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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Macho Man (1985)
BeitragVerfasst: 31. Okt 2013, 13:40 
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Macho Man
(Macho Man)
mit René Weller, Bea Fiedler, Peter Althof, Jacqueline Elber, Michael Messing, Horst Schreiner, Thomas Wening, Hans Vogel, Horst Ulrich, Jürgen Dietrich, Wolfgang Sauerhammer, Günther Althof, Peter Zuber
Regie: Alexander Titus Benda
Drehbuch: Alexander Titus Benda
Kamera: Adi Gürtner / Klaus Werner
Musik: Michael Landau
FSK 16
Deutschland / 1985

Drei skrupellose Heroin-Dealer, die die attraktive Sandra in ihrer Gewalt haben und mit einem Gratis-Schuss gefügig machen wollen, haben die Rechnung ohne Dany Wagner gemacht. Der Boxer mit der knallharten Faust nimmt sie ohne lange zu fackeln gehörig in die Mangel. Als eine Bank überfallen wird, zeigt Dany wieder, dass er ein eiskalter Profi ist. Zusammen mit seinem Freund Andreas, einem durchtrainierten Karate-Kämpfer, bringt er die Gangster eiskalt zur Strecke.Doch die ehrliche Freundschaft bekommt einen empfindlichen Knacks, als Dany merkt, dass auch Andreas auf Sandra steht. In seiner Wut fordert er Andreas zu einem harten Kampf: Boxen gegen Karate!Andreas Interesse an Sandra erlahmt, als das Sexy Girl Lisa auftaucht und ihm total den Kopf verdreht. Es kommt jedoch gar nicht zu einem Kampf, denn plötzlich kommt ein Freund mit der Nachricht, dass die Heroin-Dealer wieder am Werk sind und die beiden Mädchen, Sandra und Lisa, in ihrer Gewalt haben...


Es ist manchmal wirklich erstaunlich das gerade die übelsten Machwerke mit einem Kultstatus versehen sind, den man vom reinen filmischen Standpunkt her überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ganz eindeutig fällt auch die deutsche Produktion "Macho Man" in diese Kategorie, in der man den ehemaligen deutschen Box - Europameister Rene Weller begutachten kann, wie er krampfhaft versucht nicht vorhandenes schauspielerisches Talent an den Tag zu legen. Das kann man jedoch ganz generell auf die gesamte Darsteller-Riege anwenden, denn das sogenannte Schauspiel erweist sich doch vielmehr als eine ziemlich reichhaltige Ansammlung von Peinlichkeiten, die diesen Begriff nun wirklich nicht verdienen. Doch gerade aus diesem Aspekt bezieht die hanebüchene-und vollkommen unglaubwürdig ins Bild gesetzte Geschichte ihren Reiz, macht es doch erstaunlicherweise wirklich Spaß, den dümmlichen-und teils grotesken Ereignissen beizuwohnen, die sich hier vor den Augen des Zuschauers präsentieren. Man sollte dabei allerdings nicht die ansonsten üblichen Maßstäbe für einen Film anlegen, denn "Macho Man" kann-und darf man nur aus der Sicht eines Trash-Liebhabers begutachten, da dieses Werk ansonsten eher als filmischer Offenbarungseid anzusehen ist. Und das ist längst nicht nur im dilettantischen Schauspiel der Akteure begründet, die durchgehend durch dämliche Dialoge und ungelenke Darstellungen ins Auge fallen, was aber auf der anderen Seite für eine extreme Kurzweil sorgt.

Zudem ist mit dem ehemaligen Sex-Sternchen Bea Fiedler zumindest ein optischer Leckerbissen vorhanden, denn zur damaligen Zeit war die gute Frau nun wirklich ein wahrer Augenschmaus. Über die Geschichte an sich muss man keine großen Worte verlieren, denn das der Szenerie überhaupt ein Drehbuch zu Grunde gelegen hat, ist mehr als nur spärlich zu erkennen. Vielmehr muss man dem obskuren Treiben zu Gute halten, das hier nahezu die perfekte 80er Jahre Atmosphäre eingefangen wurde, was sich beispielsweise bei der Musik und insbesondere den Kleidungs-Verirrungen zu erkennen gibt. Und hier bekommt man nun wirklich die schlimmsten Modesünden der damaligen Ära offeriert und kann sich dabei als älteres Semester kaum noch vorstellen, selbst einmal diverse dieser Kleidungsstücke getragen zu haben. Doch auch in Hinsicht auf die Frisuren ist "Macho Man" ganz weit vorn anzusiedeln, so das man phasenweise aus dem Lachen gar nicht mehr heraus kommt.

Angereichert mit einer Menge Tempo und etlichen Action-Passagen erfüllt das Werk aber zumindest den Anspruch eines äußerst kurzweiligen Film-Vergnügens, auch wenn echte Cineasten diesen Punkt sicherlich bestreiten werden. Doch es ist wirklich eine wahre Gaudi, den Helden der Story bei ihren künstlich-und aufgesetzt erscheinenden Kämpfen zuzuschauen, da in dieser Beziehung wirklich kein Auge trocken bleibt und die entsprechenden Szenen in Hülle und Fülle vorhanden sind. Man merkt also, das man das Werk von Alexander Titus Benda keinesfalls ernst nehmen sollte, den nur unter dieser Voraussetzung kann man den Kultstatus der diesen Film umgibt, auch nur ansatzweise nachvollziehen. Wenn man sich nämlich einmal diverse Kritiken und Bewertungen anschaut glaubt man, das man es mit einem filmischen Meisterwerk zu tun hat, was natürlich keineswegs der Fall ist. "Macho Man" ist vielmehr ein Hochgenuss für Freunde des schlechten Geschmackes und dieser kommt in fast jeder einzelnen Einstellung mehr als eindrucksvoll zum Vorschein.

Wer also einmal den "schönen Rene" bei zarten-und misslungenen Gehversuchen im Schauspiel-Genre begutachten möchte und auch ansonsten auf jegliche filmische Qualität verzichten kann, der kommt an dieser grotesken deutschen Produktion keinesfalls vorbei. Hier wird nämlich so gut wie alles geboten, was man unter normalen Umständen negativ bewerten würde, in diesem speziellen Fall jedoch den absoluten Reiz einer Geschichte ausmacht, die durchgehend erstklassig unterhält und zudem auch noch einen Großangriff auf die Lachmuskeln des Zuschauers darstellt, der seine helle Freude an dem obskuren Treiben haben dürfte.


Fazit:


Keinerlei inhaltliche Substanz, peinliches Schauspiel und eine Menge aufgesetzter Action wären normalerweise ein Grund dafür diesen Film definitiv zu boykottieren. Hier entpuppen sich diese Mankos allerdings als absolute Stärken eines Werkes, das nur dadurch seinen Kultstatus erreichen konnte, der es seit Jahren umgibt.


7/10 fliegende Trash-Granaten

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