Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Hobo with a Shotgun (2011)
BeitragVerfasst: 10. Dez 2012, 11:27 
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Hobo with a Shotgun
(Hobo with a Shotgun)
mit Rutger Hauer, Pasha Ebrahimi, Robb Wells, Brian Downey, Gregory Smith, Nick Bateman, Drew O'Hara, Molly Dunsworth, Jeremy Akeman, Andre Haines, Agnes M. Laan, Duane Patterson, Brian Jamieson,
Regie: Jason Eisener
Drehbuch: John Davies / Jason Eisener
Kamera: Karim Hussain
Musik: Adam Burke / Darius Holbert / Russ Howard III
SPIO/JK
Kanada / 2011

Ein Güterzug rollt in die Station - der letzte Halt. Ein Landstreicher (Rutger Hauer) steigt aus dem Waggon, bereit für einen neuen Start in einer neuen Stadt. Aber stattdessen findet er die Hölle auf Erden vor. Hope Town heißt der Ort, wo Kriminelle das Sagen haben und Gangsterboss Drake mit seinen sadistischen Söhnen Slick & Ivan die Straßen regiert. Inmitten diesem Chaos läuft der namenlose Landstreicher an einem Schaufenster mit einem ausgestellten Secondhand Rasenmäher vorbei, der Teil seines neuen Lebens werden soll. Um das Geld zusammenzukriegen, geht er betteln, sammelt Pfandflaschen und frisst Glasscherben für ein paar lumpige Dollar. Doch die Brutalität um ihn herum ebbt nicht ab. Als er seinen Wunschladen betritt, mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche, wird er Zeuge eines Überfalls. Er nimmt Notiz von einer Schrotflinte, die über dem Rasenmäher hängt. Und er kapiert schnell; der einzige Weg, die Dinge in dieser Stadt zu ändern, geht nur über diese Schrotflinte in seiner Hand und zwei Patronen in der Kammer...


Das Grindhouse-Projekt von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino beinhaltete ja einige Fake-Trailer, aus denen eigentlich überhaupt keine abendfüllenden Spielfilme entstehen sollten. Nachdem man nun jedoch schon "Machete" verfilmt hatte, folgt nun mit "Hobo with a Shotgun" eine weitere Verfilmung eines dieser Trailer, die im Prinzip genau die gleiche Richtung einschlägt. Die Hauptrolle hat man dabei mit dem in die Jahre gekommenen Rutger Hauer besetzt und nach Sichtung des Werkes kann man durchaus feststellen, das es sich hierbei keinesfalls um eine Fehlbesetzung handelt. Ganz generell ist es schon ein kleines Phänomen, das insbesondere in dieser Filmgattung einige in die Jahre gekommene-und ehemalige Stars des B-Movies eine Art Renaissance erfahren, denn schon beim erwähnten Grindhouse-Projekt konnten mit Kurt Russel (Death Proof), Michael Biehn oder auch Jeff Fahey (beide in Planet Terror) einige Schauspieler auf sich aufmerksam machen, um die es in den letzten Jahren doch etwas ruhiger geworden ist. Und nicht zu vergessen, das der geborene Nebendarsteller Danny Trejo in "Machete" endlich einmal in einer Hauptrolle zu sehen war und so nicht wie so oft schon sehr zeitig das Zeitliche gesegnet hat.

"Hobo with a Shotgun" bietet nun auch ein vollkommen überzogenes Szenario, das in kräftigen Farben wunderbar dargestellt wird. Schauplatz ist dabei eine Stadt, die vollkommen verwahrlost ist und in der Zustände herrschen die man kaum in Worte fassen kann, sondern selbst gesehen haben muss. Hier geht es zu wie bei Sodom und Gomorra, der Drake-Clan unterjocht die Bewohner und hat selbstverständlich die korrupte Polizei unter Kontrolle, so das dem Verbrechen Tür und Tor geöffnet sind. An sich ist ein solches Szenario nichts sonderlich Neues, jedoch hat Regisseur Jason Eisener das Ganze so herrlich überzogen dargestellt, das man die Geschehnisse schon fast in den Fantasy-Bereich einordnen könnte. Die Story geht dann auch gleich zu Beginn einmal in die Vollen und konfrontiert den Zuschauer mit der ersten Tötung, wobei es sich sogar um ein Familienmitglied der Drakes handelt, der auf eine sehr fantasievolle Weise im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf verliert. So bekommt man gleich einen tiefen Einblick in die teils sehr sadistischen Methoden des Familien-Clans, der in der Wahl seiner Mittel nicht gerade zimperlich ist, um seine Schreckensherrschaft aufrecht zu erhalten. Zudem offenbart sich auch der erste Hinweis darüber, in welche Richtung der Film in Sachen Härtegrad tendiert, denn in dieser Geschichte wird nicht gekleckert sondern echt geklotzt.

Man kann sich also auf eine ganzzeitig extrem unterhaltsame Story freuen, die man keinesfalls nach ihrer inhaltlichen Substanz beurteilen sollte. Das sollte man allerdings schon im Vorfeld wissen, denn wie auch bei den anderen erwähnten Werken steht hier ganz eindeutig der Unterhaltungs-Faktor im Vordergrund und dieser kann sich wahrlich sehen lassen. Der Film nimmt sich dabei fast keinerlei Auszeiten, in denen man als Betrachter einmal durchschnaufen könnte, denn der Action-Gehalt ist extrem hoch angesiedelt. Immer wenn man gerade denkt das es einmal etwas ruhiger wird, zieht Eisener das Tempo sofort wieder an und bietet dabei jede Menge SFX, die jedem Fan das Herz im Leibe höher schlagen lassen. Der Verbrauch an Kunstblut nimmt phasenweise schwindelerregende Ausmaße an und es gibt jede Menge Kills zu begutachten, die sich insbesondere durch die Vielfalt der Tötungsmethoden auszeichnen. Neben einigen verheerenden Kopfschüssen durch die Shotgun kommen auch ganz andere Werkzeuge zum Einsatz, um hier für einen erhöhten Splatter-Gehalt zu sorgen. Da werden mit einer Säge Halsschlagadern durchtrennt, mit Schlittschuhen Rückenpartien zerfetzt oder einige Gullideckel werden kurz mal zweckentfremdet, um Menschen ins Jenseits zu befördern. Man merkt also das durchaus für Abwechslung gesorgt ist, was den reinen Unterhaltungswert der Geschichte noch einmal zusätzlich nach oben treibt. Zudem entseht eine wunderbar skurrile Situationskomik, die man kaum besser hätte in Szene setzen können und die für so manchen Schmunzler beim Betrachter sorgt. Ein weiterer Höhepunkt des bunten Treibens sind sicherlich die unterschiedlichen Charaktere, wobei vor allem die Bösewichter extrem schmierig und sadistisch dargestellt werden. Die beiden Drake-Söhne stechen hierbei ganz besonders ins Auge und sind an Boshaftigkeit nur schwerlich zu überbieten.

Insgesamt gesehen bietet "Hobo with a Shotgun" genau das, was man sich von diesem Film erwarten sollte, nämlich vollkommen skurrile-und überzogene Action-Kost mit einem hohen Bodycount und jeder Menge SFX, an denen man seine helle Freude hat. Ein glänzend aufgelegter Rutger Hauer ist die ideale Besetzung für den obdachlosen Hobo, der durch seinen unermüdlichen Einsatz erst einmal kräftig in einer Stadt aufräumt, in der Gesetze keine Chance haben. Betrachtet man das Werk in seiner Gesamtheit, dann bewegt es sich schon teilweise im Bereich des Trash-Genres, doch genau dafür ist das grell-bunte Szenario auch ausgelegt. Wer Filme wie "Death Proof", "Planet Terror" und "Machte" gut fand, wird auch hier jederzeit auf seine Kosten kommen, denn "Hobo with a Shotgun" ist definitiv kein Film, den man sich nur einmal anschaut. Viel zu hoch ist der Untergaltungswert angesiedelt und die jederzeit stimmige Gesamt-Inszenierung führt einen immer wieder in Versuchung, sich dieses Werk ein weiteres Mal anzuschauen.


Fazit:


Wer eine Vorliebe für extrem überzogene Action-Szenarien im Grindhouse-Stil hat bekommt hier einen Film geboten, der sämtliche Zutaten beinhaltet, die diese Werke so sehenswert-und unterhaltsam machen. Ein farbenprächtiges Action-Spektakel mit einem Härtegrad, der sich echt gewaschen hat. Groteske Tötungsmethoden, jede Menge Kunstblut und etliche wirklich derbe Einstellungen sorgen für Kurzweil ohne Ende, so das man sich den Film am Ende am liebsten gleich noch einmal anschauen möchte.


9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Hobo with a Shotgun
BeitragVerfasst: 10. Dez 2012, 22:25 
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Film ist ganz große klasse! Dialoge zum totlachen ("WOOOHOOO! It's a beautiful day for a Skaterape!"), Splattereffekte zum Augenreiben und ein Rutger Hauer, der richtig Gas gibt. Witzig, wie ein Fan-Projekt alle anderen Grindhouse-Filmchen bzw. Nachahmer so locker in die Tasche steckt und fast ohne irgendwelche eingefügten Stilmittel (Filmkratzer, Tonsprünge etc.) den Sleaze eines ganzen Genres versprüht! Hinterher fühlt man sich ein wenig dreckig, dass man sowas geschaut hat. icon_lol

Ohne Scherz, der Film strotzt vor so vielen haarsträubenden Ideen, dass es ein wahrer Traum ist. Gefiel mir ein gutes Stück besser als "Machete" und putzt auch "Planet Terror", "Death Proof" und "Hell Ride" weg. Zugegeben war letzterer auch keine Hürde.

9/10 für abgefucktes Grindhousekino der Extraklasse.

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There are two kinds of people in the world, my friend: Those with a rope around the neck, and the people who have the job of doing the cutting.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hobo with a Shotgun
BeitragVerfasst: 13. Dez 2012, 10:56 
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Habe den Film gestern gesehen, und bin mehr als begeistert. Anfangs dachte ich noch, dass die Farben an meinem Fernseher oder DVD-Player nicht richtig eingestellt sind, aber das muss am Anfang einfach so sein.

Die Story ist hier schon erzählt. Sehr gut in seiner Rolle fand ich nicht nur Rutger Hauer, sondern auch die Familie um "The Drake". Von den beiden Brüdern empfand ich "Ivan" als den besser dargestellten, da er ein Stück überzogerner und absurder rüber kam. Das machte aber vielleicht auch die Optik mit seiner "Schmalzlocke". Einige Szenen haben auch aus diesem Film tatsächlich die Chance einen Kultstatus zu erlangen, wenn dem nicht längst so sein sollte. Man denke an die Gully-Szenen oder die Schlittschuh-im-Toaster-Geschichte.

Den Film finde ich von seiner gesamten Farbgebung fantastisch, da teilweise nur durch die Blickwendung gleich eine ganz andere Farbe vorherrschend ist, und das mit zu der fantastischen Atmosphäre im Film beiträgt. Auch die Perspektiven, die teilweise ein wenig ungewöhnlich scheinen, sind sehr gut umgesetzt, so dass ich das Gefühl hatte, noch mehr ins Geschehem involviert zu sein.

Aufgrund der Splattereffekte, die teilweise recht derbe sind, ohne aber eine gewisse Art von Humor vermissen zu lassen, glaube ich aber, dass der Film in nicht allzuferner Zukunft indiziert werden wird (ich hoffe das nicht, aber ich denke, dass die BPJM sich diesen Film genau ansehen wird). Dabei fand ich die Splatter-Szenen gar nicht so grausam, aber die haben da schon weniger Splatter auf den Index gesetzt. Am grausamsten ist für mich aber die Schulbusszene, und ich glaube kaum, dass die Herrschaften der Prüfstelle da mit sich reden lassen, aber abwarten und Tee trinken.

Von mir sogar 10/10, und die vergebe ich nicht einfach so.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Hobo with a Shotgun
BeitragVerfasst: 13. Dez 2012, 22:51 
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Habe mir den Landstreicher vor gut 2 Monaten auch angeschaut und kann mich den Meinungen nur anschliessen.
Am Anfang war ich ja etwas skeptisch ob der Film denn wirklich gut sei.
Also bin ich mit einer niedrigen Erwartung an den Film rangegangen und wurde sehr positiv überrascht!
Ich habe bemerkt das in letzter Zeit die Vertretter der "New Wave of Grindhouse" wie z.b. Hobo with a Shotgun oder Father's Day mir persönlich um längen besser gefallen als einer der beiden Filme die diese Retro Welle des Drive-In Cinema reanimiert haben-ich spreche hier von DEATH PROOF denn ich persönlich etwas dröge und langatmig fand.
Was mir an Hobo gefallen hat wurde eigentlich oben schon erwähnt : eine sleazige Atmosphäre ohne den Einsatz von künstlichen Filmrissen oder Schmutzpartikeln, Gore & Splatter FX die auf den Punkt gebracht waren und ein Rutger Hauer in höchstform.
Was mir noch sehr postitiv aufgefallen ist war der Soundtrack des Films, welcher an Synthie Tracks aus alten Poliziotteschi Filmen, 80ger Italo Horror Filmen und auch sehr stark an den OST von John Carpenters DAS ENDE erinnert hatte.
9/10 Punkten

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 Betreff des Beitrags: Re: Hobo with a Shotgun
BeitragVerfasst: 25. Dez 2012, 15:19 
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Irgendwas MUSS da faul sein wenn sich alle ziemlich einig sind :D 10 von Blaine? *augenreibend*
Ihr habt ja schon alles gesagt und ich mir Selbstentsagung auferlegt was Höchstnoten angeht. Für
herrlich unterhaltsames Filmvergnügen, Popcornkino vom Feinsten von mir 9/10

Hat noch jemand an Rambo gedacht? Gewisse Parallelitäten sind ja durchaus vorhanden....

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 Betreff des Beitrags: Re: Hobo with a Shotgun
BeitragVerfasst: 25. Dez 2012, 18:38 
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bis auf 3 bis 4 Szenen kann der Film alles, und wurde auch im Stile der 70er gehalten.

KEIN Kinderkackeende mit Happy End blabla.


8/10

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Veggie...now
http://www.peta2.de/web/schrittfuerschritt.1102.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Hobo with a Shotgun
BeitragVerfasst: 25. Dez 2012, 19:55 
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Clyde hat geschrieben:
Irgendwas MUSS da faul sein wenn sich alle ziemlich einig sind :D 10 von Blaine? *augenreibend*
Ihr habt ja schon alles gesagt und ich mir Selbstentsagung auferlegt was Höchstnoten angeht.


Warum? Was ist daran ungewöhnlich? Habe hier im Forum doch auch schon "Zähnen" verteilt (Blade, Woodoo, Pans Labyrinth, Eaten Alive, U-Turn, Elementarteilchen). Also es ist nicht so, dass ich diese Note nie vergebe. Aber ich muss den Film in seiner Gesamtheit oder sein Genre betreffend richtig gut finden.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Hobo with a Shotgun
BeitragVerfasst: 25. Dez 2012, 20:49 
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Blaine, der Mono hat geschrieben:
Clyde hat geschrieben:
Irgendwas MUSS da faul sein wenn sich alle ziemlich einig sind :D 10 von Blaine? *augenreibend*
Ihr habt ja schon alles gesagt und ich mir Selbstentsagung auferlegt was Höchstnoten angeht.


Warum? Was ist daran ungewöhnlich? Habe hier im Forum doch auch schon "Zähnen" verteilt (Blade, Woodoo, Pans Labyrinth, Eaten Alive, U-Turn, Elementarteilchen). Also es ist nicht so, dass ich diese Note nie vergebe. Aber ich muss den Film in seiner Gesamtheit oder sein Genre betreffend richtig gut finden.


Eben. Man entschuldigt sich für ein harmloses Spässchen Bild

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