Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Hinter Kaifeck (2009)
PostPosted: 15. Oct 2013, 21:48 
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Hinter Kaifeck
(Hinter Kaifeck)
mit Benno Führmann, Alexandra Maria Lara, Henry Stange, Michael Gwisdek, Erni Mangold, Monika Hansen, Waldemar Kobus, Manfred Möck, Andrusch Jung, Myriam Aegerter, Andreas Bahr, Beles Adam, Samuel Pälchen, Chiara Beranek, Anna Böger
Regie: Esther Gronenborn
Drehbuch: Sönke Lars Neuwöhner / Christian Limmer / Bert Koß
Kamera: Chris Valentien
Musik: Alexander Hacke
FSK 16
Deutschland / 2009

In einem kleinen bayerischen Dorf werden Fotograf Marc und sein Sohn Tyll mit den Spuren eines uralten Verbrechens konfrontiert. Der Schlüssel zu dem sechsfachen Mord scheint in den Visionen und Alpträumen zu liegen, die Marc seit seiner Ankunft quälen. Auf der Suche nach der Antwort forscht Marc in der Vergangenheit nach. Er stößt auf ein dunkles Geheimnis, das direkt mit ihm verbunden ist. Die Dorfgemeinde scheint verschworen und je tiefer er gräbt, desto größer wird die Lebensgefahr für ihn, seinen Sohn und die junge Dorfbewohnerin Juliana die sich auf seine Seite stellt...


Die Inspiration fpr diesen deutschen Mystery-Thriller wurde bei Regisseurin Esther Gronenborn durch einen bis heute nicht aufgeklärten Mehrfachmord ausgelöst, der sich 1922 in dem kleinen Dorf Hinterkaifeck abgespielt hat. Die darauf basierende Geschichte, die sich hier dem Zuschauer präsentiert kann stellenweise wirklich überzeugen und lebt ganz eindeutig von der größtenteils vorhandenen sehr dichten Atmosphäre, die von Beginn an äusserst mysteriöse Züge erkennen lässt, die sich im Laufe des Filmes immer mehr verdichten und wirklich als Highlight anzusehen sind. Denn ansonsten bietet die Story doch so einige Schwächen, wie beispielsweise einen Spannungsbogen, der sich leider nicht konstant auf einem hohen Level ansiedelt, sondern immer wieder kleinere Einbrüche zu verzeichnen hat. Hinzu kommt eine zum Großteil eher beschauliche und tempoarme Erzählweise der Geschichte, die zwar an manchen Stellen durchaus für ein höheres Maß an Intensität sorgen kann, doch in etlichen Passagen auch etwas ermüdend erscheint und es so dem Zuschauer nicht gerade leicht macht, sich auf die Geschehnisse zu konzentrieren.

Ein bedächtiges und ruhiges Erzähltempo ist ja prinzipiell nicht verkehrt und manche Filme beziehen gerade daraus ihre besondere Faszination, doch hier verhält es sich leider etwas anders. Es ist durchaus das Bemühen zu erkennen, die Spannungsschraube immer weiter festzuziehen, so wird auch das mysteriöse Element immer wieder durch Visionen und Träume eingefügt, die Fotograf Marc (Benno Führmann) ständig überkommen, gleichzeitig erscheint das gesamte Geschehen dadurch aber auch gleichzeitig äusserst vorhersehbar. Dies bezieht sich insbesondere auf die Person des Fotografen, denn recht schnell weiss man doch, welche Rolle er in dieser Geschichte spielt. Doch auch ganz generell erscheinen die Ereignisse sehr durchschaubar und nehmen dem Film so sehr viel von seiner Wirkung. So kommt es schon fast unweigerlich dazu, das nicht das ganz große Spannungs-Erlebnis entstehen will und das ist sehr schade, denn der Film hat viele gute Ansätze, die aber leider auch zu oft in eben diesen steckenbleiben.

Weiterhin konnten auch die hier agierenden Schauspieler nicht wirklich überzeugen, zwar bietet wenigstens Führmann eine solide Leistung, die aber keineswegs als überdurchschnittlich zu bezeichnen wäre, jedoch war ich insbesondere von Alexandra Maria Lara extremst enttäuscht, denn hat sie doch für ihre Verhältnisse eine äusserst blasse und farblose Darstellung zum Besten gegeben, die ihrem vorhandenen Talent keineswegs entspricht. Von den anderen Darstellern will ich gar nicht erst sprechen, denn bei denen hatte man jederzeit das Gefühl, das sie lediglich als Staffage agiert haben und immer hätten ausgetauscht werden können. Mit ausdrucksstärkeren und überzeugenderen Schauspielern wäre hier meiner Meinung nach eine ganze Menge mehr drin gewesen und man hätte ein weitaus besseres Gesamtbild gewonnen.

Vielleicht fehlen uns in Deutschland ganz einfach die Schauspieler, die in einem Mystery-Thriller auch wirklich gut zur Geltung kommen, doch ich glaube viel eher, das bei uns kein Regisseur dazu in der Lage ist, einen wirklich überdurchschnittlich guten Film dieser Art in Szene zu setzen. Was den Spannungs-Sektor betrifft, ist Deutschland mittlerweile schon fast zu einem absoluten Ödland verkommen und fast jedes Land in Europa ist uns hier meilenweit vorraus. So bleibt letztendlich wieder einmal ein Film übrig, der zwar das Bemühen der Macher durchaus erkennen lässt, aber selten über gute Ansätze hinauskommt. Dennoch kann man sich "Hinter Kaifeck" ruhig einmal anschauen, jedoch sollte man von Beginn an nicht zu hohe Erwartungen in das Werk setzen, denn diese werden im Endeffekt nicht erfüllt.


Fazit:


Mit einer anderen Darsteller-Riege und der richtigen Ausarbeitung der guten Ansätze hätte "Hinter Kaifeck" ein Film werden können, der wohlwollend aus der breiten Masse der deutschen Einheitsbrei-Filme hätte herausstechen können. Eine zugegebenermaßen gute und mysteriöse Grundstimmung allein reicht aber nicht aus, um hier ganzzeitig spannend und interessant zu unterhalten. Hinzu kommt die Tatsache, das man als Zuschauer viel zu schnell weiss, wie sich die Geschehnisse zueinander verhalten und welche Rolle der Hauptdarsteller in der Geschichte spielt. Und auch das Ende ist eher als enttäuschend zu bezeichnen, da hätte man auch etwas mehr bewerkstelligen können als den äusserst lahmen Abgang, der sich hier präsentiert.


4,5/10

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