Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: The Unknown - Das Grauen (2000)
PostPosted: 27. Sep 2013, 08:52 
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The Unknown - Das Grauen
(Det okända)
mit Jacob Ericksson, Marcus Palm, Ann-Sofie Rase, Ingar Sigvardsdotter, Tomas Tivemark
Regie: Michael Hjorth
Drehbuch: Michael Hjorth / Tomas Tivemark
Kamera: Anders Jacobsson
Musik: Magnus Andersson
FSK 16
Schweden / 2000

Fünf Biologiestudenten begeben sich auf eine Expedition in ein vor Jahren niedergebranntes Waldgebiet, um dessen Regenerationsmöglichkeiten zu untersuchen. In der Abgeschiedenheit stellen sich Paranoia und Wahnvorstellungen ein und die Gruppe beginnt auseinander zubrechen. Als sie ein verbranntes, nicht identifizierbares Lebewesen finden, beginnt der eigentliche Horror. Das Grauen kennt keine Grenzen und die Zivilisation ist sehr weit weg.



Als schwedische Antwort auf "The Blair Witch Project" angepriesen, hat dieser Film meine Erwartungen schon einmal auf ein Minimum sinken lassen, da ich mit dem amerikanischen Low Budget Film doch so rein gar nichts anfangen konnte. Umso überraschter war ich dann jedoch, als sich Werk von Michael Hjorth als streckenweise wirklich spannende Geschichte entpuppt, die zwar nicht in allen Belangen mit TBWP zu vergleichen ist, aber dennoch einige ziemlich offensichtliche Parallelen aufweist. Der Unterschied bei beiden Filmen besteht lediglich darin, das sich in vorliegender Story ein nicht unwesentlicher Spannungsanteil herauskristallisiert, der fast ganzzeitig für ein interessantes Seherlebnis sorgt. "The Unknown" präsentiert sich recht spartanisch, so das der Zuschauer von der ersten Minute an merkt, das hier kein großes Budget vorhanden war. Das ist aber keinesfalls als negativ zu bewerten, denn so hinterlässt das ganze Szenario einen sehr authentischen und glaubhaften Eindruck. Dazu tragen auch die fünf Darsteller bei, die durch ihr in manchen Phasen eventuell etwas ungelenk erscheinden Schauspiels besonders authentisch erscheinen, kann man sich doch äusserst gut vorstellen, in vielen Passagen so zu handeln wie sie es tun. Das verleiht der gesamten Geschichte auch diesen herrlichen Doku-Stil, der nur sehr selten den Eindruck vermittelt, das man es mit einem Spielfilm zu tun hat, vielmehr wird man das Gefühl nicht los, eine gerade stattfindende Geschichte zu erleben.

Die SCI/FI Elemente die hier beinhaltet sind, stehen dem Ganzen sehr gut zu Gesicht und lassen an diversen Stellen doch leichte Ähnlichkeiten zu einem Film wie "Das Ding aus einer anderen Welt" erkennen, was allerdings lediglich auf die Thematik zu beziehen ist. Auch wenn der in solch gelagerten Filmen geübte Zuschauer eigentlich ziemlich schnell erkennen müsste in welche Richtung die Geschenisse tendieren, kommt zu keiner Zeit wirkliche Langeweile auf, wofür allein schon die wirklich gelungene und zumeist auch sehr bedrohliche Grundstimmung sorgt. Diese beginnt schon, sich nach wenigen Minuten aufzubauen und lässt im weiteren Verlauf der Ereignisse teils äusserst unheimliche und unheilvolle Züge erkennen, die auch durchaus für so einige Gänsehaut-Momente sorgen können. Dazu trägt sicherlich auch der Schauplatz des einsamen Waldes bei, der teilweise wie abgestorben erscheint. So gibt es anscheinend überhaupt keine Tiere, wodurch eine phasenweise gespenstische Stille entsteht, die die vorherrschende Bedrohlichkeit extrem gut in den Vordergrund stellt.

Hier wurde mit den minimalsten Mitteln eine maximale Wirkung erzielt, der man sich als Betrachter auf keinen Fall entziehen kann. Die Geschichte entfaltet dabei eine fast schon sogartige Wirkung, man wird förmlich in das gespenstische Geschehen hineingezogen und fühlt sich so auch nicht selten als ein Teil des Szenarios. Das man dabei ein angespanntes Sehverhalten an den Tag legt dürfte also nicht besonders verwunderlich sein, streckenweise kann man eine dezente Schweissbildung auf den Handinnenflächen unmöglich verhindern, was widerum ein untrügliches Zeichen für die Faszination darstellt, die von der Szenerie ausgeht. Man kann also auch mit einem kleinen Budget immer wieder wirklich überzeugende Low Budget Produktionen kreieren, die ohne jegliche Härte und großartige Effekte einen so immensen Spannungsbogen aufbauen, das man selbst fast zu einem Teil der erzählten Geschichte wird und die dabei gezeigten Abläufe fast schon körperlich miterleben kann.

Michael Hjorth kann man letztendlich wirklich nur einen besonders gelungenen Film attestieren, der eine mehr als gelungene Mixtur aus Horror-und SCI/FI anbietet, an der jeder Genre-Fan seine helle Freude haben kann. Dabei fällt es auch keinesfalls negativ ins Gewicht, das der geübte Zuschauer eventuell eine gewisse Vorhersehbarkeit der Ereignisse erkennt, denn trotzdem gestaltet sich der Story-Verlauf äusserst spannend und lebt dabei von etlichen mysteriösen Momenten, die streckenweise richtig unter die Haut gehen und auch einen sehr nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Betrachters hinterlassen. Im Vergleich zu "The Blair Witch Project" würde ich persönlich jedenfalls zu jeder Zeit diese schwedische Low Budget Produktion vorziehen, die in allen Belangen weitaus besser gestaltet wurde und einige herrlich schaurige Horror-Momente darbitet, die sich schleichend und subtil im Kopf des Zuschauers festsetzen.


Fazit:


Mit den geringsten Mitteln den maximalen Horror zu entfachen gelingt längst nicht jedem Regisseur. Hier bekommt man ein Paradebeispiel dafür, wie man es machen sollte. Nicht die oft gelobten US-Varianten, sondern ein kleiner schwedischer Film ist dazu in der Lage, ein spannendes und sehr interessantes Szenario zu offenbaren, in dem eine gepflegte Gänsehaut garantiert ist.


7/10

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