Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Invasion der Blutfarmer - Invasion of the Bloodfarmers (1972
PostPosted: 22. Dec 2012, 15:09 
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O-Titel: Invasion of the Blood Farmers
AKA: Invasion der Tollwütigen
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1972
Darsteller: u. a. Norman Kelley, Tanna Hunter, Bruce Detrick, Paul Craig Jennings, Jack Neubeck, Richard Erickson
Regie: Ed Adlum
FSK: KJ

Inhalt:


Ein verwundeter Mann torkelt blutend über eine Landstraße, betritt eine Kneipe und stirbt. Bei der Untersuchung des Blutes finden der Pathologe Dr. Anderson und sein Assistent heraus, dass etwas mit dem Blut des Verstorbenen nicht stimmt: Es reproduziert sich selbst.

Ursache des Ganzen ist eine Druiden-Sekte, die eine bestimmte Blutart für das Überleben ihrer Königin benötigt, weshalb mehrere Personen dieser Sekte zum Opfer fallen. Um das Blut zu testen, bekommen die Opfer einen Trank verabreicht, der ihnen anzeigt, ob das Blut das richtige ist.

Die Sekte nähert sich nach und nach immer dichter den Andersons und selbst ein befreundeter Professor ist in die Machenschaften verstrickt.

Schlussendlich haben sie das richtige Blut in der Tochter des Pathologen gefunden und versuchen deshalb alles daran zu setzen, ihre Königin mit Hilfe von Jenny zu erwecken.

"Invasion of the Bloodfarmers" ist ein absolut passender Titel für diesen Film. Im Trailer heißt es auch: "They plant the living and harvest the Dead."

In einem eher seltsam anmutenden Country-Stil mag dieser Film absolut zu unterhalten. Die Synchronisation ist erstaunlich gut gelungen. Die Bildqualität schwankt aber leider von "im Dunkeln nicht zu erkennende Handlung" bis "für diese Tageszeit unpassend", denn wenn es der Handlung nach zu urteilen Nacht ist, sich Jenny aber nochmals aus ihrem Haus heraus schleicht und anschließend die gleichen Lichtverhältnisse herrschen wie tagsüber, passt das nicht.

Der Ton ist in Ordnung wirkt aber gerade bei Geräuscheffekten seltsam deplaziert, irreal und zu laut.

Die Effekte des Films sind der Zeit angemessen. Das Blut ist insgesamt etwas zu hell geraten. Richtige Splattereffekte vermisst man, wenn man einen Splatterfilm erwartet hat, aber für einen Horrorfilm ist es absolut ausreichend. Eine KJ-Freigabe bleibt aber dennoch unverständlich.

Die Protagonisten des Films sind allesamt unbekanntere Schauspieler, die in späteren Filmen nicht in Erscheinung getreten sind, was aber nicht heißen soll, dass sie ihre Sache nicht einigermaßen gut gemacht hätten. Auch der Regisseur Ed Adlum ist auch ein eher unbeschriebenes Blatt geblieben.

Den Film kann man zu Amateurfilmen zählen, muss man aber nicht zwingend, da er für sein Erscheinungsjahr 1972 eine in etwa angemessene Qualität abliefert.

Nachteilig wirken sich die doch etwas verworrene in sich aber eigentlich lineare, reduzierte Rahmenhandlung sowie auch die Qualitätsdefizite in Ton und Bild aus.

Abschließend gesagt: Kurzweilige Unterhaltung mit geringfügigem Gruselfaktor und einer doch etwas merkwürdigen Handlung lassen eine Wertung höher als 6,5/10 nicht zu. Dafür hätte es doch ein wenig mehr "Tiefgang" oder Ausgereiftheit bedarft.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Post subject: Re: Invasion der Blutfarmer - Invasion of the Bloodfarmers
PostPosted: 9. Jan 2013, 18:10 
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Als erstes sollte man wohl erwähnen, das man sich hier nicht von der viel zu hohen Alterseinstufung und dem reisserischen DVD-Cover blenden lassen sollte, denn nicht wenige leute könnten aufgrund dessen einen ziemlich hart geratenen Trashfilm erwarten. Um einen Trashfilm handelt es sich definitiv, sogar um einen, der zu den Klassikern dieser Film-Art gezählt wird, doch auf die eventuell erhoffte Härte muss man leider verzichten. Dennoch bekommt man ein wirklich äusserst trashuges Szenario geboten, dessen Reiz nicht unbedingt darin begründet liegt, das man mit äusserst viel Humor konfrontiert wird, sondern vielmehr mit der Tatsache, das die von Haus aus schon hanebüchene Geschichte eine so grottenschlechte Umsetzung erhalten hat, das man sich nur die Haare raufen kann über den hier an den tag gelegten Dilletantismus.

Gut, bei einem Budget von geschätzten 40.000 $ erwartet man kein Meisterwerk, aber hier fragt man sich unwilkürlich, wofür das geld eigentlich verbraucht wurde. Für die sogenannten darsteller kann man es eigentlich nicht ausgegeben haben, vielmehr hätten diese an die macher des Films ein immens hohes Schmerzensgeld zahlen müssen, denn was hier an Schauspiel geboten wird, treibt einem nun wirklich die Tränen in die Augen. Aufgesetzt und künstlich wären noch riesige Komplimente, die man verteilen würde, doch das, was man zu sehen bekommt, ist nur damit zu erklären, das die Protagonisten ihren Text von irgendwelchen für den Zuschauer nicht ersichtlichen Zetteln abgelesen haben und das ihnen zusätzlich unter Androhung der Todesstrafe verboten wurde, auch nur einen Gesichtsmuskel zu bewegen. Es ist einfach köstlich, in diese vollkommen leblosen und starren Gesichter zu schauen, die klotzhohlen Dialoge zu hören und dann festzustellen, das Mimik in diesem Film ein absolutes Fremdwort zu sein scheint.

Die Schauspieler wirken so, als wenn sie aus versehen in ein Film-Set geraten wären und nicht wissen, was sie jetzt tun sollen. Dieses Verhalten zieht sich ausnahmslos durch jede einzelne Szene dieses Werkes, das an Dilletantismus recht schwer zu überbieten sein dürfte, aber gerade aus dieser Tatsache seinen ganz besonderen Reiz für Liebhaber des Sub-Genres erhält. Ebenso genial sind die ständigen Versuche und Bemühungen, dem grotesken Treiben so etwas wie Atmosphäre oder gar Spannung beizufügen, was man mittels anschwellender Musik oder hörbaren Donnergrollen probiert, obwohl weit und breit kein Unwetter zu sehen ist. So erscheinen diese ansonsten förderlichen Stilmittel hier vollkommen fehl am Platz und unterstreichen den extremen Trashgehalt noch einmal zusätzlich.

Doch der Vogel wird im Endeffekt mit dem grandiosen Showdown auf einer Anhöhe abgeschoßen, bei dem man sich vor lachen kaum halten kann, denn eine so derartig künstlich und theatralisch erscheinende Passage hat man wohl eher selten gesehen. Es ist schwer vermittelbar, welche Gefühle man bei der Sichtung dieses Filmes durchlebt, man sollte schon sehr starken gefallen am Trash haben, um diesem "Müll" etwas abgewinnen zu können. Wenn man jedoch dazu in der Lage ist, dann kann man sich an diesem vor Dilletantismus triefenden Werk sicherlich erfreuen und hat eine Menge Spaß am offensichtlichen Unvermögen der menschen, die hier als darsteller aufgeführt sind, diese bezeichnung aber noch nicht einmal ansatzweise verdient haben.


Fazit:


Eine vollkommen hanebüchene Geschichte, eine grottenschlechte Umsetzung, jede Menge talentfreie Zonen, die als Darsteller bezeichnet werden und Dialoge, die jeder Beschreibung spotten sind die Markenzeichen eines Filmes, der nicht umsonst als einer der Klassiker unter den Trashfilmen anzusehen ist. "Invasion der Tollwütigen" zeigt eindrucksvoll, was man bei einem Film alles falsch machen kann und bezieht gerade daraus seinen ganz besonderen Charme, von dem er auch im Laufe der Jahre rein gar nichts eingebüßt hat.


6,5/10 Trash-Punkten

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 Post subject: Re: Invasion der Blutfarmer - Invasion of the Bloodfarmers
PostPosted: 9. Jan 2013, 23:38 
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Ich finde den film ultralangweilig und extremst trashig. Mir taugt er überhaupt nicht.

2/10

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