Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Apocalypse Now (1979)
BeitragVerfasst: 15. Dez 2013, 16:20 
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Apocalypse Now
(Apocalypse Now)
mit Marlon Brando, Martin Sheen, Robert Duvall, Frederic Forrest, Sam Bottoms, Laurence Fishburne, Albert Hall, Harrison Ford, Dennis Hopper, G.D. Spradlin, Jerry Ziesmer, Scott Glenn, Bo Byers, James Keane
Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: John Milius / Francis Ford Coppola
Kamera: Vittorio Storaro
Musik: Carmine Coppola / Francis Ford Coppola
FSK 16
USA / 1979

Mitten im Wahnsinn des Vietnamkrieges erhält Captain Willard den Auftrag für eine waghalsige Mission: Er soll sich mit einer Hand voll Soldaten zum Lager des sadistischen Colonel Kurtz im kambodschanischen Dschungel durchschlagen. Der brutale Kurtz lässt sich nicht mehr von der Militärführung kontrollieren und richtet von seinem Hauptquatier aus ein unglaubliches Blutbad nach dem anderen an. Willard hat den ausdrücklichen Befehl, den Sadisten zu liquidieren. Auf ihrem Weg begegnet die Truppe dem sonderbaren Colonel Kilgore, der seine Hubschrauberpiloten ihre Attacken zu den Klängen der "Walküre" fliegen lässt. Je tiefer das amerikanische Boot in den Dschungel eindringt, desto blanker liegen die Nerven der Besatzung. Ihre Mission führt die fünf Soldaten geradewegs in die Abgründe der menschlichen Seele...


Francis Ford Coppola hat einem ja wirklich so manchen außergewöhnlich guten Film serviert und gerade sein "Apocalypse Now" wird von den meisten Leuten als absolutes Meisterwerk angesehen, das dem Zuschauer auf eine eher ungewöhnliche Weise die Schrecken des Vietnam-Krieges aufzeigt. Nun muss man diese Sichtweise definitiv akzeptieren, darf jedoch durchaus anderer Meinung sein, was bei der vorliegenden Geschichte meiner Meinung nach auf keinen Fall ein Wunder ist, denn die hier ins Bild gesetzten Ereignisse treffen doch längst nicht alle Geschmäcker. Zugegebenermaßen sollte man dem Werk eine gewisse Bildgewalt attestieren und das Szenario beinhaltet auch jede Menge philosophische Ansätze, die den Film in meinen Augen aber auch nicht gerade besser machen. Man sollte jedoch von der ersten Minute darauf eingestellt sein, das sich hier auf gar keinen Fall ein Kriegsfilm im üblichen Sinne offenbart, vielmehr erscheint es größtenteils so, als wenn Coppola das Gehirn des Zuschauers mit seinem bizarren Szenario irgendwie weich kochen will und streckenweise weiß man so gar nicht, was man mit den präsentierten Bildern denn nun anfangen soll. Der Wahnsinn des Krieges soll hier herausgestellt werden und ehrlich gesagt gelingt das sogar sehr gut. Nun sollte man aber auch zwischen der alten Kinoversion und der hier besprochenen Redux-Variante des Werkes unterscheiden, die immerhin fast 50 Minuten mehr Laufzeit beinhaltet. Beinhaltete die alte Version schon diverse Längen, so kann man sich ganz bestimmt gut vorstellen, das die 194 Minuten Variante größtenteils eine echte Quälerei ist. Ganz ehrlich gesagt kann ich persönlich mich weder mit dem kurzen noch mit dem längeren Szenario anfreunden, doch was sich einem in der hier besprochenen Fassung präsentiert, ist an Langeweile nur schwerlich zu überbieten.

Es mag ja durchaus in Ordnung sein, das viele Leute in diesem Film eine Genialität erkennen die sich anderen Leuten eventuell verschließt, doch auch die ganzen moralischen Anprangerungen und philosophischen Gedankenansätze können kaum darüber hinwegtäuschen, das man mit einer quälend lang erscheinenden Suche nach einem Mann konfrontiert wird, die lediglich einige skurril erscheinende Passagen als Höhepunkte beinhaltet, die man ehrlich gesagt noch nicht einmal für voll nehmen kann. Da werden mitten im Kugelhagel auf einmal Surfbretter ausgepackt und der Krieg wird zum Nebenschauplatz, was zwar sicherlich den Wahnsinn in den Vordergrund stellt, aber irgendwie so dermaßen unglaubwürdig erscheint, das man nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen kann. Dabei handelt es sich an dieser Stelle lediglich um ein exemplarisches Beispiel für jede Menge Nonsens, die dieses ach so hoch gelobte Meisterwerk beinhaltet. Wären da nicht die zugegebenermaßen teilweise wirklich beeindruckenden Bilder, dann könnte man sogar von einem echten Totalausfall sprechen, denn man sollte sich schon selbst in einer Art Drogenrausch befinden, um diesem unsäglichen Langeweiler etwas abgewinnen zu können. Manch einer mag mich nun als Kunstbanausen ansehen der nicht viel von echter Filmkunst versteht, doch ehrlich gesagt frage ich mich unentwegt, was den so eindrucksvoll und einzigartig an diesem Film sein soll, der meiner persönlichen Meinung nach stellenweise absolut unrealistisch erscheint und durch irgendwelche hochtrabenden Andeutungen als Kunstwerk verkleidet wird.

Geschlagene zweieinhalb Stunden begleitet man einige Männer auf einem Boot die den Auftrag haben einen ihrer Landsleute zu töten, wobei dann das Aufeinandertreffen der Hauptfiguren, das hier so sehnsüchtig erwartet wird nicht mehr als ein laues Lüftchen darstellt. Hatte man zuvor noch die Hoffnung gehegt, das "Apocalypse Now" zumindest mit einem furiosen Showdown aufwartet, so wird man gerade an diesem Punkt der Ereignisse am meisten enttäuscht. Zugegeben, reißerische Action hätte den Eindruck des bisherigen Ablaufes noch schlechter dastehen lassen und vollkommen unpassend gewirkt, doch insbesondere der Auftritt von Marlon Brando entpuppt sich als größte Schwachstelle eines Werkes, das weder Fisch noch Fleisch darstellt. Das ich mich mit meiner Sichtweise weit aus dem Fenster lehne ist klar, jedoch konnte mich das größtenteils bizarre Geschehen zu keiner Zeit fesseln und schon gar nicht begeistern, vielmehr präsentiert Coppola eine Geschichte, die zwar durchaus gute Ansätze beinhaltet, die aber durch die an etlichen Stellen künstlich wirkende Umsetzung fast schon lächerlich daher kommt. Die von vielen Leuten nur zu oft beschriebene Faszination dieses Filmes hat sich mir in keiner Phase erschlossen und so werde ich mich wohl niemals wirklich mit diesem komischen Werk anfreunden können, das aus unerfindlichen Gründen als Meisterwerk bezeichnet wird, was aber viel zu hoch gegriffen ist.

Nun sind die Geschmäcker aber Gott sei dank verschieden, doch "Apocalypse Now"hinterlässt neben einem weich gekochten Gehirn ansonsten lediglich Langeweile. Wer auf längere Bootsfahrten und durchgeknallte Charaktere steht wird sicherlich seine Freude haben, aber sonst beinhaltet die Geschichte eher herzlich wenig, was auch nur annähernd erwähnenswert wäre. Wenn man sich den Film denn überhaupt anschauen will sollte man allerdings definitiv zur kürzeren Variante greifen, in der die langatmigen Passagen sich noch in einem etwas überschaubaren Rahmen bewegen, die Langeweile aber dennoch oft genug zum Vorschein kommt. Sorry Mr. Coppola, aber diesen Drogen-Trip hätte man sich auch sparen können, denn bis auf die musikalisch ansprechende Eröffnungs-Sequenz (This is the End) konnte ich kaum nennenswerte Höhepunkte erkennen.


Fazit:


Der Wahnsinn steht in dieser Geschichte ganz eindeutig im Mittelpunkt, wobei sich einem aber oft genug die Frage stellt, worin dieser denn eigentlich besteht. Ist es der Schrecken des Krieges oder die unglaublich zermürbende-und langatmige Erzählweise einer Story, die zwar mit etlichen bekannten Darstellern gespickt ist aber keinesfalls die Genialität erkennen lässt, die manch einer in ihr sehen will.


4/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Apocalypse Now (1979)
BeitragVerfasst: 12. Jan 2014, 20:29 
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USA 1979 / 2001 (Redux) / 2011 (Full Disclosure)
Regie: Francis Ford Coppola
Darsteller: Martin Sheen, Robert Duvall, Frederic Forrest, Albert Hall, Sam Bottoms, Laurence Fishburne, Dennis Hopper, Harrison Ford, Marlon Brando, Christian Marquand, Aurore Clément
Laufzeit: 153 min. (Kinofassung) / 202 min. (Redux)
FSK: 16

„Mein Film ist kein Spielfilm. Mein Film handelt nicht von Vietnam. Er ist Vietnam selbst“
-FF Coppola

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Vorgeschichte:
APOCALYPSE NOW ist angelehnt an Joseph Conrads 1902 erschienene Erzählung „Herz der Finsternis“: Der erfahrene und weitgereiste Kapitän Marlow erhält den Auftrag einen äußerst abgelegenen Handelsstützpunkt in Afrika, genauer im Kongo, anzufahren und nach dem Rechten und Mr. Kurtz (dem Leiter der Station) zu sehen. Die Reise dauert zwei Monate oder 800 Meilen und wird Marlow verändern – für immer, ist sie doch auch eine Reise zu sich selbst und den Wurzeln dessen was wir als Zivilisation definieren. Marlow erkennt dass die von den Kolonialmächten definierten Regeln scheitern müssen angesichts vollkommen anderer Bedingungen und Lebensumstände. Kurtz selbst hat sich lange vorher von allen Normen und Konventionen verabschiedet und zu einer Art Alleinherrscher erkoren der seine eigenen Gesetze schafft und gottgleich über die Eingeborenen herrscht. Letztlich stirbt Kurtz krankheitsbedingt, nicht ohne Marlow erschreckende Einblicke in andere Welten gegeben zu haben...Wer an den Themen Imperialismus, Kolonisation und Sebstreflektion interessiert ist sollte diese Erzählung lesen! Erstmals plante Orson Welles eine Verfilmung 1939 die aber am zu hohen Budget scheiterte, Werner Herzogs „Aguirre, der Zorn Gottes“ (1972) ist in weiten Teilen inspiriert von Conrads Werk. Coppola plante eine Verfilmung 1969 mit Handkameras in Vietnam, aus naheliegenden Gründen wurde daraus nichts und stattdessen drehte er „Der Pate I + II“. Dies hatte den Vorteil dass er den endgültigen Drehbeginn 1976 finanziell relativ gut abgesichert beginnen konnte und somit sämtliche künstlerischen Freiheiten garantiert waren.

Die Dreharbeiten selbst waren eine einziges aberwitziges Panoptikum an Schwierigkeiten, Katastrophen und Problemen. Man entschied sich für die Philippinen unter dem damaligen Machthaber Marcos wegen der landschaftlichen Ähnlichkeit, auch weil das Regime seine Militärhubschrauber gegen Bezahlung für den Film auslieh – insofern sie nicht gerade für Einsätze gegen die kommunistischen Rebellen abberufen wurden. Am Ende standen sagenhafte 238 Drehtage zu Buche, Wetterkatastrophen die die Filmbauten nahezu komplett zerstörten, ein Herzinfarkt des Hauptdarstellers, die Verdoppelung des ursprünglichen Budgets (und damit einhergehend die Verpfändung Coppolas' Privatvermögens), ein Regisseur der an den Rand seiner künstlerischen Kreativität geführt wurde und und und. Die Presse titelte „Apocalypse When?“ oder „Apocalypse Forever“ angesichts der schier nicht endenwollenden Arbeiten, und nach meiner Meinung wurde der Film auch letztlich nur deshalb fertig weil sich FF Coppola mit Leib, Seele und Hab und Gut dieser Herausforderung verschrieben hat, ein Alles-oder-Nichts.


„Der Film den Francis dreht ist eine Metapher für eine Reise ins eigene Ich“
- Eleanor Coppola

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Handlung:

1) Warten
Captain Willard (Martin Sheen) wartet in einem Hotelzimmer in Saigon auf seinen nächsten „Auftrag“. Die Wartezeit verbringt er mit Alkoholexzessen, Willard ist ein seelisches Wrack kurz vor dem engültigen Zusammenbruch.

2) Der Auftrag
Zwei GI's besuchen Willard um ihn nach Nha Trang zum Nachrichtendienst zu eskortieren, was allerdings erst mal Ausnüchtern unter der Dusche bedeutet. Dort angekommen erhält er in kultivierter Atmosphäre von seinen Auftraggebern seinen „Auftrag“: Dem Kommando des angeblich geistesgestörten Colonel Kurtz „ein Ende“ zu bereiten – man könnte auch sagen Kurtz selbst. Mit einem Dossier in Händen macht sich Willard auf zu dem Patrouillenboot dass ihn zur Basis des Delinquenten bringen soll

3) Annäherung
Die Besatzung des Bootes und Willard lernen sich kennen:
Chief Petty Officer Phillips (Albert Hall) – Kapitän
„Chef“ Hicks (Frederic Forrest) – Maschinist und Saucier dem der Krieg die Ausbildung verhagelte
Lance (Sam Bottoms) – eigentlich ein Profisurfer, völlig falsch am Platz
Clean (Laurence Fishburne) – jung und Kanonenfutter wie die meisten



4) Kilgore
Willard trifft den Kommendeur einer Luftlandeeinheit: Lt. Col. Bill Kilgore (Robert Duvall) der zwar nichts von einem Auftrag weiß das Boot zu eskortieren, aber als Hobbysurfer sofort Feuer und Flamme ist angesichts der Aussicht auf „fantastische“ Wellen und Lance darauf surfen zu sehen. Kilgore's Einheit besteht aus „Kavallerie die ihre Pferde gegen Hubschrauber eingetauscht hat“ und den Tag mit Barbecue und Lagerfeuerromantik beschliesst. Kurzerhand wird ein Angriff improvisiert und die feindliche Basis dem Erdboden gleichgemacht, während ringsum der Krieg in vollem Gang ist befiehlt Kilgore einigen seiner Soldaten zu surfen oder zu kämpfen. So surfen sie denn inmitten einschlagender Granaten...und Willard macht sich mit seiner Crew aus dem Staub, nicht ohne Mitnahme Kilgore's Surfbretts.

5) Hau Phat
Das Boot macht Halt zum Nachtanken an der gleichnamigen Nachschubbasis und bekommt die unverhoffte Gelegenheit einen Auftritt diverser Playboy-Bunnies zu verfolgen, der allerdings jäh endet als die Reaktionen der Soldaten zu heftig werden und in einem panikartigen Fluchtmanöver endet.

6) Sampan
Phillips will einen entgegenkommenden Sampan kontrollieren und stellt sich gegen Willard der dies ablehnt. Die Kontrolle endet in einem Fiasko da die völlig unerfahrene und überforderte Besatzung weder Nerven noch Bewaffnung unter Kontrolle behält. Die einzige verletzte Überlebende erschießt Willard kurzerhand mit der Pistole. Er verweist darauf daß diese Kontrolle überflüssig gewesen sei und stellt damit auch die Machtverhältnisse ein für allemal klar.

7) Wiedersehen
Ein „Schrottplatz“ inmitten der Wildnis, hier trifft die Besatzung die gestrandeten Bunnies wieder und erkauft sich im Tausch gegen Diesel (?) sexuelle Dienstleistungen. Man sieht die Häschen als das was sie sind: ebenfalls Opfer...

8) Grenzen
Die Do-Lung-Brücke ist eine wahrhafte Grenzstation, unwirklich und abstrakt und auch die letzte Station der US-Streitkräfte. Wahnsinn ist Normalität, nicht Ausnahme. Soldaten die Tote beschiessen, die Brücke tagsüber aufbauen die dann prompt nachts zerstört wird. Chaos, Willkür und Wahnsinn...

9) französisches Intermezzo
Clean fiel einem Beschuss aus dem Hinterhalt zu Opfer, aus dem Nebel taucht eine Handelsstation auf die sich als französische Kautschukplantage entpuppt in der die Zeit irgendwann in den fünfziger Jahren stehengeblieben zu sein scheint. Clean wird angemessen bestattet und es bleibt Zeit für eine kurze Erholung. Willard muss sich anhören dass die Amerikaner „für das abenteuerlichste Nichts in der Geschichte“ kämpfen.

10) Das Grauen
Chief stirbt an einem Pfeil – und versucht noch im Sterben Willard zu töten. Es folgt eine letzte Atempause in der Lance dem Toten eine angemessene „Flussbestattung“ erweist. Kurz darauf erreicht das Boot Kurtz' Lager – hoffnungslos unterlegen und nur begrüsst von einem Fotoreporter (Dennis Hopper) der irgendwie „hängengeblieben“ und ersichtlich ein Bewunderer Kurtz' ist. Chef wird getötet, Lance passt sich an und Willard wird gefangengenommen. Die Gründe für die Gefangennahme sind etwas unklar, hat er doch sowieso keine Chance irgendetwas zu tun und sind vielleicht in seiner labilen Situation begründet die Kurtz nicht verborgen bleibt. Willard gesundet schliesslich zumindest physisch während er tagelang den Monologen des Colonels zuhört der ihn geradezu dazu zwingt seine Mission zu erfüllen. Willard tötet Kurtz letztlich und flieht mit Lance.


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Wertung

APOCALYPSE NOW ist ein Film über eine Reise, sowohl durch das vom Krieg geschüttelte Vietnam als auch der Reise von Willard zu seinem Gegenpol Kurtz. Und wie so oft bei Reisen ist der Weg das Ziel. Und es ist sehr intensiv und auch fesselnd zu beobachten wie sich Willard während der Fahrt mit Kurtz beschäftigt, seine Handlungsweisen und Motivation nicht nur hinterfragt sondern nachzuvollziehen beginnt angesichts des Wahnsinns von dem er umgeben ist. „Einen Mann an so einem Ort wegen Mordes zu belangen ist wie eine Verwarnung wegen überhöhter Geschwindigkeit beim Autorennen“ Oder auch die zynische Botschaft per Megaphon an die Bevölkerung eines gerade „gesäuberten“ Dorfes: „Wir sind hier um Euch zu helfen!“

Willard hat schlicht und einfach kein Rezept und keine Strategie als er letzlich Kurtz' Basis erreicht, er hat sich ihm gedanklich zu weit genähert und fällt ihm letztlich wehrlos in die Hand: als geformtes und gestaltetes Werkzeug von Kurtz' Gnaden erlöst er ihn von seinem Dasein, desillusioniert, gescheitert und gebrochen bleibt ihm als letztes Wort nur „das Grauen“. Getötet aus eigenem Willen von einem „weder Mörder noch Soldaten, sondern einem Laufburschen, von Kolonionalwarenhändlern geschickt die Rechnung vorzulegen“. Kurtz bezahlt sie...

Ist man bereit sich auf die Protagonisten und die Geschichte einzulassen erlebt man einen fesselnden Film der auch vom absolut passenden Soundtrack getragen wird und von der Stimme Christian Brückners (Willard) lebt und einen lange nachher beschäftigt. Ich habe A. N. bestimmt mittlerweile an die 12mal gesehen und entdecke immer neue Facetten, Bilder, Dialoge. Gerade in der Arthaus-BD-Full-Disclosure-Edition die gestochen scharfe Bilder und einen unglaublich satten Ton bietet, aber eben auch Extras ohne Ende, ein unbedingtes Muss und in keinster Weise zu vergleichen mit der normalen DVD. Sonst vergleicht man Äpfel und Birnen...

APOCALYPSE NOW ist ein Meilenstein, einer DER Filme des letzten Jahrhunderts, ein Kunstwerk und für mich Coppola's bester Film! 11/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Apocalypse Now (1979)
BeitragVerfasst: 12. Jan 2014, 20:33 
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Ich finde genau das was Cylde da anspricht sehr passend den der Mix aus dem das ganze ist macht es zu einen Meisterwerk.

Und allem voran finde ich den Soundtrack echt genial nur diese Soundtrack brachte mich zur klassichen Musik


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 Betreff des Beitrags: Re: Apocalypse Now (1979)
BeitragVerfasst: 12. Jan 2014, 20:37 
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Schöne Kritik, auch wenn ich den Film total anders empfinde. Ein Kunstwerk kann ich darin wirklich nicht sehen, aber das muss ich ja auch nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Apocalypse Now (1979)
BeitragVerfasst: 12. Jan 2014, 20:44 
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Er meinte ja auch das man sich auf den Film einlassen und wen man sich nicht einlässt kann der auch langatmig sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Apocalypse Now (1979)
BeitragVerfasst: 12. Jan 2014, 20:56 
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Mensch War, natürlich habe ich mich auf den Film eingelassen, aber dennoch ist er für mich stinklangweilig. Die so oft erwähnte Genialität des Streifens hält sich halt anscheinend sehr gut versteckt und das Szenario besteht fast ausschließlich aus einer netten Bootsfahrt mit einigen skurrilen Zwischenfällen, mehr ist es einfach nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Apocalypse Now (1979)
BeitragVerfasst: 12. Jan 2014, 21:02 
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Ja kann sein bestreite ich auch nicht. Ich mag ihn halt sehr aber ich kann deine Kritik auch gut verstehen


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 Betreff des Beitrags: Re: Apocalypse Now (1979)
BeitragVerfasst: 12. Jan 2014, 21:04 
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Warbeast 34 hat geschrieben:
Ja kann sein bestreite ich auch nicht. Ich mag ihn halt sehr aber ich kann deine Kritik auch gut verstehen



Ist ja auch vollkommen in Ordnung, aber hier geht es dann wirklich um das persönliche Empfinden, dennoch habe ich ja keine 0/10 verteilt. :lol22:

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 Betreff des Beitrags: Re: Apocalypse Now (1979)
BeitragVerfasst: 12. Jan 2014, 21:10 
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Jetzt stichel wir aber ein wenig


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 Betreff des Beitrags: Re: Apocalypse Now (1979)
BeitragVerfasst: 12. Jan 2014, 21:13 
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Nee, rein subjektiv gesehen würde ich die sehr wohl vergeben, weil es für mich persönlich einer der langweiligsten Filme aller Zeiten ist, aber objektiv wäre das keinesfalls gerechtfertigt.

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