Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: "Tanz der Teufel" und "Evil Dead"
PostPosted: 2. Dec 2013, 20:59 
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Original Titel: Evil Dead
Deut. Titel : Tanz der Teufel
Jahr : 1981
Laufzeit: : 85 Min
Freigabe : ungeprüft (ungeschnittene Fassung!)
Regie : Sam Raimi
Darsteller : Bruce Campbelle, Ellen Sandweiss, Betsy Barker, Theresa Tilly & Richard DeManincor



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Original Titel : Evil Dead
Deut. Titel : Evil Dead
Jahr : 2013
Laufzeit : 91 Min
Freigabe : SPIO/JK (ungeschnittene Fassung!)
Regie : Fede Alvarez
Darsteller : Jane Levy, Shiloh Fernandez. Lou Taylor Pucci, Jessica Lucas & Elisabeht Blackmore


Remakes erfreuen sich in letzter Zeit großer Popularität. In den letzten Jahren sind mehrere Remakes auf den Markt geschmissen worden bzw. auf den Zuschauer los gelassen. Das Filmliebhaber oftmals sehr skeptisch sind, das steht schon von Beginn an fest. Man erinnert sich gerne an die Zeit als man einen Film zum ersten Mal gesehen hat. Das Gefühl, welches über einen gekommen ist, als man sich dieses Werk angeschaut hat. Der gewisse nostalgische Flair wurde gelegt. Daraus profitiert die Filmindustrie und denkt sich, was damals gut war und Geld gebracht hatte kann es heute ebenfalls. Also werden Filme neu aufgelegt und hier und da gewissermaßen an die heutige Zeit angepasst. Was vielen Filmfreunden sauer aufstößt ist die Tatsache, dass Filme mit einem PG-13 Rating an den Start gehen müssen. Diese Freigabe in Amerika ist die Massenfreundlichste, denn diese erlaubt es, dass auch Jugendliche solche Filme anschauen dürfen.
Bedenkt man aber, dass manche der Remakes vor Jahren mit einem verhältnismäßig hohem Gewaltgrad auf der Leinwand liefen, bedeutet es, dass man daran sparen muss. Doch immer wieder gibt es mal diverse Ausnahmen.
So hatte man sich in den Kopf gesetzt, dass man ein Remake von dem Film „Evil Dead“ erschaffen sollte. Das Original von 1981 welches in Deutschland unter dem Titel „Tanz der Teufel“ vermarktet wird setzte damals Maßstäbe. Regisseur Sam Raimi, der damals gerade 21 Jahre alt war erschuf einen Film, der heute noch Kultstatus genießt. Aber eines nach dem anderen. „Wie kann man nur ein Remake von solch einem Klassiker machen?“, solche Kommentare konnte man auf diversen Internetseiten lesen. Das schlimmste daran war, dass viele sehr wehmütig an dieses Werk heran gegangen sind, gerade weil Sam Raimi nicht Platz auf dem Regiestuhl nahm. Was die Zuschauer aber komplett außer Acht gelassen haben, es sollte sich nicht um eine 1:1 Kopie des Originals handeln sondern ehr eine Neuinterpretation des Stoffes, welcher an die heutigen Maßstäbe angepasst wird.


Die Story


Das Original:


Unbeschwert machen sich Ash, Cheryl, Scotty, Linda und Shelly auf den Weg um ein Wochenende voller Spaß zu erleben. Sich haben sich vorgenommen in die Wälder Tennessees zu fahren und dort ein paar entspannende Stunden zu genießen. Für dieses Vorhaben haben sich die Freunde eine kleine Hütte in mitten der Wälder gemietet. Auf dem Weg zu der Hütte kommt es zu einem Vorfall, der eigentlich schon für viele Menschen dafür gesorgt hätte, dass sie den Weg nach Hause antreten, doch die Freunde ignorieren dieses und fahren einfach weiter. Endlich haben sie die Hütte erreicht und es könnte einfach nicht besser laufen. Die fünf Freunde sind in Partystimmung und lassen sich von nichts die Stimmung ruinieren.
Doch plötzlich wird eine Klappe aufgestoßen, welche in den dunklen Keller der Hütte führt. Ash und Scotty beschließen die Stufen hinab zu steigen und zu schauen was sich in dem dunklen Raum befindet. In dem Keller stoßen sie auf zwei interessante Gegenstände. Ein Buch, welches sie in ihrem Leben so noch nie gesehen haben und ein Tonbandgerät. Interessehalber nehmen sie die beiden Sachen mit nach oben. Es ist ja so verlockend, also spielen sie das Tonband ab, hätten sie dies doch nie getan. Eine Stimme liest eine Formel vor, welche einer sehr alten Sprache entspringt. Und damit beginnt der Albtraum.
Etwas ist da draußen im Wald, etwas dass sich rasant bewegt und es hat nur ein Ziel…töten!

Somit wäre eine kleine Inhaltsangabe des Originals von 1981 schon mal gegeben. Weiter möchte ich nicht auf die Einzelheiten eingehen, denn das wäre viel zu viel und vor allem, es gibt ja auch noch Personen die diesen Film nicht gesehen haben.


Das Remake:


Mia musste schon so einiges in ihrem Leben erleben und das obwohl sie gerade mal Anfang 20 ist. Nachdem sie ihre Mutter Jahre lang gepflegt hat, da diese sehr krank war verstarb sie. Dies führte dazu, dass Mia sich den Drogen zugewandt hat. Doch damit muss endlich Schluss sein. Zusammen mit ihrem Bruder David und ihren Freunden Eric, Olivia und Natalie beschließt sie sich dem kalten Entzug zu stellen. Doch wenn sie dies in der Stadt macht, hat sie zu schnell die Möglichkeit wieder an die Drogen heran zu kommen also beschließt sie, dass sie in ihre alte Hütte im Wald fahren und dort den Drogen ade zu sagen. Mia weiß, dass es eine schwierige Zeit für sie wird, doch lässt sie sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen und versucht sich dem Kampf zu stellen. Doch mit jeder weiteren Stunde in dieser alten Hütte wird Mia anders zu mute. Als sie einen modrigen Geruch wahrnimmt, dreht sie fast durch. David und Eric schauen sich um und finden die Quelle des üblen Gestankes, der Keller. Dort unten stoßen sie auf grausamen. Ein Haufen von toten Katzen hängt von den Wänden herunter. Inmitten der Kadaver finden die beiden ein Buch, das mit einer Schutzfolie und Stacheldraht gesichert wurde. Doch das hält Eric nicht auf und er muss seine Neugierde stillen. Er öffnet das Buch und muss feststellen, dass es aus Menschenhaut gebunden ist. Die Schrift in dem Buch wurde mit echtem Blut geschrieben und trotzdem liest er laut vor. Somit entfesselt er eine Kraft, die Jahre lang verborgen war. Das unsichtbare Böse nimmt sich der sowieso schon psychisch verletzten Mia an und bringt sie dazu Sachen zu machen, die man nicht für möglich hält. Doch damit ist nicht genug, denn das was von ihr Besitz ergriffen hat will Blut sehen und die vermeintlichen Opfer sind ja schon in der Nähe…

Somit wäre auch schon mal die Inhaltsangabe für das Remake gegeben. Wie man schon an der Inhaltsangabe erkennt, stellt das Remake keine 1:1 Kopie dar. Für die Handlung hat man sich ein neues Grundkonzept ausgedacht, dass aber trotzdem Parallelen zum Original aufweist.



Der Regisseur


Sam Raimi:

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Samuel Marshall (auch Sam) Raimi wurde am 23.10.1959 in Michigan geboren.
Nachdem er drei Semester lang englische Literatur studiert hat, schmiss er das Studium um im Jahre 1981 seinen Film „Evil Dead“ zu verwirklichen. Obwohl Sam Raimi gerade mal 375.000 $ zur Verfügung standen erschuf er seinen ersten Low-Budget Film. Nachdem „Evil Dead“ für das Kino geprüft wurde und ein X-Rating (heutiges R-Rating) erhalten hatte schaffte es sein B-Movie einen Kultstatus zu erreichen. Doch Sam Raimi wollte sich nicht nur einen einzigen Film in seiner Karriere vorweisen und so beschloss er mit seinem Hobby weiter zu machen. Es dauerte vier Jahre bis sein Film „Die Killer-Akademie“ zu Stande gekommen ist. Aber die Fans von Raimi wollten nur eines, einen weiteren „Evil Dead“ Teil.
Daraufhin beschloss er den Fans das zu geben was sie wollen. Im Jahre 1987 entstand dann „Evil Dead 2“. Dieser hatte fast die gleiche Geschichte zu bieten wie die des ersten Teiles, doch lockerte er dieses Mal die Grundstimmung und fügte in die Handlung Slapstick-Momente ein. Dieses wirkte zwar etwas ungewohnt wenn man noch mit den Gedanken beim ersten Teil war, doch konnte diese neue Kombination überzeugen.
Ein Jahr später drehte Raimi den Film „Darkman“, welcher eine eigene Version des Superheldenfilmes darstellte. Als Hauptdarsteller konnte er sich Liam Nesson sichern, der damals schon ein bekanntes Gesicht Hollywoods war. Und damit gelang auch Raimi der Sprung in die Riege der Hollywoodgrößen.
Im Jahre 1992 drehte Sam Raimi seinen bis dato letzten Teil der „Evil Dead“ Reihe, welcher den Titel „Armee der Finsternis“ trägt. Hier setze man auf ein ganz anderes Konzept der Geschichte und verlegte die Handlung sogar ins Mittelalter, wobei man sich aber treu blieb und die Slapstick-Momente beibehielt und trotzdem eine gewisse Konstanze zu den beiden Vorgängern schuf.
Des weiteren führte Sam Raimi Regie bei der „Spiderman“ Trilogie welche einen totalen Erfolg darstellten. Doch Sam Raimi arbeitete nicht nur als Regisseur sondern zeigte auch seine Fähigkeiten als Schauspieler und als Produzent. So spielte Raimi eine kleine Rolle in dem Film „Intruder“. Ein Horrorfilm aus dem Jahre 1988, in dem ein Killer sein Unwesen in einem Supermarkt treibt.
Sam Raimi ist mit Gillian Greene verheiraten mit der er vier Kinder hat.



Fede Alvarez:

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Fede Alavrez wurde am 2. Februar 1978 in Montevideo geboren.
Der junge Regisseur aus Uruguay war bis vor ein paar Jahren noch unbekannter Natur. Er drehte bisher nur fünf Filme wobei vier davon Kurzfilme sind. Doch als Bruce Campbell und Sam Raimi auf sein letztes Werk „Panic Attack“ gestoßen sind, in der Aliens eine Stadt angreifen, haben sie gewusst, dass dies der richtige Regisseur für das Remake sein würde.
Obwohl Alvarez nicht viel Erfahrungen mit großen Produktionen hatte, vertraute man ihm eine solche große Produktion an. Er hatte ein Budget von 17.000.000 $ zur Verfügung, was über 45-mal so viel ist wie das Budget, was Sam Raimi bei seinem Werk zur Verfügung stand.




Die Protagonisten


Ash:


Der Person des Ash ist eine etwas schüchterne aber trotzdem im Willen sehr starke Figur. Er ist sehr loyal gegenüber seinen Freunden. Auch wenn er nach außen den starken Typen gibt, erkennt man bei ihm schon einen gewissen Feinschliff. So ist er immer froh, wenn seine Freunde bei ihm sind, muss sich aber trotzdem der Angst stellen, dass er sich selbst Schützen muss in dem er auch über Leichen geht. So muss Ash immer wieder dafür sorgen, dass alles in Ordnung kommt ohne den Einsatz von Gewalt und dies stellt sich oftmals schwieriger heraus als es ist. Auch ist Ash ein sehr kluger Mensch, der sich trotz allen Tücken die die Dämonen bereithalten immer wieder einen klaren Kopf bewahrt. Zwar muss er in schwierigen Situationen dafür sorgetragen, dass er die eigene Existenz wahren muss.


Mia:


Mia ist eine vom Leben gezeichnete Frau. Schon in jungen Jahren musste sie sich um ihre Mutter kümmern, die eine schwere Krankheit hatte. Nachdem Mia`s Bruder David sie und ihre Mutter alleine gelassen hatte wandte sich Mia den Drogen zu. Schon öfters versuchte Mia von den Drogen Abstand zu nehmen, doch stellte sich dieses als schwieriger heraus als zuerst gedacht. Als sie eine Überdosis erlitten hatte wusste sie, dass sie den Drogen endgültig den Rücken kehren muss. Zusammen mit ihren Freunden beschließt sie dieses Vorhaben durchzuziehen wobei sich dies als Härteprobe heraus stellt. Anfänglich läuft es noch gut, doch mit jeder weiteren Stunde merkt sie, dass sie sich immer mehr von den Drogen hat beeinflussen lassen. Obwohl sie immer mehr panische Angstzustände bekommt hat die kluge junge Frau einen kühlen Kopf. Doch die Ereignisse welche sich durch die Zeilen des Buches zutragen verändern die junge Frau komplett. Obwohl sie versucht gegen den Dämon in ihr anzukämpfen, hat sie keine Chance, da sie durch den Entzug erheblich geschwächt ist. Aber das bricht ihrer Person keinen Zacken ab, denn sie ist standhaft und bleibt stark im Willen.


David:


David studierte viele Jahre lang und kehrte zurück zu seiner Schwester um ihr beizustehen. Auch wenn er auf große Abneigung stößt, sowohl durch seine Schwester als auch durch Eric, den er genauso im Stich gelassen hat, bleibt er an der Seite seiner Schwester. Er ist eine starke und charismatische Person. Er versucht für jeden alles recht zu machen und bleibt auch in heiklen Situationen ruhig. So hat er immer einen Plan, kann sich aber nicht immer durchsetzen. Immer wieder versucht er, den normalen Umgangston unter allen zu wahren. Er versprüht eine ruhige Art wobei auch er Angst hat. Doch kommt es zu heiklen Situationen so bleibt er standhaft und beweist, dass er einen sehr starken Charakter hat. Auch wenn er Gewalt einsetzen muss, was er überhaupt nicht mag, bleibt er ein treuer Freund. Immer wieder muss er Rückschläge entgegen nehmen, einstecken aber er muss für seine Schwester stark bleiben.



Die realen Darsteller


Bruce Campbell:

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Bruce Lorne Campbell wurde am 22. Juni 1958 in Michigan geboren.
Nachdem er sich schon in seiner Jungen sehr für das Kino interessiert hat, konnte ihm nichts besseres passieren, dass sein Freund Sam Raimi einen Film drehen wollte. Um die Kosten gering zu halten wurde der charismatische Darsteller Bruce Campbell für die Hauptrolle engagiert. Nachdem „Evil Dead“ große Erfolge feierte schaffte es Bruce Campbell zu einer Ikone zu avancieren und wurde ein bekanntes Gesicht in der B-Movie Branche. Für Fans wird er immer Ash bleiben, den er in „Evil Dead“ verkörpert hat.
Er selbst distanzierte sich ehr von den üblichen Hollywood- Produktionen und fühlte sich um einiges wohler in kleineren Produktionen. Zwar absolvierte er immer wieder kleinere Nebenrollen in bekannten Produktionen wie z.B „Spiderman“, „Fargo“ oder „Flucht aus L.A“, doch blieb er seinen Wurzeln treu.
In dem Film „My Name is Bruce“ tritt Campbell sogar als Regisseur auf und stellte eine Parodie seines Selbst dar.

Als Campbell hörte, dass ein Remake von „Evil Dead“ geplant war, weigerte er sich mit diesem in Verbindung gebracht zu werden. Er befürchtete, dass seine damalige Rolle auch ins Remake mit eingebaut werden sollte und dies wollte er nicht so einfach hinnehmen. Doch als man ihm beteuerte, dass man Ash nicht ersetzen konnte und auch eine solche Figur keinen Platz im kommenden Remake finden würde hatte Campbell nichts gegen das Remake einzuwenden. So fungierte er auch als Produzent von Fede Alvarez Remakes.



Jane Levy:

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Jane Levy wurde am 22. Dezember 1989 in Los Angeles City in Kalifornien geboren.
In ihrer Highschoolzeit war sie Kapitän der Frauenfußballmanschaft. Nachdem sie ein Semester in Maryland studierte wechselte nach auf die Uni in New York wo sie zwei Jahre lang studierte. Dann kehrte sie zurück nach Los Angelas wo sie dann als Schauspielerin arbeitete. So spielte sie in fünf Folgen der Serie „Shameless“ mit. Doch dann folgte schon ihr großer Erfolg. Sie konnte sich die Hauptrolle in der Dramedyserie „Suburgatory“ ergattern. In dieser spielt sie seit 2011 die Hauptrolle. Im Jahr 2012 spielte sie eine größere Rolle in dem Film „Fun Size“, bis sie im Jahre 2012 Lily Collins ablöste und die Rolle der Mia im Remake zu „Evil Dead“ übernommen hat.


Shiloh Fernandez:


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Der amerikanische Schauspieler wurde am 26. Februar 1985 in Kalifornien geboren.
Bevor Shiloh Fernandez den Weg zum Filmbuisiness geschafft hat, bestritt er mehrere Gelegenheitsjobs, doch dann folgten kleinere Auftritte in Serien wie „Cold Case“ oder „Jericho – Der Anschlag“. Im Jahr 2008 spielte er zum ersten Mal in einem Horrorfilm namens „Deadgirl“ mit. Immer mehr avancierte er zu einem bekannten Gesicht unter den Jungdarstellern, bis er 2011 zum ersten Mal eine größere Rolle ergattern konnte. So spielte er an der Seite von Amanda Seyfried und Gary Oldman in dem Film „Red Riding Hood“ mit und konnte damit auch bei einer größeren Zuschauermenge Bekanntheit erlangen.
Im Jahr 2012 übernahm er die zweite Hauptrolle in dem Remake „Evil Dead“ in dem er die Figur des David`s verkörpert. Doch dies stellt nicht das Ende seiner Karriere dar, im darauffolgenden Jahr ist er in dem Thriller „The East“ an der Seite von Ellen Page und Julia Ormond zu sehen.


Besondere Merkmale


Original:


Sam Raimi legte viel Wert darauf, dass sein Erstlingswerk sehr authentisch in Szene gesetzt wurde, deshalb verzichtete er größtenteils auf die Aufnahmen im Studio und suchte sich wirklich Gegenden aus, die in der freien Natur zu finden sind. Doch das meiste seines Filmes spielte ja in einer Hütte ab, so suchte man sich auch eine Hütte, die im Wald steht und versuchte dieses so düster wie möglich zu gestalten. Quietschende Dielen, luftige Löcher in den Wänden und ein sehr heruntergekommenes Äußeres machte das gezeigte zu einem sehr passenden Objekt, wo man auch mit den Urängsten der Zuschauer spielen konnte. Denn man wollte sich auf die elementaren Grundkonzepte einlassen, die es dem Zuschauer ermöglichen sich in die Situation hinein zu versetzen.
Abgeschirmt von jeglicher Zivilisation und sich selbst überlassen. Inmitten eines düsteren und dunklen Waldes, in dem man sich nicht auskennt. Dies stellt das besondere von „Evil Dead“ dar.
So wird dem Zuschauer „das Böse“ auch nie offensichtlich gezeigt. Man wird Zeuge einer rasanten Kamerafahrt, die sich durch den Wald erstreckt und eines erschreckenden Geräusches, doch sieht man das Grauen nie in einer bildlichen Form. Man sieht lediglich die Ausmaße, welche dieses Wesen mit sich bringt.
Zur damaligen Zeit hatte es „Evil Dead“ nicht unbedingt leicht mit seinen gezeigten Szenen. Sam Raimi war bewusst, dass er einen Horrorfilm im klassischen Sinne drehen möchte aber trotzdem etwas Eigenes in die Geschichte mit einbringen muss. So hat er auch darauf gesetzt, dass sein Film schockierend auf den Zuschauer wirkt. Deshalb setze er auf altmodische Stilmittel wie der Rauch, der sich aus dem Dunklen auf einen zubewegt und zum anderen wollte er auch mit der Zeit gehen und bescherte einen blutigen Eindruck in die Welt des Horrors. „Evil Dead“ sollte sowohl von der düsteren Substanz leben, die man ihm einhauchte als auch von der Gewaltdarstellung. Somit hat man sich darum gekümmert, dass in dem Film vermehrt blutige Momente zu finden waren, äußerst blutig für die damaligen Verhältnisse.



Das Remake:


Fede Alvarez war von Beginn an klar, dass er in große Fußstapfen treten muss. Die Erwartungen an das Remake waren sehr hoch gesetzt, denn obwohl „Evil Dead“ nur ein B-Movie war erlangte er sehr schnell Kultstatus. Somit stand eines für Alvarez fest, er müsse sich an dem Original orientieren aber trotzdem einen eigenen Weg einschlagen. Also setzte er auf fast die gleichen Stilmittel mit denen Raimi auch schon arbeitete und trotzdem erschuf er etwas, dass sich nicht unbedingt als Remake bezeichnen lassen kann.
So war von Anfang an klar, dass man die alte Hütte auch einigermaßen getreu nachbauen müsse. Obwohl viele Aufnahmen im Studio entstanden konnte man eine Atmosphäre aufbauen, die sehr erdrückend auf den Zuschauer wirkte. So sagte Alvarez seinen Darstellerkollegen auch, dass dies die härteste Arbeit sein wird, bei der sie jemals teilnehmen würden, damit hatte er Recht. Die Schauspieler gingen bis an ihre Grenzen und noch weiter hinaus. Die Szenen sollten so realistisch wie möglich gestaltet werden…

SPOILER!!!!
In der Szene, in der David seine Schwester Mia begräbt und sie kurze Zeit später wieder ausgräbt hat man sich einem sehr gefährlichen Vorgehen ausgedacht. Denn die Schauspielerin Jane Levy war tatsächlich unter der Erde vergraben. Man wollte diese Szene so realistisch wie möglich halten und darauf setzen, dass Shiloh Fernandez die Szene auch authentisch darstellt. Dies muss eine wirklich sehr harte Geduldsprobe für Fernandez gewesen sein. Denn zu lange gewartet und er hätte vielleicht seine Schauspielerkollegin auf dem Gewissen.

SPOILER ENDE!!!!

Grundlegende Elemente wurden auch wieder übernommen, so auch die rasante Kamerafahrt durch den Wald. Immer wieder gibt es kleinere Anspielungen auf das Original, kleine Merkmale die darauf schließen lassen, dass vor einigen Jahren schon einmal das gleiche dort passiert sein könnte. So sieht man am Anfang des Filmes sogar das Auto von Ash im Wald stehen, welches heruntergekommen ist und von Moos und Wurzeln zugewachsen ist.
Aber was sollte man denn nur machen um die Zuschauer dieses Mal zu schocken? Von Anfang an war klar, dass man nicht auf der PG-13 Schiene mitfahren möchte und die Unterhaltung bieten, die die Zuschauer auch sehen wollen. Deshalb war es für Alvarez auch klar, dass sein Werk einiges an gezeigter Gewalt enthalten darf. Doch viele Zuschauer wurden in den letzten Jahren schon enttäuscht, wenn es hieß, dass einige Filme blutiger sein sollten, das Ende vom Lied war meistens eine grafische Gewalt, welche am Computer angefertigt wurde. Dies kam für „Evil Dead“ natürlich nicht in Frage, deshalb wurden auch hier die blutigen Einstellungen so gut wie es geht durch Handarbeiten angefertigt. Man wollte die Zuschauer so gut wie es geht Glücklich stimmen und setzte dahingehend auf den guten alten Gebrauch von Gewalt.
Wenn man sogar einen Vergleich zwischen dem Original und dem Remake ziehen würde welcher denn den höheren grafischen Gewaltgrad besitzen würde, da wäre das Remake eindeutig der Gewinner. Hier fließt der rote Lebenssaft in Mengen. So einen hohen Gehalt an Kunstblut hat mal wohl zuvor nur in Peter Jacksons „Braindead“ gesehen.
Trotzdem hat die graphische Gewalt den Film nicht in der Hand, sondern macht auch diese große Sprünge was den Spannungsbogen anbelangt. Auch hier wurde eine sehr düstere Umgebung geschaffen, die schon von Anfang an deutlich erkennbar ist. In der ersten Sequenz, in der man Mia zu Gesicht bekommt wird dem Zuschauer schon anders, denn der Wald ist sehr trist und trostlos gestaltet, Nebel bildet sich und man merkt sofort, dass dies nicht alles war. Alvarez setzte wie Raimi sehr viel Wert auf die Kulissen und kann somit auch durch seine bedrückende Atmosphäre punkten.



Visuelle Gewalt


Das Original:

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Wie schon erwähnt hatte das Original einen für die damaligen Verhältnisse hohen Gewaltgrad zu bieten. So wollte Sam Raimi einen Film schaffen, der auf mehreren Ebenen zu schockieren weiß. Da man aber nicht nur ein wenig Ketchup auf die Darsteller schmieren wollte und dies als Kunstblut vermarkten wollte entschied man sich dafür professionelle Hilfe mit an Bord zu holen. Diese Hilfe erhielten sie von dem Schauspieler und Special Effect Macher Tom Sullivan.
Sullivan ging mit einer sehr großen Liebe zum Detail an die Arbeit, weshalb es auf damals sehr revolutionär war, was er mit seiner Arbeit angerichtet hat. Im Laufe seiner Karriere konnte er für mehrere größere Filme die Effekte übernehmen, doch auch er fing klein an, doch erzielte seine Leistung bei „Tanz der Teufel“ große Wirkung.
So zauberte er wunderbare FX-Effekte, die heute immer noch als grandios angesehen werden. Zwar erkennt man, dass die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat, doch versaut dies nicht die Stimmung. Sullivan ging mit einer Beherztheit an die Arbeit und dies merkt man bei jeder Einstellung.
So war er nicht nur für die graphische Gewalt zuständig sondern verpasste auch den Darstellern die Dämonenmasken. Diese wirken auch heute noch erschreckend und haben nichts an ihrer Faszination einbüßen müssen.
Man muss aber ein großen Respekt aussprechen, denn mit dem geringen Budget haben alle Beteiligten umgehen können und haben so gut gewirtschaftet, dass man keine Schwächen in Kauf nahm. Dies wird wohl auch einer der Gründe sein, weshalb „Tanz der Teufel“ heute ein sehr hohes Ansehen genießt und somit auch weiterhin als KULTFILM angesehen wird.



Das Remake:

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Es war klar, dass man mit dem Remake von „Evil Dead“ in sehr große Fußstapfen treten muss. Und somit war von Anfang an auch klar, dass man den Zuschauern das bieten muss, was sie beim ersten Teil schockiert und fasziniert hat. Doch es müsse extremer und schockierender sein. Das Blut müsse Regelrecht in Schwellen über die Leinwand fließen. Doch wen sollte man denn nur damit beauftragen, der sich diesem ehrenvoll annehmen würde. Eines war klar, man wolle auf die guten alten handgemachten Effekte setzen und nicht mit der Welle mitschwimmen, welche die üblichen CGI-Effekte bot. Doch immer noch stand die Frage im Raum, wer denn nun die Verantwortung übernehmen wolle. Und dann war es so weit, ein Name, eine Person war gefunden. Es sollte C.J. Goldman werden, der sich diesem schwierigen Unterfangen stellen würde, kein unbekannte Name wenn man genauer hinsieht.
Auch wenn einem der Name auf Anhieb nichts sagen sollte, so sei gewiss, dass er schon genügend Erfahrungen sammelte bei anderen Produktionen. So arbeitete er schon an Produktionen wie dem Film „300“ aus dem Jahre 2006.
Auch im Horrorbereich war er kein Neuling. So erledigte er schon im Jahre 2004 hervorragende Arbeit an dem Remake zu dem Klassiker „Dawn of the Dead“.
Doch wie sollte man nun das Publikum schocken, wo in den ganzen Jahren viele Filme über die Leinwand flimmerten, welche das Thema Gewalt schon fast zelebrierten? Ganz einfach, man wollte nicht das übliche zeigen und so einigte man sich darauf, dass man die Szenen zeigen will, wo die Kamera normalerweise schon längst weggeschwenkt hätte. Es sollte ekelerregend sein und auch einen gewissen Schmerz bei den Zuschauern hervorrufen. Dies erreichte man mit einem einfachen Trick, die Kamera immer und immer weiter laufen zu lassen. Die visuelle Gewalt war schon fast beängstigend, man könnte schon fast sagen erdrückend.
Gegen Ende des Filmes erreicht diese aber ihren Höhepunkt. Tausende Liter von Kunstblut strömen auf die Darsteller und somit war klar, dass dies einer der blutigsten Filme aller Zeiten sein würde.



Deutscher Stand


Das Original:

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Das Jahr 1981 ist kein gutes Jahr für „Evil Dead“. Schon für das Kino musste man „Evil Dead“ in einigen Sequenzen kürzen, da er zu brutal auf die Zuschauer wirkte. Wäre dies doch nur alles gewesen. Denn „Evil Dead“ sollte ein noch härteres Schicksal ereilen. Im Jahre 1984 wurde die ungeschnittene Fassung von „Evil Dead“ indiziert. Ein paar Monate später folgte das Urteil durch das Landesgericht München, dass „Evil Dead“ gegen den §131 des Strafgesetz Buches verstoßen würde. Dieser beinhaltet die Gewaltverherrlichung. Viele protestierten gegen dieses Urteil, denn das Gesetz war damals nur auf Menschen ausgelegt, doch dann wurde s durch den Zusatz „menschenähnliche Wesen“ erweitert. Dies bedeutete das Aus für diesen Film, denn somit ist die Werbung und auch der Verkauf des Filmes in Deutschland verboten. Doch gerade durch dieses Verbot erlangte dieses Werk einen sehr hohen Kultstatus. Jeder, der etwas auf sich gehalten hat musste sich diesen Film anschauen und dies gilt heute immer noch. Denn immer noch verweilt die ungeschnittene Fassung auf der schwarzen Liste.
In Deutschland gibt es lediglich stark geschnittene Fassungen zu erwerben, sprich diese stehen in den Kaufhäusern. Doch jemand der sich mit Filmen wirklich auskennt weiß ganz genau, dass solche Filme nur in ihren ungeschnittenen Fassungen ein wirklicher Genuss sind.



Das Remake:

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Da der Film in den USA ein NC-17 Rating in der ungeschnittenen Fassungen erhalten hat, was das absolute Aus bedeutet wurde der Film an einigen Stellen geschnitten. Doch in den USA bedeutet Szenen rausschneiden nur, dass man einige Einstellungen verkürzt. Dadurch erlangte der Film sein R-Rating und konnte nun auf die Zuschauer losgelassen werden.
In Deutschland prüfte die FSK die R-Rated Fassung für das Kino und gab ihn ungeschnitten frei. Somit erhielt man im Kino einen gelungenen Filmgenuss und konnte harten Goreszenen beiwohnen. Doch für das Heimkino sieht es etwas anders aus. Da die Richtlinien hier anders verlaufen ist es klar, dass die ungeschnittene Fassung keinen Segen der FSK erhalten hat. Doch man möchte den Zuschauern natürlich nicht den Spaß nehmen, dass sie nicht in den Genuss der ungeschnittenen Kinofassung kommen können. Deshalb wagte Sony den Schritt und ging zur SPIO, wo man für die ungeschnittenen Kinofassung den Segen erhalten hatte und diese nun das Zeichen „keine schwere Jugendgefährdung“ trägt.
Doch wie so üblich muss natürlich auch eine geschnittene Fassung auf den Markt, damit man die anderen Kunden auch locken kann. In dieser Version fehlt ungefähr 1 Minute an Schauwert. Diese ist zwar noch anschaubar, doch wenn dann sollte man sich wirklich die ungeschnittene Fassung anschauen.
Was aber von Beginn an klar war, dieser Film wird ein Dorn im Auge der Bundesprüfanstalt für Jugendgefährdende Medien (BPjM) sein. Doch diesen Dorn zogen sie sich, als sie die kanadische Blu-Ray am 29.11.2013 indizierten. Das bedeutet, dass somit auch die deutsche Fassung indiziert ist, da eine Inhaltsgleichheit besteht.




Fazit:

„Evil Dead“ aus dem Jahre 1981 ist ein hervorragender Beitrag im Horror Genre. Dies merkten auch die Filmstudios, weshalb sie sich für ein Remake entschieden haben. Doch bevor man jetzt große Reden spuckt, dass Remakes billig und unnötig sind, dann sollte man sich erst einmal die Version von Fede Alvarez zu Gemüte führen. Denn dieser hat bewiesen, dass Remakes durchaus unterhalten können und hat zeitgleich etwas Eigenes auf die Beine gestellt. Der Unterhaltungswert der beiden Filme ist enorm hoch und so kommen auch Filmfreunde, die nicht viel Ahnung haben im Bereich des Horrors auf ihre Kosten. Denn die Figuren sind sehr gut gezeichnet, wirken zwar ab und an etwas Stereo typisch, können aber trotzdem unterhalten.
An Spannung fehlt es beiden Filmen nicht und deshalb sind auch beide Filme als uneingeschränkt empfehlenswert anzusehen.

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"Alles, was ich habe auf dieser Welt, sind meine Eier und meine Wort, und das breche ich nicht, für niemanden, ist das klar?" -Tony"Scarface" Montana


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 Post subject: Re: "Tanz der Teufel" und "Evil Dead"
PostPosted: 2. Dec 2013, 21:20 
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Wieder einmal ein schöner Vergleich von dir, wobei ich beim Fazit vollkommen anderer Meinung bin. Das Remake ist sicherlich ein sehenswerter Horrorfilm, der mich persönlich jedoch ziemlich kalt gelassen hat. Die teils hochgelobten Neuerungen sind in meinen Augen auch nicht das Gelbe vom Ei und gerade in Sachen Spannung aber noch mehr bei der vorherrschenden Atmosphäre überzeugt mich die Neuauflage überhaupt nicht. Ist natürlich alles Ansichtssache, doch meiner Meinung nach reduziert sich "Evil Dead" 2013 selbst auf seine Effekte und das ist mir einfach zu wenig. Das diese selbstverständlich nicht mit denen des Originals verglichen werden können versteht sich ja von selbst, wobei mir auch bei diesem Aspekt das Original weitaus lieber ist, da es viel mehr Charme besitzt. Alvarez präsentiert hingegen ein recht steriles Machwerk das wenig neue Impulse bietet und bei vielen kleinen Dingen viel schlechter geraten ist als das Original. So kam für mich auch nie eine Gruselstimmung auf, was das Seh-Vergnügen doch erheblich getrübt hat. Da gefallen mir Neuauflagen wie "I spit on your Grave", The Hills have Eyes", "My Bloody Valentine" oder auch "Maniac" weitaus besser, da sie das viel bessere Gesamtpaket anbieten oder wie letztgenannter Titel eine vollkommen neue Sichtweise offenbaren.

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