Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Project Genesis (2010)
PostPosted: 14. Dec 2012, 13:56 
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Project Genesis
(Project Genesis)
mit Martin Hentschel, Tanja Karius, Oliver Krekel, Thomas Kercmar, Marc Rohnstock, Jochen Taubert, Tasso Mintopoulos, Erich Amerkamp, Luna B., Stefan Svahn, Kai Havaii, Mario Grete
Regie: Jochen Taubert / Oliver Krekel
Drehbuch: Jochen Taubert / Martin Hentschel
Kamera: Martin Hentschel / Andeas Pape / Jochen Taubert / Christian Witte / Marc Rohnstock
Musik: Michael Donner / Olaf Rabe / Christian Sinnig / Christian Witte
juristisch geprüft
Deutschland / 2010

Im Jahr 2019 ... Die Welt hat sich verändert. Immer weniger Menschen sterben, immer mehr werden zu lebenden Toten. Die zwei kampferfahrenen Worex und Smith fliegen mit der Verhaltensbiologin Dr. Stein zur Erde. Ein Ausflug der ein jähes Ende findet....
Zur gleichen Zeit findet sich eine illustre Hochzeitsgemeinde in einer Kapelle mitten in der Todeszone wieder. Der Führer der Todeszone hat sich zwei heisse Weiber ausgesucht und möchte diese ehelichen. Ganz nach dem Motto "nur der frühe Vogel fängt den Wurm" möchte er die Frauen dauerhaft in Beschlag nehmen, jedoch eskaliert die Lage und die geplante "Ménage à Trois" wird zu einem unendlich lang wirkenden Gruppenmarsch durch die Todeszone. Anders als bei gewöhnlichen Waldspaziergängen werden hier keine "Trimm-Dich-Taler" verteilt, sondern knallharte Kopfschüsse. Natürlich alles "OPEN END" und "ALL YOU CAN DIE - XXXXL".



11 Jahre hat es gedauert, bis sich Jochen Taubert der Fortsetzung von Oliver Krekels Film "Crossclub - The Legend of the Living Dead" annahm und mit "Project Genesis" eine Nachfolger präsentierte, der die groteske Geschichte weiter erzählt. Zwar ist auch Krekel an der Regie beteiligt, doch schon nach wenigen Minuten entpuppt sich dieses Werk als Etwas, das nur dem Hirn von Taubert entsprungen sein kann. Dabei beginnt das Szenario mit einigen Einstellungen die durchaus auf ein wenig Qualität hinweisen könnten, doch dieser kurze Eindruck verflüchtigt sich ziemlich schnell wieder und der Zuschauer wird mit der grausamen Realität konfrontiert. Wer schon einmal eine Produktion des legendären Stadtlohner Film-Teams gesehen hat kann sich bestimmt äußerst gut vorstellen, welch "filmischer Leckerbissen" hier auf einen zukommt, denn einmal mehr handelt es sich um ein wahres Feuerwerk des schlechten Geschmacks das einem eindrucksvoll vor Augen führt, wie man einen Film nicht gestalten sollte. Trug schon der Vorgänger extrem dilettantische Züge, so wird dem Ganzen hier noch einmal eine Steigerung verliehen, die man im Prinzip nicht für möglich gehalten hat. Herr Taubert verfährt dabei nach einem altbekannten Muster, das sich wie ein roter Faden durch sämtliche seiner Werke zieht und sorgt dabei dafür, das durchaus ein gewisser Unterhaltungswert entsteht, wenn man sich denn an unterirdisch schlechten Filmen erfreuen kann.

Im Normalfall dürfte man sich dieses Trash-Spektakel jedoch nur im alkoholisierten Zustand anschauen, denn nüchtern ist die absurde Inszenierung nur schwerlich zu ertragen. Allein schon die Inhaltsangabe deutet ziemlich gut an, in welch absurde Richtung das Ganze tendiert und so ist es auch nicht wirklich verwunderlich, das sich eine Ansammlung von Peinlichkeiten präsentiert, die einem schon fast die Sprache verschlägt. Doch zuerst einmal sollte man die positiven Aspekte besprechen, was allerdings recht schnell abgehandelt ist. Die Choose dauert gerade einmal 60 Minuten, so das die Qual für den Betrachter im Gegensatz zum Vorgänger schon einmal halbiert wurde. Das war es dann aber auch schon mit dem Positiven, denn der gesamte Rest gehört in die Abteilung Mülleimer. Wie nicht anders zu erwarten beinhaltet die Geschichte eine Art von Humor die eigentlich weder witzig noch komisch erscheint, vielmehr handelt es sich um ein Sammelsurium von Peinlichkeiten, die einen regelrecht zum fremdschämen einladen. Nichtsdestotrotz kann man sich in etlichen Passagen mit dem Lachen kaum zurückhalten, was aber weniger an feinsinnigem Humor festzumachen ist, sondern vielmehr am unverhohlenen Dilettantismus, der in diesem Werk in wirklich jeder einzelnen Szene zum Ausdruck kommt.

Hauptsächlich sind dabei die einmal mehr "grandiosen" Darsteller zu nennen, altbekannte Gesichter wie Thomas Kercmar, Martin Hentschel oder auch Taubert selbst liefern einmal mehr den Beweis dafür ab, das sie wirklich vollkommen talentfreie Zonen sind und viel eher das Mitleid des Zuschauers verdient haben. In diesem Fall überhaupt von Schauspiel zu sprechen ist eigentlich schon eine Beleidigung für jeden Laien-Darsteller, der seine Aufgabe auch nur im Entferntesten ernst nimmt. Dementsprechend gestalten sich auch die sogenannten Dialoge, die diese Bezeichnung im Prinzip noch nicht einmal verdient haben. Teilweise vorhandener Fäkal-Humor wertet dann die verbalen Aussetzer auch nicht unbedingt auf, sondern zeichnet vielmehr ein sehr prägendes Bild über das nicht vorhandene Niveau dieser Produktion. Der absolute Höhepunkt offenbart sich dann wie nicht anders zu erwarten einmal mehr in den extrem üblen CGI-Effekten, die streckenweise schon richtig in den Augen schmerzen. Hatte Krekel bei diesem Aspekt vor 11 Jahren schon ganze Arbeit geleistet, so konnte der Punkt hier noch um Einiges getoppt werden. Bewerten kann man das groteske Effekt-Gewitter nicht wirklich, denn zu sehr kommt die Angst in einem auf, das sich durch diesen visuellen Schrott die eigene Netzhaut ablösen könnte.

Man sieht also, das hier einmal mehr nicht unbedingt positive Werbung für den deutschen Amateur-Film gemacht wurde, denn solche obskuren Werke bestätigen vielmehr die Vorurteile, mit denen viele Leute diesem Sektor gegenüberstehen. In solchen Werken kommt immer wieder die Unfähigkeit und das nicht vorhandene Talent der Regisseure zum Ausdruck, eine wirklich gelungene Produktion auf die Beine zu stellen, die auch in filmischer Hinsicht überzeugen kann. Bei diesem Aspekt bekommt man jedoch nur den absoluten Bodensatz vorgesetzt, den man ohne die ständige Zufuhr von jeder menge Alkohol kaum durchstehen kann, ohne irgendwelche seelischen Schäden davon zu tragen.


Fazit:


Jochen Taubert schafft es irgendwie immer wieder, das nicht vorhandene Niveau seiner Filme noch ein Stück nach unten zu schrauben. "Project Genesis" ist ein absolutes Paradebeispiel für filmischen Müll, der noch nicht einmal die Ansätze von positiven Aspekten erkennen lässt. Ich persönlich kann mich zwar immer wieder am vorherrschenden Dilettantentum erfreuen, doch selbst für hartgesottene Trash-Liebhaber stellt vorliegende Geschichte eine echte Bewährungsprobe dar, die den Sehnerv auf Dauer schädigen könnte.


1,5/10

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 Post subject: Re: Project Genesis
PostPosted: 16. Dec 2012, 12:29 
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Einer der besten und unterhaltsamsten Verrisse die mir unter die Augen kamen :D Das ist halt das Dilemma deutscher
Low-Budget-Produktionen: Wenig Licht und sehr viel Schatten! Nun denn, ich habe diesen Film auf meine Rote Liste gesetzt
und gedenke ihm keine Chance zugeben, mir reicht es wenn Master auf die Flasche GIFT schreibt, wozu ein Auge riskieren?^^

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 Post subject: Re: Project Genesis
PostPosted: 16. Dec 2012, 13:26 
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Für dich wäre das wohl wirklich nichts, aber in geselliger Runde mit einigen Bierchen ein idealer Partyfilm.

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 Post subject: Re: Project Genesis
PostPosted: 16. Dec 2012, 22:16 
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Danke, für die Warnung. In der OFDB liegt der bei fast 6/10. Und '84 hat eine nicht unbedingt unansehnliche Box von diesem Film herausgebracht. War von Jochen Taubert bisher nicht wirklich begeistert. Konnte mir die bisherigen Filme nicht wirklich bis zum Ende ansehen und hab irgendwann einfach aus gemacht.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Post subject: Re: Project Genesis
PostPosted: 16. Dec 2012, 23:03 
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OK, wenn dir das bei den anderen Taubert-Filmen schon so ging, dann lohnt sich dieser auch nicht für dich, da er von der Machart her ebenso gestaltet wurde.

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