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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Poultrygeist - Night of the Chicken Dead (2006)
BeitragVerfasst: 17. Feb 2013, 22:01 
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Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2006
Darsteller: u. a. Jason Yachanin, Kate Graham, Allyson Sereboff, Robin L. Watkins, Joshua Olatunde, Caleb Emerson, Rose Ghavami, Khalid Rivera, Joe Fleishaker, Lloyd Kaufman, Ron Jeremy, Faith Sheehan
Regie: Lloyd Kaufmann
FSK: KJ

ACHTUNG: Diese Rezension enthält anstößige und schmutzige Wörter und ist deshalb für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet.

Inhalt:


Es scheint keinen besseren Ort zum Vögeln zu geben als mitten in der Nacht auf einem alten Indianer-Friedhof. So zumindest die Meinung von Bobby und Arbie, die es auf einem Grab miteinander treiben wollen. Arbie ist ein wenig unerfahren mit Frauen, weshalb er ihren BH nicht gleich aufbekommen kann. Als er es nach minutenlangem Rumgefummel doch schafft, beginnt ein Wolf zu heulen. Und ein wildwichsender Irrer mit einer Axt taucht bei ihnen auf. Arme tauchen aus dem Boden auf, und befummeln die beiden. Als diese die Flucht ergreifen und der Mann sich gerade mit der Unterwäsche von Arbie vergnügen möchte, dringt einer der Arme durch seinen Arsch ein und kommt ihm zum Mund wieder raus. Aus war's mit dem Wichser.

Jahre später steht an genau der Stelle des Friedhofs ein Chicken Bunker. Eine Horde von Demonstranten steht vor diesem und fordert plakativ "Save Chicken". Die Grabstätte des Tromahawk-Stammes ist verschwunden, und nur der Parkplatz des Schnellrestaurants ist zu sehen. Neben den Hühnchenrechtlern demonstrieren aber auch die lesbischen Bürgerinnen gegen den Chicken Bunker. Unter ihnen: Bobby, die auf der Uni ihre Freundin Wendy kennen gelernt hat. Darüber ist Arbie aber ziemlich verwirrt, der wie zufällig auch das Geschehen beobachtet. Er hatte Bobby das letzte Mal auf dem Friedhof gesehen, und um seinen Unmut zu äußern, wir das erste Lied angestimmt. Im Restaurant steht ein merkwürdiger Karton neben dem Herd, und als dieser umkippt, rollt ein grün-schleimiges Ei in die Pfanne.

Da er aber ein wenig Geld verdienen muss, fängt er in genau diesem Restaurant als Kassengirl an. Neben ihm sind aber noch mehr kuriose Gestalten dort angestellt: Danny, der immer so wirkt, als hätte die Army für ihn keinen Platz mehr gehabt, Carl, der Koch, Paco, ein homosexueller mexikanischer Einwanderer und Humus, die so gut wie immer verschleierte Araberin. Arbie soll als erstes lernen, wie man einen Burger zubereitet. Dafür wird ein Suppenhuhn in die Fritteuse getan. Und obwohl es keinen Kopf hat, fängt es darin an zu schreien.

Als die Eröffnung folgt, ist der erste Gast Ron Jeremy. Er warnt noch vor der Grabstätte, aber dann hat er keine Bedenken etwas zu bestellen. Gerald, der durch Fastfood abgenommen hat, auch wenn er der Optik nach immer noch knapp 180 Kilo auf die Wage bringen würde, erhält neben seinem Burger aus versehen auch das Ei, welches aus dem Karton stammt. Und er hat keine Bedenken es auch zu vertilgen. Doch es bekommt Gerald nicht wirklich, so das er sich auf dem Klo komplett leer scheißt. Währenddessen kommt es im Restaurant zu einer Rede von Arbie an Bobby, woran sich ein Dreier mit Wendy vor dem Tresen anschließt. Doch leider war das nur Arbies Phantasie. Er hat die Kasse gerammelt. Gerald kommt auf der Toilette nicht zur Ruhe, denn es scheinen hektoliterweise Fontänen aus seinem Arsch zu sprühen, bis auf einmal sein Bauch aufplatzt, und er seiner eigenen Körperhülle rank und schlank entsteigt. Und Arbie hat die Ehre, die Toilette wieder sauber zu machen.

Eine Limousine fährt auf dem Parkplatz vor, und der General steigt aus, ein Hühne, der allem Anschein nach der Chef der Restaurantkette ist. Er bringt als Maskottchen ein Hühnchen mit. Drinnen wird von Paco eine merkwürdige Pampe über einen Fleischwolf zubereitet. Im Keller trifft Arbie auf sein Alter Ego aus der Zukunft, das ihm eröffnet, dass es nicht sein Traum sein sollte bis in alle Ewigkeit in diesem Restaurant arbeiten zu wollen. Humus beobachtet Paco, wie er mit einer nicht näher bezeichneten Körperflüssigkeit den Fleischwolf füttern möchte. Doch von Hinten kommt ein Suppenhuhn an und stößt ihn in den laufenden Fleischwolf, so dass allerhand Blut und Gedärm durch die Luft wirbelt und Humus davon vollgespritzt wird. Obwohl es einen Todesfall gab, will der General, dass der Laden geöffnet bleibt. Arbie geht deshalb zurück an die Kasse. Für "Normalität" sorgen. Carl schnappt sich das Hühnchen. Ein Kunde findet in seinem Essen einen Penis, weshalb er es reklamiert. Deshalb bereitet Arbie ihm einen Burger zu. Doch dieser Burger ist Paco, der mit Arbie spricht. Das Virus wird sich ausbreiten, wenn Arbie es nicht aufhalten kann.

Paco soll eigentlich nicht serviert werden, doch der General spaziert in die Küche mit einer Heerschar von Reportern und vertilgt den Paco-Burger. Im Keller erzählt Carl dem Suppenhuhn eine Geschichte und beginnt es abzulecken. Und als er es immer tiefer führt und es schlussendlich mit ihm treibt, sprüht auf einmal literweise Blut aus dem Hähnchen raus und Carl beginnt zu schreien. Er bekommt das Hühnchen nicht wieder los. Humus hat die Küche gerade wieder von Pacos Blut gereinigt, als Carl alles mit seinem wieder einsaut. Um das Hühnchen los zu werden, wird ihm ein Besenstiel in den Hintern gerammt, wobei leider sein Rektum flöten geht. Sein Schwanz prangt an der Spitze. Das restliche Hühnchen wird unter den Demonstranten verteilt. Carl wird von Arbie aus Versehen durch einen Whiskey umgebracht. Draußen greifen alle zu, gerade auch weil Wendy, die Sprecherin der Lesben, herzhaft in eine Hähnchenkeule beißt. Und auf einmal wird es voll im Restaurant.

Nur Bobby bleibt standhaft draußen. Das Komplott zwischen dem Genral und Wendy fliegt auf, als Bobby beide bei Hähnchenspielen mit Badekappe und Babypuder erwischt. Im Vorraum kotzen inzwischen alle grünlichen Schleim. Der General versucht das zu rechtfertigen. Und er soll das blubbernde Hähnchen selbst essen. Das macht er, und erst schmeckt es ihm auch, doch auf einmal beginnt es auch in seinem Magen zu brodeln und er rennt auf die Toilette, wo er ein richtiges Ei legt. Ein giftgrünes Zombiekücken schlüpft daraus und geht auf den General los, doch dieser kann ihm den Kopf abbeißen, wodurch er mit grünen Schleim nur so besudelt wird.

Carl ist hingegen allen Meinungen zum Trotz doch nicht tot gewesen, denn er ist mit seinem Riesenschwanz sabbernd wieder unterwegs. Und er verwandelt sich nach und nach in ein Zombiehühnchen mit Federn. Danny hatte schon zuvor ein böses Hähnchen gesehen, und er erzählt den anderen seine Geschichte. Der General verschleimt zusehends. Er bläht sich mehr und mehr auf bis er platzt und aus ihm ein Hühnchen entsteigt. Es ist das gleiche wie aus Dannys Erzählung. Und es beißt Danny den Kopf ab. Alle verwandeln sich nach und nach in Hühnchen. Nur noch Arbie, Bobby, Humus und ein mutiertes vermisstes Mädchen sind diejenigen, die sich den Horden von Zombie-Hühnchen entgegenstellen können. Wird es ihnen gelingen das Schlachtfest zu verhindern?

Wertung:

Anfangs hatte ich ein wenig Bedenken bei dieser Filmperle, da mir die Geschichte ein wenig durcheinander erschien. Und was soll ich sagen: Das ist sie, absolut. Und verrückt dazu. Und zwar mehr als alles, was ich zuvor gesehen habe. Hobo war z. B. auch recht abgefahren. U-Turn oder Filme von Tarantino oder Rodriguez sind manchmal abgedreht, aber das hier toppt alles.

Zum einen ist die Handlung total absurd. Allein die einzelnen Charaktere: Ein schwarzer (wahrscheinlicher) Ex-Soldat, der durch ein Frenchise-Unternehmen groß Kasse machen möchte, ein homosexueller illegaler mexikanischer Einwanderer (mal ehrlich: schlechtere Chancen kann man in den USA wahrscheinlich nicht haben), eine verschleierte Muslima namens Humus, die wahrscheinlich in der arabischen Welt nicht unbedingt mit Humor bedacht worden wäre, ein piratenähnlicher Carl, der sich schon gerne mal mit Nahrung im wahrsten Sinne des Wortes vergnügt und ein "Milchbubi" als Kassengirl. Unpassender geht diese Gemeinschaft nicht mehr. Hinzu kommt, dass das Genre nicht so eindeutig ist. Es gibt klare Splattermomente, die an Blut und Gedärm nichts vermissen lassen. Auch eine entsprechende Menge Erbrochenem und Schleim sind für einen guten Horrorfilm vorhanden. Weiter bedient sich der Film einigen Musical-Elementen, da die Darsteller so mir nichts dir nichts einfach anfangen zu singen, und die Zeilen sind nicht unerheblich für die Handlung. Eine Prise Humor ist an sehr vielen Stellen vorhanden und auch von Titten gibt es mehr als genug. Und dann wurde, wenn mich meine Erinnerung nicht gänzlich täuscht, fast ohne Budget gedreht. Und dabei kommt dann das vorliegende Exemplar von Film heraus.

An vielen Stellen einfach nur zum Brüllen und Wegschmeißen. In keinster Weise Ernst zu nehmen. Freunde von merkwürdigen Filmen mit sonderbaren Handlungen sollte sich diesen Film einfach mal zur Gemüte führen.

Die vorliegende Fassung von '84 hat eine durchweg sehr gute Bild- und Tonqualität, die man nicht unbedingt hätte erwarten können. Neben der deutschen Uncut-Version ist auch die englische auf einer extra Disc enthalten. Nachteilig ist allerdings die Aufmachung: Die Scheiben sind auf einer Art Mini-Spine aufgereiht. Da sie aber nicht komplett fest sind, lösen sie sich beim Transport, was entsprechende Kratzer auf den Discs hervor ruft. Ganz schlechte Lösung.

Hätte der Film ein paar Gesangsszenen weniger, die zwar nicht unbedingt unpassend sind, auch wenn man sich dann teilweise wie in einem Musical vorkommt, aber mit der Höhe der Anzahl doch ein wenig zu viel des Guten sind, hätte es 10/10 gegeben. So sind es von mir "nur" 09/10.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Poultrygeist - Night of the Chicken Dead
BeitragVerfasst: 17. Feb 2013, 23:59 
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"Poultrygeist" ist ein Film, der einfach nur aus der Troma-Schmiede kommen kann. Ganz in der guten Tradition von "Atomic Hero" oder "Terror Firmer" geht es auch hier extrem trashig und skurril zur Sache, so das kein Auge trocken bleibt. Lloyd Kaufman hat hier wieder einmal sämtliche Register gezogen, um den Fans allerbeste und sehr kurzweilige Unterhaltung zu bieten.

Allein schon die hier erzählte Geschichte ist so abwegig, das man die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, aber genau das ist es ja, was man an diesen Produktionen so liebt. Die Idee, hier einmal Zombie-Hähnchen auf die Menschen loszulassen, wurde absolut genial umgesetzt und sorgt für eine Lachsalve nach der anderen. Dabei bekommt man so viele groteske Situationen zu sehen, das man vor lachen kaum an sich halten kann.

Natürlich geht es wie auch in anderen Troma-Produktionen extrem blutig zu, phasenweise wird man mit richtigen Blutfontänen konfrontiert, so das man vor lauter roter Farbe kaum noch etwas anderes sieht. Die dazugehörigen SFX sind auch sehr zahlreich vorhanden, so das jeder Splatter/Gore Fan vollends auf seine Kosten kommen wird. Das hier stattfindende Gemetzel ist dabei so skurril in Szene gesetzt worden, wie es sich für einen Film aus dem Hause Troma gehört. Das alles ist natürlich nichts ohne den bekannten Fäkalhumor, der auch hier wieder einmal sehr stark vertreten ist.

Auch die Darsteller geben sich einmal wieder alle Mühe, um vollkommen daneben zu wirken und man kann nur feststellen, das ihnen das vortrefflich gelingt. Dabei verleihen sie den grotesken Situationen, in die sie geraten, noch einmal eine ganz besondere Note, da sie sich vollkommen unlogisch und dämlich verhalten. Vor allem "Anti-Held" Arbie tut sich hier ganz besonders hervor, einen schrägeren Haupt-Charakter hätte man nun wirklich nicht finden können.

Lediglich das Gesinge während des Films ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man etwas auf den Text der Lieder achtet, dann entlockt einem das doch so manchen Lacher, da sich die Texte dem allgemein vorherrschenden Trash-Niveau perfekt anpassen. Insgesamt gesehen ist "Poultrygeist" eine absolute Empfehlung für alle Fans von Troma, denn hier wird man bestens unterhalten. Der Film ist teilweise sogar noch schräger als einige andere Troma-Klassiker, bei denen man sich vor lachen schon kaum halten konnte. Hier wird noch einmal ein Zacken zugelegt, worüber die fans sicherlich nicht gerade böse sind. Aber Vorsicht, die lachmuskeln werden in diesem Film mehr als gewöhnlich strapaziert.


9/10

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