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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Schatten & Lügen (2010)
PostPosted: 27. Oct 2013, 12:20 
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Schatten & Lügen
(William Vincent)
mit James Franco, Julianne Nicholson, Martin Donovan, Josh Lucas, Haskell King, Zoe Lister Jones, Ty Anania, Louis Anania, Norm Golden, Gibson Frazier, Emily Tremaine, Julienne Hanzelka Kim, Vince Jolivette
Regie: Jay Anania
Drehbuch: Jay Anania
Kamera: Daniel Vecchione
Musik: John Medeski
FSK 16
USA / 2010

Der New Yorker William Vincent (James Franco), ein wortkarger Verbrecher mit geheimnisvoller Vergangenheit, begibt sich nach einigen Jahren im Exil auf eine abenteuerliche Reise zurück in seine Heimatstadt, um seine große Liebe Ann (Julianne Nicholson), eine New Yorker Prostituierte, vor Verbrechern zu retten. Doch die dunklen Schatten seiner Vergangenheit holen ihn ein und es gibt kein Mitleid - und kein Entkommen.


Es ist schon ein äußerst gewöhnungsbedürftiger Film der sich hier dem Zuschauer offenbart und man stellt sich ganz unwillkürlich die Frage, mit welcher Absicht Regisseur Jay Anania eine Erzählweise für seine Geschichte gewählt hat, die es zu keinem Zeitpunkt schafft, den Betrachter auch nur annähernd zu fesseln. Dabei beinhaltet der Film doch im Prinzip eine durchaus interessante Story, die aufgrund der Inhaltsangabe auch eine Menge Spannung verspricht, durch die seltsame Umsetzung jedoch vielmehr die absolute Langeweile aufkommen lässt. Schon nach wenigen Minuten verstärkt sich immer mehr das Gefühl, das hier mit aller Gewalt eine Art Kunstfilm entstehen sollte der etwas ganz Besonderes darstellt, doch dieses Vorhaben ist leider vollkommen in die Hose gegangen. Im Stile eines Arthousefilms soll einem das teilweise einschläfernd erscheinende Geschehen näher gebracht werden, das zu allem Überfluss auch noch keinerlei Tempo beinhaltet und größtenteils viel zu zähflüssig erscheint, als das sich hier eine gewisse Faszination entfalten könnte, die den Zuschauer auch nur annähernd fesseln könnte.

Ehrlich gesagt ist es streckenweise sogar extrem anstrengend konzentriert am Ball zu bleiben, denn das Szenario bietet leider überhaupt keine Höhepunkte und versetzt einen manchmal sogar in eine Art Dämmerzustand. Man fühlt sich richtiggehend betäubt und in Watte gepackt, wozu auch die einlullende musikalische Untermalung des Ganzen beiträgt. Auch die Darsteller tragen nicht unbedingt dazu bei den Gesamteindruck aufzuwerten, erscheint das dargebotene Schauspiel doch an etlichen Stellen ungelenk und gar künstlich aufgesetzt, in diversen Passagen überkommt einen sogar fast der Eindruck, das die Akteure selbst von der schnarchigen Erzählweise angesteckt wurden und sich in einem halb narkotisierten Zustand befinden. Jay Anania hätte seine Story wohl besser als ganz normales Thriller-Drama erzählen sollen, denn dann hätte der Film ganz sicher gezündet. Ihn aber lieber als Pseudo-Kunstwerk zu gestalten war die wohl schlechteste Idee, die der Regisseur überhaupt haben konnte. Die ganze Chose wirkt so auch größtenteils wie gewollt und nicht gekonnt und stellt sich außerdem als extrem mühsames Filmerlebnis heraus, das man nur unter größten körperlichen Anstrengungen bis zum Ende durchhalten kann.

Auch die Thematik der angeblichen großen Liebe zwischen den beiden Hauptfiguren kommt so gut wie überhaupt nicht zur Geltung, denn dafür fehlt es ganz einfach an den dafür nötigen Emotionen. Betrachtet man jedoch einmal den Umgang der beiden, so scheint von echter Liebe nichts vorhanden zu sein, was sich auch in den vorhandenen Dialogen stark bemerkbar macht, die irgendwie künstlich und aufgesetzt erscheinen. Und so fragt man sich immer wieder nach dem eigentlichen Sinn dieses komischen Szenarios, das durchgehend den Eindruck einer unrunden-und keinesfalls stimmigen Geschichte hinterlässt, die sich jenseits jeglichen Mainstreams ansiedelt, aber auch für Freunde des Kunstfilms eher wie eine luftleere Blase wirken dürfte.

Im Endeffekt weiß man am Ende gar nicht so recht was man da eben eigentlich gesehen hat. In gewisser Art und Weise handelt es sich zwar schon um einen außergewöhnlichen Film, was in vorliegendem Fall aber keinesfalls positiv gemeint ist. Eigentlich schade, denn sicherlich hätte hier ein emotionales Drama mit Thriller-Einschlag entstehen können, doch leider wollte man viel eher einen krampfhaft künstlerischen Film kreieren der letztendlich als vollkommen misslungener Versuch eingestuft werden muss. Letztendlich ist man dann auch heilfroh wenn die quälend lang erscheinenden 90 Minuten vorbei sind, denn viel länger hätte man sich bestimmt nicht wach halten können und wäre vom vorherrschenden Dämmerzustand in den absoluten Tiefschlaf übergegangen.


Fazit:


"Schatten & Lügen" ist leider nicht mehr als der vollkommen untaugliche Versuch, einer im Prinzip interessanten Geschichte eine künstlerische Note zu verleihen. Sicherlich wird es auch Leute geben die diesem komischen Szenario etwas abgewinnen können, doch für den Großteil der Zuschauer dürfte sich hier ein Film offenbaren, der auf relativ wenig Begeisterung stößt, da er in allen Beziehungen vollkommen versagt.


3/10

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