielen Stellen sehr tiefgründig vertreten ist und so auch oft erst auf den zweiten Blick zu erkennen ist.


Fazit:


Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen an dieses Werk herangegangen, die sich im Endeffekt auch alle erfüllt haben. Eine tolle Mixtur aus Ernsthaftigkeit-und Komik verleiht diesem Film eine ganz besondere Note und sorgt so für durchgehend beste Unterhaltung. Ein herrlich skurriles Spektakel für jeden, der die feine Klinge des Humors zu schätzen weiß.


7/10

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 Post subject: Re: Iron Sky
PostPosted: 14. Dec 2012, 09:53 
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Von mir gibts 8 von 10 Punkten. Ich bin komplett ohne Erwartungen in den Film gegangen und habe mich köstlich amüsiert. Ich liebe die Darstellung der Amis und wie die Präsidentin auf die Mondnazis reagiert. Herrlich, wie da mit Klischees gespielt wird ^^

Besonders geil finde ich ja, dass die Frankfurter Skyline als New York her halten musste. Ein paar zusätzliche Hochhäuser nachgearbeitet - fertig! :mrgreen:

Absolut empfehlenswert!

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