Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Manborg (2011)
PostPosted: 4. Apr 2013, 21:49 
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Manborg
(Manborg)
mit Matthew Kennedy, Adam Brooks, Meredith Sweeney, Connor Sweeney, Ludwig Lee, Jeremy Gillespie, Andrea Karr, Mike Kostanski, Ivan Henwood, William O'Donnell, Brian Edward Roach, Bobby Yee
Regie: Steven Kostanski
Drehbuch: Jeremy Gillespie / Steven Kostanski
Kamera: Steven Kostanski
Musik: Brian Wiacek
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2011

Im Krieg gegen die Hölle gefallen, als unbesiegbarer Cyborg wieder auferstanden: Dies ist die Geschichte von Manborg – der letzten Hoffnung der Menschheit. In einer dystopischen Zukunft stellt sich Manborg zusammen mit seinen kampferprobten Freunden gegen die Horden von Graf Draculon, dem Herrscher des Bösen. Ein gnadenloser Kampf bricht los, aus dem nur einer als Sieger hervorgehen kann…


Terminator trifft auf Mortal Kombat



So ganz ist dieser auf dem deutschen DVD-Cover vorhandene Schriftzug nicht von der Hand zu weisen, beinhaltet das Regie-Debüt von Steven Kostanski doch Cyborg-artige Wesen, die in einer Arena gegen menschliche Überlebende aus dem Krieg gegen die Hölle antreten müssen. So grotesk sich die Inhaltsangabe dieses Filmes dabei auch anhören mag, so sehr beinhaltet er doch einen gewissen Unterhaltungswert, den man ihm beim besten Willen nicht absprechen kann. Leider ist die von I-On Media erschienene DVD einmal mehr stark geschnitten worden, so das die bei uns erhältliche Fassung 9 Minuten weniger Material enthält als die ungeschnittene Version. Wenn man sich den Schnittbericht ansiekt merkt man schnell, das selbstverständlich die Härte des Geschehens entfernt wurde, was das Seh-Vergnügen automatisch stark einschränkt, dennoch kann man sich selbst bei der gekürzten Version des Filmes ein wenig Appetit holen, um sich später bei einer sicherlich erscheinenden Version über unsere österreichischen Nachbarn das grell-bunte Spektakel in voller Pracht anzuschauen. Einschränkend sollte man jedoch hinzufügen, das sich das wohl lediglich für Freunde des Trashfilms als lohnenswert herausstellt, denn Freunde anspruchsvoller Filmkunst werden wohl eher einen ganz großen Bogen um dieses extrem skurrile Filmchen machen.

Gewöhnungsbedürftig erscheint von Beginn an der Aspekt, das die gesamte Chose in der Bluescreen-Technik ins Bild gesetzt wurde, so das dem Geschehen durchgehend ein äußerst künstlicher Eindruck vermittelt wurde. Das Szenario ist grell-und sehr bunt gestaltet, wobei ein netter futuristischer Look verwendet wurde, der die Geschichte an sich aber auch nicht qualitätsmäßig aufwerten kann. Die Story ist nämlich mehr als nur hanebüchen, wobei ein wirklicher Handlungsstrang nur schwerlich zu erkennen ist. Im Prinzip ist dies aber auch gar nicht notwendig, denn man sollte hier schon bevor der Film überhaupt anfängt sein Gehirn leer laufen lassen, um diesen geistigen Unfug einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Selbst den absolut hartgesottenen Befürwortern des schlechten Geschmacks dürfte das nicht unbedingt leicht fallen, denn bis auf ein vollkommen überladenes CGI-Spektakel bekommt man herzlich wenig geboten, doch für mehr war "Manborg" wohl auch gar nicht gedacht. Und so kann man dann eventuell doch seine Freude an diesem absolut sinnfreien Feuerwerk des schlechten Geschmacks seine Freude haben, nur sollte man dabei nicht die ansonsten eher übliche Messlatte für Filme anlegen, da man ansonsten einen absoluten Rohrkrepierer geboten bekommt.

Von den vollkommen hirnlosen Dialogen einmal ganz abgesehen, ist dieses Werk auch noch mit einer deutschen Synchronisation ausgestattet worden, die so ziemlich jeder Beschreibung spottet. Die meisten der Stimmen passen so gar nicht zu den dazugehörigen Figuren und sorgen so allein schon für so manch breites Grinsen im Gesicht des Betrachters. Auch die Drasteller bekleckern sich nicht gerade mit ruhm, was bei einem Film dieser Art jedoch höchstwahrscheinlich sogar beabsichtigt war. Nicht selten überkommt einen dabei das Gefühl, das man hier mitten in einer Laien-Spielgruppe gelandet ist, die ihre ersten Versuche im Bereich des Schauspiels tätigen, wobei diese doch eher ziemlich in die Hose gehen. was sich jetzt aber alles so extrem negativ anhört, sind die eigentlichen Stärken dieses Filmchens, das in irgendeiner Art und Weise die pure-und kurzweilige Unterhaltung bietet. Dazu trägt natürlich auch die Laufzeit von gerade einmal 60 Minuten bei, da es so erst gar nicht zu irgendwelchen Längen kommen kann. Wenn man dann auch noch die fehlenden 9 Minuten Härte mit einrechnet, ergibt sich ein gut 70 Minütiger Film-Spaß, den man sich getrost einmal anschauen kann.

Wem es also nicht auf Handlung, gutes Schauspiel und einen tieferen Sinn ankommt, der wird mit "Manborg" bestens bedient. Der Film befriedigt keinerlei Anspruch und besteht aus einem nicht enden wollenden CGI-Gewitter, das manchmal fast schon in den Augen schmerzt. Eine extrem groteske Mischung aus Splatter, SCI/FI, Action-und Komödie, die überhaupt keinen Nährwert beinhaltet, aber gerade aufgrund dieses Aspektes sehr viel Vergnügen bereitet. Man kommt nämlich stellenweise gar nicht mehr aus dem lachen heraus, wenn man dieses hanebüchene Szenario betrachtet, das weder logisch noch intelligent und schon gar nicht anspruchsvoll daher kommt.


Fazit:


Selten hat man in den letzten jahren einen solch filmischen Nonsens serviert bekommen, der aber andererseits einen Heiden-Spaß bereitet und die Gesichtsmuskeln ordentlich auf Trab hält. Liebhaber absurder Szenarien bekommen die volle Breitseite und dürften voll auf ihre Kosten kommen.


5/10 für die deutsche Version

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 Post subject: Re: Manborg
PostPosted: 5. Apr 2013, 10:17 
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Auf den "Manborg" bin ich schon scharf seitdem ich "Father's Day" gesehen habe und kurz danach auf "Manborg" aufmerksam wurde.
Der Regisseur von "Manborg" hat ja in "Father's Day" auch mitgespielt und beide Filme sind auch von der gleichen kanadischen Produktionsfirma (Astron-6).

Ich denke mir das ich an dem Film einen Heidenspaß haben werde.
Nur muss ich sagen, das er mir jetzt schon ein wenig vor der deutschen Synchro grault warum ich dann wohl eher im O-Ton schauen werde.

Ich bin auf jedenfall schon sehr gespannt auf diese Hommage an 80ger Action Filme!

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 Post subject: Re: Manborg (2011)
PostPosted: 23. Jul 2013, 11:51 
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Ach was waren die 80er für ein schönes Jahrzehnt. Grelle Lichter, wo man hin sah. Verrückte Gestalten an jeder Straßenecke und Zukunftsvisionen über Roboter und Cyborgs im Fernsehen. Es war einfach alles viel einfacher. Nun gut 30 Jahre später weiß man, dass die Welt nicht durch einen Supercomputer übernommen worden ist und das auch der dritte Weltkrieg ausgeblieben ist. Nicht einmal Hoverboards haben wir bekommen. Was wir aber bekommen haben ist Manborg, ein Film der sich auf die alten Stärken besinnen will und uns ein wenig 80s Feeling in die Neuzeit bringen will. Aber brauchen wir so etwas überhaupt und vor allem was kann man denn von einem solchen Film erwarten?

Die Hölle hat sich aufgetan und eine Armee des Bösen hat die Welt übernommen. Im „Hell-War“ versuchte die Menschheit den Planeten zurück zu erobern, doch sie scheiterte und so übernahm der böse Count Draculon die Macht. Unter den Soldaten die für die Freiheit der Menschheit kämpften war einer, der sich Count Draculon persönlich in den Weg stellte und dabei fast ums Leben kam. Doch ein verrückter Wissenschaftler nahm sich seinem Körper an und erschuf aus diesem den perfekten Krieger: Den Manborg. Ausgestatten mit übermenschlichen Kräften stellt er sich nun erneut Count Draculon und seiner Armee der Hölle, um die Welt vor dem Untergang zu retten.

Wer jetzt nach der kurzen Inhaltsangabe schon die Hoffnung auf einen hochwertigen Film aufgegeben hat, der liegt mit der Einschätzung 100 % richtig. Manborg ist von Anfang bis Ende einfach nur trashig. Das aber in einem dermaßen gigantischen Umfang, dass selbst gestandene Trashfans erstmal schlucken dürften, wenn Sie die ersten Minuten von Manborg sehen. Sogar Tromafans dürften sich nicht annährend ein Bild davon machen können, was hier auf sie einprasseln wird. Die Schauspieler sind da noch das allerbeste am Film, denn diese agieren zwar zweifelsohne sehr überdreht, aber dennoch nie schlecht oder unfähig. Ein kleines Highlight ist wohl der Nr. 1 Man (ja das ist wirklich der Name für den Charakter). Gespielt wird der Nr. 1 Man von einem Asiaten, doch die Stimme wirkt wie Toxie mit Whiskystimme. Also sehr tief und nie wirklich passend. Man kann sich über sowas nun belustigen und freuen, aber es wird sicherlich einige geben, die einfach nur mit dem Kopf schütteln werden und sich an den selbigen fassen. Auch der Manborg an sich verhält sich dermaßen klobig, dass selbst Arnold Schwarzenegger als Terminator wie geschmeidiger Athlet aussah. Jede Kopfbewegung wird in drei Phasen ausgeführt, also genau so wie man sich früher mal einen Cyborg vorgestellt hat. Ansonsten hält sich die Trashigkeit der Charaktere aber auffallend im Rahmen. Das Verhalten der einzelnen Akteure orientiert sich aber dennoch an den ganzen low-Budget Actionmovies der 80er.

Das ganze Setting von Manborg bedarf wirklich ausführlicher Erklärung, da dies wohl das „schlimmste“ am ganzen Film darstellt. Die ganzen Hintergründe wirken wie aus einem frühen PS1 Spiel mit vorgerenderten Hintergründen. Am ehesten kann man es mit Final Fantasy 7 vergleichen, da hier genau diese Technik angewandt worden ist. Man sieht also die Schauspieler die vor einem komischen, aus dem Computer generierten Hintergrund agieren. Das wirkt zu Beginn des Films wirklich schrecklich und stößt sogar den abgehärtesten Trashfan ab, aber zum Schluss fällt das Ganze immer weniger in Gewicht. Bis auf eine Ausnahme sind aber alle Hintergründe im Film, aus dem Computer was leider sehr schade ist. Kameratechnisch hat man sich hier einige Spielereien einfallen lassen, welche besonders in den Kämpfen deutlich werden. Hier fliegen Messer mit verrückten Farbkreisen umgeben auf die Gegner zu, oder der Asiate wird im Flug mit ausgestrecktem Fuß auch mit unzähligen Farben umgeben. Am besten man stellt sich Mortal Kombat auf Crack und Speed vor, dann weiß man ungefähr wie man sich diese Szenen vorstellen kann und darf. Allgemein wirken die Actionszenen wie aus einem billigen Computerspiel, das einfach nur trashig sein will.

Musikalisch bekommt man allerdings eine richtige Rockgranate vorgesetzt. Alles was man sich unter 80er Rockmusik vorstellen kann, wird hier ausgepackt. Schnelle Gitarrensounds werden hier mit Schlagzeugsoli und anderen Synthiesounds zu einem Ohrenschmaus vermischt, der so wohl in der heutigen Zeit nicht mehr verwendet wird. Das große Highlight stellt dabei wohl der Abspann dar, denn hier will man einfach nicht ausmachen, sondern einfach nur diesem tollen Sound lauschen.

So kommen wir nun zu den Effekten. Als erstes gilt ein besonderes Augenmerk den Masken der Höllenarmee und man kann nur sagen, die sehen einfach lächerlich aus. Bestes Beispiel ist hier der Baron, der Gehilfe von Count Draculon, bei welchem sich weder Mund noch sonst irgendetwas bewegt. Hier wurde einfach eine Latexmaske benutzt und das war es dann auch. Die restlichen Masken sehen dann eben genau so aus. Der Count hingegen sieht richtig gut aus, besonders wenn er zum zweiten Mal auftaucht, da kann man ihn am ehesten mit den alten Bösewichtern aus Power Ranger vergleichen, nur damit man ansatzweise eine Idee hat, wie „böse“ der Bösewicht aussieht. Ansonsten kommen viele Kreaturen aus dem Computer, wirken dann aber eher wie aus den guten alten Stop-Motion Zeiten. Highlight hier ist der Champion, bei dem man sich wirklich allein durch die Darstellung schon entweder kaputt lacht oder aber den Player ausmacht. Auch der Manborg und sein Körper sieht alles andere als echt aus. Man könnte meinen dass sein „Panzer“ geradewegs vom Schrottplatz geholt wurde und sein Laserauge dürfte nicht mehr als eine Plastikabdeckung mit Laserpointer sein. Das ganze wird dann noch mit ein paar Kabeln garniert und fertig ist die „beste“ Cyborg, bzw. Manborg Darstellung aller Zeiten.Wirklich viel Geld ist in die Verkleidung wahrlich nicht eingeflossen.Als nächstes muss man dann die Goreeffekte ansprechen, denn die sind wohl weniger exzessiv, als man sich vielleicht gewünscht hätte. Entweder sind sie aus dem Computer, dass aber eher selten, oder aber sie kommen zu selten vor. Zum Ende hin zerplatzen dann zwar schon ein paar Köpfe aber das war es dann auch. Zu den Schnitten der deutschen DVD kann man daher nur sagen, dass diese absolut unnötig und vor allem auch unverständlich sind. Besonders der „Tot“ von Manborg zu Beginn ist absolut unblutig und könnte so sogar in einem FSK 12 Film vorkommen, ohne dass man diese Szene schneiden müsste. Allgemein war keine Szene dabei, bei der die FSK sich geweigert hätte ihn ungeschnitten frei zu geben. Hier erhofft man sich sicherlich, mit einer treuen Uncut VÖ nochmals Geld zu machen. Für alle Interessierten sei an dieser Stelle die UK DVD zu erwähnen, welche man für ca. 15,-€ bekommt und welche mit einer Freigabe ab 15 daher kommt. Des Weiteren sei gesagt, dass eine Bluray hier absolut unnötig ist und sicherlich, wenn überhaupt, nur minimalste Verbesserung mit sich bringt.

Fazit: Manborg dürfte wohl einer der trashigsten Filme aller Zeiten werden, der aber auf Grund der kurzen Spieldauer von gerade einmal 60 Minuten nie langweilig wird und bestens unterhalten kann, wenn man sich auf die sehr, sehr trashige Art einlassen kann. Als kleiner Tipp sei gesagt, dass man sich vorher unbedingt den Trailer anschauen sollte, denn dieser vermittelt sehr gut, wie trashig das Ganze wirklich ist! Objektiv hat dieser Film nicht mehr als 1 Punkt verdient. Wer aber über alle schwächen hinwegschauen und mit dem hohen Trashwert etwas anfangen kann, der wird hier seine Freude finden.

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Cyberpunk Kaiju Experimentalworld

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