Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
Aktuelle Zeit: 21. Aug 2018, 00:51

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]





Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 5 Beiträge ] 
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 1086

AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Nachts, wenn die Leichen schreien (1975)
BeitragVerfasst: 18. Feb 2014, 12:26 
Offline
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 12.2012
Beiträge: 2751
Geschlecht: männlich
Bild




Nachts, wenn die Leichen schreien
(The Devil's Rain)
mit Ernest Borgnine, Eddie Albert, Ida Lupino, William Shatner, Keenan Wynn, Tom Skerritt, Joan Prather, Woody Chambliss, John Travolta, Claudio Brook, Lisa Todd, George Sawaya, Erika Carlsson
Regie: Robert Fuest
Drehbuch: Gabe Essoe / James Ashton / Gerald Hopman
Kamera: Álex Phillips Jr.
Musik: Al De Lory
ungeprüft
USA / 1975

Neuengland im 17. Jahrhundert: Jonathan Corbis führt einen Zirkel von Satansjüngern an. Doch durch Verrat endet die Sekte auf dem Scheiterhaufen. Doch der Spuk ist damit nicht vorbei. Als Untote treiben die Satansjünger in einer verlassenen Goldgräberstadt im Westen ihr Unwesen. Die Sekte versucht, in den Besitz eines Buches zu gelangen, um ihre alte Macht wieder zu erlangen.


Wenn man im Bezug auf die 70er Jahre von Horrorfilmen mit okkulter Hintergrund-Thematik redet, dann fallen ganz automatisch Namen wie "Der Exorzist" oder auch "Das Omen". An B-Movies wie vorliegenden "Nachts, wenn die Leichen schreien" denkt man dabei wohl eher weniger, wobei vorliegende Geschichte sicherlich zu denen zu zählen ist, die weitaus mehr Beachtung verdient hätten. Das liegt in erster Linie ganz bestimmt nicht an der Story an sich, entpuppt sich diese doch vielmehr als stellenweise ein wenig an den Haaren herbeigezogen, es ist viel eher die grandiose Atmosphäre, die das Werk von Robert Fuest auszeichnet. Dabei ist stellenweise auch der leichte Anflug eines gewissen Trash-Anteils zu erkennen, erscheint einem die ganze Chose doch an diversen Stellen etwas unfreiwillig komisch, doch gerade dieser Aspekt verleiht den Geschehnissen ihren ganz eigenen Charme, der dem Szenario aus allen Poren tritt. Desweiteren sind mit Ernest Borgnine, Tom Skerritt, Wiliam Shattner oder auch John Travolta einige namhafte Schauspieler mit von der Partie, was etwas unentschlossenen Menschen den letzten Kick verleihen sollte, um sich diese charmante Produktion zumindest einmal anzuschauen.

Zugegebenermaßen beinhalten die Ereignisse auch einige kleinere Längen, über die man insgesamt gesehen jedoch großzügig hinwegsehen kann. Viel zu sehr ziehen einen nämlich die manchmal etwas skurril erscheinenden Abläufe in ihren Bann und die verwendeten Schmelzeffekte bei den Tötungen tun ihr Übriges, um hier für ein durchaus spannendes, aber in erster Linie sehr amüsantes Horror-Filmchen zu sorgen. Aus heutiger Sicht erscheinen die Effekte natürlich eher überholt und nicht zeitgemäß, was aber insbesondere den Liebhabern dieser "alten Schinken" überhaupt nichts ausmachen dürfte. Auch die personifizierte Darstellung des Teufels wirkt alles andere als bedrohlich oder gar angsteinflößend, untermalt aber absolut perfekt den damaligen Stil und verleiht dem Film eine fast unverwechselbare Note. Nicht nachvollziehbar erscheint hingegen die hohe Alterseinstufung dieses Werkes, denn wirkliche Härten oder blutige Passagen sind definitiv nicht vorhanden, so das nach heutigen Maßstäben eine 16er Freigabe mehr als ausreichend wäre.

Wie dem aber auch sei, "Nachts, wenn die Leichen schreien" hat seine Stärken ganz eindeutig in der vorhandenen Grundstimmung und entpuppt sich in seiner Gesamtheit als audiovisuell absolut sehenswerter B-Movie, der weitaus unterhaltsamer gestaltet ist als so mancher Blockbuster in der heutigen Zeit. Hier wurde noch mit den geringsten Mitteln eine Geschichte in Szene gesetzt, die auch nach fast vier Jahrzehnten immer noch eine starke Faszination auf den Zuschauer ausübt. Vor allem die doch eher biederen Effekte und die immer wieder zum tragen kommende unfreiwillige Komik diverser Szenen sorgt so ganz zwangsläufig für eine Menge Kurzweil und hervorragende Unterhaltung, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Zudem ist es immer wieder ein Erlebnis, William "Captain Kirk" Shattner einmal nicht in der zu körperbetonten Uniform auf der Enterprise in Action zu sehen, wobei der gute Mann hier auch noch in einer der Hauptrollen zu sehen ist. Ganz generell sollte man beim dargebotenen Schauspiel keine Wunderdinge erwarten, doch die jeweiligen Performances passen perfekt in das gewonnene Gesamtbild und runden die ganze Chose sehr stimmig ab.

Wer also nicht auf die heutigen Splatter-Gore Spektakel der meisten neueren Horrorfilme erpicht ist sollte definitiv einmal einen Blick riskieren, denn "The Devil's Rain", wie der Film im Original heißt, biettet Okkult-Horror vom Feinsten, wobei die Geschichte zu keiner Zeit den größten Wert auf Ernsthaftigkeit legt. Gerade durch diesen Aspekt hebt sich das Werk wohlwollend von anderen Genre-Vertretern ab, denn die dadurch enstehende Mischung erscheint allemal lohnenswert und bereitet dem Betrachter eine Menge Spaß. Handelt es sich doch auf jeden Fall um einen B-Movie, der vollkommen zu Unrecht eher ein Schattendasein fristet und nie die Beachtung erfahren hat, die ihm aufgrund der vorhandenen Klasse durchaus zustehen würde.


Fazit:


Robert Fuest hat hier alles andere als ein Meisterwerk kreiert, doch "nachts, wenn die Leichen schreien" ist ein wunderbar atmosphärisches Filmchen, das während der gesamten Laufzeit keinerlei Langeweile aufkommen lässt. Charmante Effekte, viel Okkultismus und einige äußerst bekannte Darsteller lassen die Zeit wie im Flug vergehen und sorgen für einen typischen 70er Jahre Horrorfilm, der immer wieder aufs Neue begeistert.


8/10

_________________
Bild

Bild Big Brother is watching you


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nachts, wenn die Leichen schreien (1975)
BeitragVerfasst: 18. Feb 2014, 12:33 
Offline
Archivmeister
Benutzeravatar

Registriert: 12.2012
Beiträge: 1734
Geschlecht: männlich
Hat mich nicht so richtig begeistern können, auch wenn es noch so ein Klassiker ist. An Horrorelementen ist das hier nur reduziert vorhanden, wobei es hier mehr oder minder auch um die alte Angst vor dem Teufel geht. Der B-Movie-Aspekt kommt hier sicherlich zum Tragen, denn auch aus dieser Zeit sieht richtig professionell irgendwie anders aus. Kann man sehen, muss man aber nicht. 05/10.

_________________
Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nachts, wenn die Leichen schreien (1975)
BeitragVerfasst: 18. Feb 2014, 12:54 
Offline
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 12.2012
Beiträge: 2751
Geschlecht: männlich
So unterschiedlich können halt die jeweiligen Empfindungen sein. Sicherlich, rein filmisch gesehen bekommt man es mit keinem Meisterwerk zu tun, aber gerade diverse Unzulänglichkeiten und ein leichter Trashgehalt sind hier für mich eher positive Aspekte, die dem Gesamteindruck äußerst zuträglich sind.

_________________
Bild

Bild Big Brother is watching you


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nachts, wenn die Leichen schreien (1975)
BeitragVerfasst: 18. Feb 2014, 12:56 
Offline
trashig-exploitativer Chef
Benutzeravatar

Registriert: 12.2012
Beiträge: 1700
Wohnort: Drive-In Kino
Geschlecht: männlich
Habe mir den vor Jahren auch mal angeschaut und auch ich war nicht so begeistert von dem Film.
Trotz großartigem Cast, der zu überzeugen weiß, weißt "Nachts, wenn die Leichen schreien" doch leider ein paar Längen auf und ist ein wenig zäh in der Inszenierung.

Was hier aber recht interessant ist, ist die Tatsache das der Film im Fahrwasser der sogenannten "Christian Scare" Movies angesiedelt ist.
Diese Art von Filmen war in den 1950gern-1970gern recht populär bei den in den USA lebenden frommen Christen, doch diente eigentlich nur der Propaganda gegen Horror und Sexfilmen; dies Genre ist vergleichbar mit den Anti Drogen Filmen wie z.b. REEFER MADNESS oder auch den "Atomic Scare" Filmen der 1950ger/1960gern, in denen auf hahnebüchene Weise "Aufklärungsarbeit" im Falle eines nuklearen Erstfalls geleistet wurde.

Um zum eigentlichem Thema zurückzukommen :

"Nachts, wenn die Leichen schreien" kann die Erwartungen nicht ganz erfüllen, aber bietet immerhin doch recht solide Retro-Unterhaltung.

5,5 von 10 satanistischen Kuttenträgern

_________________
Bild
"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nachts, wenn die Leichen schreien (1975)
BeitragVerfasst: 18. Feb 2014, 13:35 
Offline
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 12.2012
Beiträge: 2751
Geschlecht: männlich
Hmpf, ihr seid doch echte Banausen, ich bin entsetzt. :lol22:

_________________
Bild

Bild Big Brother is watching you


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 5 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker