Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Arriva Sabata - Galgenvögel sterben einsam
BeitragVerfasst: 28. Nov 2013, 16:14 
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O-Titel: Arriva Sabata!
Alternativtitel: Sabata the Killer, Viva Sabata, Reza por tu alma... y muere
Herstellungsland: I, HSP
Erscheinungsjahr: 1970
Darsteller: u. a. Peter Lee Lawrence, Anthony Steffen, Eduardo Fajardo, Alfredo Mayo, Luis Induni, Rossana Rovere, Alfonso Rojas, María Villa, Cris Huerta, José Canalejas, Alfonso de la Vega, Álvaro de Luna
Regie: Tulio Demicheli
FSK: ungeprüft

Inhalt:


Der wilde Westen. Mangosta betritt eine Bank. Peter, der Kassierer, scheint in ein Problem verwickelt zu sein, denn wir bekommen gerade noch mit, dass er an Mr. Garfield morgen zahlen will. Der Fremde, der eben die Bank betreten hat, wird per Kopfgeld gesucht. Er nickt Garringo zu und anschließend überfallen sie die Bank. Der Geldschrank wird geöffnet, doch der ersehnte Reichtum soll ausbleiben. Die beiden ziehen ab. Die Bankangestellten verfolgen sie, doch mit ihrem Oldtimer starten die beiden Gauner eine halsbrecherische Hetzjagd durch das kleine Örtchen. Mehrere Menschen werden dabei verwundet. Die Beute beträgt insgesamt 185 Dollar. Später erfahren sie aus der Zeitung, dass sie angeblich 5.000 $ gestohlen haben sollen. Es kommt zum Streit zwischen Mangosta und Sabata, da letzterer glaubt, dass Mangosta das Geld vor ihm versteckt hat.

Doch ein anderer hat sich auch ein Teil der beute unter den Nagel gerissen, denn Peter hat Schulden, und er ist jetzt bei Mr. Garfield um einen Schuldschein in Höhe von 2.000 $ einzulösen. Aber er kann es nicht lassen und spielt weiter, so dass er am Ende 10.000 $ Schulden bei Mr. Garfield hat. Als er das Casino verlässt, passen ihn die beiden Ganoven ab. Aber Peter hat kein Geld. Mr. Garfield hat ihm allerdings erzählt, dass bald ein Geldtransport mit 300.000 $ stattfindet, und den würde er gerne mit den anderen beiden Überfallen.

Am nächsten Tag warten Sabata und Mangosta hinter ein paar Felsen. Peter fährt selbst in der Kutsche mit. Die Sheriffs und auch Garfield sind ebenfalls zu Pferde unterwegs. Die beiden Ganoven überfallen die Kutsche. Und anschließend müssen sie schnell verschwinden. Die Kiste mit dem Geld haben sie erbeutet. Der Oldtimer soll ihnen wieder als Fluchtwagen dienen. Während der Flucht vor der Kavallerie fällt Sabata vom Wagen doch mit einem gestohlenen Pferd kann er wieder zu den anderen beiden aufschließen. Und sie können entkommen.

Bei dem Sheriff ist eine Besprechung der Sachlage. Es gibt keine Spur auf die Verbrecher, lediglich ein kleiner Stofffetzen von Peters Jacke wurde gefunden. Garfield verspricht die Diebe zu finden.

Die drei Gauner haben sich in ein abgelegenen Haus zurückgezogen. Sie sitzen um die Geldkiste herum. Mangosta freut sich wie ein kleines Kind. so viel Geld hat er noch nie gesehen. Doch Peter ist vorsichtig. Es kann sein, dass die Nummern der Scheine irgendwo niedergeschrieben sind, und das sie mit dem Geld momentan überhaupt nichts anfangen können. Sie müssen erst warten bis Gras über die Sache gewachsen ist. Mangosta will seinen Anteil, doch Peter will das verhindern und beide Schlagen sich die Köpfe ein. Wo sollen sie bleiben? Sie brauchen ein sicheres Versteck. Sabata hat eine Schwester, bei der sie unter kommen könnten. Diese denkt, dass Sabata ein Geschäftsmann ist. Und der Wagen muss vorher weg, denn er ist viel zu auffällig.

Wie durch ein Zufall sind bereits nach kurzer Zeit Interessenten an dem Wagen da als Mangosta vor die Tür tritt. 20 Pferdestärken hat er. Aber dei beiden Interessenten scheinen nicht die Hellsten zu sein. 400 Dollar und das Auto gegen drei Pferde. Sabata setzt die beiden sogar fast persönlich auf die Sitze. Sie nehmen die Pferde und die Käufer brausen davon. Als sie an Garfield und seinen Mannen vorbeifahren, verfolgen sie das Auto.

Garringos Schwester, das ist jetzt das Ziel. Aber sie müssen die Geldkassette loswerden. Sie verstecken diese in einer alten, bereits geschlossenen Mine, die schon fast einsturzgefährdet ist. Anschließend suchen sie den Betreiber der Mine auf. Sie haben Gold in den Satteltaschen der Pferde gefunden. Doch leider haben sie Pech, denn der Betreiber kennt die Pferde, und es sitzen nicht ihre Besitzer auf ihnen. Als sie gerade das Gold im Laden eintauschen wollen, kommen andere Bewohner mit Waffen zu ihnen und bringen sie zum Galgen. Als sie schon auf der Plattform stehen und das letzte Gebet bereits gesprochen wurde, taucht Garfield auf und kann sie vor dem Strick bewahren. Doch er will das Geld. Und nach mehrfachem Hin und Her sowie einiger Prügel und Schmerzen sagt Garringo es ihnen und führt sie hin. Dafür will Mangosta ihn töten.

Die Mannen werden zu der Mine geführt. Aber Garringo scheint sich nicht mehr zu erinnern, wo sie die Kiste hingetan haben. Dann findet ein anderer das Geld, doch die beiden Ganoven zetteln eine Schießerei an und dabei stürzt die Mine teilweise ein. Garringo verwendet auch Dynmait um den Einsturz zu beschleunigen. Mangosta und auch Garringo können aus dem Stollen entkommen. Sie liefern sich draußen zusammen mit Peter ein Feuergefecht mit Garfield und seiner Truppe und sie können diese so dezimieren, dass sie flüchten können.

Endlich sind sie bei Garringos Schwester Patricia angekommen. Die Kiste wird im Schornstein der alten Scheune versenkt, so dass man sie nur noch mit Dynamit herausbekommt. Garfield wurde bei dem Schusswechsel verwundet und ist vorerst außer Gefecht gesetzt. Peter findet Gefallen an Patricia und als die beiden sich in die Scheune zurückziehen, geht Garringo ihnen nach. Doch Mangosta sperrt alle drei in der Scheune ein und Sprengt den Schornstein um sich mit dem Geld aus dem Staub zu machen. Als die Eingesperrten die Scheune aufbrechen können, starten sie die Verfolgung. Am Wegesrand entdecken sie die Kiste ohne Inhalt, aber das zeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind.

Die Spur führt bis nach Mexico. Als sie einen Saloon betreten, entdecken sie eine Frau in der Decke, die Mangosta selbst hergestellt hat, doch es ist zu spät: Freunde von ihm können die beiden dingfest machen. Sie werden zu seiner Hazienda gebracht und dort in eine Scheune eingesperrt. Doch Garfield taucht auch dort auf. Erst töten sie die Anwesenden lautlos, doch dann bricht eine Schießerei los. Mit Schießpulver können Peter und Sabata aus der Scheune flüchten. Garfield lässt Mangosta fesseln und über das Feuer hängen, damit er ihnen sagt, wo das Geld ist. Peter und Garringo legen Feuer, damit die anderen abgelenkt sind. Mangosta fängt sich von Garfield inzwischen eine Kugel ein. Doch Peter kann Garfield töten. Es kommt zum Kampf zwischen Garringo und Peter als Letzterer das Geld an sich gebracht hat und gerade flüchten will. Doch als Sabata mit Peter beschäftigt ist, wirft Mangosta das Geld ins Feuer, und Peter wird von Sabata erschossen.

Wertung:


Damit hier keine Missverständnisse entstehen: Sabata = Garringo = Johnny. Manchmal ist das ein wenig verwirrend. Als reiner Western oder besser Italo-Western ist dieser Film recht ungewöhnlich, da hier nicht nur auf Pferde sondern auch auf Oldtimer gesetzt wird. Anfangs glaubt man noch sich in einer Slaptsick-Komödie zu befinden, da Musik als auch Ablauf eher an einen Stummfilm erinnern. Die Geschichte ist ganz einfach gehalten: Ein Gaunerduo überfällt einen "Geldtransport". Doch dann sind sie sich nicht grün und wollen alle das Geld für sich haben, bis sich einer aus dem Staub macht. Dieser wird von den anderen verfolgt. Gleichzeitig sind aber auch andere gierig nach dem Geld, und am Schluss bekommt es niemand. So ist in etwa der Plot, und dieser ist 1970 nicht origineller als heute gewesen.

An Unterhaltung hat der Film aber durchaus einiges zu bieten, da sich gerade durch die Motorisierung ungeahnte Verfolgungsjagden eröffnen. Gerade an der Anfangsszene wird das sehr gut umgesetzt und weis dadurch richtig zu unterhalten. Dass dabei gleichzeitig eine komische Beimischung auftaucht, ist auch der Musik geschuldet. Hart ist dieser Film eigentlich nicht, denn es ist nunmal ein Italo-Western. Da werden Menschen erschossen, aber brutal ist das ganze nicht wirklich. Deshalb ist es verwunderlich, dass die einzige hier in Deutschland erhältliche Fassung extrem geschnitten ist, und auch wenn es anderswo so lautet, ist diese Fassung hier auch geschnitten. Eventuell fällt es immer dann ins Gewicht, wenn ein Szenenwechsel und damit manchmal auch ein kompletter Handlungswechsel erfolgt. Als Peter und Patricia in der Scheune verschwunden sind, passiert gar nichts, so dass hier durchaus ein Schnitt möglich wäre, aber es gibt kein Vergleichsmaterial. Angeblich ist die italienische Fassung ungeschnitten, aber die gibt es nicht auf DVD.

Die Schauspieler haben mir selbst nichts gesagt, aber Anthony Steffen hat bereits zuvor in mehreren Django-Teilen als hinterher auch in "Grotte der vergessenen Leichen" mitgespielt. Peter Lee Lawrence, der hier seinen Namensvetter miemte, hat eine kurze Karriere gehabt, denn er hat mit 29 Jahren Selbstmord begangen. Eduardo Fajardo war auch in "Django" sowie in "Zwei wilde Companeros" zu sehen. Außerdem hat er in "Das Haus im Nebel" mitgespielt. Tulio Demicheli hat neben diesem Film auch "Dracula jagd Frankenstein" sowie "Der Clan der Killer" gedreht.

Insgesamt muss man sagen, dass dieser Italo-Western mit Sicherheit kein Meilenstein ist, aber für eine kurze Unterhaltung durchaus gut ist. Dabei bleibt noch zu erwähnen, dass es wünschenswert wäre, wenn sich irgendein Label einmal die Mühe machen würde und diesen Film in seiner vollen Pracht zu veröffentlichen. Abschließend gibt es aber dennoch wohlverdiente 07/10 Punkten.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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