Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Der Untergang (2004)
PostPosted: 29. Mar 2013, 01:12 
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Der Untergang
(Der Untergang)
mit Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Corinna Harfouch, Ulrich Matthes, Juliane Köhler, Heino Ferch, Christian Berkel, Matthias Habich, Thomas Kretschmann, Michael Mendl, André Hennicke, Ulrich Noethen
Regie: Oliver Hirschgiebel
Drehbuch: Bernd Eichinger / Joachim Fest
Kamera: Rainer Klausmann
Musik: Stephan Zacharias
FSK 12
Deutschland / Italien / Österreich / 2004

Berlin, April 1945. Ein Volk wartet auf seinen Untergang.
In den Straßen der Hauptstadt tobt der Häuserkampf. Hitler (BRUNO GANZ) hat sich mit einigen Generälen und engsten Vertrauten im Führerbunker der Reichskanzlei verschanzt. Zu ihnen gehört auch Traudl Junge (ALEXANDRA MARIA LARA), seine Privatsekretärin, die ihn nicht im Stich lassen will.

Während draußen die Lage immer mehr eskaliert, die Rote Armee weiter vorrückt und sich in den von Explosionen erschütterten Vierteln verzweifelte Szenen abspielen, erlebt Hitler den Untergang des Dritten Reiches hinter Bunkermauern. Obwohl Berlin nicht mehr zu halten ist, weigert sich der Führer, die Stadt zu verlassen. Er will, wie Architekt Speer (HEINO FERCH) es ausdrückt, "auf der Bühne stehen, wenn der Vorhang fällt". Doch Hitler steht nicht auf der Bühne. Während sich die Wucht des verloren gegangenen Krieges mit aller Härte über seinem Volk entlädt, inszeniert der Führer im Bunker seinen Abgang. Noch Stunden vor dem gemeinsamen Selbstmord heiratet er Eva Braun (JULIANE KÖHLER).

Statt des Endsiegs kommt das Ende, aber auch das ist vorbereitet bis ins letzte Detail. Nachdem er und Eva Braun sich das Leben genommen haben, werden ihre Leichen im Hof der Reichskanzlei verbrannt, damit sie nicht dem Feind in die Hände fallen. Viele seiner Getreuen wählen ebenfalls den Freitod. Goebbels und die verbleibenden Generäle weigern sich auch weiterhin, die von den Russen geforderte bedingungslose Kapitulation anzunehmen. Als die Lage immer aussichtsloser wird, tötet Magda Goebbels ihre sechs Kinder im Bunker mit Gift, bevor auch das Ehepaar Goebbels Selbstmord begeht.



Für mich persönlich ist "Der Untergang" wohl einer der mit Abstand besten deutschen Filme, die es überhaupt gibt. Hier werden sehr realistisch die letzten Tage von Adolf Hitler im Führerbunker in Berlin skizziert. Obwohl der Krieg verloren ist, weicht Adolf Hitler nicht von seinem Weg ab und glaubt weiter an den "Endsieg". Dabei kommt der gesamte Fanatismus eines Mannes durch, der ganz offensichtlich jeglichen Bezug zur Realität verloren hat, denn die Verteidigung seiner eigenen Idee und der immer noch fatale Glaube an den Endsieg ist viel stärker als auch nur eine leichte Annäherung an die realistische Situation, in der man sich befindet. Besonders in den Vordergrund gestellt wird der Irrglaube Hitlers durch das brillante Schauspiel von Bruno Ganz, der in der Rolle des Führers eine wahre Meisterleistung abliefert. Dabei bringt er sämtliche Fawcetten des offensichtlich zu erkennenden Wahnsinns eines Mannes glaubhaft und authentisch rüber, die Spielfreude und Inbrunst seiner Performance kann man dabei nur schwer in Worte fassen. Der Zuschauer bleibt dabei immer in einem sehr zwiespältigen Zustand, denn einerseits bekommt man immer wieder Passagen zu sehen in denen Hitler sehr angsteinflößend erscheint, da seine unkontrollierbaren Wutausbrüche auch mimisch den puren Wahnsinn wiedergeben, andererseits wird man phasenweise mit einem sichtlich gebrochenem Mann konfrontiert, der fast schon Mitleid erwecken kann.

Insbesondere diese Kontraste werden in der Geschichte ganz exzellent herausgearbeitet und durch Bruno Ganz hervorragend und glaubhaft zum Zuschauer transportiert. Jedoch muss man an dieser Stelle der gesamten Darsteller-Riege ein riesengroßes Lob aussprechen, denn nur durch das intensive Schauspiel kann der Film seine volle Wirkung erzielen. So merkt man im Prinzip in jeder einzelnen Einstellung, das sich alle Akteure sehr intensiv mit der Thematik beschäftigt haben müssen, denn anders sind die überzeugenden Leistungen nicht zu erklären. Ein weiterer und äußerst erwähnenswerter Aspekt sind die konträren Meinungen zur Gesamtlage, die innerhalb von Hitlers Generalstab geäußert werden und die sich in zwei Gruppierungen teilen. Stehen auf der einen Seite die blinden Fanatiker, die aus falsch verstandener Loyalität bereitwillig ihrem "Guru" in den Tod folgen würden und Hitlers kranke Ideologie vollkommen verinnerlicht haben, so gibt es andererseits auch genügend hochrangige Offiziere, die durchaus zu einer realistischen Einschätzung in der Lage sind, aber dennoch nicht den Mut aufbringen, eine entscheidende Wendung vorzunehmen. Neben dem starken Schauspiel lebt dieser Film ganz eindeutig von den zum Vorschein kommenden Kontrasten, für die man sich jede Menge Zeit genommen hat, um sie auch intensiv ins Licht zu rücken.

Obwohl "Der Untergang" an sich schon ein absolut herausragender Film ist, gibt es einige Passagen, die einem ganz besonders unter die Haut fahren. Dazu zählt ganz sicher die Phase in der Hitler seine wahre Meinung über das deutsche Volk zum Ausdruck bringt, wird dieses doch verbal von ihm zum Schuldigen für die ausweglose Situation gemacht. Es werden sogar Befehle ausgegeben, durch die sämtliche Infrastruktur in Deutschland zerstört werden soll, zudem ist Rücksicht auf die Zivilbevölkerung ein Begriff, den er zutiefst verurteilt. An dieser Stelle merkt man sehr stark, das Selbstkritik und Wahrnehmung der eigenen Person Dinge waren, die im Leben des Adolf Hitlers ganz augenscheinlich keinen Platz hatten. Die Darstellung eines Bruno Ganz bringt einem insbesondere diese extremen Schattenseiten eines kranken Charakters so nahe, das sich ganz zwangsläufig eine Gänsehaut bildet und ein extremes Unwohlsein entsteht, das man bis zum bitteren Ende des Filmes nicht mehr los wird. Es entsteht eine Art der Beklemmung die man am liebsten wie einen lästigen Mantel abstreifen würde, da es etliche Momente gibt, in denen man nicht einmal befreit atmen kann. Zu diesen zählt auch auf jeden Fall die Passage, als Corinna Harfouch in der Rolle der Magda Goebbels zur sechsfachen Mörderin an ihren eigenen Kindern wird und danach nichts besseres zu tun hat, als karten zu legen. Die Darstellung ihrer Rolle ist absolut brillant, aber die von ihr ausgehende Eiseskälte fährt einem so dermaßen in die Knochen, das man kaum Luft zum atmen bekommt. Eine solche Passage absolut glaubwürdig rüber zu bringen, zeugt meiner Meinung nach schon von ganz großer Schauspielkunst und in dieser steht ihr auch Ulrich Matthes als ihr Film-Ehemann Joseph Goebbels in absolut nichts nach, denn sein Schauspiel als exzentrischer und glühender Verehrer Adolf Hitlers ist absolut großartig.

Man könnte an dieser Stelle noch viele eindrucksvolle Dinge erwähnen und noch intensiver auf das Schauspiel der einzelnen Akteure eingehen, denn alle liefern herausragende Leistungen ab, so das dieses Werk seine ganze Kraft und Intensität entfalten kann, von der man sich nicht so schnell erholt. Oliver Hirschbiegel (Das Experiment) hat hier ganze Arbeit geleistet und einen herausragenden Film kreiert, der wirklich zum Besten gehört was aus deutschen landen kommt. Sollte es Leute geben denen die Geschichte bekannt vorkommt, dann werden sie sicherlich an den 1973 erschienenen Film "Hitler - Die letzten zehn Tage" mit Alec Guinness erinnert. Dieses Werk ist praktisch "Der Untergang" in verkürzter Form, jedoch mit einer Laufzeit von knapp 100 Minuten nicht annähernd so ausführlich gestaltet wie vorliegendes Werk. Wer sich für die Thematik interessiert kommt an diesem Film einfach nicht vorbei, handelt es sich doch um knapp 3 Stunden deutsche Zeitgeschichte, die ganz hervorragend und imposant in Szene gesetzt wurde.


Fazit:

Trotz seiner Überlänge beinhaltet "Der Untergang" meiner Meinung nach keinerlei Längen, jede einzelne Einstellung erzählt hier eine eigene kleine Geschichte und offenbart dabei manigfaltige Fawcetten über ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. Für mich selbst handelt es sich sogar um lebendigen Geschichtsunterricht, der einem durch brillantes Schauspiel und sehr viel Glaubwürdigkeit näher gebracht wird. Authentische Kulissen, etliche äußerst gut herausgearbeitete Kontraste und stellenweise Beklemmung sorgen für ein Filmerlebnis, das nicht so schnell wieder in Vergessenheit gerät, sondern sich nachhaltig in das Gedächtnis des Zuschauers einbrennt.


10/10

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 Post subject: Re: Der Untergang
PostPosted: 29. Mar 2013, 14:38 
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In "Der Untergang" ist aus meiner Sicht die beste Darstellung des Hitlers enthalten, durch einen ebenfalls fantastischen Schauspieler: Bruno Gans. Hatte bereits das Glück ihn vorher in "Faust" auf 3Sat zu sehen. Halte ihn deshalb für einen absolut genialen Schauspieler. Die Verkörperung ist von Gestik, Mimik und Akzentuierung hervorragend gelungen, und auch wenn die Handlung eigentlich recht überschaubar ist, zwingende Folge der doch reduzierten Räumlichkeiten, bietet der Film wie Master es bereits schrieb keinerlei Längen und ist einfach nur gelungen,

Deshalb gibt's von mir ebenfalls eine 10/10.

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 Post subject: Re: Der Untergang
PostPosted: 31. Mar 2013, 13:14 
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Hätte man einen Film über den Untergang des dritten Reiches drehen wollen: es hätte bessere Stoffe gegeben als diesem mittelmässigem Ensemble noch eine Gelegenheit
zu verschaffen, menschlich dargestellt zu werden (ungeachtet der durchaus fantastischen Darstellerleistungen vor denen ich den Hut ziehe!)

Ich habe meine Schwierigkeiten damit Nazi-Grössen und -Ungeheuer sowie ihre Mitläufer ohne die das ganze System nicht funktioniert hätte (wie Frau Junge) als ganz normale
Menschen dargestellt zu sehen. Um ein Monstrum zu entlarven reicht die reale Abbildung, siehe dazu die authentischen Aufnahmen des Nürnberger Prozesses, speziell die von
Göring. Wozu braucht es diesen Film? Draussen spielt sich die Apokalypse ab, drinnen zelebriert man einen fiebrig-wahnhaften, wahrhaft egoistischen Schlusspunkt von
Karrieren die auf Blut und Menschenleben geführt wurden. Nebenbei bemerkt hat das nichts, aber auch rein gar nichts mit einer von Wagner berauschend in Szene gesetzten
Götterdämmerung zu tun die zu würdigen sogar ein hitlerscher kleingeist fähig war.

Nein, diese teils jämmerlichen, teils selbstgerechten Ergüsse will ich nicht sehen, erst recht nicht ohne einen Kontext in dem das vor- und nachher entsprechend gewürdigt
und erklärt wird. Wenn heutzutage ein Jugendlicher diesen Film ohne erforderliche Vorkenntnisse sieht, welche Schlüsse zieht er daraus?

Nur mal Familie Goebbels, Magda geschieden, Joseph exkommuniziert deswegen, eine Vorzeigefamilie dieses wahnhaften Reich-Konstrukts, ungeachtet der Affären sowohl
Magdas als auch Josephs (Volksname "Bock von Babelsberg"...) ist die Ehe gesegnet mit sechs Kindern die mit in die Propanda miteinbezogen wurden. Zumindest Helga und
Hilde waren wohl schon in einem Alter nicht mehr vor alltäglicher Vergewaltigung sicher zu sein, mag manchem ein Schauer bei den Szenen der Kindstötung herunterlaufen,
es ist wohl nur allzulogisch alles mit sich zu reissen. Oder konsequent, je nach Blickwinkel.

Muss ich deshalb einen Film sehen der das bebildert? Oder nicht doch einen realistischen Blick auf die Plünderungs-, Mord-, Vergewaltigungsszenen der roten Armee werfen?

Gut gespielt, aber "Geschichte light"

7/10

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 Post subject: Re: Der Untergang
PostPosted: 31. Mar 2013, 14:29 
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Natürlich Geschichte light. Um das ganze Ausmaß zu verstehen, braucht es meiner Ansicht nach auch mehr als Filme, die versuchen die Geschichte wieder zugeben, natürlich auch niemals gänzlich wertfrei, da immer auch eine persönliche Interpretation des Regisseurs mit in einen Film hinein spielt. Allerdings gibt es haufenweise Spielfilme, die die andere Seite beleuchten (z. B. "Die Brücke", ""Graf von Stauffenberg", "Schindlers Liste", "Sophie Scholl", "Jakob der Lügner", "Das Leben ist schön" oder jedwede Dokumentation, die sich mit diesem Thema auseinander setzt). Hier wird man nunmal ins Innere des Führerbunkers geleitet und zeigt die Geschehnisse, wie sie sich vielleicht im Bunker zugetragen haben mögen, wobei sich ja allerlei Mythen um den Tod des Obersten halten. Und als Spielfilm gibt es glaube ich so keinen anderen, was entsprechend seine Existenz rechtfertigt. Interessant wäre auch, wenn mal jemand die Geschichte der Roten Armee nachzeichnen würde, denn auch da war nicht wirklich alles gut.

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 Post subject: Der Untergang (2004)
PostPosted: 22. Dec 2013, 13:51 
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Originaltitel: Untergang, Der
Herstellungsland: Deutschland, Italien, Österreich
Erscheinungsjahr: 2004
Regie: Oliver Hirschbiegel
Genre(s): Biographie/Drama/Krieg

Indiziert: Nein / Beschlagnahmt: Nein

Laufzeit: 170 Min (Extendet Cut)
Freigabe: FSK 12

Darsteller:
Bruno Ganz
Alexandra Maria Lara
Corinna Harfouch
Ulrich Matthes
Juliane Köhler
Heino Ferch
Christian Berkel
Matthias Habich
Thomas Kretschmann
Michael Mendl
André Hennicke
Ulrich Noethen

Inhalt:
Im November 1942 wird die 22-jährige Münchnerin Traudl Humps (nach Heirat 1943 Traudl Junge) im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ von Hitler als Sekretärin eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt war von den deutschen Truppen der Großteil Europas erobert worden. Zweieinhalb Jahre später hat sich das Blatt gewendet. Die deutschen Truppen sind an allen Fronten bis auf eigenes Territorium zurückgedrängt worden und die deutschen Großstädte liegen nach massiven Bombenangriffen in Schutt und Asche. Die rote Armee dringt in das Stadtgebiet der Reichshauptstadt ein und rückt unaufhaltsam auf das Regierungsviertel vor. Ein letztes Aufgebot fanatischer SS- und HJ-Einheiten versucht vergebens, neben zumeist desillusionierten Wehrmachts-Einheiten das Vordringen des Feindes zu stoppen. Im Führerbunker unter der neuen Reichskanzlei hat zu diesem Zeitpunkt auch Hitler nach dem letzten, trotz aufopferungsvollem Einsatz gescheiterten Einsatzversuch durch die Armee Wenck erkannt, daß der Krieg endgültig verloren ist und entzieht sich gemeinsam mit Eva Braun durch Selbstmord der Verantwortung.

Kritik:
Ein düsterer, deprimierender Film, wie ein Mahnmahl aus der wohl grausamsten Zeit der menschlichen Geschichte!
"Der Untergang", ein Film der die Nation spaltet wie langer kein Anderer es mehr getan hat. Packend erzählt werden, das müsste bekannt sein, die letzten Tage Adolf Hitlers und des zerfallenden Dritten Reichs, der Untergang einer wahnwitzigen Herrscheridee, das Zusammenbrechen einer kranken, abscheulichen Ideologie. Doch wo andere Filme bewerten und erklären, ausblenden oder hinzudichten, möchte "Der Untergang" nur zeigen Mit einem objektiven Script wird nichts als die Realität, Teil unserer deutschen Geschichte, vermittelt. Der wohl schockierendste Bestandteil ist dabei das "Menschwerden" Hitlers, mit dem man doch am Wenigsten menschliche Züge, Denkweisen verbindet und die Feigheiten seiner selbst und seiner Gefolgten.

"Der Untergang“ ist weder Spielfilm noch Dokumentation, schafft die Gradwanderung zwischen Dramatik und Fakten. Eine Einordnung oder gar Vergleich mit anderen Filmen ist daher schwer möglich. Konzentrieren sich die meisten Werke über Nationalsozialismus aufs Kriegsgeschehen, sind hier die Personen im Führerbunker die tragenden Elemente. Genau an diesem Punkt ragt der Film aus der Masse heraus, die Leistungen der Darsteller sind wirklich phänomenal und glaubwürdig. Bruno Ganz stellte Adolf Hitler in so einer beängstigten Form dar, dass man schon fast glauben mußte, man sehe gerade den echten Adolf Hitler vor sich. Seine Art der Darstellung macht den Film erst so erfolgreich. Seine Darstellung gebürt höchsten Respekt, weil es es mit Sicherheit nicht einfach ist, sich in so eine "gefährliche" Rolle reinzudenken und diese mit Überzeugung rüber zu bringen es ist die wohl bedeutendste und gleichzeitig furchtbarste Rolle seines Lebens. Vorallem wird Hitler hier nicht als starke aufrechte charismatische Person dargestellt wie man es von seinen Propagandareden kannte, oder gar in anderen Geschichtsfilme zu sehen war, nein, sondern als gefallender, zerbrochener, körperlich erkrankter Man, der Psychisch am Ende ist, der genau weißt das dass Ende seines "Reiches" gekommen ist und dieser Krieg verloren ist und trotzdem wie ein wahnsinniger an seine kranke abscheuliche Vision verbittert festhält geht dafür sogar über Leichen und sich lieber ne Kugel in den Kopf jagd als zu kapitulieren. Gerade hier wird einem erst bewusst, welche eine größenwahnsinnige abscheuliches Wesen er wohl sein musste fernab jeglichen Sinn der Realität. Weiterer Lichtblick in der Schauspielerriege ist auch Alexandra Maria Lara, die mich durch ihre Darstellung der Traudl Junge absolut überzeugte, sie zu einem der grössten deutschen Schauspieltalente zu zählen. Der restliche Cast zwangsläufig etwas blass dastehen muss. Nichtsdestotrotz werden auch hier angemessene Leistungen geliefert. Allen voran wird das Ehepaar Goebbels eindringlich gespielt, was vor allem bei der Ermordung der Kinder deutlich wird.

Brillant wurde das erstklassige Drehbuch in Bild umgesetzt und verdichtet die Atmosphäre der eingefangenen Sequenzen zu einem nie da gewesenen klaustrophobischen Höllentrip,der selbst "Das Boot" schmeichelhaft aussehen lässt.
Das wahrhaftige Grauen findet hier im Kopfe statt und nicht in einer Bilderflut blutiger Gewalt.Inszeniert wurde dieses eiskalte Drama nach den Augenzeugenberichten der echten Traudl Junge,die 2002 verstab,aber deren Dokumaterial in Form eines Interviews nach Ende des Films eingespielt wird,um noch mehr Authenzität und Eindruck zu schaffen. Die Bilder, die der Film vorlegt, sind keineswegs schön. Die Es ist ein grausamer, brutaler, emotiona, bizarrer sowiel sehr intensiver Film, der keinesfalls unterhält. Ein Film, der nicht gefallen möchte, keiner, den man gerne immer wieder guckt, und dennoch ist er wichtiger Bestandteil der deutschen Filmgeschichte und eine Erfahrung, die jeder machen sollte. Trotzdem verliert der Film dabei nichts an seiner Grausamkeit, der blinde Gehorsam bis in den Tod, der Glaube an den Endsieg bis zuletzt und die Kaltblütigkeit schockieren und stimmen auch nach Ende des Films nachdenklich.

Ein Fazit oder gar ne Punkte verteilen wie man es bei mir ja sonst so kennt, fällt mir hier diesmal verdammt schwer:
Meiner Meinung nach zeigt der Film genau das auf, was den Nationalsozialismus ausmachte: Gewalt, Respektlosigkeit und Feigheit. Kaum ein FIlm schaft es das wohl dunkelste und grauenvollste Kapitel der Deutschen Geschichte so derart realistisch und authentisch darzustellen wie "Der Untergang" ein Film der sich in die Köpfe des Zuschauern ein brennt und sehr zum Nachdenken anregt. Ich gebe ihn vorsichtigerweise aus neutraler Sicht gesehen:
10 Punkte!

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Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit alles zu tun!


And the eighth and final Rule: If this is your first Night at Fight Club, you have to fight!.



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