Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Die Stunde der Ratte (1989)
PostPosted: 6. Feb 2013, 04:38 
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Food of the Gods II (1989), CA

Laufzeit 86 Minuten, FSK 18, Horrorfilm



Cast & Crew
Regie
Damian Lee



Schauspieler
Paul Coufos

Prof. Neil Hamilton

Lisa Schrage

Alex Reed

Réal Andrews

Mark Hales

Stuart Hughes

Al

Karen Hines

Angie

Frank Pellegrino

Joshua





Der Versuch, einen kleinwüchsigen Jungen zu heilen, endet in einem Alptraum. Das Kind verwandelt sich in ein monströses Ungeheuer. In einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit versucht Dr.Hamilton, ein Gegenserum zu entwickeln. Doch statt einer Formel gegen unkontrolliertes Wachstum entdeckt er ein Serum, dessen Anwendung die Züchtung riesiger Pflanzen möglich macht. Durch Zufall fressen einige Labor-Ratten davon. Zunächst fast unmerklich, dann immer schneller, beginnen die Tiere zu wachsen. Hamilton und seine Freundin nehmen den hoffnungslosen Kampf gegen den explodierenden Horror auf. Doch auch sie können nicht verhindern, daß die Natur sich rächt und eine Kleinstadt in ein Chaos aus Tod und panischem Entsetzen verwandelt.




Fazit:

Ähm, ja...
Riesige Kleinkinder, riesige Tomaten und natürlich riesige Ratten. End-80er-Horror-Trash für Fans. Könnte man auch als so was wie ein Statement gegen Tierversuche verstehen, aber ob das so beabsichtigt war, ich will dem Ding gar nicht mal so viel anrechnen.
Mal wieder machen übermotivierte Tierschützer mehr kaputt als richtig und fertig ist die Rattenplage im XXL-Format. Da hilft auch nicht der Rattenfänger mit der Flöte, da müssen Profis ran. Schade eigentlich, dass die coolste Figur im ganzen Film sich nach einer erlegten Ratte gleich wieder verkrümelt, obwohl die Party dann erst so richtig los geht. Das ist nämlich besagter Profi, ein Kammerjäger, wie eine Kreuzung aus Clint Eastwood und Chuck Norris... mit Flammenwerfer! Warum der dann nicht wiederkommt, man weiß es nicht, wurde vielleicht vergessen, würde mich kaum wundern. Da muss eben der Forscher persönlich die Scheiße wegräumen. Der einzige Typ mit so was wie einem Plan wird selbstverständlich von allen behandelt wie ein paranoides Schulkind, Autocrashs mit, im wahrsten Sinne des Wortes, "angefressenen" Fahrern als normale Verkehrsunfälle runtergespielt und bevor es nicht fast zu spät ist, alles halb so wild.
Tierhorror der gurkigen, aber dadurch spaßigen Sorte. Da gibt es zum Teil fast schon lächerlich-alberne Dialoge und Situationen, manchmal sehr merkwürdige Musikuntermalung (die dadurch schon wieder cool ist), nicht wirklich rattenscharfe, aber auch nicht so schlechte Rattenattrappen, natürlich Blut und sogar etwas Schleim, prima Sache. Das Finale ist ohnehin göttlich, die Schlußpointe der Kracher.
Als gut kann man das nicht bezeichnen, aber amüsant. Das ist doch auch schon'ne Menge wert. :)

8/10



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 Post subject: Re: Die Stunde der Ratte
PostPosted: 8. Feb 2013, 14:58 
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Insbesondere im Bereich des Tierhorrors wird der geneigte Fan ja oft genug mit extrem schlechten Beiträgen konfrontiert, doch trifft man auch immer wieder auf kleine Perlen des Sub-Genres, wie man an vorliegender kanadischen Produktion aus dem Jahr 1989 eindrucksvoll sehen kann. Damit sind jetzt nicht unbedingt die eher niedlichen Riesen-Ratten gemeint, die einem doch vielmehr ein Schmunzeln abringen, sondern die Geschichte an sich, die dieser Film erzählt. Denn diese ist äusserst spannend und interessant umgesetzt worden, auch wenn der Realitätsgehalt wohl eher gegen Null geht. Doch ist dieser Faktor gar nicht einmal ausschlaggebend, das das stattfindende Geschehen zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lässt und streckenweise auch sehr temporeich daherkommt, wodurch die Aufmerksamkeit des Betrachters ganzzeitig aufrechterhalten wird. Zudem handelt es sich bei den tierischen Killern mit um eine der beliebtesten Spezies des Tierhorrors, denn neben Spinnen, Haien und Reptilien sind Ratten wohl die beliebtesten tierischen Killer.

Auch, wenn die Story eher als hanebüchen zu bezeichnen ist, so geht doch eine recht starke Faszination von ihr aus, die sich schon fast zwangsläufig auch auf den Zuschauer überträgt und so für ein sehr spannendes Film-Erlebnis sorgt, das mit zunehmender Laufzeit auch eine teils bedrohliche Atmosphäre aufbaut, die sich immer mehr entfaltet und den von Haus aus schon guten Spannungsbogen noch zusätzlich unterstützt. Hinzu kommen auch einige ziemlich blutige Einstellungen, die jetzt zwar nicht im Übermaß vorhanden sind, dafür aber gut über den Film verteilt wurden. Sicher, ein Feuerwerk an Härte und blutigen Passagen wird nicht geboten, doch man kommt ohne Weiteres auf seine Kosten.

Die schauspielerischen leistungen sind nicht unbedingt als umwerfend zu bezeichnen, doch die Riege eher unbekannter Darsteller bewegt sich auf durchaus solidem Niveau und liefert für diesen Film vollkommen ausreichende Leistungen ab, so das man auch in dieser Beziehung eigentlich nichts zu beanstanden hat. So gibt es auch hier die für Horrorfilme schon fast typisch-unlogischen Verhaltensweisen einiger Akteure, die das Ganze aber andererseits erscheinen lassen und streckenweise sogar für zusätzliche Spannungs-Momente sorgen.

Im Endeffekt bekommt man es ganz sicher nicht mit einem Meisterwerk zu tun, doch gerade wenn man einige der in letzter Zeit erschienenen Genre-Vertreter anschaut, die wirklich grottenschlecht sind, dann hebt sich dieser Vertreter der 80er Jahre doch sehr wohlwollend davon ab. Eine nette Rahmengeschichte, der man natürlich nicht zuviel Bedeutung zumessen sollte, naiv-charmante Riesenratten, einige blutige Passagen und solide Darsteller sorgen für ein äusserst kurzweiliges Film-Vergnügen, an dem man als Fan des Genres nicht vorbeikommt. Das Gesamtpaket kann einfach überzeugen und weist nicht annähernd so viele Schwächen auf, wie es etliche vergleichbare Vertreter des Sub-Genres aus der heutigen Zeit tun.


Fazit:


"Die Stunde der Ratte" zählt meiner Meinung nach zu den besseren Vertretern des Genres und bietet ganzzeitig spannende Unterhaltung, bei der es auch teilweise etwas blutiger zugeht. Freunde des Tierhorrors werden auf ihre Kosten kommen und auch ganz sicher dem typischen 80er Jahre Charme erliegen, den dieses Werk versprüht.


7,5/10

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