Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Der Nonnenspiegel (1973)
BeitragVerfasst: 13. Dez 2013, 02:25 
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O-Titel: Storia di una monaca di clausura
Alternativtitel: Diary of a Cloistered Nun
Herstellungsland: D, F, HSP
Erscheinungsjahr: 1973
Darsteller: u. a. Catherine Spaak, Suzy Kendall, Eleonora Giorgi, Martine Brochard, Umberto Orsini, Konrad Georg, Ann Odessa, Antonio Falsi, Tino Carraro, Isabelle Marchall, Caterina Boratto, Giuliana Calandra
Regie: Domenico Paolella
FSK: SPIO/JK

Inhalt:


1624. Den herrschenden Familien wurden zwei Babys geboren. Carmelia und der gleichaltrige Sohn Enrico der anderen Familie werden bereits im ersten Lebensjahr einander versprochen, damit sich die Güter beider Familien miteinander einen. Die Eltern schwören, dass die beiden heiraten, sowie diese die Volljährigkeit erreicht haben...

17 Jahre später. Carmelia liegt mit Guilano im Gras. Die Männer ihres Vaters suchen sie, aber sie dürfen die beiden nicht zusammen erwischen. Sie stehlen sich davon. Sie wollen die Hochzeit von ihr und Enrico beschleunigen. Vielleicht ändert ihr Vater aber seine Meinung, wenn sie versucht mit ihm zu reden, denn sie will Enrico nicht heiraten. Als sie mit ihm spricht, will dieser aber kein Wort davon hören. Er schickt sie fort. Um keine Schande über die Familie zu bringen, schlägt ihre Mutter vor, dass sie, wenn sie schon nicht den vorgesehenen weltlichen Mann heiraten möchte, stattdessen Gott den Herrn zum Mann zu nehmen. Ansonsten würde Schande über die Familie kommen.

Und so bringt die Baronin ihre Tochter persönlich ins Kloster. Sie wird dort Friede und Ruhe finden. Dann geht die Baronin und die Eingangstür des Klosters wird geöffnet. Carmelia muss ihre Schmuckstücke und Goldmünzen abgeben. Die anderen Nonnen betrachten die neue Novizin neugierig. Ihr Kleidung wird in einer Truhe aufbewahrt. Sie erhält 6 Leinentücher. Außerdem bekommt sie ein Kreuz. Dann gibt ihr eine der Nonnen die Klosterordnung. Sie hat sie auswendig zu lernen. 30 Tage hat sie dafür Zeit. Ihr Zimmer ist ein Loch. Ein Kreuz, eine Pritsche sowie ein Abort. Dies alles führt sie zum Weg des Herrn. Man wird nicht mit ihr sprechen. Deshalb beginnt sie in dem Buch zu lesen. Die Glocke läutet in der Früh. Eine Luke an der Tür wird geöffnet, und ein wenig Nahrung wird hereingeschoben. Sie soll sich in Demuth üben. Dann bekommt sie eine Panikattacke und sie will nur noch raus. Carmelia wird dort behandelt wie ein Tier, doch sie übersteht die 30 Tage in dem Loch. Anschließend wird die Tür geöffnet und sie nach oben gebracht. Die Mutter Oberin ist eine Heuchlerin, so munkelt man. Elisabetha, eine Nonne, zu der sie Vertrauen haben wird, eröffnet ihr das. Dann fällt sie in Ohnmacht.

Als Carmelia wieder bei sich ist, ist die Oberin bei ihr. Sie erhält eine neue Zelle. Sie ist spährlich eingerichtet, aber es gibt ein Bett. Sie wird in ein Korsett gezwängt und erhält ein Novizinnengewand ohne schwarze Kopfbedeckung.

Des Nachts treiben sich drei Nonnen im Kloster rum. Elisabetha trifft sich mit einem Mann namens Diego außerhalb des Klosters. Als jemand Nachts schreit, wird Carmelia wach. Sie geht zu Elisabetha, doch diese hat gerade jemanden zu Gast. Sie soll wieder zurückgehen. Die Oberin hat sie dabei beobachtet. Am nächsten Morgen erhält Carmelia dafür ihre Strafe, denn es ist strengstens untersagt sich nachts außerhalb der Räumlichkeiten aufzuhalten. Sie wird dafür ausgepeitscht. Die Oberin weiß, was Elisabetha treibt, aber was soll sie schon machen? Ihre Familie hat dem Kloster nämlich eine nicht unerhebliche Summe gespendet.

Am nächsten Morgen wird Lucia, eine andere Nonne, tot im Brunnen aufgefunden.

In der Nacht erfährt Carmelia, dass die Frauen sich ein Geheimversteck zurecht gemacht haben, in dem sie all die schönen Dinge aufbewahren, unter anderem ihre ganzen Kleider. Sie machen sich zurecht und lassen es sich gut gehen, bis sie ein Geräusch von draußen hören. Sie löschen das Licht und schleichen sich zurück in ihre Zellen. Am nächsten Morgen verhält sich eine der Nonnen nicht respektvoll genug gegenüber der Mutter Oberin. Zur Strafe muss sie vor ihr und den anderen Nonnen auf dem Boden kriechen und ihr die Schuhe küssen.

In der Nacht kommt die Oberin zu Carmelia. Auch sie braucht ein wenig Liebe. Carmelia wäre die Einzige, die dieser Liebe würdig wäre.

Elisabetha trifft sich wieder mit Diego. Als am Morgen zu Gott schwören soll, verneint sie, worüber ihr ebenfalls anwesender Vater nicht gerade begeistert zu sein scheint. Sie wird von ihm verstoßen. Er hat keien Tochter mehr. Elisabetha arrangiert für Carmelia ein Treffen mit Guiliano. Und sie treffen sich und schlafen miteinander. Er soll ihr helfen, aus der Situation, in der sie sich befindet, zu entkommen. In der folgenden Nacht wird Guiliano von zwei Männern angegriffen. Das ist die Strafe dafür, dass Carmelia sich Elisabetha später verweigert hatte. Doch aus einem Erschrecken wird ein Mord, dem Guiliano zum Opfer fällt. Als Carmelia ihn findet, ist er bereits tot. Sie ist außer sich und beschuldigt und verflucht die anderen Schwestern des Mordes an ihrem Geliebten. Carmelia wird deshalb in einen Raum gesperrt. Jesus soll ihr die Kraft geben weiter leben zu können.

Als sie wieder unter den anderen Schwestern ist, bricht sie eines morgens unter ihnen zusammen. Sie erwartet ein Kind. Deshalb wird sie versteckt in einem der Novizinnengemächern gehalten. Und neun Monate später bekommt sie das Kind, einen Sohn. Der Bischoff wird über die Geschehnisse informiert. Und er stattet dem Kloster einen Besuch ab. Als er wissen möchte, wer die Mutter des Kindes ist, damit er sie bestrafen kann, behaupten auf einmal mehrere die Mutter zu sein. Deshalb sollen auch alle für die Tat büßen. Aber Carmelia kann nicht bleiben, denn das wäre zu gefährlich. Deshalb organisieren die Schwestern ihre Flucht.

Ein Jahr später starb Carmelia als Pestopfer. So wurde es aufgezeichnet im Kloster San Giacomo in Abazia.

Wertung:


Das war der erste Nunsploitationfilm, den ich mir bislang angesehen habe. Und er ist wesentlich besser und weiter entfernt vom Sexploitation-Genre als vorher erwartet wurde. Die Geschichte lässt sich dabei einfach zusammen fassen: Eine Adlige wird weil sie ihren Versprochenen nicht heiraten möchte, in ein Kloster abgeschoben. Und hier sind neben dem Gebet zu Gott auch Erniedrigungen an der Tagesordnung. Deshalb trifft sich unsere Protagonistin mit einem Mann, den sie vorher schon kannte. Da sie sich aber nicht auf eine andere Schwester einlassen will, wird ihr Geliebter ermordet. Aber sie ist bereits schwanger und erwartet als Nonne ein Kind.

Wenn dies wirklich so passiert sein soll, so wäre das im 17. Jahrhundert garantiert ein Skandal sondergleichen gewesen. Gerade eine Nonne bekommt ein Kind. Und das ist es, was die Hauptkompenente in diesem Film ausmacht. Dabei spielt Sex bzw. Erotik nur eine geringe Rolle in diesem Film. Viel mehr geht es hier um die Tragweite, die eine schwangere Nonne für ein Kloster bedeuten würde. Man darf außerdem davon ausgehen, dass ihr Leben anders verlaufen wäre, wenn ihr Vater sie nicht verstoßen hätte.

An Schauspielern sagte mir niemand etwas. Eleonora Giorgi macht ihre Sache als Carmelia recht gut. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, dass alle Nonnen ähnlich aussehen, und eine Verwechslung somit vorprogrammiert ist. Es war ihre erste Rolle. In der Folge konnte sie zumindest in "Feuertanz - Horror Infernal" als Sara auf sich aufmerksam machen. Neben ihr bekommt Catherine Spaak als Elisabetha zumindest einen Hauch von Identität ab. Dabei ist sie aber keine Unbekannte, denn in "Die neunschwänzige Katze" sah man sie bereits als Anna Terzi. Suzy Kendall kannte man zumindest aus "Torso", in welchem sie die Hauptrolle als Jane spielte. Außerdem hat man sie später in "Spasmo" gesehen. Der Regisseur hat neben diesem hier vorliegenden Exemplar noch "Die Nonne von Verona" in diesem Genre gedreht. Über die Qualität darf dabei gerne gestritten werden.

Die Bildqualität ist extrem reduziert. Teilweise sind sogar Bildsprünge vorhanden. Die ebenfalls auf dieser DVD enthaltene Super-8-Fassung, ist dagegen fast farblos und bei weitem kürzer in der Handlung, aber es war interessant sich auch diese Variante mal einzuverleiben. Der Ton ist durchweg in Ordnung bietet aber keine Höchstleistungen.

Was allerdings unklar bleibt, ist der Titel des Films: Nonnenspiegel. Es kommt kein Spiegel im Film vor. Ein Spiegelbild von den Nonnen im Allgemeinen gesehen hat man hier auch nicht, da es sich bei dem vorliegenden Fall um eine Einzelfallsache handelte. Sei es drum. Neben dem Sexploitation-Aspekt auch durchaus als mittelalterliches Drama nicht ungeeignet, gibt es insgesamt 6,5/10 Punkten. Erwartet hatte ich etwas zwischen 2-4, aber dafür hat der Film seine Sache einfach zu gut gemacht. Ob das jetzt aber ein Repräsentant dieses Untergenres ist, kann ich bei fehlender Vergleichbarkeit noch nicht sagen. Einen Blick kann man muss man aber nicht riskieren.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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