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In the Land of Blood and Honey (2011)
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Author: Blaine, der Mono [ 17. Jul 2016, 21:12 ]
Post subject: In the Land of Blood and Honey (2011)

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O-Titel: In the Land of Blood and Honey
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2011
Darsteller: Rade Serbedzija, Branko Djuric, Nikola Djuricko, Zana Marjanovic, Dolya Gavanski, Goran Kostic, Levente Törköly, Jasna Beri, Milos Timotijevic, Irena Mulamuhic, Goran Jevtic, Alma Terzic
Regie: Angelina Jolie
FSK: 16


Inhalt:


Danjiel und Ajla haben eine Beziehung miteinander. Er ist Polizist, sie ist Malerin. Als sie sich eines Abends in einem Tanzlokal treffen, scheint alles ganz normal zu sein. Doch dies ändert sich, als es zu einer Explosion kommt, denn der Krieg erhält Einzug in Sarajevo. Und auf einmal sind es nicht nur zwei Menschen sondern zwei Welten: Er ist Serbe, sie ist Bosniakin und beide sehen sich nun mit den Schwierigkeiten des Krieges konfrontiert.

Als späterer ranghoher Offizier in der serbischen Armee unter dem Kommando seines Vaters versucht er Ajla zu beschützen und beansprucht sie als sein Eigentum. Er gibt ihr sogar einen Tipp, wie sie dem Elend und den Vergewaltigungen, die Danjiel bisher verhindern konnte, aus dem Weg gehen kann. Doch der Krieg verändert alles, bis es doch darum geht, dass sie eine Muslima und er ein Serbe ist.

Es gibt hier in diesem Film Aspekte, die sehr gut zum Ausdruck gebracht werden können, und dabei ist der Balkankrieg ein Thema, was filmisch bisher eher wenig Beachtung fand. Hier ist das Augenmerk explizit auf der Beziehung zwischen den beiden Welten in Form von Danjiel und Ajla gelegt. Dabei gelingt die Darstellung mal besser und auch mal weniger gut. Gerade, wenn man den Klappentext nicht gelesen hat, kann man nicht genau verstehen, was beide so unterschiedlich macht, denn erst im Verlauf des Films wird klar, welcher Ethnität die Protagonisten angehören. Eine klare Zugehörigkeit von Beginn an hätten dem Film durchaus gut getan.

Was hier vermehrt in den Mittelpunkt gestellt werden sollte, ist die Vergewaltigung während eines Krieges. Viele Kriegsfilme blenden dies eher aus, hier wird es explizit erwähnt und teilweise auch dargestellt. Dabei geht der Krieg selbst ein wenig in den Hintergrund, da der Film hier nicht besonderen Wert drauf gelegt hat. Was eher weniger gelingt ist die Belagerung der Stadt Sarajevo zu zeigen, denn während dieser Zeit ist der Film angesiedelt. Das ist schade, denn gerade das gibt eigentlich recht viel Spielraum für eine filmische Umsetzung.

Die Darsteller sind allesamt Menschen, die den Krieg mehr oder weniger mitgemacht haben und aus dieser Region stammen. Vielleicht kommt die Darstellung deshalb recht gut rüber, auch wenn die Schauspieler eher unbekannt sind. Das dieser Film jetzt von Angelina Jolie gemacht wurde, spielt hier überhaupt keine Rolle. Es hätte auch jemand anders sein können.

Es wird viel Leid gezeigt, weshalb dies hier ein Drama vor dem Hintergrund des Balkankonflikts ist und kein Kriegsfilm im eingtlichen Sinn. Wer einmal eine andere Sichtweise auf den Krieg im ehemaligen Jugoslawien erlangen möchte, der kann sich diesen Film ruhig ansehen. Mit seinen über 2 Stunden Spielzeit finde ich ihn allerdings sehr lang geraten, so dass er durchaus etwas gestreckt wird. Im Verlgeich zu "Willkommen in Sarajevo" ist er allerdings deutlich besser da er einfach mehr zu fesseln vermag, was auch der teils drastischen Darstellung zu verdanken ist. Deshalb geht eine Wertung knapp oberhalb des Durchschnitts für mich auch in Ordnung. Deshalb gibt es 07/10 Punkte.

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