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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Das Kommando der Frauen (1973)
BeitragVerfasst: 24. Nov 2013, 14:37 
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Das Kommando der Frauen
(The Doll Squad)
mit Michael Ansara, Francine York, Anthony Eisley, John Carter, Lisa Todd, Rafael Campos, Lillian Garrett, William Bagdad, Herb Robins, Curt Matson, Christopher Augustine, Bertil Unger, Gustaf Unger, Richard Reed
Regie: Ted V. Mikels
Drehbuch: Jack Richesin / Pam Eddy / Ted V. Mikels
Kamera: Anthony Salinas
Musik: Nicholas Carras
juristisch geprüft
USA / 1973

Wenn höchste Regierungskreise keinen Ausweg mehr wissen, schickt die CIA die Sondertruppe "Doll Squad". Ein mutiges, intelligentes und außerordentlich hübsches Frauenkommando, bestehend aus acht jungen Girls, die weder Tod noch Teufel fürchten. Doch dieser Fall ist gefährlicher als alle bisherigen, die die Chefin Sabrina und ihre Mädchen je gelöst haben, weil ihre Gegner heimtückischer und skrupelloser sind als je zuvor. Ihr Ziel ist die totale Vernichtung der USA, dabei nehmen sie auf nichts und niemanden Rücksicht. "Alarmstufe 1" heißt es deshalb nicht nur für die Regierung, sondern auch für das mutige "Kommando der Frauen"...


Angeblich soll der vorliegende Film ja die Idee für die später anlaufende TV-Serie "Drei Engel für Charlie" geliefert haben und nach der Sichtung des Werkes scheint dies auch keinesfalls abwegig zu sein. Eine Horde Kampf-Amazonen soll die Welt vor einem Schurken beschützen, wobei die Umsetzung der Chose hier wirklich extrem unterhaltsam in Szene gesetzt wurde. Die ziemlich dünne Rahmenhandlung ist dabei durchaus zu vernachlässigen, vielmehr punktet das Geschehen durch einen hohen Trash-Anteil beim Zuschauer, ergeben sich doch etliche Momente-und Szenen, die durchzogen sind von freiwilligem sowie auch unfreiwilligem Humor. Im Prinzip ist die Geschichte an sich eigentlich zweitrangig und manchmal gestaltet sich die gesamte Chose auch äußerst hanebüchen, doch gerade in diesem Punkt entwickelt der Film seinen ganz eigenen Charme, von dem man sich nur zu gern gefangen nehmen lässt. "das Kommando der Frauen" präsentiert einem die typische 70er Jahre Atmosphäre, was hauptsächlich in der Kleidung und bei den Frisuren der Frauen immer wieder durchschimmert. Ganz besonders frisurentechnisch ist man hier ganz weit vorn, die wallenden Mähnen der Damen wirken phasenweise wie überdimensionale Perücken und man mag sich kaum vorstellen, das die gezeigten Haarschnitte wirklich einmal ganz groß in Mode waren. Ebenso verhält es sich mit den für die damalige Zeit typischen Kleidungsstücken, deren Farb-Zusammenstellung des Öfteren richtige Augenschmerzen verursacht.

Diese kleinen, aber sehr feinen Details geben ein durchaus authentisches Bild des damaligen Lebensgefühls wieder und gerade etwas ältere Semester dürften sich in der Zeit zurückversetzt fühlen. An echten Highlights mangelt es dem Werk zwar deutlich, doch aus der Sicht des Trash-Liebhabers ist es der Film an sich, der einen absoluten Höhepunkt darstellt, denn die doch ziemlich biedere Inszenierung dieses Action-Trashs lässt die ganze Szenerie aus der damaligen Sicht sehr glaubwürdig erscheinen, wobei das Beifügen diverser lächerlicher Effekte für jede Menge Unterhaltungswert sorgt und man sich phasenweise vor lachen kaum halten kann. Insbesondere die sogenannten Explosionen tun es dem Betrachter ganz besonders an, denn was sich einem hier in tricktechnischer Hinsicht offenbart verschlägt einem glatt die Sprache. Als kleines Beispiel möchte ich an dieser Stelle nur eine Passage einbringen, in der zwei Soldaten implodieren, nachdem sie Nitroglycerin zu sich genommen haben. Hier bietet sich eine mehr als skurrile Passage, in der zudem auch das an den Tag gelegte Schauspiel urkomisch-und richtiggehend aufgesetzt erscheint, was dem Ganzen jedoch einen besonderen Charme verleiht.

Ganz generell sollte man in vorliegendem Fall keinerlei darstellerische Glanzleistungen erwarten, das Geschehen zeichnet sich vielmehr durch permanentes Overacting aus das man im Normalfall höchstwahrscheinlich negativ bewerten würde, das hier allerdings ein gelungenes Stilmittel ist, um den von Haus aus schon hohen Unterhaltungswert noch einmal zusätzlich zu steigern. Und so kann man ohne Übertreibung behaupten, das Regisseur Ted V. Mikels eigentlich alles richtig gemacht hat, um dem Betrachter eine wunderbare Trash-Granate zu offerieren, in der ganz eindeutig der Spaß an erster Stelle steht. Dabei sollte man auf keinen Fall die ansonsten üblichen Bewertungs-Kriterien anlegen, denn rein filmisch gesehen handelt es sich bei "Das Kommando der Frauen" viel eher um eine ziemliche Graupe. Um einem jedoch kurzweilig die Zeit zu vertreiben und eine Reise in die Vergangenheit zu präsentieren eignet sich der Film nahezu perfekt und beinhaltet zudem etliche Elemente, die für ein stellenweise äußerst skrurriles Seh-Vergnügen Sorge zu tragen.

Wer also eine Vorliebe für den schlechten Geschmack hat sollte sich dieses Filmchen auf jeden Fall einmal zu Gemüte führen, wobei man aber keinerlei Ansprüche an hochwertige Action-Szenen stellen sollte. Denn sowohl die kämpferischen Fähigkeiten der weiblichen Sondereinheit sowie die Kampfszenen generell beinhalten kaum Qualität und erscheinen vielmehr extrem hölzern und unbeholfen. Ehrlich gesagt erwartet man das aber auch in einem Film dieser Art, der genau aus solchen Unzulänglichkeiten seine ganz eigene Dynamik entwickelt und so einen permanenten Angriff auf die Lachmuskeln des Betrachters darstellt.


Fazit:


Für Liebhaber grotesker Situationskomik und unlogischer Verhaltensweisen dürfte "Das Kommando der Frauen" ein wahres Feuerwerk darstellen und Freunde der miesen Effekte werden mit einem wahren Spektakel bedient. Wenn man dann auch noch eine eher dumme Geschichte und ungelenk agierende Schauspieler bevorzugt kommt man an diesem Filmchen keinesfalls vorbei, denn kurzweilige Unterhaltung ist definitiv vorprogrammiert.


8/10 Trash-Granaten

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