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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Der Koloss von Rhodos (1961)
PostPosted: 21. May 2013, 20:30 
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Der Koloss von Rhodos
(Il Colosso di Rodi)
mit Rory Calhoun, Lea Massari, Georges Marchal, Conrado San Martin, Angel Aranda, Mabel Karr, Mimmo Palmara, Roberto Camardiel, George Rigaud, Arturo Cabre, Antonio Casas, Gustavo Re, Norman Rose
Regie: Sergio Leone
Drehbuch: Luciano Chitarrini / Ennio De Concini
Kamera: Antonio L. Ballesteros
Musik: Angelo Francesco Lavagnino
FSK 12
Frankreich / Italien / Spanien / 1961

Auf der Insel Rhodos wird die Vollendung des Kolosses, gigantische Skulptur in der Hafeneinfahrt, gefeiert. Verschwörer versuchen, Tyrann Xerxes mit Hilfe des griechischen Helden Dareios zu stürzen. Der macht der schönen Diala, Tochter des Baumeisters, den Hof, ahnt nicht, dass sie mit phönizischen Verschwörern unter einer Decke steckt. Dareios wird gefangen, flieht, schlägt sich zu Rebellen durch. Als sie den Löwen vorgeworfen werden, beginnt der Staatsstreich. Ein Seebeben zerstört den Koloss, Diala kommt ums Leben, Dareios bleibt auf Rhodos.


Sergio Leone, der uns so wunderbare Klassiker wie beispielsweise "Spiel mir das Lied vom Tod" oder "Es war einmal in Amerika" beschert hat, zeichnet auch für diesen Monumental-Klassiker verantwortlich, der jetzt noch einmal neu abgetastet und in der ungeschnittenen Version von der Firma Ascot Elite neu aufgelegt wurde. Dabei ist es wohl keineswegs übertrieben wenn man behauptet, das es sich bei vorliegendem Film um einen der imposantesten Historien-Filme handelt, die es gibt. Da stören auch die teils doch eher naiv wirkenden Kampfszenen des Films keineswegs, passen sie doch vielmehr nahezu brillant in einen sogenannten "Sandalenfilme" der damaligen Zeit und verleihen diesem doch seinen ganz eigenen Charme, der auch ein Grund dafür ist, das diese Werke sich doch bei vielen Leuten einer großen Beliebtheit erfreuen.

Wie sooft stehen auch in diesem Historien-Film Gier, Verrat und Intrigen im Vordergrund der Geschichte, denn soll doch der Tyrann Xerxes entmachtet werden und Rhodos von feindlichen Armeen eingenommen werden. Eine Vorhut dieser Gegner wartet schon auf die Übernahme der Insel und ist in den Kellern der mächtigen Bronze-Statue versteckt, die über der Hafeneinfahrt steht und einen mehr als imposanten Anblick bietet. Während das geknechtete Volk von Rhodos noch nichts von der Bedrohung ahnt, werden längst schon die Vorbereitungen der feindlichen Übernahme getroffen.

Die Umsetzung der Geschichte kann man hierbei als durchaus gelungen bezeichnen, natürlich gibt es dabei auch mehrere etwas dialoglastige Passagen zu sehen, aber man wird auch mit vielen kamp-Passagen konfrontiert, die trotz der phasenweise vorhandenen Naivität gar nicht einmal so schlecht sind und so durchaus zum Unterhaltungswert dieses Werkes beitragen. Teilweise geht es dabei sogar äusserst spannend zur Sache, obwohl man keinesfalls den maßstab der heutigen Zeit anlegen sollte. Wenn man jedoch so wie ich ein bekennender Fan dieser Filme ist, dann wird man ganzzeitig mehr als kurzweilig unterhalten und kann sich vor allem auch an den herrlichen Kostümen erfreuen, die man zu Gesicht bekommt und die einen sehr authentischen Eindruck hinterlassen. Ganz generell erlebt man hier ein kräftiges Spiel mit den farben, so das der Film auch optisch ein absoluter Leckerbissen ist.

Passend zum insgesamt sehr guten Gesamteindruck, den "Der Koloss von Rhodos" hinterlässt, tragen auch die mitwirkenden Schauspieler ihr Schärflein bei, um den Zuschauer zufriedenzustellen, denn die dargebotenen Leistungen können sich wirklich sehen lassen. Wie bei fast allen Filmen dieser Art wohnt dem Schauspiel dabei ein leicht theatralischer Hauch bei, der zwar bei vielen Zuschauern (vor allem der jüngeren Generation) wohl nicht den ganz großen Anklang finden wird, aber bei Leuten mit einer Vorliebe von Nostalgik absolute Begeisterung auslösen dürfte. Zwar stellt dieser Film sicherlich nicht die Krone des Schaffens von Sergio Leone dar, ist aber auf jeden Fall ein Beitrag, der aus dem Sub-Genre des "Sandalenfilms" nicht wegzudenken ist.


Fazit:


"Der Koloss von Rhodos" ist in meinen Augen ein sehr bedeutendes Frühwerk der Regie-Legende Sergio Leone, der den Zuschauer danach noch mit etlichen Meisterwerken beschenkt hat. Insbesondere für Nostalgiker und Liebhaber der "Sandalenfilme" offenbart sich hier ein imposantes und beeindruckendes Werk, das ganzzeitig beste Unterhaltung garantiert und nun auch noch einmal neu abgetastet in der ungeschnittenen Version vorliegt, so das sich eine Anschaffung auf jeden Fall lohnt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Italienisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (Widescreen anamorph)
Laufzeit: 137 Minuten
Extras: Bildergalerie mit Original Filmplakaten und Motiven, mehrere Trailer, Bio-und Filmografie zu Sergio Leone, Der Koloss von Rhodos-Wahrheit und Legende


8,5/10

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