Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: The Losers - Verdammt, verkommen, verloren (1970)
PostPosted: 9. Jan 2013, 02:15 
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O-Titel: The Losers
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1970
Darsteller: u. a. William Smith, Bernie Hamilton, Adam Roarke, Houston Savage, Eugene Cornelius, Paul Koslo, John Garwood, Ana Corita, Lillian Margarejo, Paraluman
Paul Nuckles, Ronald C. Ross
Regie: Jack Starrett
FSK: ungeprüft

Inhalt:


Wir befinden uns irgendwo in Asien. Ein Budda-Tempel ist zu sehen. Eine Gebetsglocke läutet. Doch auf einmal tauchen Soldaten auf und fangen an, auf die Menschen zu schießen. Ein kleiner Junge bleibt von den Kugeln unberührt. Der Soldat hat allerdings Erbarmen und erschießt den Jungen nicht. Sie werden beobachtet. Man sieht Verluste. Irgendwo im südostasiatischen Dschungel in der Nähe von Kambotscha und Vietnam, wahrscheinlich.

Neue Soldaten kommen an, und diese sind irgendwie anders, als alle anderen. Sie tragen Jeansjacken, Sonnenbrillen, Haarbänder. Sie sind unrasiert und sehen aus wie Hippies: Die Loser Nick, Duke, Speed, Danny und Blinky. Nick ist der Bruder des Majors der Truppe. Sie sollen Chet Davis, einen CIA-Agenten aus der Gefangenschaft befreien. Und das Besondere an den Losers ist, dass sie auf Motorrädern unterwegs sein werden.

Sie halten sich nicht gerade an Anweisungen oder an Kommandos und rasen mitten durch die Pampa. In der ersten Stadt nehmen sie sich, was sie wollen. Kinder laufen den Maschinen hinterher. Einer der Jungen darf ein kurzes Stück bei einem der Biker mitfahren. Er lässt das Motorrad auf der Straße zurück und geht Drogen konsumieren, wahrscheinlich Opium. Doch der Captain findet sie. Speed vergnügt sich dagegen mit 3 Asiatinnen gleichzeitig. Die Kinder waren inzwischen fleißig und haben Dukes Motorrad auseinander genommen und diverse Teile entfernt. Es kommt zu einer Rauferei, die erst der Captain auflösen kann.

Diem-Nuc soll die Maschinen kriegs- oder kampftauglich machen und aufmotzen. Mit Panzerung und Bewaffnung.

Währenddessen kehrt Duke zu Aureila zurück, die er wohl während seines letzten Vietnameinsatzes kennen und lieben gelernt hatte. Er will sie mitnehmen. Auch Blinky lernt ein Mädchen kennen. In der Nacht erscheint die Polizei und in einem unübersichtlichen Chaos kommt es zu einer Massenschlägerei. Speed und Danny müssen deshalb einen Teil der Nacht in einer Zelle verbringen, aus der sie abermals der Captain herausholen kann. Unter den Losern herrscht Unmut darüber.

Blinky nimmt die kennengelernte Frau sowie ihr Kind mit in das Lager für die Mission "Chet Davis". Sie machen sich mit einem Militärlaster auf den Weg, doch der Duke springt ab um Aurelia zu holen. Es stellt sich bei der Ankunft im Lager heraus, dass das Kind von der Unbekannten von dem Captain ist.

Die Motorräder sind inzwischen einsatzbereit. In der Nacht gehen sie deshalb nochmals den Plan zur Befreiung von Chet Davis durch.

Darauffolgend macht der Duke mit Aurelia eine kleine Spritztour, doch er fährt über eine Mine, was sein Motorrad sowie Aurelia und ihn in den Fluss wirft. Auch die Vietcong sind anwesend und eröffnen das Feuer. Beide werden getötet.

Die Mission startet unter Panzersperrfeuer. Die Biker machen sich mit ihren mit Handgranaten, Schutzschilden und Raketen bewaffneten Motorrädern auf den Weg. Danny wird bei der Mission als erstes getroffen. Es kommt zu Chaos im Gefangenenlager. Chet Davis ergreift die Chance zur Flucht und er muss erst wieder eingefangen werden. Alle werden geschnappt, doch sei schaffen es sich wieder aus ihrem Gefängnis zu befreien und können in Richtung Grenze fliehen. Doch wie wird das Abenteuer enden?

Wertung:

Das hier ist ein Kriegsfilm der besonderen Art, da es nicht nur um den Krieg an sich sondern auch um eine skurille Situation geht: Motorradfahrer mitten im Dschungel. Die Idee ist daran gar nicht mal schlecht, allerdings ist es, wenn es der Vietnamkrieg sein soll und das darf aufgrund des Erscheinungsjahres des Films ruhig angezweifelt werden, ein ziemlich armseeliger Dschungel und hat nicht im Entferntesten etwas mit einer richtigen Dschungelatmosphäre zu tun. Dafür ist einfach zu viel freies Feld vorhanden.

Die Brutalität des Films ist in einem geringen Maße da, so dass eine Freigabe ab 16 durchaus gerechtfertigt ist, aber eine 18er oder KJ-Freigabe ist es auf keinen Fall. Der Ton ist in Ordnung. Hier sticht die Musik ein wenig heraus, da sie aufgrund der Wiederholungen irgendwann hängen bleibt. Die Sprache ist teilweise mit starkem Rauschen belegt.

Ist das jetzt ein Kriegsfilm? Vielleicht. Man kann das so oder so sehen. Es sind mit Sicherheit auch Action- und sogar Comedy-Elemente enthalten. Ist dieser Film gut? Bedingt. Er ist in Ordnung. Ein wenig mehr drum herum z. B. wo sich die ganze Handlung abspielt hätte nicht schaden können. Eine etwas logischere Geschichte wäre auch nicht schlecht, aber das muss hier wohl so sein.

Eine 5-6/10 kann man hier aber noch geben. Es gibt mit Sicherheit bessere und auch schlechtere Filme, aber einen so ungewöhnlichen Kriegsfilm sieht man so schnell auch kein zweites Mal.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Post subject: Re: The Losers - Verdammt, verkommen, verloren
PostPosted: 9. Jan 2013, 02:50 
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trashig-exploitativer Chef
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Das Bikergenre war von den späten 1960gern an, seit dem kommerziellem Erfolg von EASY RIDER, ein beliebtes Genre für Exploitation Filmmacher weltweit in den nachfolgenden 2 Dekaden und dieses Subgenre hatte Hochkonjunktur.
Von Roger Corman über Al Adamson bis hin zu Erwin C. Dietrich hat keiner die Chance vergeben auf das Motorrad.....ähhhmm....den Zug aufzuspringen um auch diese Kuh ein wenig mit zu melken.
Die Filme waren schnell und preiswert umzusetzen und hatten oft (mal mehr, mal weniger) auch eine Aussage.
Was auf den ersten Blick immer aussah als hätte man es lediglich mit einem Haufen anarchistischer Rowdys auf Motorrädern zu tun konnte den Zuschauer aber beim genauerem Betrachten oft eines besseren belehren.
Denn auf den zweiten Blick konnte man oft erkennen das diese "Rowdys" uns ihre Sozialkritik gegen den damals vorherschende Lebensstil, das Sozialsystem und die Regierung vermitteln wollten.
Aber bei der Fülle an Filmen die sich mit dem Thema "Typen auf heissen Öfen" beschäftigten, blieb es nicht aus das sich darunter unzähligen Schnellschuss Produktionen befanden welche von diletantischer Naivität nur so strotzten; von skurril bis hanebüchen war wirklich alles vertretten und der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.
Was wurde uns in diesem Genre nicht alles für bahre Münze verkauft?
Da gab es schwule Biker wie in THE PINK ANGELS,weibliche Rowdys auf ihren Maschinen wie in ANGELS WILD WOMEN oder Nazi-Eunuchen wie in MAD FOXES.
Auch THE LOSERS reiht sich nahtlos in die trashigen Gefilde der Biker Filme ein; von der Grundidee her bis zur Umsetzung.
Eine Truppe Hell's Angels die eine Sondermission annehmen um einen "Gefangenen" zu befreien, ihre fahrenden Untersätze (die noch nicht mal Harley's sind) in bester A-Team Manier aufpimpen und sich aufführen wie die Axt im (Ur)Wald gibt es nicht?
Doch gibt es! Und THE LOSERS vereint dies alles in einem Film.
Die Action Szenen im Film sind eigentlich solide inszeniert und wenn im Finale mit der Slow Motion Keule geschwungen wird kommt es einem fast so vor als hätte Enzo G. Castellari seine Finger im Spiel und dem jungfräulichem Regisseur grade den Zeitraffer Effekt näher erläutert.
Welches Problem man bei THE LOSERS nicht leugnen kann sind die Hauptcharaktere.Diese zeigen sich nicht immer von ihrer besten Seite und lassen jegliche gute Manieren vermissen; man findet sie halt nicht immer wirklich sympatisch.

Ich hatte mit diesem Trash Vehikel aber defintiv meine Spaß und wurde gut und kurzweilig unterhalten, so das ich

6 von 10 Motorrädern mit Raketenwerfer

geben kann.

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 Post subject: Re: The Losers - Verdammt, verkommen, verloren
PostPosted: 11. Jan 2013, 17:46 
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Vampir-Adel

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THE LOSERS

Ein paar Anmerkungen :

Dieser Film entstand zu einer Zeit, als Motorradbanden, bzw. das Motorrad ansich auf der Leinwand Hochkonjunktur hatten und seit dem Streifen DIE WILDEN ENGEL ( Wild Angels ) 1966 von Roger Corman und später EASY RIDER von 1969 sich ein eigenes Subgenre hervortat, die sogenannten BIKER MOVIES!

Aber auch der Vietnamkrieg befand sich auf dem Höhepunkt und war allgegenwärtig, da er in sämtliche Wohnzimmer sozusagen hinein übertragen wurde! Das Kino mußte deswegen in Sachen Vietnam nicht unbedingt schritt halten! Filme die sich gegen Amerika diesbezüglich richteten, gab es in den westlichen Filmländern in dieser Zeit so gut wie gar nicht!

Aber dafür gab es solche Filme wie z.B. DIE GRÜNEN TEUFEL ( USA 1967/68 ), das ein Machwerk übelster Art ist!
Als sich die Niederlage der USA in Vietnam abzeichnete und die Verluste ihrerseits enorme Ausmaße annahm, gab es eben auch THE LOSERS, wo man das BIKERMOVIE mit dem Kriegsfilmgenre vermischte und man den Krieg in Vietnam wenigstens auf der Leinwand gewinnen wollte! Hinzu kam noch, das sich viele Veteranen nicht mehr in die Gesellschaft der USA integrieren konnten oder wollten. Sie waren zu Außenseitern geworden. Die Motorradbanden waren ebenfalls Außenseiter der Gesellschaft, die nach ihren ganz eigenen Gesetzen leben und eine Art Nomadendasein führen!

THE LOSERS enthielt eine der radikalsten und perfidesten Antworten auf das ganze!
Zwei Veteranen und drei Mitglieder einer Motorradbande werden nach Kampuchea geschickt, um einen CIA Agenten aus einen Gefangenenlager zu befreien!
Oh mann, eine völlig an den Haaren herbeigezogene Geschichte / Inszenierung ( derlei gab es viele Filme zum Thema VIETNAM ), die zusätzlich auch noch propagandistisch ist! Zudem hausen diese Rocker in Vietnam, wie die berühmte Axt im Walde und toben dort nur ihre primitiven, anarchistischen Triebe und Gelüste aus, denn mehr ist es nämlich nicht!

Ich persönlich konnte an dem Streifen nichts gutes finden. Zu einer Zeit als die Vietnamesen unter den Bombenterror der USA zu leiden hatten, wo an ihnen etliche Massaker verübt wurden, wo Frauen auf schändlichste missbraucht worden sind, Kinder umgebracht worden ect. usw., kamen zur " Unterhaltung " vieler Zuschauer solche Streifen in die Kinos! Die Vietnamesen hätten sich bestimmt nicht darüber amüsieren können, wenn sowas bei ihnen gezeigt worden wäre!


Eine zusätzliche Information :
Die Idee, die den Anstoß zu Jack Starretts Film gab, hat in der Tat einen absurden skurrilen realen Hintergrund, der sich 1965 zutrug.
Der damalige Anführer der berüchtigten Motorradbande -Hell's Angels-, SONNY BARGER sandte dem US Präsidenten JOHNSON ein Telegramm mit dem Wortlaut:

" Meine Kumpels und ich würden uns als loyale Amerikaner glücklich schätzen, wenn wir hinter den Linien in Vietnam unsere Pflicht tun könnten. Wir glauben, daß eine Handvoll ausgebildeter Gorillas den Vietcong demoralisieren würde und der Sache des Friedens dienlich wäre. Wir stehen Ihnen für Ausbildung und Einsatz augenblicklich zur Verfügung "

Die Leute im Weissen Haus dachten aber nicht im mindesten daran, eine Bande von Motorradrockern nach Vietnam zu schicken, die nicht kontrollierbar ist. Das wäre wirklich nur noch total absurd gewesen! Außerdem merke ich an, das es in der Geschichte des Vietnamkrieges kein Einsatz von Motorradstaffeln gab! Nach meinen Studien zufolge, ließ sich auch ein direkter Zusammenhang zwischen dem Brief der Hells Angel und dem Film THE LOSERS nicht direkt nachweisen, aber es liegt trotzdem irgendwie nahe, das dieser Brief die Idee zu THE LOSERS gewesen ist!

Übrigens, bedeutet die Bezeichnung VIETCONG = VIETNAMESISCHER KOMMUNIST.
Es ist eine von den Amerikanern geringschätzige Bezeichnung, bzw. auch Beleidigung der Befreiungskämpfer der FNL = FRONT NATIONAL DE LIBERATION, heißt zu deutsch = NATIONALE BEFREIUNGSFRONT, die im Dezember des Jahres Jahres 1960 gegründet, bzw. vereinigt worden ist! Ihr schlossen sich Vertreter aller Bevölkerungsschichten und nationaler Minderheiten Vietnams an!
GrafKarnstein
vamp11


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 Post subject: Re: The Losers - Verdammt, verkommen, verloren
PostPosted: 11. Jan 2013, 20:52 
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Archivmeister
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Lieber Graf, danke für die Hintergrundinformationen. Der Film hat mich jetzt nicht so gefesselt gehabt, dass ich das noch nachgesehen hätte.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Post subject: Re: The Losers - Verdammt, verkommen, verloren
PostPosted: 17. Jan 2013, 23:35 
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Es mag bessere Filme geben, aber trotzdem finde ich "The Losers" sehr unterhaltsam und eingängig. Der Film driftet eigentlich nicht in langweilige Szenen ab. Die Rocker können sich sehen lassen und die Sprüche sind stellenweise auch ganz gut. Ich fand den Film ganz okay.

7/10


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