Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Der Rattengott (1976)
BeitragVerfasst: 17. Dez 2012, 01:15 
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www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Izbavitelj
Herstellungsland:    Jugoslawien
Erscheinungsjahr:    1976
Regie:    Krsto Papic

Darsteller:
Ivica Vidovic
Mirjana Majurec
Relja Basic
Fabijan Sovagovic
Ilija Ivezic
Branko Spoljar
Edo Perocevic
Zvonimir Ferencic
Zdenka Trach
Fahro Konjhodzic
Petar Dobric
Ana Hercigonja

Handlung:

Tschechei um 1925. Professor Boskovic kommt durch ein altes Buch einer übernatürlichen Riesenratte auf die Spur, die sich der Menschen bedient und die ihm Hörigen ebenfalls in Nager verwandelt. Das erklärte Ziel: Die Weltherrschaft durch die Ratten. Als die Stadtverwaltung schon fest unter Kontrolle der Rattenmenschen ist, greift der Professor mit einem von ihm erfundenen Anti - Ratten - Spray ein.

Quelle: Ofdb

Fazit:

Der Rattengott ist ein wunderschönes Oldschool-Gruselmärchen.

Der Film erinnerte mich von der Atmosphäre an die wunderbaren tschechischen und DDR-Märchenfilme der 50er -70er Jahre. Der Film hat weiche, kräftige Farben und einen wunderschönen Oldschool-Look.

Die Handlung erinnert stark an die "Körperfresser-Filme", hat aber dennoch jede Menge eigene Ideen, megaspannende Momente und ein paar echt gruslige Sequenzen. Gore und Schocker gibt es hier nicht zu sehen, der Streifen lebt allein von der wirklich fesselnden Handlung die in wunderschönen Bildern und einem teilweise recht skurrilem Score erzählt wird.

Die Schauspieler sind mir völlig unbekannt, machen ihre Sache aber mehr als gut. Sämtliche Darsteller sind gut gewählt und es gibt einige wirklich schräge Figuren zu bewundern.

Für Gorehounds ist der Film völlig ungeeignet, wer aber den klassischen Gruselfilm mag, kommt an dieser Perle nicht vorbei!

Mich hat der Film begeistert 10/10 Pkt

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Wer im Glashaus sitzt, sollte ich sich im Dunkeln ausziehen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rattengott (1976)
BeitragVerfasst: 26. Aug 2013, 09:48 
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Wenn ein Film weltweit bisher nur auf VHS und das dann auch nur in 2 Ländern, erschienen ist, dann horcht der interessierte Fan natürlich auf, wenn ein Label es wagt einen solchen Film auf DVD zu veröffentlichen. Der Rattengott ist genau ein solcher Film. Bisher nur als VHS in Deutschland und in Kroatien erhältlich und von vielen als kleine Perle gefeiert, gibt es eine Möglichkeit dieses Werk auf DVD zu bewundern. Hat es sich denn gelohnt auf die DVD zu warten, oder wäre der Film lieber ein weiteres Mysterium geblieben?

Ivan ist ein arbeitsloser Schriftsteller, dessen Werke nicht wirklich für Begeisterungsströme sorgen. Ohne Geld in der Tasche sucht er eines Abends einen Platz zum schlafen und bekommt den Tipp, sich in der alten Bank nieder zu lassen. Doch was er dort entdeckt übersteigt seinen kühnsten Vorstellungen. Eine Gesellschaft feiert dort ausgelassen eine Feier. Doch mit einem Mal erscheint der Anführer der Gesellschaft und verkündet, dass die Welt bald "Ihnen" gehört. Ivan wird entdeckt und ist fortan die Zielscheibe dieser merkwürdigen Gesellschaft.

Der Rattengott ist ein Film, dessen Story zunächst nicht wirklich neu klingen dürfte. Eine geheime Gesellschaft die im Schatten agiert und versucht die Welt zu unterjochen. Doch was der Rattengott wirklich ist, ist eine Fabel, die vielmehr wie ein düsteres Märchen wirkt, als wie ein Horrorfilm. So versucht der Film die Ratten zu einer menschlichen Bedrohung zu machen und so wird der Film indirekt zu einer Metapher rund um faschistoide Gesellschaften, die nur sich selbst dulden und versuchen alle Menschen, die nicht wie sie sind (sei es von der Art oder von dem Gedankengut) zu vernichten. Anspielungen auf die deutsche Geschichte dürften daher nicht nur zufällig sein.

Die Schauspieler machen einen sehr guten Job. Mehr kann und will man dazu nicht sagen. Die Kamera macht einen sehr guten Job, wenngleich der Schnitt ab und zu etwas abgehackt wirkt, sodass man einige holperige Übergange bemerken wird. Dafür baut der Film eine recht dichte Atmosphäre auf. Sobald die Gesellschaft entdeckt ist, spielt ein Großteil des Films nur noch bei Nacht, sodass man nie weiß hinter welcher Ecke eventuell ein Vertreter der Gesellschaft hockt und nur auf Ivan wartet. Auf der Effektseite bekommt man außer einigen recht gut gemachten Verwandlungen nicht sonderlich viel zu Gesicht. Der Film setzt sein Augenmerk aber auch nicht darauf. Vielmehr will er eine märchenhaft anmutende Geschichte für Erwachsene erzählen und genau das gelingt ihm auch sehr gut.

Die DVD aus dem Hause 84 kommt in einem Mediabook daher. Die Bildqualität der normalen Fassung ist sehr gut, wenn man sich vor Augen hält, dass der Film vorher nur als VHS erhältlich war. Es gibt zwar hier und da immer wieder ein paar kleine Risse und Fehler im Material, dafür stimmt die Schärfe aber und man hat nie das Gefühl man würde eine VHS schauen. Der Ton klingt sauber, sowohl in der Originalfassung, welche englische Untertitel bietet, als auch bei der deutschen Synchronfassung, welche ein wenig lauter ist als der Originalton. An Extras bekommt man neben dem Originaltrailer, noch eine Bildgalerie, sowie die kroatische Langfassung geboten. Diese ist sicherlich ein sehr interessantes Extra, wenngleich hier leider keine untertitel dabei sind und der Film dort nur auf kroatisch vorliegt. Die Langfassung ist dennoch interessant, da hier einige andere Einstellungen benutzt wurden. Das Bild ist hier zwar minimal schlechter bietet aber dennoch eine solide Schärfe, sodass man sich diese Fassung bei Interesse auch zu Gemüte führen kann. Das Mediabook an sich bietet zudem noch ein 12 seitiges, grandios geschriebenes Booklet von Dr. Marcus Stiglegger, welches man unbedingt erst nach dem Film lesen sollte.

Fazit: Der Rattengott ist eine interessante kleine Perle, die hinter dem Deckmantel des Films eine Geschichte rund um eine geheime, faschistoide Gesellschaft erzählt, welche in Anbetracht der deutschen Geschichte sicherlich sehr interessant ist. Ein Märchen für Erwachsene, welches kurzweilig ist und sehr gut unterhalten kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rattengott (1976)
BeitragVerfasst: 11. Sep 2013, 23:55 
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Also, ich habe es nicht unbedingt bereut mir diesen Film angesehen zu haben. Manchmal wird aber auch einiges zu heiß gekocht, obwohl es nur lauwarm ist. Ein Film ist in erster Linie ein Werk zum Ansehen, und nicht, damit es totinterpretiert wird, denn in einigen Foren und auch offiziellen belgeittexten ist dies der Fall. Es mag durchaus sein, dass man eine Parallele zum aufstrebenden Nationalsozialismus in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ziehen kann, aber so richtig kommt das zum einen nicht durch, und zum anderen bin ich mir gar nicht sicher, ob ein Kunstwerk sei es nun Film, Buch oder Bild wirklich so gemeint war, oder ob es ... nun ja... nicht einfach nur ein Film ist. Interpretiererei schön und gut, aber ich glaube nicht unbedingt an eine Parallele, auch wenn dies sogar von den Machern behauptet werden würde, und dies hat folgenden Grund: Die Nazis haben sich nicht unter den Menschen versteckt. Sie wurden nicht gejagt. Und ihr Anführer war klar zu erkennen. Und was er vor hat, hat er ja ausführlichst in seinem Buch dargelegt. Wie man da auf Ratten kommt, die sich in der Gesellschaft als Menschen "tarnen" um schlussendlich die "Weltherrschaft" an sich zu reißen, weiß ich nicht.

Nehmen wir mal an, dass das wirklich so gemeint war. Dann hätte der Film einen Sinn und würde vielleicht sogar in der Bewertung etwas besser abschneiden. Er ist 1976 gedreht worden, wirkt aber wie wesentlich älter, denn es kommt mir so vor, als wenn ältere Werke eine deutlich bessere Qualität aufweisen. Vielleicht war das Budget damals aber auch ein anderes. Über die Dauer des Films, der sich in der Hauptsache um die Verwandlung von Ratten in Menschen dreht, nimmt zumindest der Interessante Teil der Handlung zu, weshalb man den zweiten Teil eher ansehen kann, als den ersten, denn Anfangs zieht es sich wie Kaugummi, und das ist für einen Film nicht gut, denn wenn ich einen Film sehe, dann möchte ich zumindest in irgendeiner Weise unterhalten werden, und wenn das schon nicht durch Spannung, Horror, Emotionen oder Comedy ist, dann zumindest durch die Handlung, und genau das ist der Schwachpunkt. Es dauert einfach, bis irgendwas von Belang passiert.

Aus Jugoslawien kenne ich nicht viele Filme, und den Serben würde ich jetzt im eigentlichen Sinn nicht als jugoslawischen Film bezeichnen, und kann deshalb keine Vergleiche ziehen. Auch von der OFDB-Bewertung kann man nicht gehen, denn es sind noch nichtmal 40 Stimmen abgegeben worden, und das vor allem auch, weil der Film auf VHS selten war. Ich finde es gut, dass man ihn einer breiteren Masse über die Veröffentlichung von 84 zugänglich macht, aber den Film selbst muss ich deshalb noch lange nicht gut finden. Er gehört außerdem für mich nicht in die Horrorkategorie, denn die Verwandlungen an sich und die Bekämpfung der Ratten hat für mich nichts mit einem Horrorfilm gemein. Ein Fantasyfilm ist es schon eher, aber Horror - absolute Fehlanzeige.

Die Bildqualität ist wesentilch besser, als es auf dem Trailer zu sehen war, auch wenn sie im Vergleich zu heutigen Produktionen immer noch unterirdisch ist. Das ist insgesamt aber nicht weiter schlimm. Als Wertung kommt leider aus genannten Gründen nicht sonderlich viel bei mir raus, so dass ich es mit ganz neutralen 05/10 halten würde. Keine verschwendete Zeit aber sie hätte auch etwas besser genutzt werden können.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rattengott (1976)
BeitragVerfasst: 19. Okt 2013, 22:14 
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"Der Rattengott", welch ein Titel ... zumindest einer, der den geneigten Tierhorror-Fan aufhorchen lässt und dazu eine VÖ als MB -
gut, in den vergangenen Monaten ist inzwischen auch dem Irrlicht ein 'Licht aufgegangen', nämlich das dies keineswegs ein Indiz für
anspruchsvolles oder auch nur im geringsten interessantes Kino darstellt ...

Aber nun zum Film: nach einem etwas anstregenden Einstieg zwecks 'Einlassen' auf den Rattengott, fand ich den Film doch sehr
unterhaltsam; interessante Story (ja, es gibt wohl andere Titel mit ähnlichen Handlungen, allerdings sind mir diese nicht bekannt)
die durchaus einmal von einem andern Blickwinkel, nämlich dem der Ratten, betrachtet wird. Die Darsteller machen ihre Sache sehr gut
und selbst die Deutsche Synchro weist keinerlei Mängel auf - passt und ist stimmig.

Schöne Locations, die atmosphärisch mehr zu bieten haben, als manche Neuerscheinung; da der Film etwa 40 Jahre als ist,
störte der etwas altbackene Look (Bild) auch nicht wirklich, sondern trägt noch seinen Teil zum Spannungsbogen bei. Womit wir
beim Stichwort wären: "Spannung", ein Horrorfilm im eigentlichen Sinne ist der Rattengott definitiv nicht, wie bereits geschrieben worden
ist, eher ein filmisches Mährchen; geschmackssache, mir hat es gefallen. Düster und im wesentlichen unblutig, trotzdem keine Zeitverschwendung.

Noch ein paar Worte: bin an den Film absichtlich ohne besonderen Hinblick auf 'politisches Statements' herangegangen, wenn ich solche Filme
sehen möchte, kommt eher Schindler Liste o. ä. zum Einsatz. Man kann sicherlich eine gewisse 'Nebenhandlung' hinein interpretieren -
muss man aber nicht.

Fazit: nichts von der Stange, trotzdem sehenswert; hoffentlich gibt es noch eine VÖ als Alternative zum MB ;)

7,5/10 Rattenbisse

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I don't think runnning will save you.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rattengott (1976)
BeitragVerfasst: 21. Okt 2013, 09:52 
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Sehr schön geschrieben Lichtlein!! :Up:

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rattengott (1976)
BeitragVerfasst: 24. Dez 2013, 11:31 
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Der Rattengott
(Izbavitelj)
mit Ivica Vidovic, Mirjana Majurec, Relja Basic, Fabijan Sovagovic, Ilija Ivezic, Branko Spoljar, Petar Dobric, Edo Perocevic, Ana Hercigonja, Zvonimir Ferencic, Boris Festini, Zdenka Trach, Mirko Boman
Regie: Krsto Papic
Drehbuch: Ivo Bresan / Krsto Papic / Zoran Tadic
Kamera: Ivica Rajkovic
Musik: Branislav Zivkovic
ungeprüft
Jugoslawien /1976

Nach dem Ersten Weltkrieg befindet sich die Welt in einer schweren Wirtschaftskrise. Ivan Gajski, der talentierte aber dennoch erfolglose Autor, verkauft auf dem Marktplatz seine letzten Bücher und lernt dort Sonja kennen, die hübsche Tochter des Professor Boskovic. Als Ivan seine Bleibe verliert sucht er als Nachtquartier die verlassene Zentralbank auf, in der sich nachts opulente Orgien der feinen Gesellschaft abspielen - so scheint es jedenfalls auf den ersten Blick. Was Ivan noch nicht weiß, die Gestalten erwecken nur den Anschein Menschen zu sein. Es sind Ratten, die die Welt untergraben und in den Abgrund stürzen wollen. Zusammen mit dem Professor versuchen sie die Invasion der Ratten aufzuhalten.


Das ehemalige Jugoslawien zählt nun nicht gerade zu den Ländern die für Horrorfilme bekannt sind. Umso schöner ist die Tatsache, das nun mit "Der Rattengott" endlich ein Werk auf DVD erschienen ist, das bisher lediglich in ganz wenigen Ländern auf VHS erhältlich war. Basierend auf der Novelle "Der Rattenfänger" von Alexander Grin erzählt Regisseur Krsto Papic eine wahrlich phantastische Geschichte über menschliche Ratten die nichts anderes im Sinn haben, als die Weltherrschaft zu übernehmen. Dabei lässt die Story durchaus Ähnlichkeiten zu Don Siegel's Klassiker "Die Dämonischen" erkennen, denn auch hier wird man mit äußerlich identischen Duplikaten von Menschen konfrontiert. Nun zeichnet sich das Werk zwar nicht unbedingt durch sonderlich viel Innovation aus und das Geschehen ist sogar in großen Teilen extrem vorhersehbar, doch mindert dieser Aspekt keinesfalls die Klasse eines Filmes, der in erster Linie von seiner erstklassigen Atmosphäre getragen wird. Diese ist nämlich durchgehend ziemlich düster gehalten und offenbart dem Zuschauer gleichzeitig ein Höchstmaß an Tristesse-und Trostlosigkeit, die allein schon durch die vorherrschende Wirtschaftskrise zum Ausdruck gebracht wird.

Gleichzeitig ist auch die Optik des Ganzen so gehalten, das einen ein starkes Gefühl der Beklemmung überfällt und wie ein bleierner Mantel auf die eigenen Schultern legt. Die Schauplätze erscheinen karg und kalt und diverse Lichtblicke in Form von Sonnenschein oder Ähnlichem sucht man vergebens. Dadurch erhält die Geschichte ihre ganz spezielle Grundstimmung die den Betrachter von der ersten Minute an in Beschlag nimmt und dabei eine fast schon deprimierende Wirkung hinterlässt. Diese Stimmung ist sicherlich als eine der ganz großen Stärken des Filmes anzusehen, der aber auch mit einer Darsteller-Riege aufwarten kann, die keinerlei Grund zur negativen Kritik bietet. Sämtliche Schauspieler liefern eine tolle Performance ab, wobei man Hauptdarsteller Ivica Vidovic dennoch besonders hervorheben sollte, der in der Rolle des Ivan Gajski eine beeindruckende-und absolut überzeugende Leistung abliefert. Diese beiden sehr positiven Aspekte der Geschichte trösten dann auch durchaus darüber hinweg, das sich durch die Vorhersehbarkeit der Ereignisse keine allzu große Spannung aufbaut, denn erfahrenen Genre-Fans wird es nicht sonderlich schwer fallen, die jeweiligen Abläufe vorher zu sehen. Mir persönlich hat das jedoch überhaupt nichts ausgemacht, denn "Der Rattengott" lebt nun einmal in erster Linie von seiner äußerst atmosphärischen Inszenierung und den guten Darstellern und hat in dieser Beziehung auch eine ganze Menge zu bieten.

Freunden des Tierhorrors hingegen wird nicht allzu viel geboten, denn bis auf einige eher kurze Momente hält sich die Geschichte bei diesem Aspekt eher vornehm zurück. Nur selten bekommt man die Kreuzungen aus Ratte und Mensch im Bild präsentiert und auch in Sachen Härte hält man sich sehr bedeckt. Aus heutiger Sicht erscheint deswegen auch vor allem die hohe Alterseinstufung wie ein mittelschwerer Witz, denn eine 16er Freigabe wäre an dieser Stelle mehr als ausreichend gewesen. Für den geneigten Gorehound erscheint dieses Werk also vollkommen ungeeignet, wobei Liebhaber der atmosphärischen Gruselkost umso mehr auf ihre Kosten kommen dürften. Für mich persönlich handelt es sich bei "Der Rattengott" um eine echte Perle des Genres und man kann es nur begrüßen, das dieser fantastische Film nun auch endlich auf DVD erschienen ist und zudem auch in einer wirklich guten Qualität vorliegt.

Krsto Papic hat hier einen Film geschaffen der ganz bestimmt nicht jeden Geschmack treffen wird. Gerade die jüngere Generation dürfte nur bedingt etwas mit dieser Geschichte anfangen können, in der Brutalität und unzählige SFX definitiv nicht vorhanden sind. Dafür präsentiert sich jedoch ein herrlich atmosphärischer Gruselfilm mit märchenhaften Zügen, der mit einer Lauflänge von gut 75 Minuten auch dafür Sorge trägt, das sich durchgehend unterhaltsame Filmkost offenbart, an der man seine helle Freude haben kann.


Fazit:


Es ist doch immer wieder erstaunlich auf welche echten Perlen man trifft, die einem bisher völlig unbekannt waren. "Der Rattengott" fällt ganz eindeutig in diese Kategorie und dürfte insbesondere für Liebhaber der etwas ruhigeren Horrorkost einen Blick wert sein. Ein bisher eher unbekanntes Juwel des Genres das jede Menge Qualität beinhaltet, auch wenn die Geschichte durchaus vorhersehbar daher kommt.


8/10

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