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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Überfall der Mörderrucksäcke (2005)
BeitragVerfasst: 27. Dez 2012, 01:16 
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Überfall der Mörderrucksäcke
(Überfall der Mörderrucksäcke)
mit Annette Seywert, Kathrin Heiß, Judith Aulbach, Stefan Bornemann, Leannine Melanie Kollatz, Eva Balkenhol, Alexandra Desoi, J. Luis Martinez, Matthias Pöhler, Frank Siegk, Lutz Becker, Christian Hanke, Angelika Kucharczyk, Annette Eisenmann, Katrin Töppe
Regie: Ralf Kemper
Drehbuch: Ralf Kemper
Kamera: Ralf Kemper
Musik: Keine Information
juristisch geprüft
Deutschland / 2005

Die abscheulichen Morde eines Serienkillers halten die Bewohner die Kleinstadt Sountheim in Atem. Die SOKO „Vorstadtripper“ und Chefermittler Müller Karl Albertinari stehen vor einem Rätsel. Mitten in den Ermittlungen macht der SOKO-Ermittler Torben Win eine grauenvolle Entdeckung. Es lauert eine weitaus größere Gefahr als der Vorstadtripper auf die Bewohner Sountheims: eine Invasion zum Leben erwachter, fleischfressender Rucksäcke! Zusammen mit Inis und Jannette flüchtet Torben in ein unterirdisches Bunkersystem. Vermeintlich vor den Rucksäcken in Sicherheit, finden sich in den Gängen Hinweise, die darauf schließen lassen, dass der Vorstadtripper genau hier seine Morde begangen hat. Jetzt sind nicht nur die blutgierigen Rucksäcke hinter ihnen her...


Nun gibt es ja anscheinend einige Leute, die in diesem Film einen wirklich ernsthaften Beitrag des Horror-Genres sehen, was allerdings wirklich sehr schwer nachvollziehbar erscheint. Denn handelt es sich doch vielmehr um eine absolute Trash-Granate, der eine durchaus innovative Grundidee zugrunde liegt, deren Umsetzung aber an Trash-Gehalt kaum zu überbieten ist. Allerdings muss man Regisseur Ralf Kemper ein Kompliment aussprechen, denn überhaupt auf die Idee zu kommen, hier Rucksäcke als fressende Bestien darzustellen, hat schon etwas für sich und garantiert auch für eine Menge Spaß beim Zuschauer, wenn man denn eine ausgeprägte Vorliebe für Trashfilme besitzt. Vielleicht ist die Sichtweise für einen eher ernsteren beitrag auch für Viele darin zu begründen, das die hier erzählte Geschichte noch einen zweiten Handlungsstrang beinhaltet, denn behandelt man doch neben der "Rucksack-Invasion" gleichzeitig noch die Serienkiller-Thematik, da die Polizei schon seit Jahren auf der Suche nach dem berüchtigten "Vorstadt-Ripper" ist, der sich erst ganz zum Ende des Geschehens zu erkennen gibt.

Kommen wir aber zu der Idee mit den Rucksäcken zurück, deren Umsetzung dem Betrachter nicht selten die Tränen in die Augen treibt. Die Darstellung der Killer ist nämlch so dermaßen dilletantisch in Szene gesetzt worden, das man das Geschehen beim besten Willen nicht ernst nehmen kann, selbst wenn man es wollte. Da werden die ansonsten als Tragehilfen dienenden Teile nach heldenhaften Überlebenskämpfen an die Wand neben dem Fernseher gekettet, um weiteres Unheil zu vermeiden und auch die wahnwitzig temporeichen Verfolgungsjagden durch Sountheim sind an Trash nicht zu toppen. Dabei ist es nicht gerade leicht, hier etwas wie Spannung oder gar aufkommende Atmosphäre zu erkennen, wie es anscheinend bei einigen Leuten der Fall ist, denn zu skurril und grotesk ist doch die Gesamt-Inszenierung anzusehen, was aber keineswegs negativ zu bewerten ist, denn über Eines sollte man sich im Klaren sein, hier wird Trash in reinkultur geboten, der Fans dieser Film-Gattung nahezu begeistern wird.

Zur allgemeinen Begeisterung dürften auch die darsteller beitragen, deren Schauspiel perfekt in dieses Werk hineinpasst, da es teilweise auch so dermaßen künstlich und aufgesetzt erscheint und nur durch die teils vollkommen sinnbefreiten Dialoge noch übertroffen wird, die sich dem Zuschauer offenbaren. So wird beispielsweise bei einem Leichenfund im Wald von einer Kriminal-Beamtin die Vermutung geäussert, das die Bisswunden an der leiche von einer Haiattacke herrühren. In dieser absurden Art wird man auch desweiteren mit tiefgehenden Dialogen verwöhnt, die schon für einiges an Bauchschmerzen sorgen können, da man sich stellenweise vor lachen nicht mehr einkriegt. Für einen weiteren, sehr heiteren Aspekt des ganzen sorgt auch Clausi, der ganz eindeutig das absolute darstellerische Highlight ist, ein selbstverliebter und vollkommen von sich überzeugter Beau, der auch nicht davor zurückschreckt, sich durch Tanzeinlagen in Unterhose vor dem Spiegel selbst klarzumachen, was für ein rattenscharfer Typ er doch ist und eigentlich als Geschenk für die Frauenwelt anzusehen ist.

Und es gibt noch eine weitere sehr amüsante Anekdote, die diese Trash-Granate beinhaltet und das sind die ständigen Andeutungen an Romero's "Dawn of the Dead" von 1978. Nicht nur, das der Name der Produktionsfirma "Dawn of the Head" ist, in einer Radiosendung wird auch der Name George A. Romero genannt und das berühmteste Zitat des Klassikers (Wenn in der Hölle....) wird in leicht abgeänderter Form bemüht, als ein Pfarrer eine junge Frau vor drohendem Unheil warnen will. Weiterhin wird auch noch versucht, eine gewisse Endzeit-Atmosphäre wie bei "28 Days later" aufkommen zu lassen, was ganz offensichtlich in der Passage zum Ausdruck kommt, in der eine junge Frau durch das scheinbar menschenleere Sounthofen läuft. Insbesondere diese ganzen Anleihen bei ernsthaften Genre-Kollegen verleiht diesem Film noch zusätzlich eine ganz besondere Note, die ihm sehr gut zu Gesicht steht.

Zum Ende hin sollte man aber noch einmal auf die Ernsthaftigkeit dieses Werkes zu sprechen kommen, die nun beim besten Willen nicht ersichtlich ist und meiner Meinung nach auch keineswegs von den Machern beabsichtigt war. Es handelt sich defintiv um eine geballte Ladung Trash, die man sich als fan keinesfalls entgehen lassen sollte. Und dann muss man auch noch feststellen, das Regisseur Ralf Kemper hier ein enormes Potential für eine ganze Reihe an Filmen offengelegt hat, da die Möglichkeiten für Fortsetzungen oder Spin-Offs gar manigfaltig sind. Wer weiss, eventuell bekommt es der geneigte Fan ja irgendwann mit der " Invasion der Plastiktüten" oder der "Rache der Jutesäcke" zu tun, was sicherlich sehr erfreulich wäre. Und wenn die Möglichkeiten irgendwann ausgeschöpft erscheinen, könnte man ja immer noch einzelne Firmen-Plastiktüten gegeneinander kämpfen lassen, so in der Form wie "Netto vs. Aldi. Man sieht also, das durch eine innovative Grundidee manigfaltige Möglichkeiten entstehen, die lediglich noch ein Regisseur verfilmen muss.


Fazit:


Wer ein spezielles Faible für Trash hat, wird "Überfall der Mörderrucksäcke" lieben. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und habe Tränen gelacht. Allein für die Tatsache, das man auf eine solch absurde Idee kommen kann, Rucksäcke als Killer einzusetzen, müsste es den sogenannten "Innovations-Oscar" geben, den Ralf Kemper ganz eindeutig verdient hätte, da sein Film absolut kurzweilige und herrlich trashige Filmkost bietet, an der man ganz einfach seine Freude haben muss.


8/10 Trashpunkten

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 Betreff des Beitrags: Überfall der Mörderrucksäcke
BeitragVerfasst: 20. Jun 2013, 21:22 
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O-Titel: Überfall der Mörderrucksäcke
Herstellungsland: D
Erscheinungsjahr: 2005
Darsteller: u. a. Eva Balkenhol, Alexandra Desoi, Gerrit Reinecke, J. Luis Martinez, Stefan Bornemann, Marieke van der Meer, Jörg Ruckel, Tino Rakut, Kathrin Heiß, Judith Aulbach, Grit Köhler, Sandra
Regie: Ralf Kemper
FSK: SPIO/JK

Inhalt:


Menschen werden ermordet. Und Anfangs ist Komissar Müller Karl Altertinari noch der Meinung, dass ein Killer hier sein Unwesen treibt. Doch er sollte sich irren. Es sind Alltagsgegenstände, wie sie jeder von uns zu Hause besitzt: Rucksäcke. Während Inis, die Hauptperson, eifersüchtig auf eine gewisse Jeanette ist, weil sie ihr den Freund ausgespannt hat, sucht sie Zuflucht bei einem ihrer Verflossenen. Und dort bekommt sie mit, wie er einen Rucksack angeleint in der Wohnung hält. Und das nur, weil dieser seine Hand nicht wieder ausspucken möchte.

Die Menschen sind unterdessen in Aufruhr und versuchen sich vor den Rucksäcken in Sicherheit zu bringen. Dabei müssen Jeanette und auch Inis zwangsläufig zusammen arbeiten. Und auch der Gehilfe des Komissars ist an ihrer Seite. Um vor den Rucksäcken zu flüchten, suchen sie sich einen weg durch das unterirdische Bunkersystem der Stadt. Doch dort kommt ein weiterer Schrecken ans Tageslicht: Der sogenannte Vorstadtripper, der mehrere Menschen auf dem Gewissen hat. Und auch der ist es, von dem dort unten die größte Gefahr ausgeht.

Wertung:


Dieser Film hier ist einfach nur trashig, und das auf ganzer Linie. Die Schauspieler sind dabei gar gänzlich schlecht. Gerade Inis kommt noch recht gut vor der Kamera zur Geltung. Die Art und Weise, wie der Film gedreht worden ist, lässt ihn aber amateurhafter und günstiger als eine Vorabendsoap erscheinen. Die Story an sich ist Hahnebüchen, denn wer kommt schon auf die Idee Rucksäcke als Mordmonster darzustellen. Wenn man das, was dort erzählt wird denn als Story bezeichnen möchte. Auch das Nachrichtenstudio wirkt mehr als deplaziert und gänzlich fern von jeglicher Realität.

Die Splattereffekte lassen zusätzlich eine gewisse Qualität vermissen. Es kann halt nicht jeder einen günstigen Film mit Effekten ala Ittenbach produzieren. Geringfügig ausgereiftere Handlung und auch ein wenig mehr Arbeit bei der Kameraführung, denn manchmal ist das Bild doch sehr verwackelt, hätten dem Film auf jeden Fall gut getan. Immerhin sorgt er für den ein oder anderen Schmunzler.

Als reiner Film vielleicht noch gerade 03/10, als Trasher vielleicht irgendwas bei 07/10.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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