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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Entscheidung am Yellow Rock (2011)
BeitragVerfasst: 23. Jun 2013, 15:51 
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Entscheidung am Yellow Rock
(Yellow Rock)
mit Michael Biehn, James Russo, Lenore Andriel, Michael Spears, Eddie Spears, Peter Sherayko, Christopher Backus, Clay Wilcox, Brian Gleason, Amy Jennings, Paul Sloan, Jennifer Blanc, Elaine Lockley Smith
Regie: Nick Vallelonga
Drehbuch: Lenore Andriel / Steve Doucette
Kamera: Matt Garrett
Musik: Randy Miller
FSK 16
USA / 2011

Kalifornien, 1880. Eine Gruppe von Cowboys reitet in die Geisterstadt Yellow Rock. Ihr Anführer, Max Dietrich, heuert den Trapper Tom Hanner an, um sie in das Indianer-Territorium der ''Black Paw'' zu führen. Sie sind auf der Suche nach Vermissten. Hanner akzeptiert, sofern sie die Genehmigung der indianischen Stämme erhalten, ihr Land zu betreten. Dann beginnt die gefährliche Reise. Es kommt zum Showdown auf Indianergebiet...


Es ist immer so eine Sache mit den Filmen, auf deren DVD-Covern irgendwelche Auszeichnungen von diversen Film-Festivals prangen, denn zumeist steigen die Erwartungen des Zuschauers dadurch in Höhen, die das Endergebnis dann aber letztendlich nicht erfüllen kann. Nur eher selten tritt der Fall ein, das man es wirklich einmal mit einem Werk zu tun bekommt, das auch nach eigenem Empfinden würdig ist, die abgebildeten Auszeichnungen empfangen zu haben. Nicht anders verhält es sich leider auch bei vorliegendem "Entscheidung am Yellow Rock", der unter der Regie von Nick Vallelonga (Stiletto) entstanden ist, der jedoch einige durchaus gute Ansätze nicht konsequent weiterverfolgt und stattdessen mit einer Geschichte aufwartet, die sich recht schnell als äußerst vorhersehbar und teilweise uninspiriert herausstellt. So müsste man beispielsweise schon ziemlich stark auf den Kopf gefallen sein um nicht zu merken, das die Gruppe von Cowboys ganz andere Ziele verfolgt, als wie es in der Inhaltsangabe zu lesen ist. Desweiteren wird der mystische Aspekt des Geschehens, der phasenweise während der Ereignisse, am stärksten jedoch erst gegen Ende durchschimmert eher fast fahrlässig in den Hintergrund geschoben, obwohl er wohl ziemlich augenscheinlich ein Hauptbestandteil des Ganzen werden sollte. An dieser Stelle hat sich Vallelonga anscheinend zu sehr verzettelt und seiner Story somit aber auch ihre größte Stärke geraubt, denn bei einer intensiveren Beleuchtung des Indianer-mystischen Erzählstranges wäre das gewonnene Gesamtbild ganz sicher weitaus besser ausgefallen, als es letztendlich der Fall ist.

Ganz generell kommt der indianische Aspekt in der Geschichte viel zu kurz, denn obwohl man schon in der Einleitung erfährt, das genau dieser Punkt im Prinzip die Kern-Thematik darstellen soll, wird die Story doch viel eher aus der Sicht der Weißen erzählt, die wie eigentlich fast immer in Western ziemlich klischeehaft als boshafte und habgierige Menschen dargestellt werden. Mit der Darstellung ist es dann aber auch wieder so eine Sache und dieses Mal bezieht sich die Kritik auf das dargebotene Schauspiel der jeweiligen Akteure. Dieses gestaltet sich nämlich recht durchschnittlich, worunter fast zwangsläufig die gesamten Charaktere leiden müssen. Es gibt keine einzige Figur, die hier einen nachhaltigen Eindruck beim Betrachter hinterlässt, vielmehr erscheinen die meisten Personen sehr blass und austauschbar, wohingegen manche Figuren wie beispielsweise die Ärztin fast schon überflüssig daher kommen und man sich die berechtigte Frage stellt, warum sie überhaupt installiert wurden. Diese ganzen eher negativen Kritikpunkte schmälern das Gesamtbild doch ganz erheblich, so das "Entscheidung am Yellow Rock" in seiner eigenen Banalität der Ereignisse versinkt und sich maximal im absoluten Durchschnittsbereich ansiedeln kann.

Dabei wäre an dieser Stelle wirklich viel mehr möglich gewesen, wenn Vallelonga die angedeuteten Aspekte besser herausgearbeitet hätte und seiner Geschichte damit prägende Konturen verliehen hätte. Doch das Szenario dümpelt phasenweise eher etwas vor sich hin, was selbst den reinen Unterhaltungswert des Ganzen sichtbar einschränkt. Lediglich die streckenweise aufkommende Western-Atmosphäre kann man als durchaus gelungen bezeichnen und bewahrt das Szenario vor einem Rohrkrepierer. Ansonsten aber muss man sich mit einem mäßigen Spannungsaufbau und einigen netten Einschüssen begnügen und das ist ehrlich gesagt ein bisschen zu wenig, um von einem richtig überzeugenden Spät-Western zu sprechen, der jedoch auf jeden Fall möglich gewesen wäre.

Und so kann man letztendlich "Entscheidung am Yellow Rock" als einen Film bezeichnen, den man sich zwar durchaus einmal anschauen kann, an den man jedoch keine zu großen Erwartungen knüpfen sollte, da die Geschichte diese keinesfalls erfüllen kann. Als zu vorhersehbar entpuppen sich die Ereignisse und obwohl eigentlich der Grundstein für eine gelungene Erzählweise gelegt wird, versinkt diese schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit in den üblichen Klischees, die zudem noch nicht einmal sonderlich spannend dargestellt werden. So bekommt man es also einmal mehr mit einem Werk zu tun, das anscheinend diverse Auszeichnungen erhalten hat und man fragt sich dabei, nach welchen Kriterien diese vergeben wurden. Natürlich ist das alles reine Geschmackssache, doch im Endeffekt sollte man doch von einem solchen Film ein wenig mehr erwarten können, als es einem in vorliegendem Fall präsentiert wird.


Fazit:


Die Auszeichnungen als "Bester film" und "Beste Regie" auf dem "Red Nation Film Festival" sind dann also auch keineswegs die Garantie für einen herausragenden Film, der hier aber durchaus hätte entstehen können, wenn der Regisseur sich auf die Stärken der angedeuteten Thematik besonnen-und diese bis zum Ende konsequent verfolgt hätte. So aber bleibt nicht mehr als ein Western, dessen Sichtung sicherlich keine Zeitverschwendung ist, ein nachhaltiger Eindruck wird aber definitiv nicht hinterlassen.


5/10

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