Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Beautiful Boxer (2003)
PostPosted: 7. Jan 2013, 23:20 
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Beautiful Boxer
(Beautiful Boxer)
mit Asanee Suwan, Sorapong Chatree, Orn-Anong Panyawong, Nukkid Boonthong, Sitiporn Niyom, Kyoko Inoue, Keagan Kang, Yuka Hyodo, Somsak Tuangmkuda, Tanyabuth Songsakul, Sarawuth Tangchit, Natee Pongsopol, Samnuan Sangpali, Natawuth Singlek, Pat Sasipragym
Regie: Ekachai Uekrongtham
Drehbuch: Desmond Sim / Ekachai Uekrongtham
Kamera: Choochart Nantitanyatada
Musik: Amombhong Methakunavudh
FSK 12
Thailand / 2003

Der kleine Nong Toom wächst in der Provinz Thailands auf. Der Junge ist anders als seine Spielkameraden. Schon früh realisiert er, dass er im falschen Körper steckt und viel lieber ein Mädchen wäre. Per Zufall gerät er in einen Kickboxkampf, den er prompt gewinnt. Nong Toom erkennt, dass er mit dem Sport nicht nur der Armut seiner Familie entkommen, sondern sich auch seinen Traum von einer Geschlechtsumwandlung erfüllen kann. Er wird Kickboxer und gerät damit in eine Gesellschaft, die seinem Wesen nicht unähnlicher sein könnte.


Das dieser Film mehrfach ausgezeichnet wurde und etliche Preise abgesahnt hat, kann man nach seiner Sichtung durchaus nachvollziehen, denn "Beautiful Boxer" ist ein sehr bewegender und einfühlsamer Film, der die wahre Geschichte des Kickboxers Nong Toom erzählt, der schon im zarten Kindesalter gespürt hat, das er zwar in einem Männerkörper geboren wurde, aber viel lieber eine Frau wäre. So wird dann auch die Geschichte von Nong Toon von seiner Kindheit bis hin zu der Zeit nach seiner Geschlechtsumwandlung erzählt und bietet dem Zuschauer dabei eine hervorragende Mixtur aus gefühlsbetontem Drama und einem Kampfsportfilm, wie man sie kaum besser hätte in Szene setzen können. Doch auch, wenn hier etliche sehr gut choreographierte Kämpfe zu sehen sind, steht meiner Meinung nach ganz eindeutig die emotionale Seite im Vordergrund, die einen slebst sehr stark bewegt und berührt.

In erster Linie ist das auch sicherlich im herausragendem Schauspiel von Asanee Suwan begründet, der die Figur des Nong Toom einfach nur brillant darstellt und durch seine Ausdrucksstärke der Rolle eine ungeheure Glaubwürdigkeit und Authenzität verleiht. Hierbei wird ganz besonders die innere Zerrissenheit des jungen Mannes eindrucksvoll herausgearbeitet, man kann seinen seelischen Zwiespalt förmlich spüren und leidet teilweise richtiggehend mit ihm mit. Es ist eher selten, das man in einem Film mit einem so einfühlsamen Schauspiel konfrontiert wird, wie es einem hier offenbart wird. Zu keiner Zeit überkommt einen das Gefühl, das Asanee Suwan hier eine Rolle spielt, vielmehr entsteht der Eindruck, das er sein eigenes Leben darstellt. Seine Darstellung ist dabei an Perfektion kaum zu überbieten und so als absolutes Highlight des Filmes anzusehen. Da der Focus des Filmes natürlich hauptsächlich auf die Person des Nong Toom gerichtet ist, wirken sämtliche anderen Figuren viel eher wie kleine Nebenrollen oder Statisten, was deren Leistungen aber keinesfalls gerecht werden würde, denn auch die anderen Schauspieler sind nicht minder wichtige Elemente für die Story, doch stehen sie dennoch eher im Schatten des charismatischen Hauptdarstellers, der sie allesamt überstrahlt.

Neben den hochklassigen schauspielerischen Leistungen sind es vor allem die teilweise fantastischen Bilder, die einem die ganze Geschichte plastisch darstellen und viel näher bringen, wobei es einige Passagen gibt, die vollkommen ohne Dialoge auskommen und lediglich durch ihre Bildgewalt überzeugen und dem Zuschauer ein hohes Maß an Intensität vermitteln. Insbesondere seien hier die Szenen erwähnt, in denen der Hauptdarsteller mit sich und seinen Fantasien allein ist, die wie Tagträume jenseits der Realität dargestellt sind. In diesen Phasen des Films wird einem so viel Emotion vermittelt, das es einem richtig warm um das Herz wird. Dabei ist es in meinen Augen besonders erwähnt werden, das die tragende emotionale Seite nie kitschig, sondern vielmehr extrmest realistisch und glaubwürdig in Szene gesetzt wurde. Es entsteht zu keiner Zeit ein Eindruck, das man es mit einer schmalzigen oder kitschigen Geschichte zu run hat, denn dafür sorgt allein schon der tiefgründige Einblick in das Seelenleben der Hauptfigur.

Doch auch für Freunde der asiatischen Kampfkunst wird hier einiges geboten, angefangen mit dem harten Training in der Kickbox-Schule bis zu den etlichen sehr guten Kämpfen, die dieses Werk beinhaltet. Dabei haben die Kampfszenen eine herrlich ästhetische Ausstrahlung und erscheinen größtenteils sehr kunstvoll. Es gibt keinerlei Übertreibungen, die Macher des Filmes haben schon besonders darauf geachtet, das auch in dieser Beziehung ein möglichst realistischer Eindruck entsteht und man kann ihnen nur bescheinigen, das dieses Vorhaben bestens gelungen ist.

Insgesamt gesehen handelt es sich bei "Beautiful Boxer" um einen aussergewöhnlich guten Film, der eine nahezu perfekte Symbiose aus Drama und Kampfsport darstellt und der ein qualitativ sehr Hochwertiges Filmereignis bietet.Hier wurde eine faszinierende Lebensgeschichte sensationell und tief berührend umgesetzt, so das insgesamt gesehen auch ein strak nachhaltiger Eindruck im Gedächtnis des Betrachters hängenbleibt. Diesen Film vergisst man nicht so schnell und schaut ihn sich auch gern mehrmals an, allein schon, um die fantastischen Bilder erneut auf sich wirken zu lassen.


Fazit:


"Beautiful Boxer" zählt wohl ganz eindeutig zu der Kategorie Film, die man ohne Probleme als wundervioll und schön bezeichnen kann. Ein sehr tiefgehendes kampfsport-Drama, das einen keinesfalls ünberührt lässt und auch noch im Nachhinein nachdenklich stimmt. Die Geschichte eines Menschen, der zu einer Randgruppe zählt und sich auch mit Anfeindungen seiner Mitmenschen auseinandersetzen muss, aber dennoch den ihm vorgezeichneten Weg weiterverfolgt und sich gegen alle Widerstände durchsetzt. Man sollte sich diesen wunderbaren Filmgenuss keinesfalls durch die Lappen gehen lassen, denn es kommt nicht so oft vor, das man einen so excellenten Film zu Gesicht bekommt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1 / Thailändisch DD 2.0
Bild: 1,78:1 (16:9 Anamorph)
Laufzeit: 115 Minuten
Extras: Making Of, Teaser, Trailer, 2 Musikclips


9/10

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