Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Mordlust (1973)
PostPosted: 15. Jul 2013, 17:36 
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trashig-exploitativer Chef
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Originaltitel : Killing Kind, The

Alternativtitel : Psycho Eyes - Mit den Augen eines Irren

Herstellungsland : USA

Erscheinungsjahr : 1973

Regie : Curtis Harrington

Darsteller : John Savage, Ann Sothern, Ruth Roman, Luana Anders, Cindy Williams, Sue Bernhard u.a.

Laufzeit : ca. 91 Min.

Freigabe : juristisch geprüft

Label : CMV Laservision


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Story :


"Mitgehangen - Mitgefangen", ein Sprichwort, das auch für den knapp 20jährigen Terry gilt.
Nachdem einige seiner Freunde ein Mädchen am Strand vergewaltigen wird Terry von ihnen dazu genötigt sie auch zu schänden - da er als Mittäter gilt, bleibt er vor einer 2jährigen Haftstrafe nicht verschont.
Nun ist er wieder raus aus dem Jugendgefängnis und findet erstmal Unterschlupf in der Pension seiner Mutter Thelma, die nur das beste für ihren von der Bahn abgekommen Sprößling will.

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Da Terry's Untat seiner Mutter sichtlich unagenehm ist, versucht sie es vor den Nachbarn und Bekannten zu verheimlichen und erzählt ihr Sohn hätte seinen Zivildienst abgeleistet - doch die gesamte Ortschaft sich darüber im Klaren was vor 2 Jahren geschah.
Lustlos und ohne Ziele vor Augen lebt Terry in den Tag hinein bis das junge Nachwuchsmodel Lori in die Pension einzieht, die den jungen Mann kokett anflirtet.

Auch die Nachbarin Louise, welche den Eindruck einer eisernen Jungfer macht, hat ein Auge auf ihn geworfen und schwelgt in Vergewaltigunsfantasien.
Terry selbst driftet währenddessen immer mehr in einen Wahn aus Verschwörungsfantasien und Rachegelüsten ab und das ganze wird wohl für einige involvierte kein gutes Ende nehmen......


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Bewertung :

Dem Label CMV ist es zu verdanken, das der unterschlagene Psycho-Thriller MORDLUST von Regisseur Curtis Harrington (DER HÖLLENHUND, RUBY, DIE REISE ZUM PRÄHISTORISCHEN PLANETEN, DIE TOTEN STERBEN NICHT) nun endlich auch den Weg in die hiesigen DVD Player findet.
Wer aufgrund der Inhaltsangabe nun einen schmuddeligen Exploitation-Slasher erwartet, sollte "gewarnt" sein das diese Erwartungen an den Film vollkommen falsch sind.
Harrington präsentiert uns hier nämlich einen Thriller der vielmehr eine Psychostudie und ein Gesellschaftsdrama darstellt, der in seiner Inszenierung sehr gemächlich daherkommt.
Wer auf der Suche nach blutrünstigen Serienkillerfilmen ist, die den Adrenalinspiegel stetig in die Höhe treiben ist hier vollkommen falsch.
Aufgrund der Entstehungsjahres und der Tatsache das es sich um einen B-Movie handelt, kann man dem Film in seiner Machart aber einen gewissen Anteil an "Sleaze" nicht absprechen.

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Auch wenn der Film nicht reißerisch oder blutig inszeniert wurde, bietet das Sujet ein doch recht provokantes Thema.
Neben der Vergewaltigungthematik könnte dem ein oder anderem auch das inzestuös Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ein wenig übel aufstossen - auch wenn alles in einem skandalfreiem Rahmen bewegt.
Diese Mutter-Sohn Verhältnis dient bei MORDLUST auch eher dazu, die Hass-Liebe die beide verbindet und die dadurch bedingte Beziehungsunfähigkeit von Terry zu unterstreichen.

Was bei der Charakterzeichnung auffällt ist, das 3 der 4 Hauptcharaktere - Terry, Thelma und die Nachbarin Louise - fernab jeglicher Moral sind und nicht alle Latten am Zaun haben.
Aber auch Lori scheint nicht ganz richtig zu ticken, denn ich bin mir sicher das keine Frau nach einem fast gewaltätigem Übergriff im Swimingpool, sich weiter zu diesem Mann hingezogen fühlen würde.
Dies macht die Figuren seltsamerweise aber nicht unsympathisch, wie man es eigentlich vermuten sollte und für Terry empfindet man fast schon Mitleid.
Wer mit den Filmen von John Waters vertraut ist, hat wesentlich verrücktere Charaktere gesehen und MORDLUST dürfte da einen nicht wirklich schocken.

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John Savage (THE ORPHAN KILLER, DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN, DO THE RIGHT THING) weiß als desillusionierter Terry vollends zu überzeugen und liefert eine eindringliche Performance eines jungen Mann der immer tiefer in den Wahn der Rache und Obsession rutscht.
Komplettiert wird seine Leistung durch Ann Sothern (DER MANITOU, DER BULLE VON HONGKONG) als seine Mutter Thelma und beide harmonieren perfekt in dieser inzestuösen Mutter-Sohn Beziehung.
Hätte Curtis Harrington die beiden nicht für MORDLUST gecastet, wäre der Film eventuell wesentlich Uninspirierter und Ungenießbar geworden und ihren Leistungen ist das gelungene Endergebniss zu verdanken .
Lediglich Luana Anders (MASK OF MURDER 2, GREASER'S PALACE, DEMENTIA 13) als Louise wirkt stellenweise ein wenig deplaziert und ihr Charakter ist etwas Klischeehaft - diese Unzulänglichkeit trübt aber den Filmgenuss zum Glück nicht.

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Kinematographisch gibt es keinen Anlass zur Kritik und Mario Tosi hat hier routiniert mit gelungenen Einstellungen gearbeitet welche im Editing von Bryon Crouch noch durch überzeugende Überblendungen und Gegenschnitte verfeinert wurden.
Ein Traumsequenz in MORDLUST weiß besonders zu begeistern die in ihrer surrealen Art schon fast an die Filme von Alejandro Jodorowsky erinnert - hätte man auf mehr dieser Szenen gesetzt , hätte dies MORDLUST nochmal aufgewertet und mehr Innovation verleihen können
Der Score von Andrew Belling (DIE WELT IN 10 MILLIONEN JAHREN, ZOLTAN - DRACULAS BLUTHUND) ist von subtiler Natur, der die gesamte Laufzeit über eine bedrohliche Wirkung beim Zuschauer erzielt.


Auch wenn MORDLUST - wie schon bereits angesprochen - recht wenig Schauwerte zu bieten hat, bekommt der Filmfan einen zu Unrecht vergessenen Thriller geboten.
In seiner Machart erinnert er an Filme wie TEUFELSKREIS Y, auch wenn er an dessen Intensität nur bedingt rankommt.
Trotz seiner ruhigen Inszenierung kommt selten Langeweile auf, da die Handlung stets vorangetrieben wird und an Intensität zulegen kann.
Auch das Ende - welches so wahrscheinlich nicht erwartet wird - kann überzeugen und kann bedingt kurz shocken.

6,5 von 10 toten Ratten


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Zur DVD :

Wie vom Label CMV gewohnt, hat man auch bei MORDLUST wieder großen Wert auf eine Veröffentlichung in adäquater Bildqualität gelegt.
Zwar ist das Bild stellenweise von minimaler Blässe kleinen Kratzern gezeichnet aber Gesamt gesehen wirklich hervorragend.
Bei einem Film der 40 Jahre auf dem Buckel hat, kann man aber auch kein Bild erwarten das frei von kleinen Mängeln ist und CMV wird hier wie gewohnt das weltweit beste Master aufgetrieben haben.
Der Ton ist in Dolby Digital 2.0 Mono aufgespielt und neben der deutschen Synchro ist auch der englische Originalton auf der DVD vorzufinden.
Beide Tonspuren sind qualitativ auf gleichem Niveau und frei von Drop Outs oder ähnlichem - lediglich ein minimales Rauschen ist ab und an zu vernehmen, welches den Filmgenuß aber nicht trübt.
An Bonusmaterial wird neben den Trailern zu anderen Titeln aus dem CMV Programm (“Rush 2”, “Return of the Moonwalker”, “Black Zombies”, “Die Leichenfabrik des Dr. Frankenstein” und “Rawhead Rex”.) leider nichts geboten.
Es kommt dabei aber auch immer drauf an, was an Bonusmaterial für einen Film aufzutreiben ist, was sich bei älteren Titeln durchaus als schwierig entpuppen kann.
Über das fehlende Bonusmaterial kann man aber getorst hinweg sehen und froh sein das der Film in Deutschland überhaupt auf DVD veröffentlicht wurde.
Wie für das Label typisch hat man hier als Verpackung wieder auf eine optisch ansprechende, kleine Hartbox gesetzt, was den Fan durchaus erfreuen dürfte.
Wie von CMV gewohnt, kann man auch hier wieder von einer rundum gelungenen Veröffentlichung sprechen, die dem Fan diesen unterschlagenen Psycho-Thriller beschert.


[BBvideo]http://www.dailymotion.com/video/xjdml4_killing-kind-trailer_shortfilms#.UeQWRo2GG-A[/BBvideo]

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 Post subject: Re: Mordlust (1973)
PostPosted: 13. Jan 2014, 18:46 
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Ja, der hat mir wirklich gefallen. Gut umgesetzt und jederzeit spannend, so mag es der Master. :lol22:

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 Post subject: Re: Mordlust (1973)
PostPosted: 13. Jan 2014, 21:14 
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Klingt auch so ein wenig nach einer Mischung aus Psycho und Slasher. Aufjedenfall dürfte er meinen Geschmack treffen. Werde Ihn mir mal organsieren.

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