Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Lucio Fulci
PostPosted: 2. Jun 2013, 12:19 
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Lucio Fulci - 17.06.1927 - 13.03.1996


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Der 1927 in Rom geborene Filmemacher, gehörte wohl insgesamt zu den beliebtesten Horror- und Filmregisseuren aus Italien. Nach dem 2. Weltkrieg, wo er aktiv am Kampfeinsatz teilgenommen hatte, hat Fulci unter anderem Medizin studiert. Schlussendlich oder Gott sei Dank hat er sich aber für das Filmgeschäft entschieden. Und dabei hat er alle Stadien durchlaufen: Er war als Drehbuchautor, Darsteller, Regieassistent und Regisseur tätig. Mit letzterem ist er auch heute noch, gerade in der Horrorfilmwelt, eine Legende.

1952 tauchte er das erste Mal als Regieassistent bei dem Film "Toto und die Frauen" auf. Ein Film, der eigentlich keinen nennenswerten Bekanntheitsgrad besitzt. Sein erster eigener Film entstand erst 7 Jahre später. "Jeder Dieb braucht ein Alibi" hieß das gute Stück und war im Weitesten eine Krimikomödie. Das war aber praktisch der Startschuss für eine Filmwelle, die Fulci in Gang setzte. Denn in den folgenden 37 Jahren sollte er knapp 60 Filme bewerkstelligen. Dabei bewegte sich Fulci anfangs im Bereich von Komödien, Krimis und Actionfilmen. 1965 sollte mit "The Two Parachutists" sein erster Kriegsfilm folgen. Im selben Jahr erschuf er einen Westernklassiker, der nicht nur bei Kennern des Genres auch heute noch bekannt ist: "Django - Sein Gesangbuch war der Colt", in der Hauptrolle Franco Nero. Es sollte Ende der 60er sein, als Fulci seine wirklich große Zeit begann. 1969 kam "Nackt über Leichen" sowie "Die Nackte und der Kardinal", auch wenn sich beide genannten nicht im Horrorgenre abspielen sollten.

1973 drehte er mit Nero den Film "Wolfsblut", der ihn abermals ins Abenteuer-Western-Genre verschlagen sollte. Mit "Die Teufelsschlucht der wilden Wölfe" gelang es ihm sogar ein Jahr später eine Fortsetzung dazu auf die Beine zu stellen. Ein hochkarätiger Western wurde auch '73 mit dem Titel "Verdammt zu lieben, verdammt zu sterben" veröffentlicht. Es ist der vielleicht bekannteste Italo-Western, der je gedreht worden ist. Ab 1977 wurde es dann zunehmend gruseliger und grausamer in Fulcis Filmen. "The Psychic" mit Jennifer O'Neill in der Hauptrolle war dort nur der Anfang. 1979 kam eins seiner Überwerke: "Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies". Damit hat er einen meisterhaften und das Genre der damaligen Zeit prägenden Horrorfilm aller Zeiten abgeliefert. Allein die ausgereifte Story und auch die Art und Weise, wie dieser Film gedreht worden ist, machen ihn bis heute zu einem absoluten Highlight. Damals war er von George Romeros "Dawn of the Dead" zu diesem Film inspiriert worden. Durch seine lange Zensur- und Beschlagnahmungsgeschichte, kam der Film zusätzlich zu weiterem Ruhm, und trägt mit dazu bei, dass dieser als einer der besten Fulcis in Erinnerung geblieben ist.

Nach "Das Syndikat des Grauens", der mehr ein Action- als ein Horrorfilm gewesen ist, folgte ein weiterer Zombiefilm, der die FSK und die BPjM lange beschäftigen sollte: "Ein Zombie hing am Glockenseil". Auch wieder ein solcher Film, der über die Grenzen von Fulcis Heimatland bekannt gewesen ist. Man sollte sich die anfangs recht merkwürdige Geschichte über einen Pfarrer einfach mal angesehen haben. Bis heute fällt dieser Film in Deutschland unter §131. 1981 folgte dann "Das Haus an der Friedhofsmauer", der ebenso ein echter Klassiker ist, in der ein Monster/Zombie im Keller eines alten Hauses wohnt. Und alles hat irgendwie mit Dr. Freudstein zu tun. Um aber nochmals bei den Zombies nachzulegen, wurde von Fulci "Die Geisterstadt der Zombies" abgedreht, und auch dieser hat es alles andere als einfach hinsichtlich von Verborten und Zensur gehabt. Immer noch im selben Jahr kam auch "The Black Cat", der ausnahmsweise mal nicht in Deutschland verboten wurde. Das sollte sich mit "The New York Ripper" von 1982 allerdings schnell wieder ändern, denn auch dieser ist bis heute beschlagnahmt, und das obwohl er streng genommen noch nichteinmal ein Horrorfilm ist.

In den Jahren danach schuf er noch Filme wie "Amulett des Bösen", "Conquest" und "Schlacht der Centurions". wobei letzterer immer noch nicht ungeschnitten auf DVD erhältlich ist, "Murder Rock", der ein Highlight des Giallos ist, "When Alice Broke The Mirror" oder den ebenfalls verbotenen "Nightmare Concert".

Den letzten Film, den er als Regisseur gedreht hat, war "Door to Silence" im Jahr 1991. Mit "Wax Mask" erschien allerdings 1997, also gut ein Jahr nach seinem Tod, ein Film, zu dem er das Drehbuch geschrieben hatte.

Fulci gehört neben Dario Argento, Mario Bava und auch Joe D'Amato zu den großen Regisseuren des italienischen Films.

Lucio Fulci verstarb am 13.03.1996 in Rom bei Dreharbeiten zu diesem eben genannten Film an seinem Diabetes. Er hatte sein Insulin vergessen.

Filmographie - Regie

1959: Ragazzi del Juke-Box
1959: Jeder Dieb braucht ein Alibi
1960: Howlers of the Dock
1962: Mit Damenbedienung
1962: Getting Away with the Italian Way
1962: Those Two in the Garden
1963: Ein seltsamer Typ
1963: The Swindlers
1964: Wir, die Trottel vom Geheimdienst
1964: Das Großmaul
1964: The Maniacs
1964: Two Public Enemies
1965: How we get into trouble with the Army
1965: 002 Operation Moon
1966: Django - Sein Gesangbuch war der Colt
1967: Die Abenteuer des Kardinal Braun
1967: How we stole the Atomic Bomb
1967: The Tall, the Short, the Cat
1969: Nackt über Leichen
1969: Die Nackte und der Kardinal
1971: Schizoid
1972: Don't torture a duckling
1972: Der lange Schwarze mit dem Silberblick
1973: Wolfsblut
1974: Die Teufelsschlucht der wilden Wölfe
1975: Young Dracula
1975: Verdammt zu lieben - verdammt zu sterben
1976: My sister in law
1977: The Psychic
1978: Silbersattel
1979: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies
1980: Ein Zombie hing am Glockenseil
1980: Das Syndikat des Grauens
1980: Un Uomo da ridere
1981: Das Haus an der Friedhofsmauer
1981: Über dem Jenseits
1981: The Black Cat
1982: The New York Ripper
1982: Amulett des Bösen
1983: Conquest
1984: Die Schlacht der Centurions
1984: Murder Rock
1986: Dämon in Seide
1987: Dämonia
1988: Zombie III
1988: When Alice broke the Mirror
1988: Sadomas tödliche Rache
1989: Die Uhr des Grauens
1989: Das Haus des Bösen
1990: Nightmare Concert
1990: Demonia
1990: Die Saat des Teufels
1991: Voices from Beyond
1991: Door to Silence

weitere Produktionen, Drehbücher, Gastauftritte

_________________
Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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