Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Evil Ed (1995)
PostPosted: 10. Dec 2012, 17:00 
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Evil Ed
(Evil Ed)
mit Johan Rudebeck, Per Löfberg, Olof Rhodin, Camela Leierth, Gert Fylking, Cecilia Ljung, Pia Berg, Marie Bergenholtz, Andreas Beskow, Monia Botngard, Robert Dröse, Anders Ek, Hanna Elvin, Christer Fant
Regie: Anders Jacobsson
Drehbuch: Anders Jacobsson / Göran Lundström
Kamera: Anders Jacobsson
Musik: Keine Informationen
Ungeprüft
Schweden / 1995

Edward arbeitet als Cutter an der Horror-Serie “Loose Limbs”. Durch den Anblick der vielen Splatterszenen wird er langsam wahnsinnig und startet seinen eigenen blutigen Amoklauf als “Evil Ed”.


Mehr als diese knappe Inhaltsangabe benötigt diese schwedische Produktion überhaupt nicht, ist damit doch auch schon erschöpfend der gesamte Inhalt der Geschichte verraten worden. Man merkt also, das "Evil Ed" ganz bestimmt nicht zu den besonders inhaltsvollen Horror-Komödien zählt, umso mehr Spaß hat man allerdings mit der Umsetzung dieser gorigen-und witzigen Story, die man durchaus als Bereicherung für das Genre ansehen kann. Dabei ist die hohe Alterseinstufung durchaus gerechtfertigt, beinhaltet der Film doch in seiner ungeschnittenen Version eine Menge an Blut und Härte, was jedoch durch den vorhandenen Humor gar nicht einmal so stark auffällt. Der Höhepunkt des teils sehr skurrilen Geschehens ist sicherlich die Hauptfigur Edward (Johan Rudebeck), der zuerst als braver-und äosserst biederer "Cutter" auftritt, dem man allein von der Optik her niemals etwas Schlimmes zutrauen würde. Sein Wesen ändert sich jedoch schlagartig, als er in die Horror-Abteilung seiner Firma versetzt wird und durch das Anschauen etlicher Horrorfilme selbst zu einer mordenden Bestie mutiert.

Das Horrorfilme extrem schädlich sein können, muss man sich in der heutigen Zeit immer wieder anhören und "Evil Ed" ist ein einziges Plädoyer für diese These. Dabei ist es Regisseur Anders Jacobsson absolut genial gelungen, diese These auf eine extrem witzige Art und Weise ins Licht zu rücken, was aber auch größtenteils seinem Hauptdarsteller zu verdanken ist. Rudebeck bringt dem Zuschauer die Wesensänderung zum psychophatischen Killer auf eine so herzerfrischende-und charmante Art näher, das man sich phasenweise vor lachen kaum wieder einkriegt. Dabei ist die Verwandlung des einst braven Bürgers teilweise so überzeichnet dargestellt, das es einfach eine wahre Pracht ist. Geschickt wurde der Story-Plot einerseits durchaus ernst dargestellt, um dann immer wieder durch komödiantische Anteile die Lachmuskeln des Betrachters zu strapazieren. Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz dieses Filmes aus, der in etlichen Passagen sogar richtig düster-und bedrohlich erscheint.

Der vorhandene Härtegrad ist durchaus ansehnlich und dürfte selbst eingefleischte Gorehounds auf ihre Kosten kommen lassen. Edward legt nämlich mit der Zeit ein angenehmes Tempo, so das die Zahl seiner Opfer ziemlich schnell ansteigt. In der Wahl seiner Mittel ist er dabei nicht sonderlich wählerisch, wichtig ist einzig und allein der Aspekt, das genügend Blut fließt und seine Opfer möglichst schmerzvoll über den Jordan gehen. In Kombination mit dem sehr gelungenen Humor-und teils aberwitziger Situationskomik bekommt man so eine in allen Belangen überzeugende Horror-Komödie geboten, die unsere skandinavischen Freunde extrem unterhaltsam gestaltet haben. Dafür zeichnen auch die Darsteller verantwortlich, denen man die Lust am Schauspiel in jeder einzelnen Einstellung anmerkt.

Letztendlich hat Jacobsson eine Horror-Komödie kreiert, die diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Natürlich sind die Geschmäcker verschieden und so erntet auch "Evil Ed" einige eher schlechte Kritiken, die ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Der Film beinhaltet nämlich alles was eine gute Horror-Komödie braucht, es fließt genügend Kunstblut, urige Charaktere findet man zu Hauf und selbst eine bedrohliche Atmosphäre zieht sich durch die gesamte Story. Es ist also alles angerichtet für einen vergnüglichen Film-Abend, den man mit dieser DVD auf jeden Fall haben dürfte.


Fazit:


Urig, skurril-und witzig, aber teilweise auch hart-und sehr blutig fällt diese schwedische Produktion aus, die man bedenkenlos weiterempfehlen kann. So kann man Anders Jacobsson letztendlich nur zu diesem sehr gelungenem Regie-Debüt gratulieren, in dem er übrigens auch als Darsteller mitwirkt. Die etlichen Anspielungen auf diverse Genre-Klassiker-und die Thematisierung der Zensur-Problematik verleihen dem Werk zusätzlichen Biss, so das man insgesamt ein äusserst gelungenes Film-Vergnügen voraussetzen kann.


8/10

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