Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: The Bunny Game (2010)
PostPosted: 11. Jan 2013, 00:08 
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O-Titel: The Bunny Game
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010
Darsteller: u. a. Rodleen Getsic, Norwood Fisher, Gregg Gilmore, Paul Ill, Loki, Drettie Page, Jeff F. Renfro, Curtis Reynolds, Jason Timms, Coriander Womack
Regie: Adam Rehmeier
FSK: ungeprüft

Inhalt:


Keine Luft durch eine Plastiktüte. Ein Blowjob. Drogen. Ein bisschen Schminke, Haare zurecht machen, Prostitution. Alles in s/w. Eine Frau.

Eine junge Frau geht die Straße entlang. Wieder Drogen, wahrscheinlich Kokain. Sex. Oder Vergewaltigung? Hinterher eine Dusche, wieder die Straße. Irgendeine Großstadt der Neuzeit. Sex an einer Häuserecke. Ein bescheidenes Mahl, auf dem Boden eingenommen.

Abblende. Kokain, ein wenig Schminke, kein Dialog.

Sie ist betäubt. Der nächste Freier, irgendein Hotelzimmer. Abblende. Bestohlen. Schmutzig fühlen. Abblende. Auf der Straße. Mitten in die Einfahrt pissen. Etwas weiter. Duschen, Stille. Ein Truck hält an. Sie steigt ein. Drogen werden durch die Nase konsumiert. Der Trucker möchte sie näher kennen lernen. Sie wird betäubt. Er nimmt sie mit. Gegen ihren Willen. Der Fremde fährt in Richtung Wüste. Sie bleibt bewusstlos. Der Highway wird verlassen. Die Ladefläche des LKW wird geöffnet. Stille. Warten. Abblende.

Er schneidet ihr mit einem Messer die Kleidung auf. Begrapscht sie. Aufwachen! Licht an - Licht aus. Abblende.

Die Haare werden geschnitten und später abrasiert. Befummeln. Mal wieder. Man schlägt sie, doch sie wird nicht wach. Eine Kamera. Diverse Posen, obszöne Posen. Ganz langsam kommt sie wieder zu sich. Als sie merkt, dass sie angekettet ist, fängt sie an zu schreien. Abblende. Er schärft sein Messer. Wieder Abblende.

Miststück. Anfassen. Betäubt. Wach werden. Abblende.

Es wird Nacht. Eine andere Frau. Oder die Selbe? Dunkelheit. Abblende. Er bläst in eine Tüte.

Fesseln mit Klebeband. Eine Glatze scheren. Zuschlagen. Abblende.

Schreien. Abblende. Sie soll ruhig sein. An einer Kette wird sie nach draußen gezerrt. Dann eine Maulsperre und Eintrichtern von Alkohol. Wieder draußen. Halbnackt auf allen Vieren. Abblende. Ein Ganzkörperanzug. Für ihn. Ein Metallgegenstand wird für ein Brandzeichen erhitzt. 5 Tage sind bereits vergangen. Befummeln.

Jetzt wird das Bunny Game gespielt. Sie ist nackt und bekommt eine Maske auf. Auch er trägt eine. Sie wird in ihrem Outfit nach draußen gebracht. Erniedrigt. Er fragt über Funk nach Jonas. Ein wirrer Ausdruck auf seinem Gesicht, wie wahnsinnig. In eine Tüte atmen. Sie ist gefesselt. Trägt einen Hasenkopf. Abblende.

Eine Plastikfolie. Der LKW geht auf. Sie wird nach draußen gebracht, ohne Maske. Niemand wird sie hier draußen schreien hören. Abblende. Schläge. Geschrei. Abblende. Plastiktüte. Würgen. Abblende. Nachdenken. Abblende. Noch ein Brandzeichen. Sie wird Jonas gefallen. Zwei Brandzeichen auf dem Rücken. Nackt, aber nicht mehr gefesselt. Der LKW ist offen.

Sie läuft nackt aus dem LKW, vorbei an weiteren Trucks. Wahnsinnig. Irre. Panisch. Am Boden liegen. Auf ein Kreuz gebunden. Fertig. Fix und fertig. Streichholzziehen. Sie gewinnt. Zum LKW zurück. Ein Wagen hält. Der Trucker übergibt sie an den anderen. Der Wagen fährt weg.

Wertung:

Eine der größten Mistfilme, die ich je gesehen habe, da einfach nichts passiert. Die Rezension ist hier absichtlich so gehalten, wie der Film gezeigt wurde, nämlich als Einzelbilder, teilweise ohne Zusammenhang. In schwarz-weiß. Die Handlung erschließt sich nicht wirklich, und auch den Namen der Protagonistin würde man nicht kennen, wenn man nicht den Klappentext gelesen hätte: Sylvia Grey. Was hat das mit dem Film zu tun? Nichts, absolut nichts. Es ist unrelevant, wie jemand im Film heißt, aber wenn man schon in schwarz-weiß dreht, dann sollte man das zumindest so machen, dass man auch erkennt, ob es sich nun um eine oder zwei Frauen handelt, denn blond ist blond und nicht dunkel.

Die Brutalität ist hier zwar psychischer Natur und die Hauptperson muss fürchterlich leiden, doch kann ich dem absolut nichts abgewinnen, da der Film eher als Sado-Maso-Experimental-Film als als Horror-Film rüber kommt. Vielleicht liegt das an den Masken, aber mit Sylvia hat man eigentlich kein richtiges Mitleid, zumindest ich nicht. Manchmal ist es einfach nur ein lautes Schreien, was gezeigt wird, so ganz ohne Sinn und Verstand. Wie sollte auch Sinn zusammen kommen, denn ich würde behaupten, dass der Film maximal eine Seite Text Schriftgröße 14 hat.

Zu leise ist der Film außerdem. In Ansätzen ist etwas Gutes vorhanden, denn die Musik ist sehr experimentell. Dann ist wieder gar nichts zuhören, weshalb ich den Film insgesamt als viel zu leise empfinde.

Abschließend frage ich mich einfach: Was soll das hier? Warum macht jemand einen solchen Film, der im Vergleich weder besonders grausam noch sonderlich vor Energie und Spannung strotzt? Als Experimentalfilm vielleicht gerade noch so tragbar, aber jeder normale Horrorfan braucht schon etwas mehr als eine 5 Minuten Handlung, die auf 77 Minuten gedehnt worden ist. Vor allem hat ein Horrorfilm entweder Shockmomente wie in den klassischen Slashern oder Folterelemente wie in den Torture Porns, um nur auf zwei Vertreter eingehen zu wollen, und beides ist hier nicht vorhanden, weshalb ich The Bunny Game noch nicht mal als Horrorfilm bezeichnen würde.

Außerdem: Was ist jetzt das Bunny Game? Es wird namentlich genannt, aber wie das genau aussieht, bleibt auch hier verborgen bzw. versickert in einem durchschnittlichen schwarz-weiß mit dem Hang zu Grau.

Zu guter Letzt noch die Wertung: 01/10, für einen Film, der bei Schlaflosigkeit Wunder vollbringen mag als abendliche Unterhaltung aber gänzlich ungeeignet ist.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Post subject: Re: The Bunny Game
PostPosted: 11. Jan 2013, 11:03 
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Nach der Kritik freue ich mich noch mehr auf den Film, bin schon mächtig gespannt.

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 Post subject: Re: The Bunny Game
PostPosted: 11. Jan 2013, 16:53 
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Als Verriss genial geschrieben lieber Blaine :lol22: Soooo schlecht ist Bunny m. E. aber nicht. Da ich Master auch nicht allzuviel an
Spoilern antun will, nur meine Hauptkritik: Trotz aller Ambitionen hat es der Film nicht geschafft mich zu berühren oder Sympathien
in mir geweckt, weder für Opfer noch für Täter, die Charaktere kommen einfach zu stilisiert rüber...

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 Post subject: Re: The Bunny Game
PostPosted: 11. Jan 2013, 19:48 
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Das ist mir auch aufgefallen. Auch für das Opfer kam kein Mitleid bei mir an. Vielleicht liegt es einfach daran, dass die Person viel zu anonymisiert ist.

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 Post subject: Re: The Bunny Game
PostPosted: 21. Feb 2013, 16:02 
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Auf der Straße ist Sylvia Gray unter dem Namen "Bunny" bekannt. Sie liebt Kokain und jeden Mann, der sie für schöne Stunden bezahlt. Sie durchstreift die Straßen von Los Angeles auf der Suche nach ihrem nächsten Freier und ihrer nächsten Mahlzeit. Nachdem sie eines Nachts von einem Freier vergewaltigt und ausgeraubt wurde, trifft sie den harmlos wirkenden Trucker JR. Doch JR ist alles andere als harmlos. Er betäubt Sylvia, schleppt sie in einen entlegenen Teil der Wüste und setzt sie dort einer Reihe unerträglicher Qualen aus, die er allesamt mit seiner Kamera dokumentiert. Als Sylvia am nächsten Tag wieder erwacht, ist ihr Leiden alles andere als vorbei: JR zwingt sie dazu, sich Videos davon anzusehen, was er mit anderen Frauen bereits angestellt hat. Nach einigen Tagen ist Sylvias Kopf kahl rasiert, sie wurde wie ein Tier gebrandmarkt. Tage und Nächte haben keine Bedeutung mehr, wenn JR seinen Zwängen freien Lauf lässt und Sylvia eine unvorstellbare Reihe bizarrer Spiele mit ihrem Peiniger über sich ergehen lassen muss.


Im Grunde genommen ist es schon sehr erstaunlich das ein Film wie "The Bunny Game" eine relativ ausführliche Inhaltsangabe enthält, obwohl dem Szenario eigentlich gar keine Geschichte zugrunde liegt. Selbst der Begriff Rahmenhandlung ist nämlich schon als übertrieben anzusehen, erweckt das Ganze doch viel eher den Eindruck sinnlos aneinandergereihter Video-Clips. Das Spielfilm-Debüt von Adam Rehmeier, der übrigens auch für das Drehbuch, Kamera und Musik verantwortlich zeichnet ist extrem schwer einzuordnen und ehrlich gesagt fragt man sich nach gut 77 Minuten Laufzeit erst einmal, was man da gerade eben gesehen hat. Definitiv handelt es sich hier um einen Independentfilm, der ganz sicher mit einem äußerst niedrigen Budget auf die Beine gestellt wurde. Das muss nun nicht zwangsläufig bedeuten das der Film schlecht ist, doch wenn man Story, Charakter-Zeichnungen sowie auch Spannung gegen Null tendieren lässt fällt es dem Zuschauer relativ schwer, dem Geschehen irgendetwas Positives abzugewinnen. Als Horror-oder Folterfilm deklariert, lässt "The Bunny Game" im Prinzip jegliche Zutaten vermissen, die ein solches Werk beinhalten sollte. So fehlt es beispielsweise an jeglicher Spannung-und Atmosphäre, das Filmchen plätschert vollkommen belanglos vor sich hin und man sieht sich permanent der Versuchung ausgesetzt die Stop-Taste des heimischen DVD-Players zu betätigen, um dem Grauen ein Ende zu machen. Lediglich der Aspekt der Hoffnung hält einen davon ab, denn irgendwie erliegt man dem Irrglauben, das im Laufe der Zeit auch mal etwas passieren könnte. Nun ist es sicherlich nicht zwingend notwendig, durch explizite Gewaltdarstellungen das Interesse des Betrachters zu wecken. denn auch psychische Folter entwickelt durchaus einen gewissen Härtegrad, der in manchen Fällen sogar immense Ausmaße annehmen kann.

Leider ist das hier aber nicht der Fall, was in erster Linie an den nichtssagenden Charakteren liegt. Eine Beleuchtung ist im Prinzip überhaupt nicht vorhanden, so das man erst gar keine Beziehung zu den beiden Haupt-Figuren aufbauen kann. Das ist dann auch der absolute Todesstoß für das gesamte Geschehen, betrachtet man die Ereignisse doch prinzipiell absolut unbeteiligt. Es entsteht keinerlei Antipathie gegen den Folterer, aber auch keinerlei Sympathie für das Opfer. "Bunny" verscherzt sich nämlich die Pluspunkte schon am Beginn der sogenannten Geschichte, bei dem man in wenigen Minuten einen guten Eindruck über ihren exzessiven Lebenswandel bekommt. Prostitution und Drogen bestimmen das trostlose Dasein der jungen Frau, das durch das Stilmittel der s/w Optik noch deprimierender erscheint. Da man aber ansonsten keinerlei Information über die Vergangenheit bekommt und der Charakter schwammig bleibt, können zu keiner Zeit Sympathie-Werte entstehen, die in der Folgezeit so etwas wie Mitleid aufkommen lassen könnten. Ob das von Rehmeier gewollt ist vermag ich nicht zu sagen, doch dem Film schadet dieser Punkt in jedem Fall. Ich kann mich jedenfalls an kein anderes Werk erinnern, in dem mir persönlich das Schicksal eines Opfers so dermaßen egal war, wie es hier der Fall ist. Nicht anders verhält es sich mit dem Täter den man gedanklich gewähren lässt, ohne dabei irgendwelche Emotionen zu empfinden. Und so zieht das Szenario an einem vorbei ohne jegliche Spuren, geschweige denn einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

"The Bunny Game" ist leider nicht mehr als eine vollkommen seelenlose Produktion, die einem wild aneinandergereihte Bilder präsentiert, die größtenteils noch nicht einmal einen Sinn ergeben. Die teilweise äußerst hektischen Bildschnitte und das ständige abblenden in ein sekundenlanges Schwarzbild tragen nicht gerade dazu bei, das von Haus aus schlechte Gesamtbild in irgendeiner Form aufzuwerten. Das Gegenteil ist der Fall und streckenweise geht einem das schon ganz gehörig auf die Nerven, nach einer gewissen Zeit bauen sich dann schon fast einige Aggressionen auf, die aber in der mangelnden Qualität dieses obskuren Filmes begründet sind. So fällt es dann auch unglaublich schwer, dieses Werk richtig einzuordnen, meiner Meinung nach trifft der Begriff Experimentalfilm es am besten, wobei es sich doch um ein ziemlich misslungenes Experiment handelt. Dabei offenbart sich der Einstieg vielmehr als ein Porno, kann man die gute "Bunny" doch bei einem intensiven Blow Job beobachten, der keineswegs nur in Ansätzen zu erkennen ist. In diesen Szenen liegt dann wohl auch die Erklärung für die hohe Alters-Einstufung, denn im Bezug auf physische Härte gibt es rein gar nichts zu sehen. Die wenn überhaupt vorhandene Härte eröffnet sich einzig und allein im Umgang des Täters mit seinem Opfer, versucht er doch permanent es seelisch zu brechen, indem er es den unterschiedlichsten Demütigungen aussetzt. Aus den schon erwähnten gründen nimmt man das jedoch leider kaum wahr, da man das Geschehen wie gesagt eher emotionslos-und unbeteiligt an sich vorbeiziehen lässt. Hätte Rehmeier den Protagonisten zumindest menschliche Konturen verliehen, dann hätte hier trotz einiger anderer Mankos immer noch ein interessanter Beitrag entstehen können, doch in vorliegender Form tangiert einen das gesamte Szenario überhaupt nicht.

Eigentlich ist das sehr schade das der Zuschauer lediglich ein wirres-und ziemlich belangloses Filmchen präsentiert bekommt das wirklich jegliche Struktur vermissen lässt. Stattdessen wird man mit extrem harter musikalischer Untermalung malträtiert und sieht sich aufgrund der viel zu hektischen Bildschnitte fast schon Kopfschmerzen ausgesetzt. Auch an den kaum vorhandenen gesprochenen Worten (Dialoge kann man das beim besten Willen nicht nennen) hat man wenig Freude und das ständige Geschreie raubt einem zum Ende hin auch noch den letzten Nerv. So dumm-und sinnlos wie das gesamte Geschehen präsentiert sich dann auch das gewählte Ende das eigentlich gar nicht als solches bezeichnet werden kann. Für diesen filmischen Sondermüll erscheint es jedoch unglaublich passend und hebt nur noch einmal zusätzlich den äußerst schlechten Gesamteindruck hervor, den man von "The Bunny Game" bekommen hat.


Fazit:


Ich mag Independentfilme und oft genug verstecken sich in dieser Kategorie auch echte Perlen. Rehmeier's Produktion kann man aber beim besten Willen nicht dazuzählen, auch wenn manch einer das eventuell anders sehen mag. Nichtssagende Charaktere, teilweise bizarr erscheinende Bilder im Video-Clip Format und ein vollkommen sinnbefreites Handlungs-Gerüst sorgen dafür, das "The Bunny Game" zu der Art Film zählt, die man nicht wirklich gesehen haben muss.


2/10

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 Post subject: Re: The Bunny Game (2010)
PostPosted: 23. Oct 2013, 10:35 
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Let's play a Game, The Bunny Game. Der Film der A Serbian Film wie einen Kindergartenbesuch aussehen lassen sollte. Was sich Illusions bei dieser Vermarktung gedacht hat ist mir schleierhaft, da Bunny Game mit A Serbian Film absolut nichts gemein hat.

Bunny ist eine Nutte, die sich mit Sex und anderen Sachen Geld verdient, um sich neue Drogen kaufen zu können. Diese braucht sie um ihr Leben ertragen zu können. Ein Teufelskreis. Eines Tages wird sie von einem Trucker entführt und bis zum Ende ihrer Kräfte gequält.

Die Story von Bunny Game ist wirklich sehr dünn und wird auch zu keinem Zeitpunkt richtig erklärt. Man erlebt einfach nur, wie Bunny immer weiter, im Sumpf von Quälereien und Drogen, nach unten gezogen wird. Das ist auch schon der erste große Unterschied zu dem Serben. Der Serbe besitzt eine schlüssige und vorallem sehr spannende Story, die den Zuschauer fesselt und im Verlauf des Films immer wieder schockt. Bei Bunny Game wird versucht, durch die Leistung von Bunny (Rodleen Getsic) eine Bindung des Zuschauers zu dem Film zu erzeugen. Bei den Schauspielern ähnelt Bunny Game schon eher dem Serben, auch wenn die Cast deutlich kleiner ist, so überzeugen die Schauspieler trotzdem und jeder gibt sein bestes. Man nimmt den zwei Hauptcharakteren zu jeder Zeit ab, was sie spielen.

Schnitttechnisch weiß Bunny Game zu überzeugen, d.h. wenn man sich auf ein Schnittfeuerwerk einstellt, welches bei manchen Zuschauern sicherlich zu Kopfweh und Epilepsie führen könnte. Immer wieder bekommt man Stakatoartige Schnitte präsentiert, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen wollen. Dadurch entsteht eine enorme psychische Belastung für den Zuschauer, der sowohl die Abarten des Truckers als auch die Schnittfolge über sich ergehen lassen muss. Der Serbe hingegen wartet eher mit professionellen Schnitten auf, welche hervorragend umgesetzt sind und dadurch auch eine höhe Qualität besitzen.

Bei der Musik hat man sich für harten Metal entschieden, der wie die Faust aufs Auge zu dem schnellen Stakatoschnitt passt. Ansonsten wirkt die Musik eher desorientierend für den Zuschauer und verursacht eine Art Beklemmtheit. Zudem sorgt der Einsatz der S/W-Optik bei Bunny Game dafür, dass der Film wie ein Experimentalfilm wirkt. Laut Aussagen des Regisseurs (nachzulesen im Booklet des Mediabooks), hat er sich an Eraserhead und Meshes in the Afternoon orientiert. Die Qualitäten von Eraserhead (den anderen Film kenne ich noch nicht), erreicht der Film zwar nie, dennoch erzeugt die S/W-Optik einen netten beklemmenden und trostlosen Effekt.

Kommen wir zu der Härte. Beim Serben wurde diese sehr weise erst am Schluss genutzt und nach dem Aufbau einer Idylle wirkte diese umso härter. Bei Bunny Game hingegen bekommt man kaum wirklich harte Effekte zu Gesicht. Das Ganze spielt sich eher auf einer psychischen Ebene ab. Man wird Zeuge der Zerstörung einer jungen Seele. Bunny, welche von Anfang an leidet, wird nach der Entführung durch den Trucker immer weiter gedemütigt, gefesselt und misshandelt, sodass ihre Seele irgendwann zerstört ist. Das Ende ist dann zwar ganz anders, aber nicht weniger schockierend als beim Serben.

So kann man am Ende nur sagen, dass keiner den Fehler machen sollte und bei Bunny Game einen hochklassigen Thriller der Marke ASF zu erwarten. Eher kann man Bunny Game als kleinen psychischen Höllenritt in S/W bezeichnen. Wer sich auf solche Filme einlassen kann, der kann einen Blick riskieren, besonders für Fans von Stakatoschnittartigen Klang- und Bildgewittern, mit Hang zum Kontroversen könnte dieser Film etwas sein.

Wertung entfällt, da man entweder was damit anfangen kann, oder eben nicht.

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 Post subject: Re: The Bunny Game (2010)
PostPosted: 8. Jul 2014, 12:35 
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Ich fand den gar nicht so schlecht, wie er oft gemacht wird. Die Optik war schön dreckig und düster, die Gewalt grenzwertig (auch wenn kein Blut floss), Spannung kam allerdings nicht wirklich auf. Dass das ganze echt war und die Darstellerin alles wirklich über sich ergehen ließ, hat mir beim Anschauen ein ungutes Gefühl bereitet und hinterließ einen bitteren und fragwürdigen Beigeschmack. Das S/W war mehr als passend... Wie auch bei "Human Centipede 2". Das verstärkte die Wirkung noch.


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