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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Evil Dead - Die Saat des Bösen (1991)
PostPosted: 28. Jul 2015, 16:37 
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Evil Dead - Die Saat des Bösen
(The Resurrected)
mit John Terry, Jane Sibbett, Chris Sarandon, Robert Romanus, Laurie Briscoe, Ken Camroux, Patrick P. Pon, Bernard Cuffling, J.B. Bivens, Robert Sidley, Des Smiley, Eric Newton, Tom Shorthouse, Jim Smith, Philip Maurice Hayes
Regie: Dan O'Bannon
Drehbuch: Brent V. Friedman / H.P. Lovecraft
Kamera: Irv Goodnoff
Musik: Richard Band
ungeprüft
USA / 1991

In Erfüllung des alten Fluches lauert das Böse darauf, von einer menschlichen Seele Besitz zu ergreifen. Auch Charles Dexter Ward wird seiner Bestimmung nicht entfliehen können. Geheime Formeln aus dem Nachlass seines satanischen Vorfahren üben eine magische Anziehungskraft auf ihn aus, der Tanz der Teufel beginnt. In seinem unterirdischen Labor führt Ward Experimente durch, die sich keiner vorzustellen wagt. Von seinem merkwürdigen Verhalten irritiert, beauftragt Claire einen Privatdetektiv, ihren Mann zu beobachten. Schon bald gerät der Detektiv in einen abgrundtiefen Schlund, der ihn in die pechschwarze, stinkende Finsternis des Grauens zieht. In der Abgeschiedenheit des Farmhauses werden Alpträume wahr.


Dan O'Bannon hat es als Regisseur lediglich auf zwei Filme gebracht, zum einen handelt es sich dabei um die bekannte und äußerst beliebte Zombie Komödie "Verdammt, die Zombies kommen" und dann noch um den hier vorgestellten Evil Dead - Die Saat des Bösen", der leider nur ein eher tristes Schattendasein führt. Dabei handelt es sich doch um eine wirklich lohnenswerte filmische Adaption einer Kurzgeschichte von H.P Lovecraft, die allerdings bisher keinen allzu großen Anklang bei den Fans gefunden hat. Vielleicht ändert sich das nun mit der deutschen Erstveröffentlichung auf DVD und Blu-ray durch OFDB Filmworks, denn das mittlerweile etablierte Label hat sich diesen Titel für seine zweite Collector's Edition ausgewählt und bringt den Film der bisher nur als deutschsprachiges Bootleg erhältlich war in einer wahrhaft lohnenswerten Veröffentlichung heraus.

Warum die hier erzählte Geschichte eher durchschnittliche Kritiken nach sich zieht kann ich persönlich nicht so ganz nachvollziehen, entpuppt sich die Erzählung doch als wundervoll stimmiger Mix aus Detektivgeschichte und Horrorfilm, in dem die Einflüsse des Übernatürlichen selbstverständlich auch nicht zu kurz geraten. Zugegebenermaßen merkt man, das die Story von einer Kurzgeschichte auf Spielfilmlänge getrimmt wurde, doch ehrlich gesagt ist dieser Umstand dem gewonnenen Gesamtbild keinesfalls abträglich. Das man die Geschehnisse in die heutige Zeit übertragen hat und die ursprüngliche Geschichte lediglich in diversen Rückblenden an den Mann bringt sollte man keinesfalls als negativen Aspekt ansehen, denn sorgt dieser Umstand doch auf jeden Fall dafür, das die thematisierten Dinge wie Besessenheit und Wiedergeburt noch besser zum Ausdruck kommen. Zudem werden die Ereignisse durchgehend von einer extrem stimmigen Grundstimmung begleitet und die vorherrschende Atmosphäre wartet immer wieder mit unheilvollen und teils gruseligen Zügen auf. In dieser Hinsicht kann man dem Film also überhaupt nichts vorwerfen und so kann ich mir die die zurückhaltenden Kritiken einiger Leute lediglich dadurch erklären, das die Geschehnisse größtenteils nicht gerade mit viel Action versehen sind.

In dieser Beziehung hält sich "Evil Dead - Die Saat des Bösen" nämlich recht bedeckt und bis auf wenige eher rar gesäte Ausnahmen kann das Werk definitiv nicht an andere Lovecraft Verfilmungen wie "Re-Animator" oder auch "From Beyond" nicht heran reichen. Ob man das allerdings negativ ankreiden muss steht auf einem ganz anderen Blatt, denn in der Gesamtbetrachtung hat Dan O'Bannon eine äußerst stimmungsvolle und spannende Adaption geschaffen, die in meinen Augen teils gnadenlos unterschätzt wird. Und so sollte man dann auch das gelungene Schauspiel der Akteure nicht unbeachtet lassen, wobei sich insbesondere John Terry in der Rolle des Detektives John March und Chris Sarandon in einer Doppelrolle ganz besonders hervor tun. Die beiden Darsteller drücken dem Film ihren ganz persönlichen Stempel auf und vor allem die Performance von Sarandon ist stellenweise absolut hervor stechend. Natürlich mag ein jeder anders dazu stehen, doch in seiner Gesamtheit ist dieser streckenweise mit wunderbar schwarzem Humor angereicherte Film weitaus besser gelungen als manche im Netz umher schwirrende Kritik es vermuten lässt. Freunde des phantastischen Filmes dürften auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen und sollten bei der wunderbar gestalteten Veröffentlichung von OFDB Filmworks unbedingt zugreifen.

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zu dem prächtigen Digipack, für das sich das Label ja eine ganze Menge Zeit gelassen hat. Das lange Warten hat sich definitiv gelohnt und man merkt ganz eindeutig, das man mit sehr viel Herzblut bei der Sache war. Der Film liegt in erstklassiger Qualität auf DVD sowie auf Blu-ray vor und ganz nebenbei beinhaltet das Digi auch noch eine Extra-DVD, auf der sich etliche lohnenswerte Extras befinden. Desweitern liegt ein Limitierungs Zertifikat bei und der absolute Clou dürfte ganz eindeutig das 84-seitige Booklet sein, das diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Zusätzlich ist der Film auch noch in zwei limitierten Hartboxen aufgelegt worden, so das der geneigte Sammler also wirklich die Qual der Wahl hat. Ich persönlich empfehle ganz eindeutig das hier vorgestellte Digipack, das meiner Meinung nach schon jetzt zu einer der gelungensten Veröffentlichungen des Jahres zählt und in keiner gut sortierten Sammlung fehlen darf.


Fazit:


Auch wenn "Evil Dead - Die Saat des Bösen" bestimmt nicht die beste Lovercraft Verfilmung darstellt ist der Film doch weitaus besser als sein Ruf. Ein wenig mehr Action hätte sicherlich nicht geschadet, doch auch in der vorliegenden Form handelt es sich um eine extrem stimmungsvolle Geschichte, die auch durchaus interessant und spannend ins Bild gesetzt wurde.


7,5/10 für den Film

10/10 für die wundervolle Veröffentlichung

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