Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Robert McCammon – Swans Song 1 + 2 (1987)
BeitragVerfasst: 17. Sep 2015, 11:17 
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Autor: Robert McCammon
Titel: Swans Song (2015)
Originaltitel: Swans Song (1987)
Aufmachung: Taschenbuch
Verlag: Festa
Seiten: jeweils 576
Reihe: Festa Horror und Thriller


Inhalt:


Es ist zu spät um die Katastrophe noch aufzuhalten, als die Russen ihre Atomwaffen auf die Vereinigten Staaten abfeuern und damit die vorläufige Zivilisation endet. Vereinzelt und verstreut überleben einige wenige Personen quer über das Land verteilt. Darunter Sister, die in Manhatten als Obdachlose unterwegs gewesen war und mehr durch Zufall in einen Schacht kriechen konnte. Sie findet ein zusammengeschmolzenes Schmuckstück, mit welchem sie an ferne Orte sehen kann. Dabei entdeckt sie auch Swan, die zusammen mit dem ehemaligen Wrestler Josh unterhalb von PawPaw-Gemischtwarenladen in einer Kellerwohnung im Nirgendwo überlebt hat. Die dritte Gruppe besteht aus Roland Croninger und General Macklin, die beide in einer Atomschutzanlage untergebracht waren, welche allerdings den Versprechungen nicht stand gehalten hat. Und alles normale Leben auf der Welt scheint durch die atmare Verseuchung und dem folgenden Feuersturm zerstört zu sein. Die Menschen sind größtenteils verbrannt und verunstaltet. Außerdem bilden sich Auswüchse im Gesicht, die man bald als Hiobsmaske kennen sollte.

Jeder ist auf der Wanderung durch das Land um zu überleben. Während Macklin und Roland eine Armeeaufstellen um ihr Überleben zu sichern, will Sister um jeden Preis das kleine Mädchen namens Swan finden. Denn sie erkennt, dass Swan etwas besonderes ist: Swan hat die Gabe in einer lebensfeindlichen Umgebung die Erde wieder zu erwecken und damit neues Leben zu geben. Doch es gibt noch jemand anderes, der auf der Suche nach Swan und vor allem nach dem Glasdings ist: Der Mann mit dem scharlachroten Auge, und er will um jeden Preis dieses Ding haben, koste es, was es wolle...

Wertung:

Eine Inhaltsangabe ist gar nicht so einfach, denn mit seinen gesamt fast 1200 Seiten verteilt auf zwei Bücher ist das Werk hier einem Epos gleich geringfügig umfangreicher, als manch anderes Buch. Aber das ist auch gut so, denn in aller Ausführlichkeit wird die Welt nach dem Atomkrieg geschildert, und deshalb kann man fast von einer Utopie bzw. Dystopie sprechen, einer Welt, wie sie aussehen könnte, wenn alles zum Teufel gehen würde. Dabei gibt es hier drei Handlungsstränge, die Anfangs nur die Verbindung von Sister und Swan mittels dieses Glasrings aufweisen. Roland als auch Macklin sind davon sehr sehr lange losgelöst. Erst im letzten Drittel laufen alle Handlungsstränge ineinandern. Dies ist nicht unbedingt schlecht gelöst. Was hier sich ein wenig negativ auswirkt ist der Handlungszeitraum von insgesamt 7 Jahren, der mehr beiläufig zu Beginn des 2. Buches erwähnt wird. Das kann man so machen, muss man aber nicht zwangsweise, denn ich weiß nicht, ob sich die Charaktere in 7 Jahren nicht andere Ziele gesucht hätten. Wenn außerdem ein richtiger Fallout stattgefunden hätte, dann würden die Hauptpersonen das wahrscheinlich in diesen Jahren auch nicht unbegdingt unbeschadet überstanden haben.

Was dem Autor hier exzellent gelingt, sind die Farbtupfer der Hoffnung hier in diesem trostlosen Setting unterzubringen, und das ist es, was ein ums andere Mal dafür sorgt, dass man mit den Charakteren mitfühlen kann. Das man sich auf etwas freut, da es doch noch Schönheit in dieser Welt gibt, und das nicht alles vernichtet worden war. Das macht dieses Werk hier so besonders, und das hab ich in der Form in noch keinem Buch erlebt. Es sind hervorragende Szenen, wenn von einer Farm auf einmal die Äpfel herbeigebracht werden, die Swan hat wachsen lassen. Ich will hier nicht zu viel verraten, aber das macht das Buch lesenswert. Keine Ahnung ob McCammon es auch als Warnung geschrieben hatte, denn in den späten 80ern neigte sich zwar der Kalte Krieg dem Ende entgegen, aber er war zu der Zeit noch allgegenwärtig.

So viele Jahre (28 um genau zu sein) war dieses Werk nicht ungekürzt auf deutsch erhältlich. Warum eigentlich? Es ist genau ein solches Stück Literatur, was es manchmal braucht auch um auf Probleme und Gefahren hinzuweisen, auch wenn hier deutliche übernatürliche Phänomene und Elemte des Phantastischen vorhanden sind. Niemand sollte vor der sehr hohen Seitenzahl zurückschrecken, denn es lohnt sich auf jeden Fall Swans Song zu lesen. Der Titel ist übrigens sehr gut gewählt, denn er passt einfach. Auch die Cover bilden dieses Mal hervorragend den Inhalt der Bücher ab. Alles in allem kann man deshalb hier von einem rundum Sorglos-Paket sprechen und ich kann hier ohne Bedenken die Höchstnote von 10/10 für beide Teile zusammen geben, auch wenn der 1. Teil marginal besser ausgefallen war als der 2.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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