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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Nackt und zerfleischt - Cannibal Holocaust (1980)
BeitragVerfasst: 11. Aug 2013, 14:22 
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Originaltitel: Cannibal Holocaust
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1980
Regie: Ruggero Deodato
FSK: ungeprüft
Laufzeit: 91 Min
Indiziert: Ja/ Beschlagnahmt: Ja

Darsteller:
Robert Kerman
Francesca Ciardi
Perry Pirkanen
Luca Barbareschi
Salvatore Basile
Ricardo Fuentes
Carl Gabriel Yorke

Wertung: 9
Härte: 9,5
Blut: 7
Spannung: 8
Action: 6,5
Drama: 4
Humor: 0


"Wenn der Dschungel zur Hölle wird"

Inhalt:
KRANK....MENSCHENVERACHTEND....ZIEMLICHST HARTER TOBAK.....TIERSNUFF!!!
Das ist das Erste was einen einfällt, wenn man den Namen "Cannibal Holocaust" zu hören bekommt, und das zurecht! Die Story ich recht Simple: 4 Junge Reporter werden in den tiefsten Dschungel des Amazonas geschickt um näheres über die Kannibalenstämme zu erfahren und darüber zu Dokomentieren. Doch auch nach Monaten kehren sie nicht wieder zurück und werden seit dem vermisst. Also wird ein zweites Team in den Wald geschickt, um die Vermissten zu finden. Dies geschieht auch - allerdings ist alles, was man von den jungen Leuten noch findet, ihre von Maden und Käfern bewohnten Skelette. Immerhin ihr Filmmaterial findet den Weg zurück in die Heimat und wird zwecks einer TV-Ausstrahlung ausgewertet. Doch was es darauf zusehen gibt ist äußerst schockierend und lässt ein kreide Bleich werden. Nicht die Ureinwohner waren das Böse, sondern der Mensch aus der eigenen Zivilisation.

Kritik:
Schockierend! Dieses Wort trifft wohl ganz gut, was den Zuschauer bei diesem Werk erwartet. Cannibal Holocaust ist ein äußerst brutaler und blutiger Film, der übelsten Sorte, der in der Mitte der Kannibalenfilmwelle entstand. Doch muss ich auch sagen das dieses Werk sich weit abhebt von allen anderen den ganzen schmuddeligen Kannibalenfilmchen die in der Zeit rauskamen. Man kann sagen, dies war Deodato´s zweite Antwort auf diesen Italo. Genre-Trend der 70er Jahre. Dieser Dokumentarstil ist einfach großartig gemacht und es wirkt verdammt echt, was ebenfalls ein großen Beitrag der ernormen Härte dieses Films leistet, davon hat sich auch später "Blair Wich Projekt" inspirieren lassen. Der Film fängt unscheinbar und harmlos an. Man sieht die Wälder des Amazonas, dabei läuft ein beruhigender und angenehmender Sound, was den Zuschauer sogar Fernweh auslösen könnte. Doch nur 22 min später wendet sich der Film und die Stimmung schlagartig, untertitelt mit den genialen und unter der Haut gehenden Sound "Adulteress Punishment" von Riz Ortolani (was meiner Meinung nach einer der besten aber auch gleichzeitig der bedrückendsten Filmsoundtrack ist). So spielt Deodato mit der Psyche des Zuschauers und lässt einen umso mehr verdutzt und schockiert zugleich in die Röhre schauen, denn man erwartet schon fast garnicht mehr das sich die Stimmung so krass ändert. Die Atmosphäre des Film ist wirklich sehr dicht, ziemlich rau und trocken und man hat das unangenehme Gefühl man spürt die Hitze des Amazonas, man hat wirklich ab, die ganze Zeit ein ungutes Gefühl im Magen und wünscht sich schnell das der Film vorbei ist. Was man hier zu Augen bekommt ist absolut harter Stoff und nicht umsonst machen viele Filmfans ein weiten Bogen um diesen Film! Das gezeigte spielt sich auch noch Tage Später in dem Kopf des Zuschauers ab, vor allem eine Szene brennte sich mir lange in die Netzhaut; Das Filmteam vergewaltigt eine Eingeborene und pfählte sie anschließend. Es sollte aussehen, als wäre es ein primitives Ritual der Stammesgenossen der jungen Frau, wirklich ganz krasser scheiß und auch die anderen Effekte sind verdammt realistisch dargestellt und auch sehr hart und zum teil kommen diese Szenen einem endlos vor. Die Schauspieler machen ihre Sache ebenfalls ganz Solide und passen auch zum Film, was für ein Film solches Genre doch sehr verwunderlich ist. Die Kernaussage von "Nackt und Zerfleischt" ist ganz klar; Wir sind das grausamste Tier auf dieser Welt, das mordet, vergewaltigt, quält, foltert und sinnlose Kriege führt, alles aus Sensationsgier und Erlebnislust getrieben um mitten drin statt nur dabei zu sein, das ist das was uns Deodato damit sagen will und das alles bringt er hier in "Nackt und Zerfleischt" in seiner hässlichsten grausamsten Form zu zur Geltung, und hält uns das vor Augen, was wir für kalte Bestien sind. Doch nun kommen wir zum NEGATIVEN punkt. Ob mir der Film gefallen hat oder nicht: Ich beführworte kein Tiershnuff und es gibt Grenzen. Die abartigen Tiersnuff-Szenen hätte man sich getrost sparen können. Auch wenn das vielleicht damals *normal* war, finde ich; sowas ist ein absolute Sauerei und hat in keinen Film zusuchen und ich denke mal Deodato hat seine gerechte Strafe dafür bekommen und muss man auch sagen das dieses den Film erst so richtig bekannt gemacht hat!.

Alles in allen ist und bleibt "Cannbial Holocaust" harter Tobak, einer der umstrittesten Filme, ein intelligenter, wie zwiespältiger Schachzug eines talentierten Regisseurs, der einen Film erschuf, der widersprüchlich, kalt, schön und grauenvoll zugleich ist. Was Ruggero Deodato hier geschaffen hat ist nicht nur ein Film über Kannibalen. Er zeigt desweiteren auch zu was der Mensch fähig ist und dass die sogenannte aufgeklärte westliche Gesellschaft grausamer sein kann als die angeblichen "Wilden". Für mich ist dieses Meisterwerk über die menschliche Gier und Grausamkeit absolut unerreicht in seiner eigenen, ganz speziellen Art und Weise, und fühlt sich an wie ein Schlag in die Fresse.
Einziger Kritikpunkt sind die Snuffszenen, die man hätte auch weg lassen können, denn auch ohne sie wäre "Cannibal Holocaust" immer noch schockierend genug.
Doch darf man nicht vergessen das dieses Werk die einzige Ikone des Kannibalenfilms ist und bleibt, an deren Ausstrahlung nicht ein einziger Mondo- oder Kannibalenfilm heranreicht.

Von den Kritikern (außerhalb des Mainstream's) vergöttert, von der Gesellschaft verachtet und der Politik bestraft, dass ist Cannibal Holocaust.

_________________
Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit alles zu tun!


And the eighth and final Rule: If this is your first Night at Fight Club, you have to fight!.



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 Betreff des Beitrags: Re: Nackt und zerfleischt - Cannibal Holocaust (1980)
BeitragVerfasst: 19. Aug 2013, 00:08 
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Ich persönlich sehe diesen Film eher als Drama....
Einsehr Unterschätzter Film!

Der soundtrack dazu ist aber Traumhaft!+


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 Betreff des Beitrags: Re: Nackt und zerfleischt - Cannibal Holocaust (1980)
BeitragVerfasst: 9. Sep 2013, 16:25 
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Originaltitel: Cannibal Holocaust
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1980
Regie: Ruggero Deodato
FSK: ungeprüft
Laufzeit: 91 Min
Indiziert: Ja/ Beschlagnahmt: Ja

Darsteller:
Robert Kerman
Francesca Ciardi
Perry Pirkanen
Luca Barbareschi
Salvatore Basile
Ricardo Fuentes
Carl Gabriel Yorke

Kritik:

"Cannibal Holocaust" gilt zu Recht als einer der erschreckendsten und kontroversesten Filme aller Zeiten. Der im Jahre 1980 entstandene Film ist ein recht beklemmendes Werk voller abstoßender Gedanken und zügelloser Grausamkeit! Ruggero Deodato erschuf einen Film, der heute immer noch die Geister spaltet und immer noch so heiß diskutiert ist,wie zu der Zeit seiner Erscheinung.

Eine Gruppe von Journalisten begibt sich in dem Amazonas um eine Story für`s TV zu produzieren. Sie wollen einen der letzen Stämme der Kannibalen so zeigen wie man sie sich vorstellt. Als sie dort ankommen müssen sie feststellen,dass das Leben der Kannibalen viel anders aussieht,als man es gedacht hätte.
Einige Zeit später macht sich ein Expeditionsteam auf die Suche nach den Journalisten,die schon als Tod geglaubt werden. Als sie auf eine Kamera stoßen, beginnen sie mit den Nachforschungen. Nun stellt sich raus,dass das größte Ungeheuer der Mensch selbst ist.

"Cannibal Holocaust" ,der deutsche Titel "Nackt und zerfleischt" ist nichts für schwache Nerven. Da man für diesen Film eine ehr seltsame Art der Erzählung verwendet hat, die Found- Footage (naja zumindest für die damalige Zeit seltsam!), entsteht der Anschein,dass es sich um eine reale Geschichte handelt. Die Schauspieler wirken wie Leien und dies macht es gerade so erschreckend.

Wenn zu Beginn der Amazonas überflogen wird und die Melodie von Riz Ortolani zu vernehmen ist, hört es sich noch ruhig und behutsam an. Dies ist schon mal eine Irreführung des Regisseurs, der hier absichtlich einen sanften Ton eingeschlagen hat. Doch dieses Bild trügt und lässt einen aber noch eine gute Stunde so beruhigt zurück. Doch dann beginnt das Grauen! Die Stimmung wird immer angespannter und auch die Melodie ändert sich. Den Höhepunkt des Soundtracks findet man, wenn man Riz Ortolanis "Adult Punishment" zu vernehmen mag. Dieser ist hart,erschreckend und einfach nur grausam. Genau so wie die gezeigten Szenen.

Der Amazonas ist die perfekte Kulisse für diesen Film gewesen, denn es gibt keinen Ausweg! Alles sieht gleich aus und darin liegt auch die Kraft, die die Atmosphäre daraus schöpft und diesen Film zu einem unvergesslichen Erlebnis macht. Die Luft wird dem Zuschauer abgeschnürt und er findet sich in einem Strudel aus Gewalt, Perversion und einer Prise Sozialkritik wieder. Was anfänglich noch wie ein üblicher Abenteuerfilm wirkte entwickelt sich schnell zu einem Horrortrip, der einem lange im Gedächtnis bleibt und auch ein herber Schlag in die Magengrube ist.

Zu der damaligen Zeit waren Szenen mit Tieren (leider) noch nicht gestellt,deshalb ist es traurig und erschreckend mit anzusehen wie Tiere ihre Leben ließen um Platz in diesem Film zu finden. Zwar dient es nicht zum Selbstzweck,doch ist es nicht leicht mit anzusehen. Es heißt,dass die Schauspieler diese Tiere gefangen haben und selbst gegessen haben (kann eine Ausrede sein oder auch nicht ?!).

Die drastische Darstellung von Gewalt und Sex war auch den Zensoren ein Dorn im Auge.Während die alte deutsche VHS nur recht wenige Schnitte aufzuweisen hatte, gibt es weit aus schlimmere Schnittmassaker an diesem Film. Die extreme Gewalt in diesem Film fällt einem nicht leicht, denn diese sieht gerade durch den Kamerastil sehr real aus und ist auch explizit in Szene gesetzt worden. Auch Vergewaltigungen werden in diesem Film gezeigt, was natürlich zur damaligen Zeit und auch zur heutigen nicht sonderlich gut ankommt.Dies sind auch die beiden Gründe warum dieser Film beschlagnahmt ist. Nicht nur nach §131 StGB (Gewaltverherrlichung) sondern auch nach §184a StGB (Gewaltpornografie).

Trotzdem muss man sagen,dass dieser Film nicht unüberlegt in Szene gesetzt worden ist. Eine klare Botschaft steckt hinter diesem Film,die auch sehr gut zur Geltung kommt. Denn was "wir" als primitiv erachten hat noch eine gewisse Moral nach der sie leben und die "privilegierte" Rasse der Menschen hat nur noch eins im Sinn...Medienwahn!

"Cannibal Holocaust" ist ein Film,den man mit großer Vorsicht anschauen sollte,denn er ist wirklich nichts für jedermann! Viele bezeichnen ihn als Klassiker (ich auch!).Andere hinhegen meinen,dass er keinen Cent wert wäre und unnötige Zeitverschwendung darstellen würde. Man muss wissen auf was man sich hier einlässt.

Für mich ein sehr guter und sehr harter Film,den selbst ich nur mit großer Vorsicht betrachte. Er stellt für mich auch den Höhepunkt des Kannibalen-Genres dar, den ansonsten kein weiterer Film überbieten kann.

Bedrückend,erschreckend,grausam und widerlich, doch ein Klassiker und ein sehr intensives Werk der Filmgeschichte. Empfehlen kann man diesen nur an die Personen,die sich auch wirklich im klaren sind was sie hier überhaupt anschauen würden.

Wertung: 9,5 Punkte

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"Alles, was ich habe auf dieser Welt, sind meine Eier und meine Wort, und das breche ich nicht, für niemanden, ist das klar?" -Tony"Scarface" Montana


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 Betreff des Beitrags: Re: Nackt und zerfleischt - Cannibal Holocaust (1980)
BeitragVerfasst: 17. Okt 2015, 19:08 
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Nackt und zerfleischt
(Cannibal Holocaust)
mit Robert Kerman, Francesca Ciardi, Perry Pirkanen, Luca Barbareschi, Salvatore Basile, Ricardo Fuentes, Carl Gabriel Yorke, Paolo Paoloni, Lucia Costantini, Lionello Pio Di Savoia, Luigina Rocchi
Regie: Ruggero Deodato
Drehbuch: Gianfranco Clerici
Kamera: Sergio D'Offizi
Musik: Riz Ortolani
ungeprüft
Italien / 1980

Im dichten Amazonasdschungel verschwindet ein junges Dokumentarfilm-Team spurlos. Professor Monroe macht sich auf die Suche nach den Filmemachern, die in der Wildnis bisher unentdeckte, angebliche Kannibalenstämme aufspüren und filmen wollten. Monroe entdeckt bei seiner Expedition bei einem wilden Eingeborenenstamm tatsächlich die Spuren des Teams und deren Filmmaterial. Schockiert muss er feststellen, dass von den jungen Leuten nur noch letzte sterbliche Überreste zu finden sind. Als er zurück in New York das eingesammelte Filmmaterial sichtet, offenbart sich ihm die grausame Wahrheit hinter dem Schicksal des Filmteams.


Der Kannibalenfilm hatte seine absolute Blütezeit in den 70er und 80er Jahre und brachte dabei unzählige Vertreter zum Vorschein, die auch in der heutigen Zeit noch die Meinungen spalten. Für die einen absoluter Kult, ist diese Art von Film für viele Leute auch lediglich eine sinnlose Darstellung extremer Perversitäten, die zudem auch noch in den meisten Fällen rein inhaltlich äußerst dünn ausgestattet ist. Der vorliegende "Cannibal Holocaust von Ruggero Deodato stellt dabei eine der ganz wenigen Ausnahmen dar und wird nicht umsonst als bestes Werk seiner Art betrachtet. Natürlich gibt es auch hier jede Menge Gewalt und so manche Szene schlägt dem Zuschauer auch in der heutigen Zeit noch ordentlich auf den Magen, auf der anderen Seite beinhaltet die Geschichte aber auch eine ganze Menge Gesellschaftskritik, die von Deodato absolut großartig ins Bild gesetzt wurde. So werden im Laufe der Zeit doch die eigentlich vorgesehenen Rollen vollkommen vertauscht, denn als das Filmmaterial der verschollenen Gruppe gesichtet wird stellt sich auf grausame Art und Weise heraus. das die ach so zivilisierten Mitglieder des Teams praktisch selbst ihr grausames Schicksal herauf beschworen haben.

Aus reiner Profit-und Sensationsgier wurden nämlich die primitiven Urwaldeinwohner so lange malträtiert, gedemütigt und getötet, bis diese letztendlich aus reinem Selbstschutz Rache an ihren Peinigern genommen haben. Das gezeigte Material geht einem dabei auch heute noch unglaublich unter die Haut und ganz generell gesehen ist "Cannibal Holocaust" wohl ganz eindeutig das, was man nur allzu gern als harten Tobak bezeichnet. Womit wir auch schon wieder beim vorhandenen Härtegrad wären und dieser ist wirklich nicht unbedingt für zart besaitete Menschen geeignet. Ob die vorhandenen Tiertötungen dabei unbedingt notwendig waren lassen wir jetzt einmal dahin gestellt, doch der Aspekt das hier wie auch in anderen Genre Vertretern echte Tiere geschlachtet wurden, unterstützt noch zusätzlich die unglaublich realistische Note, die dieser Film definitiv beinhaltet. Tierliebhaber und Leute mit einem empfindlichen Magen sollten also besser erst gar nicht dieses Werk schauen, denn streckenweise wird man schon an die Grenzen des Erträglichen heran geführt. Für die hohe Authentizität des Szenarios sind mehrere Faktoren ausschlaggebend, wobei wohl am ehesten der Punkt ins Auge springt, das "Cannibal Holocaust" durch seinen Drehstil wie ein früher Vorläufer des Found Footage Filmes erscheint.

Doch auch andere Aspekte heben dieses Werk von seinen Genre Kollegen ab, denn anders als in den meisten anderen Vertretern muss man an dieser Stelle auch einmal die agierenden Darsteller lobend erwähnen. Nun wird zwar nicht gerade oscarreifes Schauspiel geboten, doch die jeweiligen Akteure liefern durch die Bank absolut überzeugende Performances ab, was man ja nun nicht von wirklich vielen Kannibalenfilmen behaupten kann. Hinzu kommt auch noch die herausragende Atmosphäre der Geschichte, die insbesondere durch die perfekt eingefangenen Dschungelbilder und erstklassigen Kameraeinstellungen immer wieder in den Mittelpunkt rückt. Deodato hat an dieser Stelle wirklich ganze Arbeit geleistet und so kann man dann auch locker über kleinere Schwächen hinweg sehen, die sich hauptsächlich im stellenweise naiven Verhalten diverser Protagonisten äußert. Hier handelt es sich aber wirklich nur um Kleinigkeiten und diese reichen keinesfalls aus, um "Cannibal Holocaust" in der Gesamtbetrachtung herab zu stufen.

Auch wenn ich selbst kein ausgesprochen großer Fan dieser Filmart bin, so gehört dieser Film doch ganz eindeutig in die Kategorie der brutalen Meisterwerke, auch wenn manch einer das vollkommen anders sehen wird. Aber die Kombination aus Found Footage Elementen, kompromissloser Härte, gutem Schauspiel und vor allem der enthaltenen Gesellschaftskritik ist absolut brillant gelungen und so hat sich dieses Werk seinen Kultstatus in gewissen Kreisen auch vollkommen verdient. Irgendwie verhält es sich bei diesem Szenario ebenso wie bei einem blutigen Verkehrsunfall, denn obwohl man Ekel und Abscheu verspürt, kann man sich der grausamen Faszination des Ganzen kaum entziehen und seinen Blick davon abwenden. Selbst nach nunmehr über drei Jahrzehnten hat dieser Film rein gar nichts von seiner Brutalität und seiner Intensiven Wirkung auf den Betrachter eingebüßt, so das man selbst als nicht ausgewiesener Fan des Kannibalenfilms definitiv eine Sichtung in Erwägung ziehen sollte.


Fazit:


"Cannibal Holocaust" oder auch "Nackt und zerfleischt" ist auf seinem Gebiet wohl das absolute Non plus Ultra und erscheint auch heute immer noch genauso verstörend und schockierend wie zu Beginn der 80er Jahre. Der Film hat eine äußerst nachhaltige Wirkung und man braucht definitiv erst einmal eine geraume Zeit, um das Gesehene so richtig sacken zu lassen.


8,5/10


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