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 Betreff des Beitrags: Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf (1979)
BeitragVerfasst: 21. Dez 2012, 00:40 
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Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf
(Buio Omega)
mit Kieran Canter, Cinzia Monreale, Franca Stoppi, Sam Modesto, Anna Cardini, Lucia D'Elia, Mario Pezzin, Walter Tribus
Regie: Joe D'Amato
Drehbuch: Ottavio Fabbri / Giacomo Guerrini
Kamera: Joe D'Amato
Musik: Goblin / Maurizio Guarini / Agostino Marangolo / Carlo Pennisi / Fabio Pignatelli
SPIO / JK
Italien / 1979

In den Wahnsinn getrieben durch den Tod seiner geliebten Braut verliert ein junger Mann jeden Bezug zur Realität und stiehlt den toten Körper seiner großen Liebe aus dem Grab. In seinem Wahn konserviert er die Leiche und versucht, ein ganz normales Leben mit ihr zu führen. Seine Scheinwelt wird grausam zerstört, und der Mann entwickelt einen zerstörerischen Hass gegenüber allen Frauen. Er fängt an zu töten und seine Grausamkeit kennt keine Grenzen mehr...


Das ist für mich der beste Film, den Joe D'Amato je gemacht hat. Damals wurde ja auch oft mit dem Slogan "Der härteste Horrorfilm aller Zeiten" geworben, was natürlich in meinen Augen absoluter Quatsch ist, aber "Sado" ist wohl einer der richtig guten Klassiker des Genres. Die Story und vor allem ihre Umsetzung ist schon ziemlich krank, was auch durch die Darstellung des Frank, gespielt von Kieran Kanter sehr gut zum Ausdruck kommt. Er spielt die Rolle des wahnsinnig gewordenen einfach absolut überzeugend und authentisch. Und so steht auch seine wirklich krankhafte Liebe zu seiner toten geliebten ganz klar im Focus der Geschichte, die streckenweise schon einige makabere Züge erkennen lässt.

Den gesamten Film über herrschz hier eine extrem beklemmende und bedrückende Grundstimmung vor, die sich wie eine bleierne Schwere auf die Schultern des Zuschauers legt, so das man sich aufgrund der deutlich erkennbaren sehr kranken Züge einiger Charaktere nicht wohl in der eigenen haut fühlt. Zu diesen Charakteren zählt nicht nur Frank, sondern auch die Hausangestellte spielt eine nicht unwesentliche Rolle, führt sie doch eine nicht gerade als normal zu bezeichnende Beziehung zu dem jungen Mann. Diese Dinge fügen der Geschichte einige ziemlich aussergewöhnliche Elemente bei, die den Film letztendlich nicht als reinen Horrorfilm outen, sind doch auch gerade die dramatischen Züge ein wesentlicher Bestandteil eines Werkes, das eine insgesamt äusserst interessante Kombination anbietet, die in erster Linie durch eine sagenhaft dichte und bedrohliche Atmosphäre zu überzeugen weiss.

Auch wenn der Film mit absoluter Sicherheit nicht der härteste Horrorfilm aller Zeiten ist, so beinhaltet er doch einige harte und auch teilweise eklige Sequenzen, die zur damaligen Zeit schon so manchen zum wegschauen gezwungen haben. Auf jeden Fall aber zählt "Buio Omega", wie der Film im Original heisst, sicher zu den Klassikern des Horror - Genres und bietet allerbeste Unterhaltung. Ein zeitloser Film, den man sich auch nach so vielen Jahren immer wieder gern anschaut. Allein schon der dramaturgische Spannungsaufbau der Geschichte sorgt für ein jederzeit hochwertiges Filmvergnügen, denn das immer stetigere dahinsiechen von Frank und der totale Verfall seiner Seele werden erstklassig dargestellt und das äusserst gute Schauspiel von Kieran Canter noch zusätzlich hervorgehoben. Es ist absolut faszinierend mitzuerleben, zu welchen Taten der junge Mann in der lage ist, die sich durch seine offensichtlich kranke Störung ergeben. Hinzu kommt die schon fast hündische Hingabe der Hausangestellten, die allerdings auch schon manipulative Züge trägt, was Frank allerdings nicht zu bemerken scheint. So fährt dieser erstklassig inszenierte Horrorfilm also auch auf einer psychischen Schiene, die einen nicht gerade unbedeutenden Anteil an einem insgesamt hervorragendem Gesamteindruck trägt.

Joe D'Amato hat sicherlich auch viele schlechte Filme kreiert, jedoch bildet "Sado - Stoss das Tor zur Hölle auf" hier eine wirklich wohlwollende Ausnahme, entpuppt sich das Werk doch als äusserst sehenswerte Mixtur aus Horrorfilm und Psycho-Trip, das mit einigen ziemlich derben Passagen angereichert wurde. Als herausragend muss man aber ganz eindeutig die vorherrschende Atmosphäre bezeichnen, die nicht nur extrem dicht und bedrohlich erscheint, sondern ganz nebenbei auch noch einen recht kranken Eindruck beim Betrachter hinterlässt, der ein ziemlich starkes und ganzzeitig vorherrschendes Gefühl der Beklemmung zu keiner Zeit abschütteln kann. Starke Darsteller und ein dramaturgisch sehr gelungener Spannungsaufbau tun ihr Übriges, um diesem zeitlosen Klassiker einen festen Platz in den Analen des Horror-Genres garantieren.


Fazit:


Meiner Meinung nach gehört "Buio Omega" zu den ganz großen Klassikern des Genres und stellt einen der besten Filme des italienischen Kinos dar. Hier liegt ganz einfach eine großartige Gesamtkomosition vor, in der alles perfekt zusammenpasst. Eine interessante geschichte, eine herausragende Grundstimmung, sehr überzeugende Darsteller, ein toller Spannungsbogen und nicht zu vergessen ein brillanter Soundtrack, der das Geschehen mit der absolut passenden Musik untermalt. Alle Komponenten zusammen ergeben dann halt einen wunderbaren Genrevertreter, der im Laufe der Jahre rein gar nichts von seinem Reiz und seiner Faszination eingebüßt hat.




9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf
BeitragVerfasst: 24. Dez 2012, 19:54 
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Der Film ist ja NUR genial.

Man muss ja auch fast kotzen. Schauspieler solala, aber der Splatter :mumie: :mumie: :mumie: :mumie:

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 Betreff des Beitrags: Re: Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf
BeitragVerfasst: 1. Dez 2013, 13:22 
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Sado stoss das Tor zur Hölle auf, Buio Omega oder Feindbild Frau?

Es gibt ja einige Filme, in denen Frauen auf´s bestialischste abgeschlachtet werden. Das Slasher Genre gibt es jetzt schon seit mehreren Jahrzehnten- demnach ist sehr viel Abwechslung vorhanden. Einige bedienen sich einfach nur an gut gemachten Splatter FX, andere hingegen besitzen eine top Atmosphäre. Aber was ist, wenn ein Film tiefsinnig sein soll, aber so, das man das Slashergenre noch erkennt?

Joe D´Amato hat mit Buio Omega bewiesen, das auch ein Slasherfilm eine Botschaft haben kann. Klar, in dem Film gibt es auch einige tolle und äusserst derbe FX zu bestaunen, diese dienen aber definitiv nicht zum Selbstzweck, geben dem Film einfach nur den nötigen Ekeleffekt.
Kommen wir zu dem Thema Liebe, die in dem Film auch eine kleine Rolle spielt und sogar bis über den Tod hinaus geht. Da Frank´s Frau an einer seltenen Blutkrankheit stirbt, verfällt er immer mehr dem Wahnsinn und stopft sie schlussendlich aus. Er möchte sie immer bei sich haben und versucht ihr auch im Tod noch das zu geben, was sie verdient. Da Frank als Hobby gerne Tiere ausstopft, besitzt er die nötigen Mittel, um das auch bei seiner Geliebten zu machen. Aber warum lies Amato seinen Film so funktioniern? Man könnte ja Franks Liebe einfach mumifizieren lassen. Aber nein, auch hier ist schon ein wenig Tiefsinnigkeit zu erkennen. Frank versucht seine verstorbene Frau mit seiner ganzen Liebe vollzustopfen. Er macht für sie alles, was in seiner Macht steht. Gutmenschen mögen hier von Grausamkeit reden, da sich seine tote Freundin ja nicht mehr wehren kann, aber das ist hier definitiv nicht der Fall. Im Gegenteil, hier wurde ausdrucksstark die Liebe über den Tod hinaus zur Geltung gebracht. Aber warum ist der Film in einigen Augen so frauenfeindlich? Ich bin der Meinung, das es definitiv die Wahrheit ist, das aber nicht wegen den derben Splatter FX. Es steckt mehr dahinter.
Wenn man schon nach dem christlichen Glauben geht, sind Frauen die Wurzeln des abgrundtief Bösen. Schon im alten Testament sorgten sie dafür, das die Menschheit verdammt wurde. Joe`D Amato spiegelte demnach Fraunenfeindlichkeit symbolisch wieder. Die meisten Frauen versuchen einen ja Liebe Vorzugaukeln und noch schlimmer, haben sie dich erst mal in der Hand, so versuchen sie dich zu ändern, so wie sie die meisten Vorteile haben. Und genau das erkennt man in dem Film anhand Franks Haushaltshilfe. Sie macht erst alles, was Frank will, hat aber seinen Reichtum im Hinterkopf. Nach und nach ändert sie sich und versucht zum Ende hin, ihm das Leben schwer zu machen. Man sieht das auch anhand einer wirklich derben Säurebadszene. Das männliche Leben kann, wenn eine hinterhältige Frau vorhanden ist in 2 Teilen umgewandelt werden. Warum lies DÁmato Franks Haushaltshilfe die Frauenleiche zerhacken, bevor die Körperteile ins Säurebad geworfen werden? Das hätte ja auch Frank machen können. Ganz klar, die Frau will symbolisch gesehen das männliche Leben so teilen, das sie das meiste davon hat. Es wird in zwei Faktoren gegliedert. Die Existenz und die Bedeutungslosigkeit des Lebens. Wenn der Mann alles genommen bekommt, was er mag, ist sein Leben ohne Bedeutung. Verführung zum Selbstzweck!!! Das Frauen einen verführen um deutliche Vorteile zu haben wurde in einer wenn auch kleinen Szene deutlich angesprochen. Man sieht Frank am Anfang des Films mit seinen kleinen Bus eine Strasse entlang fahren. Leider bleibt sein Bus durch einen platten Reifen stehen und Frank muss sich, nachdem er den Reifen gewechselt hat mit einer Anhalterin auseinandersetzen. Sie bietet ihm auch gleich einen Joint an, den er aber zum Glück verweigert. Also kann man da eine Art von Hinterhältigkeit nicht zu übersehen. Die Frau bietet ihm was an, nur um ihre eigenen Ziele zu erreichen.
Und genau hier ist auch das Böse in der Form von Frauen nicht zu übersehen. Aber was ist, wenn Liebe und Böses in einer Person vorhanden sind? Der Mann will ja eigentlich nur in Ruhe leben und das kann auch mit einer Frau funktionieren. Haben sie ein paar Macken, kann man sie entfernen. Da Frank durch den Tod seiner Geliebten die "Macken" seiner "Ex" erkennt, versucht er sie sympolisch gesehen durch eine Ausweidung zu entfernen. Denn das Böse steckt ganz tief in einem ( ind dem Fall in seiner Ex ) drinnen. Und das will er so schnell wie möglich entfernen...

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Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurrück


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 Betreff des Beitrags: Re: Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf (1979)
BeitragVerfasst: 29. Okt 2014, 20:59 
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Ich bin jetzt zweimalig innerhalb der ersten 30 Minuten eingeschlafen. Mal sehen, ob ich den Film irgendwann mal gänzlich sehen kann.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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